Für die Getreuen, die hier auf Neuigkeiten geduldig gewartet haben, gibt es einen Cupcake der Sorte “little planet” zum Frühstück, bittesehr! Und danke fürs Kommen. You are delighting.
Category: Allgemein
Enttarnt, geschnappt und umgesiedelt
Im Frühjahr konnte er sein Glück kaum fassen, Tomaten, hier in seinem Revier. Seitdem grub und buddelte und ackerte er jeden Tag, bis ihm die Schaufeln schmerzten. Er hatte sich solche Mühe gegeben, komplizierte Gänge mit Abrollmechanismen vorbereitet, extra tiefe, kühle Lagerkuhlen angelegt und alles für diesen großen Tag vorbereitet. Bevor er einschlief, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Tomaten! Er hatte das erste Rot blinzeln sehen. Jetzt ging es los. Saftiger Lohn für all die Arbeit. Aber dann ging alles schief. War es die Gier, oder hielt er es in der hitzigen Erde nicht mehr aus? Wie von Sinnen lief er, über der Erde, im Schatten des Hauses hin und her. Das war das Aus! Erwischt, geschnappt und weit aufs Feld verlagert. Der gute Maulwurf muss wohl auf Rübenacker umsatteln … die Tomaten essen wir. Seine Wutwolke sehe ich noch bis zum Abend rauchen.
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Mamas Tisch
Mamas Esstisch ist fast drei Meter lang. Acht oder zehn Leute können da gut dran essen. Aber wenn ich da bin, brauche ich nur einen Vormittag, um den gesamten Tisch zu belagern. Ans Fensterende kommt das Mac Book, dann Bücher und Schreibkram, in die Mitte Nähzeug und der Kaffikram nach vorn. Mama hat am liebsten nur einen Tischläufer und einen Strauß Blumen auf diesem Tisch – aber ich kann nicht anders, als mich hier auszubreiten. Ich mache den Tisch ungern frei fürs Essen und wenn Post oder Papierkram auf dem Tisch landen, räume ich sie automatisch wieder runter. Hier sitze ich so viel es geht, während die anderen ihre Lieblingsecken auf Sofa, Sessel oder Teppich haben. Unter Mamas Protest krame ich das schöne, alte Porzellan raus und überrede Mama zum Kaffeetrinken.
Vor dem Fenster teilt sich das Dorf in vier Straßen auf. Zum See und den wilden Pflaumen und Birnen, zur Kirche, zum Bauernhof und zu dem blauen Norwegerhäuschen, in das ich zu gern mal zum Kaffee eingeladen werden würde. Je nach Gemütslage lässt es sich auf den Wegen spazieren … aber es kostet Überwindung, von meinem Tisch aufzustehen und rauszugehen.
Ich bin sicher, wenn ich wieder weg bin, atmet Mama erstmal durch, bringt die Sammeltassen in Sicherheit und genießt den aufgeräumten, leeren Tisch.
(Aber mir ist auch schon zu Ohren gekommen, dass jemand anderes ihn ähnlich gene zukramt.)
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Geschenkte Stunden

foto von batti
Ein straff geplantes Wochenende hat sich immer wieder gelockert und in schwerelose Stunden mittendrin aufgelöst. Danke! Freitagsschnee, dass unser Winken von einem Haus zum anderen nicht mehr zu sehen war. Lange Mittagsschläfchen und Durchatmen. Ein Waffeldate mit Mini Blondie bei Kerzenschein. Babyüberraschungsbesuch und der Geschmack von Früher zwischen den Löffeln Suppe. Alles Ausrollen lassen, zum Stehen kommen. Ein Linsengericht, Oma Emmis Steckrübensuppe mit Beinscheibe und mit diesen alten Gerichten fühlen, wie sich zwei Enden treffen. Mini Blondie verputzt Bärenportionen und nennt die Rübe Steckdose. Batti ist einen Tag erster am Morgen und letzter in der Nacht. Wer so früh aufsteht, bekommt die besten Brötchen, die Doppelten, und in der Tüte versteckt sich ein heimlicher Lolligruß an Mini Blondie. Damit wurden wir stillschweigend ins Dorf aufgenommen, jetzt kennt man uns also. Die Großeltern kommen, und Sonne und ein Ellenbogenstubser vom Frühling, der hinter der Ecke lungert und schon mal nachsieht, ob die Luft winterrein ist. Kannst kommen! Jetzt, wo die Terasse vom Schnee befreit ist (Opa E. hat alles alleine gemacht.) und wir die erste Wäsche draußen aufgehängt haben, ist Platz für einen fetten Frühling, für einen Osterhasen, für Erdbeerküsse und Tanz in weißen Kleidchen.

