Adventskalender:: Tür 7

“Hast du sie doch noch gefunden?” Trudi reibt sich die Hände.
Golda nickt. Die Lockenwickler, die sie noch in den Haaren hat, wippen auf und ab.
Sie suchen schon seit Tagen die Kiste mit den Weihnachtsfiguren. Sie stand eigentlich immer ganz oben in Goldas großem Kleiderschrank. Aber in diesem Jahr ist sie nicht aufzufinden gewesen.
“Wo war sie denn nun?” Trudi will es wissen.
“Das glaubst du selber nicht. Sie war in der Kammer, zwischen den Sommerschuhen und dem Schuhputzzeug. Unter einem Stapel alter Zeitungen. Wir müssen wirklich mal aufräumen, Trudi.”
Räuchermänner, Engel, ein roter Nussknacker, eine kleine Chorende. Und das Schönste: Die Pyramide, die ihr Großvater noch selbst gemacht hat. Auf einer länglichen Holzscheibe, nur drei Tannen, eine Krippe mit Heu und Rehe. Vorsichtig packen sie alles aus und stellen es an ihre gewohnten Plätze, in der Küche, im Wohnzimmer. Alle Jahre wieder.
“Hast du schon Hunger?” Trudi räumt die Einwickelpapiere in die Kiste zurück.
Golda schüttelt den Kopf. “Nein, noch gar nicht. Aber das kann sich nachher ändern.” Sie zwinkert. “Was kochst du schönes heute?”
Trudi zuckt die Schultern. “Keinen Schimmer! Wir haben noch Heringe. Aber schon wieder Fisch, ich weiß nicht. Ich frag mal Frau Schmitt, was sie zum Mittag macht. Hier irgendwo hing doch ihre Telefonnummer, dann muss ich nicht laufen.”

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!