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Category: Allgemein

Dez 13

Kleine Hausgeschichten

Diese Schmuckstückchen sind Teil der Ausstellung von Kathrin Ollroge, die gerade in der Zitrus Galerie in Potsdam zu bewundern ist. Auf em Potsdamer Weihnachtsmarkt haben wir den Stand mit diesen Puppenstubenmöbelbildern entdeckt und konnten uns gar nicht entscheiden. Und was für eine schöne Idee, solche Fotos zu machen. Ich träume schon von den Zeiten, wo Mini Blondie mit einer Puppenstube spielt.

Vorhin haben wir die dritte Kerze angezündet. Der Adventskranz duftet gerade noch etwas nach Tannengrün. Es wird Zeit, den Weihnachtsbaum zu kaufen. Das ist bei uns Hausvateraufgabe. Eben jener hat heimlich alle Pfefferkuchen augegessen, als wir in Mecklenburg waren. Ein Grund mehr, heute Plätzchenteig anzurühren. Ich werde dieses Rezept probieren, was inchmark auch so hoch gelobt hat. (By the way, dort gibt es gerade etwas zu gewinnen.)

Gestern bin ich vor Glück fast geplatzt. Erst hat es in dicken Flocken geschneit, und dann habe ich auf Soulemamas Seite nachgesehen, wer denn das zauberhafte Giveaway von Cloud9 gewonnen hat …
It was me! Again! Ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen, dass ich schon zum zweiten Mal ein Giveaway bei ihr gewonnen habe. Aber um so mehr freue ich mich, wenn morgen Hjortron mit ihren zwei Männeln wohlbehalten hier landet und den Gewinner vom Dalarnapferd auslost.

Genießt diesen dritten Advent, lasst euch vom Frost küssen, rennt um die Wette, schlagt Zimtsahne auf den Kakao und denkt an die, die frieren.

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Nov 11

Ich wusste doch, ich mach was falsch!

Das Handbuch für die gute Ehefrau

aus: Houskeeping Monthly, 13. Mai 1956

* Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie Vorausschauend, evtl. schon am Vorabend, damit die köstliche Mahlzeit rechtzeitig fertig ist, wenn er nach Hause kommt. So zeigen Sie ihm, dass Sie an ihn gedacht haben und dass Ihnen seine Bedürfnisse am Herzen liegen. Die meisten Männer sind hungrig, wenn sie heimkommen und die Aussicht auf eine warme Mahlzeit (besonders auf seine Leibspeise) gehört zu einem herzlichen Empfang, so wie man ihn braucht.

* Machen Sie sich schick. Gönnen Sie sich 15 Minuten Pause, so dass Sie erfrischt sind, wenn er ankommt. Legen Sie Make-up nach, knüpfen Sie ein Band ins Haar, so dass Sie adrett aussehen. Er war ja schließlich mit einer Menge erschöpfter Leute zusammen.

* Seien Sie fröhlich, machen Sie sich Interessant für ihn! Er braucht vielleicht ein wenig Aufmunterung nach einem ermüdenden Tag und es gehört zu Ihren Pflichten, dafür zu sorgen.

* Räumen Sie auf. Machen Sie einen letzten Rundgang durch das Haus, kurz bevor Ihr Mann kommt.

* Räumen Sie Schulbücher, Spielsachen, Papiere usw. zusammen und säubern Sie mit einem Staubtuch die Tische.

* Während der kälteren Monate sollten Sie für ihn ein Kaminfeuer zum Entspannen vorbereiten. Ihr Mann wird fühlen, dass er in seinem Zuhause eine Insel der Ruhe und Ordnung hat, was auch Sie beflügeln wird. Letztendlich wird es Sie unglaublich zufrieden stellen, für sein Wohlergehen zu sorgen.

* Machen Sie die Kinder schick. Nehmen Sie sich ein paar Minuten, um Ihre Hände und Gesichter zu waschen (wenn sie noch klein sind). Kämmen Sie ihr Haar und wechseln Sie ggf. ihre Kleidung. Die Kinder sind ihre „kleinen Schätze“ und so möchte er sie auch erleben. Vermeiden Sie jeden Lärm. Wenn er nach Hause kommt, schalten Sie Spülmaschine, Trockner und Staubsauger aus. Ermahnen Sie die Kinder, leise zu sein.

