Adventskalender:: Tür 4

Golda braucht die Tür nur einen Spalt mit Daumen und Zeigefinger aufzudrücken und schon bestätigt sich, was sie sowieso schon wusste. Die kleine Stirnfalte Ärgernis erscheint und doch zuckt sie nur mit den Schultern und seufzt. Später beim Kaffee stellt sie Trudi zur Rede. “Wieso hast du dich wieder in mein Bett gelegt? Du hast doch selber ein Bett. Ich kann das nicht leiden!” Jetzt ist der Ärger raus. Golda sucht die wenigen nicht verbrannten Plätzchen vom Blech und ordnet sie auf einem Teller an, zwischen ein paar Dominosteinen. Die verkohlten Übrigen kippt Golda mit Schwung in den Müll.
Das haben sie schon früher gemacht, im Advent. Zusammen Domino gespielt, am Küchentisch, und dabei durften sie jeder zwei, drei Steine essen. Die Spielsteine sind schon so abgegriffen, man erkennt kaum noch die weißen Punkte. Trudi fährt mit den Fingerkuppen über einen Drei/Vierer.
“Dein Bett ist einfach so viel gemütlicher”, lenkt Trudi ein, vorsichtig, denn dieses Gespräch führen sie fast jeden Tag. Sie findet immer eine andere Ausrede…
Abends, als Golda schon das Licht ausgemacht hat und sich im Dunkeln in ihr Bett tastet, findet sie ein paar kratzige Walnusshälften und eine handvoll Apfelsinenschalen.
“Ohhhhh Trudi! Na warte…”

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!