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Archive for Januar 1st, 1970

Jan 01

Abfahrt 13:54, Berlin Ostbahnhof

Über die Grenze 15:27. In Warszawa 21:35. Über die Grenze im frühen Morgen, 6:14. Ankunft in Kiev 16:21. Auf einen Kaffee aussteigen – und wieder zurück. Oder eine Weile bleiben. Wir können über alles reden.
Aber es will einfach niemand mitkommen!
here, anybody?

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Jan 01

Lied zur Nacht

Der Mond ist aufgegangen
Hat mich nicht eingefangen
Er hatte keine Hast -
Hat seinen Lieblingsplatz bekommen
Für dieses Mal dem Kampf entronnen
Und keiner der noch wacht -

Ich blicke gern ins Leere
Tanz auf den Stufen, höre
Beschatte deine Traurigkeit
Die zu mir spricht in Tönen
Du ahnst nichts – ach ich gewöhne
Mich an die schmale Last

Sie liegen stumm, gefroren
Schwarze Johannisbeeren
In deiner Augen Grab
O bleibe Herr, bewahre
Beraubte Vaterhände
Kalt ist der Abendhauch -

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Jan 01

Neuschneelicht

- im winterlichen Morgenlicht, im Neuschneelicht – ihr liebes Gesicht zuwandte und ich mir dachte: Sie ist weder alt noch jung. Ich war irgendwie erstaunt über sie und konnte es kaum über mich bringen, ihre Brauen zu benetzen, denn sie sah ein gutes Stück schöner aus als schön. Woran Traurigkeit einen großen Anteil hatte, so war das.

(wieder Gilead)

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Jan 01

Alone

Everybody is nice
Or wonderful. –
Daß ich das auch deutsch sagen könnte, weiß
Ich, und behaupte 2 mal 10 ist Null.

Doch was ist jedermann? Und was sind die,
About wir schelten?
Vielleicht sind alle sie
An einer Stelle einzig oder selten.

Freundin, raff deine Röcke übers Knie
Und gehe leise, ohne Melodie
Und nur bei Dunkelheit
Mit mir durch alle Welten.

JOACHIM RINGELNATZ

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Jan 01

war am samstag

fete de la musique? jedenfalls war im prenzelauer berg alles voller musik mit den dazugehörigen rumpeligen musikanten. diese kleine oma hat sich nur mit den haarspitzen aus dem fenster gewagt.

Junianouk-378

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Jan 01

Okker Gokker

Sie passen sicher erst wenn sie ein Jahr alt ist, aber ich musste schon mal zugreifen. In Friedenau gibt es einen Laden wo dänische Kleider, nur einmal von Models getragen, günstig verkauft werden. Ein paar Kindersachen gibt es auch. Und ich bin jetzt Fan von Okker Gokker.

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Jan 01

Ich kann mich nicht beschweren

Falls sich die andere Hälfte der Weltbevölkerung einmal fragt: allermeistens ist es schön und nicht schwer, eine Frau zu sein. Wir dürfen inzwischen selber Türen öffnen, mit den eigenen Füßen und ohne Schirm durch Pfützen laufen. Auch die Popcorntüten, Kaffeebecher und Abendbrotportionen sind genauso groß wie die der zwar in Körpergröße gemessen oft vorne liegenden, dafür aber bärtigen Artgenossen. Unser Notebook können wir selber durch die Stadt tragen, in extra für uns gemachten, ansprechenden Behältnissen. Und Mobiltelefone gibt es jetzt auch noch in rosa oder unisex.
Ich gebe gerne zu, dass ich, wenn ich es mir hätte aussuchen können, in Nordamerika bei den Dakotas oder bei den Samurai in Japan auf die Welt gekommen wäre. Und weil sie mich da als Frau, die Pfeil, Bogen und Säbel hat, verjagt hätten, wäre ich auch gleich als Krieger geboren. Aber ich konnte es mir nicht aussuchen, allenfalls kann ich mit Kriegsbemalung durch die Stadt laufen – keine Sorge, ich mache das nur, wenn ich garantiert niemanden von euch treffe. (Nicht dass ihr Angst vor mir bekommt.) Es ist aber gar nicht so schlimm mit mir, das Mutter werden hat mich mit dem Frausein ausgesöhnt und die Farben der aktuellen Winterkollektion für die Frauen ist um Längen schöner. Als Frau wird man außerdem nicht schräg angeguckt, wenn man Kuchen essend, Latte schlürfend, Sofa sitzend strickt. Oder wenn man eine Ikeakatalogsammlung hat. Oder Rezepte ausschneidet, gerne nach Himbeere riecht und sich die Wimpern tuscht.
Es ist wirklich kein Problem, eine Frau zu sein. Außer an einem Tag im Jahr, in meinem Fall am schönsten Tag des Jahres: dem 5. November. Und ich kann es euch in vier Worten erklären! Wenn eine Frau Geburtstag hat, dann wünscht sie sich so ungefähr alles andere, außer ein neues Notebook! Oder sagen wir: Sie wünscht sich alles, was es NICHT bei Saturn & Co. zu kaufen gibt. Und selbst wenn das alte Notebook zerschrottet ist und nur noch ein von zehn Mal hochfährt – wenn eine Frau Geburtstag hat, will sie was, was glitzert, nach Plätzchen duftet, ein rosafarbenes Gemüt hat, vor sich hinsummt, im früheren Leben eine echte Prinzessin getroffen hat, Pirouetten drehen kann und ein hundertprozentiges Geheimnis ist. Es muss auch gar nichts kosten.
Und Männer, ihr schafft das, ich glaube an euch – wenn ihr euch nur nicht erst am Abend vor dem drohenden Geburtstag auf die Socken machen würdet.