* Seien Sie glücklich, ihn zu sehen.

* Begrüßen Sie ihn mit einem warmen Lächeln und zeigen Sie Ihm, wie aufrichtig Sie sich wünschen, ihm eine Freude zu bereiten.

* Hören Sie ihm zu. Sie mögen ein Dutzend wichtiger Dinge auf dem Herzen haben, aber wenn er heimkommt, ist nicht der geeignete Augenblick, darüber zu sprechen. Lassen Sie ihn zuerst erzählen – und vergessen Sie nicht dass seine Gesprächsthemen wichtiger sind als Ihre.

* Der Abend gehört ihm. Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder ohne Sie zum Abendessen oder irgendeiner Veranstaltung ausgeht. Versuchen Sie stattdessen, seine Welt voll Druck und Belastungen zu verstehen. Er braucht es wirklich, sich zu Hause zu erholen. Ihr Ziel sollte sein: Sorgen Sie dafür, dass ihr Zuhause ein Ort voller Frieden, Ordnung und Behaglichkeit ist, wo Ihr Mann Körper und Geist erfrischen kann.

* Begrüßen Sie ihn nicht mit Beschwerden und Problemen.

* Beklagen Sie sich nicht, wenn er spät heimkommt oder selbst wenn er die ganze Nacht ausbleibt. Nehmen Sie dies als kleineres Übel, verglichen mit dem, was er vermutlich tagsüber durchgemacht hat.

* Machen Sie es ihm bequem. Lassen Sie Ihn in einem gemütlichen Sessel zurücklehnen oder im Schlafzimmer hinlegen. Halten Sie ein kaltes oder warmes Getränk für Ihn bereit.

* Schieben Sie Ihm sein Kissen zurecht und bieten Sie ihm an, seine Schuhe auszuziehen. Sprechen Sie mit leiser, sanfter und freundlicher Stimme.

* Fragen Sie ihn nicht darüber aus, was er tagsüber gemacht hat. Zweifeln Sie nicht an seinem Urteilsvermögen oder seiner Rechtschaffenheit. Denken Sie daran: Er ist der Hausherr und als dieser wird er seinen Willen stets mit Fairness und Aufrichtigkeit durchsetzen. Sie haben kein Recht, ihn in Frage zu stellen.

* Eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist.

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Nov 05

Happy Birthday to me


Noch unter Halbschlaf und Decken vergraben, liegen sie neben mir, beide. Sie in der Mitte, winkt ihm zu. Schmiegt sich an ihren Hasen. Ist er schon wach? Was mag er denken? Er dreht sich noch einmal um, sie schiebt ihn nicht, wie sonst, aus dem Bett, dass er die Milch bringe. Er dreht sich zu mir und singt leise. Lässt Lücken im Text für sie, die sie mit Güg füllt. Dann gehen sie zusammen runter und kochen Kaffee für mich. Mit einem Kuchen kommen sie ans Bett, Kerzen und Sterne funkeln. Einen schöneren Geburtstagsmorgen kann ich mir nicht denken. Ich bin gesegnet.

War es das, was ich mir da als stirnrunzelndes Mädchen ersonnen habe?

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Nov 04

summer wasn´t easy but winter is near

Nicht das hier jemand denkt, wenn Batti sich auf den Weg zur Arbeit macht, würden wir den ganzen Tag nur spielen und so. Wo kämen wir denn da hin. We have serious business around here, I can tell you!

Es gibt ja soviel zu bügeln in diesem Einmann-Zweimädchen-Haushalt. Die Stoffe knittern über Nacht wieder zurück und all die fabric scaps, ja ich weiß auch nicht, wer die immer so in eine Kiste stopft. Wenn wir gebügelt haben, nähen wir Kokodile auf. Und Raupen. Und Sterne. Mini Blondie sucht aus. Ich darf gar nicht erzählen, dass sie beim Nähen auf meinem Schoß sitzt, beinahe so sehr aus dem Häuschen wie ich, und den Knopf fürs Nadelabsenken drückt. Und die Stecknadeln aus dem Stoff ins Nadelkissen steckt. Amazing!

Ein Kissenauftrag wird zwischendrin fertig. Für mich ungewohnt gerade geworden, hat es aber Spaß gemacht, Quadrate zuzuschneiden. Jetzt muss ich noch das zweite Kissen machen. Die Vorgabe war zwar nur blau-creme-braun, aber es ist schon gleich ein anderes Nähen, mit ein bisschen Erwartungsdruck.