Jetzt ist die Tasche schon wieder gepackt und morgen fahren wir mit Fliegenpilzpunkten gerade rüber nach Westen (fühlt sich trotzdem nach Norden an, liegt aber einfach am nordischen Frollein Anna). Und dabei bleibt gar keine Zeit mehr, zu erklären, wie ihr euch hier her verlaufen habt. Kaffiknopf ist umgezogen, wie versprochen. Wenn das nicht mit einem atemberaubenden Giveaway gefeiert werden muss …. bald!
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Ich wusste doch, ich mach was falsch!
Das Handbuch für die gute Ehefrau
aus: Houskeeping Monthly, 13. Mai 1956
* Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie Vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie man ihn braucht.
* Machen Sie sich schick. Gönnen Sie sich 15 Minuten Pause, so dass Sie erfrischt sind, wenn er ankommt. Legen Sie Make-up nach, knüpfen Sie ein Band ins Haar, so dass Sie adrett aussehen. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen.
* Seien Sie fröhlich, machen Sie sich Interessant für ihn! Er braucht vielleicht ein wenig Aufmunterung nach einem ermüdenden Tag und es gehört zu Ihren Pflichten, dafür zu sorgen.
* Räumen Sie auf. Machen Sie einen letzten Rundgang durch das Haus, kurz bevor Ihr Mann kommt.
* Räumen Sie Schulbücher, Spielsachen, Papiere usw. zusammen und säubern Sie mit einem Staubtuch die Tische.
* Während der kälteren Monate sollten Sie für ihn ein Kaminfeuer zum Entspannen vorbereiten. Ihr Mann wird fühlen, dass er in seinem Zuhause eine Insel der Ruhe und Ordnung hat, was auch Sie beflügeln wird. Letztendlich wird es Sie unglaublich zufrieden stellen, für sein Wohlergehen zu sorgen.
* Machen Sie die Kinder schick. Nehmen Sie sich ein paar Minuten, um Ihre Hände und Gesichter zu waschen (wenn sie noch klein sind). Kämmen Sie ihr Haar und wechseln Sie ggf. ihre Kleidung. Die Kinder sind ihre „kleinen Schätze“ und so möchte er sie auch erleben. Vermeiden Sie jeden Lärm. Wenn er nach Hause kommt, schalten Sie Spülmaschine, Trockner und Staubsauger aus. Ermahnen Sie die Kinder, leise zu sein.
* Seien Sie glücklich, ihn zu sehen.
* Begrüßen Sie ihn mit einem warmen Lächeln und zeigen Sie Ihm, wie aufrichtig Sie sich wünschen, ihm eine Freude zu bereiten.
* Hören Sie ihm zu. Sie mögen ein Dutzend wichtiger Dinge auf dem Herzen haben, aber wenn er heimkommt, ist nicht der geeignete Augenblick, darüber zu sprechen. Lassen Sie ihn zuerst erzählen – und vergessen Sie nicht dass seine Gesprächsthemen wichtiger sind als Ihre.
* Der Abend gehört ihm. Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder ohne Sie zum Abendessen oder irgendeiner Veranstaltung ausgeht. Versuchen Sie stattdessen, seine Welt voll Druck und Belastungen zu verstehen. Er braucht es wirklich, sich zu Hause zu erholen. Ihr Ziel sollte sein: Sorgen Sie dafür, dass ihr Zuhause ein Ort voller Frieden, Ordnung und Behaglichkeit ist, wo Ihr Mann Körper und Geist erfrischen kann.
* Begrüßen Sie ihn nicht mit Beschwerden und Problemen.
* Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder selbst wenn er die ganze Nacht ausbleibt. Nehmen Sie dies als kleineres Übel, verglichen mit dem, was er vermutlich tagsüber durchgemacht hat.
* Machen Sie es ihm bequem. Lassen Sie Ihn in einem gemütlichen Sessel zurücklehnen oder im Schlafzimmer hinlegen. Halten Sie ein kaltes oder warmes Getränk für Ihn bereit.
* Schieben Sie Ihm sein Kissen zurecht und bieten Sie ihm an, seine Schuhe auszuziehen. Sprechen Sie mit leiser, sanfter und freundlicher Stimme.
* Fragen Sie ihn nicht darüber aus, was er tagsüber gemacht hat. Zweifeln Sie nicht an seinem Urteilsvermögen oder seiner Rechtschaffenheit. Denken Sie daran: Er ist der Hausherr und als dieser wird er seinen Willen stets mit Fairness und Aufrichtigkeit durchsetzen. Sie haben kein Recht, ihn in Frage zu stellen.
* Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist.
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summer wasn´t easy but winter is near
Nicht das hier jemand denkt, wenn Batti sich auf den Weg zur Arbeit macht, würden wir den ganzen Tag nur spielen und so. Wo kämen wir denn da hin. We have serious business around here, I can tell you!