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Jan 01

Mini Hausfrau

Man kann nicht genug Wäscheständer und Bügelbretter im Haus haben – vor allem, wo es vor den Türen wieder mehr nach Herbst als nach Frühling aussieht! Bei Ebay haben wir dieses süße, alte Holzspielzeug gefunden (übrigens bei der Suche nach einer besseren Wäscheberglösung für uns, davon sind wir erstmal wieder abgekommen). Da kann Mini Blondie jetzt die Scraps aufhängen und Battis Socken plätten. Sie hängt allerdings die Stoffe lieber ab als auf und knabbert am liebsten an den Holzklammern.

Dunkle Pralinen mit Vanillefüllung und kandierten Veilchen
Holter di Polter habe ich, mit Mucklas Verstärkung, letzte Woche Pralinen gemacht. Ich musste es einfach ausprobieren und es ging schief, wie erwartet. Die Schokolade ist dauernd fest geworden, weil es in der Küche viel zu kalt war. Aber – die Ergebnisse sahen (die meisten sind schon verschenkt oder gegessen) zwar lustig aus, haben aber wirklich köstlich geschmeckt. Der größte Spaß war die Vintage Schürze, die ich jetzt gerne in der Küche beim Werkeln trage. Muckla wurde auch mit einer versehen. Jetzt werde ich mal meinen Stash sichten und eine Schürze nähen. Es gibt natürlich die passende Community Tie one on von Schürzennäherinnen. Da gibt es auch regelmäßig Themen, nach denen alle eine Schürze machen. Check it out. Das englische Wort apron klingt ohne Frage wesentlich schicker als “Schürze”.

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Jan 01

Määäh Mäh

Ja, so zeigt sie sich gerne, die neue Käferschaf-Dame. Schmollend in einer Ecke, weil die Blattläuse nicht nach Größe sortiert auf dem Teller lagen oder die Flügel nicht ordentlich gebügelt sind.

Da kennt sie nichts und guckt mich gar nicht erst an. Grummelt und grummelt und reckt ihr Näschen noch ein Stück höher in die dicke Luft.

Aber ich weiß, dass sie unter den kleinen Blüten am Hals sehr kitzelig ist und einem frischen Strauß Butterblumen niemals wiederstehen kann. Und spätestens am Nachmittag, wenn es Zeit ist für ihr tägliches Kaffeemilchbad, sind wir wieder ein Herz und eine Seele.

Dann sitzen wir in der Abendsonne auf der Bank vorm Haus und reden über das Leben, den Wind, die Leichtigkeit des Seins – ach ja, und über Bügeleisen auch, das muss sein, sonst habe ich es mir gleich wieder verscherzt.

So welcome please a new Beetle Sheep!
Ich habe die Form verändert, jetzt gibt es Käferflügel am Rücken und nur vier Beine. Die Ohren sind wesentlich kleiner, dafür braucht man eine Wand, um die großen Fühler anzulehnen. (Ich nehme es mit Humor.) Es hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn ich denke, dass sich so eigensinnige Gesichter nicht verkaufen werden.
Bei dem Namen schwanke ich noch, das Käferschaf selbst möchte unbedingt Achilles heißen, was nun wirklich dreist ist. Wenn ich gemein bin, nenne ich sie Mimose. Oder wir treffen uns in der Mitte, bei Trude Schmidt vielleicht?

So, hier kommt eine Frage für alle, die in oder außerhalb von Elmo leben: Wann ward ihr zuletzt hochnäsig oder habt ein Schaf gefüttert?

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Jan 01

Madrid

Zwischenstation in Madrid – drei Stunden Zeit, um mich vom ersten Flug meines Lebens zu erholen. So schlimm war es gar nicht. Ein bisschen wie durch Milchschaum waten – oder wie in einem riesigen Civilizationspiel. Aber enger als im Zug! Minie Blondie hatte zum Glück einen leer gebliebenen Sitz für sich, aber dort drei Stunden lang hin und her zappeln, das war schon nicht so einfach. Gleich checken wir ein für den Flug nach Boston. Vorher haben wir uns mit Kaffee vollgetankt – STARBUCKS is everywhere. Und ich habe den Piloten gesehen! Ganz zum Schluss ist er aus dem Flugzeug gestiegen. Sah gut aus. (smile)
Read you later.

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