So, und als heute wir zwei fleißigen Lieschen beim Mittagkochen waren (ähem, keine Zeit mehr, was zu kochen, was ist noch im Gefrierfach? Fisch und Esskastanien. Na das schreit doch nur so nach einer Liaison.) … als wir also das Gefriergut in die Pfanne gehauen hatten, fing es an zu schneien! Wow, der erste Schnee, und wir waren wach und herzfrei zum tanzen. Ihr glaubt ja nicht, was das für Mengen waren, die hier runterkamen. Von drei Flocken war Mini Blondie schon eingeschneit.

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Okt 15

Unendlicher Spaß

Eine Lesung! Oh, wie lange ist das her … Ein spontanes Sleep over bei Muckla bescherte uns das, und gleichzeitig auch einen Babysitter. So let´s rock the whole city, man. Oder wenigstens (ohne Strickzeug!) im Prater dem Harald Schmidt, an der Seite von Trystan Pütter und Anne Ratte-Polle (das ist doch ein Künstlername) zuhören. Und weil ich solange zu keiner Lesung mehr war, umso besser, wenn es sich bei dem Buch Unendlicher Spaß von David Foster Wallace um ein 1600nochwas seitiges Buch handelt. Hervorragend gelesen, was genial geschrieben ist! Und großartig übersetzt. (Wer liest es mir weiter vor?) Durch den Abend führt der Literaturkritiker der taz, im Gespräch mit Übersetzer Ulrich Blumenbach. Bis auf die nicht vorhandenen Kritikerfragen und dass er auch sonst nichts zu sagen hatte, war es ein fantastischer Abend. Ich wünschte, Blumenbach hätte ganz ohne tazKritiker die Bühne gehabt, was für ein interessanter Beruf, und Mensch.


Foto von amazon

Nebenan ist es auch schön …

Bei unser Nachbarin gab es einen Bücherabend der anderen Art … wunderschön gefertigte Bücher, in Papiere oder Stoffe eingebunden, konnten wir dort bekommen, unter anderem auch diese Geschenktütchen. Hm, perfekte Pralinenverpackungen.

Und auch unter unserem Dach geht es voran. Mein Mini Blondie schläft wieder zuverlässiger und ich lasse konsequent den Abwasch stehen und flirte mit meiner Maschine. Ja, das würde ich auch als unendlichen Spaß betiteln.

All for the shop! Wir sparen, honey, wirklich. Aber ein Fünfer für die beiden Stoffe, das musste sein. Ich nähe daraus etwas für den Shop, ganz bestimmt.

Die Entenfüße sind schon lange fertig – sie sind für einen Neuankömmling, der schon bald zwei Monate alt ist. Hoffentlich passen sie noch.
Das war ein everything update. Und nun überlege ich mir, wie ich Mini Blondie beibringe, dass man nicht in den Tuschkasten malt, sondern mit den Farben aufs Blatt. Aber vielleicht ist das ja gerade der Spaß, alle Farben wild miteinander zu mischen … Bin ich schon zu lange groß? Spaß beiseite …

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Aug 11

Zwischenstand :: Halbherbst :: Elsa

Eine neue Saufee ist fertig und es war so ein Vergnügen, diesen Alexander Henry Stoff (von 2006) zu vernähen. Und ich habe noch mehr davon!
Die Saufee heißt Elsa und sitzt schon in meinem Shop.
Unsere Nikon ist immer noch kaputt und ich kann keine vernünftigen Bilder machen. Ärgerlich.