Es gibt ja soviel zu bügeln in diesem Einmann-Zweimädchen-Haushalt. Die Stoffe knittern über Nacht wieder zurück und all die fabric scaps, ja ich weiß auch nicht, wer die immer so in eine Kiste stopft. Wenn wir gebügelt haben, nähen wir Kokodile auf. Und Raupen. Und Sterne. Mini Blondie sucht aus. Ich darf gar nicht erzählen, dass sie beim Nähen auf meinem Schoß sitzt, beinahe so sehr aus dem Häuschen wie ich, und den Knopf fürs Nadelabsenken drückt. Und die Stecknadeln aus dem Stoff ins Nadelkissen steckt. Amazing!


Ein Kissenauftrag wird zwischendrin fertig. Für mich ungewohnt gerade geworden, hat es aber Spaß gemacht, Quadrate zuzuschneiden. Jetzt muss ich noch das zweite Kissen machen. Die Vorgabe war zwar nur blau-creme-braun, aber es ist schon gleich ein anderes Nähen, mit ein bisschen Erwartungsdruck.

So, und als heute wir zwei fleißigen Lieschen beim Mittagkochen waren (ähem, keine Zeit mehr, was zu kochen, was ist noch im Gefrierfach? Fisch und Esskastanien. Na das schreit doch nur so nach einer Liaison.) … als wir also das Gefriergut in die Pfanne gehauen hatten, fing es an zu schneien! Wow, der erste Schnee, und wir waren wach und herzfrei zum tanzen. Ihr glaubt ja nicht, was das für Mengen waren, die hier runterkamen. Von drei Flocken war Mini Blondie schon eingeschneit.

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Give me more

Ein Tisch voll Knöpfe, wer braucht den nicht. Im Abendlicht baden sie, noch alle an ihr Papier geschnallt, ohne Partnerschaft mit einem Stoffkameraden. Ich kann euch sagen, das war ein wildes Durcheinandergeplapper. Ich! Ich will! Nimm mich! Wenn die wüssten, dass ich sie vor allem ansammeln will …
Letzte Woche war im JO ANN ein Verrückte Glühwürmchen Sale. (Die Amis erfinden dauernd solche SALE-Anlässe. I like it.) Ich habe zugeschlagen. Der Kassenbeleg ist länger als Mini Blondie! Beinahe alles war um 50% gesenkt, fast hätte ich meine Beute nicht selbst tragen können.


Das ist nur der Stoff. Hehe. Ich bin in Quiltlaune gekommen, nachdem Hjortron gerade einen Hexagonquilt gestartet hat (ALLES wird mit der Hand genäht. Crazy!). Ich werde es ein bisschen fauler angehen und auf der Maschine nähen. Jede Menge Organic Cotton Batting habe ich besorgt. Aber damit fange ich Zuhause an. Die letzten Tage hier will ich noch so viel wie möglich vom Land sehen. Wir waren noch nicht in Bosten und Portland und jetzt, wo wir wissen, dass die Elche im Norden der White Mountains sind, müssen wir da hin! Freunde von unseren Gastgebern haben uns berichtet, dass ein Schwarzbär abends auf die Müllhalde von Pittsburgh kommt und darin herumwühlt. Es sind extra Scheinwerfer eingerichtet worden, damit man ihn da beobachten kann.
Somebody won´t believe it. Ich stricke wieder. Ich war mit Hjortron am Mittwoch zu ihrer Ravelry Gruppe im Starbucks. Da brauchte ich ja etwas auf die Maschen. Die Wolle habe ich hier gekauft, war sofort in das Blau verliebt. Es werden “Road to Oslo”-Socken. Ist das vielleicht ein Wegweiser?