Das Wochenende war schön gefüllt mit Kinderlachen, Sushi satt, rote Bete, die mir die halbe Küche gefärbt haben (sie stehen immer noch gekocht, aber nicht verarbeitet im Kühlschrank). Den Sonntag lang im Garten gesessen, umringt von lieben Helfern und Sommerschmaus. Meinen Lieblingsplatz habe ich jetzt schon gefunden: Unter den beiden Apfelbäumen. Der erste Handgriff ist getan, ich habe die faulen Äpfel und Birnen aufgesammelt – hmm, dazwischen kriecht der Geruch vom Herbst durch den Boden.
Jetzt habe ich die Sorgen aus der Hand gelassen und packe gemächlich alles ein. Zwischenstand: 16 Kisten. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass die Dinge jetzt eine Weile nicht benutzt werden. Fast ist es mir zu viel Ballast und ich möchte alles aussortieren. Wenn es jetzt drei, vier Wochen in Kisten stecken kann, brauche ich es doch nicht wirklich, right?! Aber ich weiß auch dass es eines Tages schön sein wird, zu entdecken, was ich alles habe – auch an Erinnerungen. Was mir nicht mehr gefällt, stelle ich zum Verschenken in den Hausflur. Es ist aufregend zu beobachten, was wie schnell jemandem gefällt. Das Beste sind die Momente zwischendurch. Wenn Mini Blondie auf unserem Bett liegt und die Beine in die Luft wirft und uns beide mit nur zwei Worten dazu bringt, mitzumachen. Wie sie Milchschaum sagt. Wie sie sich mit einer Hand abstützt, grinst und tanzt. Die alten Lieder, wieder ausgegraben. Jemand, der mitten am Tag mit mir Kaffee trinken gehen will. Die Blätter, die schon über den Gehweg huschen. Ein eiskaltes Bier und die Aussicht auf einen Abend an der Nähmaschine.
Ich hoffe eure Woche swingt auch ein bisschen. Dum du du du dum dum.

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Jul 20

60 Wedding Cakes

Martha Stewart, Inchmark und ich sind schuld! Hehe.
Eine wahre Sommerhochzeit wollte letztes Wochenende celebriert werden und meine seit zwei Jahren schon ausgeruhten Dekoadern waren bereit, zu Höchstformen anzulaufen. Da kann ich mich bei einem einzelnen Detail, wie den Namenskärtchen, schon ziemlich lange aufhalten. Und auch alle anderen mit der Ausführung beschäftigen. So haben die Braut, der Bräutigam, der Brautvater und die Brautschwester in Julihitze und zu kleiner Küche beim Backen von 60 Wedding Cake Cookies geschwitzt. Die perfekte Verzierung musste ausprobiert werden (Essig in den Puderzucker zur Stabilisierung!) und dann auch noch eine Methode gefunden werden, wie die Cookies in den Tüten dann bis Samstag nicht zerlaufen. Es hat wunderbar geklappt und ich fand, es waren die schönsten Namenskärtchen, die wir je hatten. Den Cookie Cutter habe ich bei Copper Gifts bestellt, einem Shop, der alle nur möglichen Motive als Ausstecher hat.

Mehr Bilder vom Hochzeitsschmuck folgen bald. Ich muss erst noch die Reste vom Lieblingsessen aus der Hochzeitsschmiede verdauen und den Schlafrest der halb durchfeierten Nacht aufholen. Minie Blondie hat in ihrem vor einem Jahr gekauften Okker Gokker Kleid so süß mitgefeiert und richtig gut durchgehalten – oops, ich habe sie gar nicht darin fotografiert.

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Jun 20

Give me more

Ein Tisch voll Knöpfe, wer braucht den nicht. Im Abendlicht baden sie, noch alle an ihr Papier geschnallt, ohne Partnerschaft mit einem Stoffkameraden. Ich kann euch sagen, das war ein wildes Durcheinandergeplapper. Ich! Ich will! Nimm mich! Wenn die wüssten, dass ich sie vor allem ansammeln will …
Letzte Woche war im JO ANN ein Verrückte Glühwürmchen Sale. (Die Amis erfinden dauernd solche SALE-Anlässe. I like it.) Ich habe zugeschlagen. Der Kassenbeleg ist länger als Mini Blondie! Beinahe alles war um 50% gesenkt, fast hätte ich meine Beute nicht selbst tragen können.


Das ist nur der Stoff. Hehe. Ich bin in Quiltlaune gekommen, nachdem Hjortron gerade einen Hexagonquilt gestartet hat (ALLES wird mit der Hand genäht. Crazy!). Ich werde es ein bisschen fauler angehen und auf der Maschine nähen. Jede Menge Organic Cotton Batting habe ich besorgt. Aber damit fange ich Zuhause an. Die letzten Tage hier will ich noch so viel wie möglich vom Land sehen. Wir waren noch nicht in Bosten und Portland und jetzt, wo wir wissen, dass die Elche im Norden der White Mountains sind, müssen wir da hin! Freunde von unseren Gastgebern haben uns berichtet, dass ein Schwarzbär abends auf die Müllhalde von Pittsburgh kommt und darin herumwühlt. Es sind extra Scheinwerfer eingerichtet worden, damit man ihn da beobachten kann.

Somebody won´t believe it. Ich stricke wieder. Ich war mit Hjortron am Mittwoch zu ihrer Ravelry Gruppe im Starbucks. Da brauchte ich ja etwas auf die Maschen. Die Wolle habe ich hier gekauft, war sofort in das Blau verliebt. Es werden “Road to Oslo”-Socken. Ist das vielleicht ein Wegweiser?

Batti, meinst du, der Stein passt in meinen Eimer?
Der passt da nicht rein.



Dann nehm ich aber wenigstens den hier mit! Uuuuurgh, zu schwer.



Ich muss unbedingt Krafttraining machen!

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Jun 14

Portsmouth, USA

Ich war schon mal in Portsmouth, England. Das ist zehn Jahre her, im Schulbus, eingezwängt von Mitschülern, Gepäck und albernen Attitüden. Wer findet wen wie wann passabel. Ich war noch nicht frei, aber frech und ein Grünschnabel. Verliebt in die Sprache, das Meer, antike Koffer, Scones mit Clottet Cream – und den Englischlehrer. (Vermutlich, weil er gesagt hat, er kennt Michael Stipe). Das sieht man erst viele Jahre später.
Portsmouth, USA ist die größte Stadt in New Hampshire, eine Stunde weg von uns, aber man kann auch einen Umweg fahren, so wie nach Inari. Entlang an der Küste, nur eine schmale Straße, einen Kekswurf vom Meer getrennt. Es ist stürmisch, die Wellen kommen hoch an Land, Surfer überall. Die Kinder schlafen, wir steigen besser nicht aus, aber fahren ganz langsam, eine Autoschlange reiht sich hinter uns auf. Wir rechnen, was die Häuser hier so kosten mögen, einfache Standhäuser liegen neben richtigen Villen und behaupten ihren Platz. Viele Häuser sehen so aus, als wären sie ein Feriensitz. Also wenn ich so ein Haus hätte … ich wäre nur noch hier am Meer. Der Atlantik! Er redet, spült Fremde und Heimat zusammen, vermischt sie zärtlich, flicht einen Zopf daraus mit grünen Schleifen als Zier.
Wir kommen noch mal wieder, Meer. Erst laufen wir durch Portsmouth. Cafés, holzverkleidete Häuser wie hier überall. Ein Stoffladen! Eine stolze Hebebrücke und dahinter beginnt Maine (hello there, I wish, I could meet you). Eine Bäckerei! Die erste, die ich hier sehe.

Die Auslage ist nur ein Teil vom Angebot, die göttlichen Cakes sind hier nicht zu sehen, außer mein Stück da auf der Theke. Hier quirlt Leben, aus grünen Augen der Miss, die mir den Kuchen verkauft, aus den jugen Männern, die vor der Bäckerei sitzen und sich über irgendetwas freuen, einer tanzt zur Tür herein. Die ältere Besitzerin kommt mit einer Tüte voller Vitaminpillen an, “Got you healthy?”.
Nounou redet mit den Stiefmütterchen und findet, endlich!, einen Wauwau. Zwar aus Holz, aber gut zu küssen. Sie ist noch nicht so in der Stadtbummellaune, macht Quatsch in den Geschäften und ist froh, als wir einen kleinen Park am Wasser finden, wo sie Tauben oder Cheesecake jagen kann. Der Möwenchef vertreibt ab und zu das niedere Geflügel, als wir gehen, sehen wir, warum. Ein dicker Kleks Kuchen ist auf dem Boden gelandet, den wollte er für seine Möwin sichern. Wow.
Wir wollen am nächsten Abend wiederkommen und essen gehen, aber die Restaurants haben nur bis neun Uhr auf. Da geht Mini Blondie erst ins Bett. Hm. Sie ist auch in Urlaubsstimmung und möchte abends noch lange spielen. Manchmal regnet es auch so laut, dass sie nicht einschlafen kann. Well, we can deal with that. Wir sind ja in Amerika, hier gibt es auch die Zeit in Galonenpackungen.

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Jun 13

Rabenpost



THE LIMIT IS THE SKY

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