Batti, meinst du, der Stein passt in meinen Eimer?
Der passt da nicht rein.

Dann nehm ich aber wenigstens den hier mit! Uuuuurgh, zu schwer.

Ich muss unbedingt Krafttraining machen!
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Portsmouth, USA



Ich war schon mal in Portsmouth, England. Das ist zehn Jahre her, im Schulbus, eingezwängt von Mitschülern, Gepäck und albernen Attitüden. Wer findet wen wie wann passabel. Ich war noch nicht frei, aber frech und ein Grünschnabel. Verliebt in die Sprache, das Meer, antike Koffer, Scones mit Clottet Cream – und den Englischlehrer. (Vermutlich, weil er gesagt hat, er kennt Michael Stipe). Das sieht man erst viele Jahre später.
Portsmouth, USA ist die größte Stadt in New Hampshire, eine Stunde weg von uns, aber man kann auch einen Umweg fahren, so wie nach Inari. Entlang an der Küste, nur eine schmale Straße, einen Kekswurf vom Meer getrennt. Es ist stürmisch, die Wellen kommen hoch an Land, Surfer überall. Die Kinder schlafen, wir steigen besser nicht aus, aber fahren ganz langsam, eine Autoschlange reiht sich hinter uns auf. Wir rechnen, was die Häuser hier so kosten mögen, einfache Standhäuser liegen neben richtigen Villen und behaupten ihren Platz. Viele Häuser sehen so aus, als wären sie ein Feriensitz. Also wenn ich so ein Haus hätte … ich wäre nur noch hier am Meer. Der Atlantik! Er redet, spült Fremde und Heimat zusammen, vermischt sie zärtlich, flicht einen Zopf daraus mit grünen Schleifen als Zier.
Wir kommen noch mal wieder, Meer. Erst laufen wir durch Portsmouth. Cafés, holzverkleidete Häuser wie hier überall. Ein Stoffladen! Eine stolze Hebebrücke und dahinter beginnt Maine (hello there, I wish, I could meet you). Eine Bäckerei! Die erste, die ich hier sehe.



Die Auslage ist nur ein Teil vom Angebot, die göttlichen Cakes sind hier nicht zu sehen, außer mein Stück da auf der Theke. Hier quirlt Leben, aus grünen Augen der Miss, die mir den Kuchen verkauft, aus den jugen Männern, die vor der Bäckerei sitzen und sich über irgendetwas freuen, einer tanzt zur Tür herein. Die ältere Besitzerin kommt mit einer Tüte voller Vitaminpillen an, “Got you healthy?”.
Nounou redet mit den Stiefmütterchen und findet, endlich!, einen Wauwau. Zwar aus Holz, aber gut zu küssen. Sie ist noch nicht so in der Stadtbummellaune, macht Quatsch in den Geschäften und ist froh, als wir einen kleinen Park am Wasser finden, wo sie Tauben oder Cheesecake jagen kann. Der Möwenchef vertreibt ab und zu das niedere Geflügel, als wir gehen, sehen wir, warum. Ein dicker Kleks Kuchen ist auf dem Boden gelandet, den wollte er für seine Möwin sichern. Wow.
Wir wollen am nächsten Abend wiederkommen und essen gehen, aber die Restaurants haben nur bis neun Uhr auf. Da geht Mini Blondie erst ins Bett. Hm. Sie ist auch in Urlaubsstimmung und möchte abends noch lange spielen. Manchmal regnet es auch so laut, dass sie nicht einschlafen kann. Well, we can deal with that. Wir sind ja in Amerika, hier gibt es auch die Zeit in Galonenpackungen.



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