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Category: Bücher

Dez 13

Es war einmal ein Sommerstück

Am 1. Dezember ist Christa Wolf gestorben. Heute wird sie in Berlin beerdigt. Meine Dichterinnen gehen aus dem Leben, erst Eva Strittmatter im Januar, jetzt Christa Wolf. Das ist so traurig, gerade jetzt im Advent.
Die Leseliebe begann mit dem Sommerstück. Muckla hatte das Buch in der Bibliothek ausgegraben. Wir haben es beide verschlungen, später auf den :: Jahreszeitenlesungen oft daraus vorgelesen.
In dem Buch geht es nur um einen einzigen Sommer – in Mecklenburg, meiner Heimat. Trotzdem hat die Geschichte in mir eine Ursehnsucht angelegt, in den Sommermonaten dorthin zu wollen.
Als ich eine zeitlang in Kleinmachnow gearbeitet habe und mit dem Fahrrad durch die Straßen fuhr, habe ich mir vorgestellt wie das wohl damals war, als Christa Wolf hier wohnte. Nach Pankow habe ich ihr zwei, drei Postkarten geschrieben, einfach so. Ich habe nicht bedacht dass Post von Lesern für Schriftsteller wahrscheinlich vor allem lästig ist und ein Zeitdieb. Aber es waren nur kleine Postkarten zur Freude. Ich weiß nicht mehr, was ich geschrieben habe.
Mit am meisten fasziniert hat mich ihr Buch Ein Tag im Jahr, in dem sie von 1960 bis 2000 immer den 27. September beschreibt. Vierzig Jahre lang.
Irgendwie war Christa Wolf für mich wie ein Fels in der Brandung. Jetzt ist der Fels gesunken. Ihre Bücher bleiben. Wir kramen sie in diesen Tagen wieder heraus. Batti liest Der geteilte Himmel. Ich sammele Schnipsel aus dem Sommerstück auf.

Auszüge aus dem Sommerstück von Christa Wolf

Damals, so reden wir heute, haben wir gelebt. Wenn wir uns fragen, warum der Sommer in der Erinnerung einmalig erscheint und endlos, fällt es uns schwer, den nüchternen Ton zu treffen, der allein den seltenen Erscheinungen angemessen ist, denen das Leben uns aussetzt. Meist, wenn der Sommer zwischen uns zur Sprache kommt, tun wir so, als hätten wir ihn in der Hand gehabt. Die Wahrheit ist, er hatte uns in der Hand und verfuhr mit uns nach Belieben.

Heute, da die Endlichkeit der Wunder feststeht, der Zauber sich verflüchtigt hat, der uns beieinander und am Leben hielt – ein Satz, eine Formel, ein Glauben die uns banden, deren Schwinden uns in vereinzelte Wesen verwandelte, denen es freisteht, zu bleiben oder zu gehen.

Heute scheinen wir keine stärkere, schmerzlichere Sehnsucht zu kennen als die, die Tage und Nächte jenes Sommers in uns lebendig zu erhalten.

Was sehen wir denn, wenn wir die Augen schließen? Ein paar Figuren, hingeworfen auf einen in leuchtenden Farben gehaltenen Grund, darüber ein Himmel, hochgewölbt, tiefblau, wolkenlos, gegen Abend goldgetönt, schließlich nachtschwarz, bestückt mit einer Unzahl von Sternen. Jetzt! schrie alles uns an.

Mitten auf der Wiese der Kirschbaum in seinem unvernünftigen Blütentaumel, das war Ende Mai.

Nie war der Himmel unentrinnbarer in seinem herrischen Blau. Und die Sterne letzte Nacht? Habt ihr das Gefunkel gesehen? Habt ihr gesehen, wie der Abendstern immer größer wurde, je länger man ihn ansah? War dir auch so, als würde er dich in sich hineinreißen? – Solche Fragen stellte Luisa durchs Telefon.

Und hast du keine Angst vor dem Ton, den das Himmelsgewölbe hervorbringen wird, wenn jemand jetzt daran schlägt?Es kann auch sein, daß der Trieb, der uns zusammenführte, stärker war als die Gegenkraft der Zufälle. Dabei waren wir nicht alle verloren wie Steffi, nicht im gleichen Sinn verloren wie sie. Ich war stolz auf mich, schrieb sie an Ellen, daß ich das Ungeheuerliche für mich behalten konnte. Aber man kann eigentlich gar nicht darüber reden, solange man es für möglich hält, denn dann herrscht die große Sprachlosigkeit, und alles geht einen nichts mehr an – oder ganz anders als sonst.

Diesmal wollte sie nichts versäumen. Die Lebenszeit, die Steffi blieb, nahm sie sich vor, wollte sie nicht vergeuden. Ganz dringend will ich dich leben sehen, schrieb sie ihr.

Leben um jeden Preis, … das wollen wir doch alle nicht! Ich lebe, solange ich an Veränderungen glaube.

Ellen schrieb: Es ist doch fast ein Wunder, daß einem immer wieder Kräfte zuwachsen, etwas wie eine Auferstehung zustande kommt. Diesmal hab ichs bei mir nicht hoffen können. Und du bist, im Laufe deiner Auferstehung, schön geworden, glaub es nur.

Die Zeit, sagten wir uns, hat Leuten, die gar nicht dafür gemacht scheinen, Geheimnisse auferlegt.Ein Jahrzehnt, das sagt man so.
Ein Jahrzehnt.
Reden wir noch miteinander? Erreichen unsere Stimmen uns noch? Brauchen wir es
noch, daß sie uns erreichen? Steffis Stimme – haben wir sie
noch im Ohr? Und Bella? Hört sie uns?
Wir haben es nicht halten können.
Man kann es nicht halten. Das ist die Bedingung, man hat sich auf sie eingelassen,
ohne zu wissen, und man vergißt sie, solange es eben
dauert. Was denn. Was dauert. Aber das ist es ja: daß wir nicht danach fragten.
Keinen Namen dafür suchten, das Geschenk annahmen, wie es uns
gereicht wurde, es nicht zerlegen mußten. Daß es uns Lust genug war, früh im Jahr
Weidenstöcke zu schneiden und sie in Eimer zu stellen, bis sie
unter Wasser punktgroße helle Augen zeigten, aus denen sie bleiche fadendünne Wurzeln
trieben…

Der Morgen kam, als sie hinaustraten. War es der Wein, waren es die Tränen – Ellen sah den roten Mond doppelt…

Häuser haben wie Menschen ihre schwachen Zeiten. Häuser können stärker sein als die Menschen, die in ihnen leben und sie halten, jedenfalls für eine gewisse Zeit. Häuser können schwächer werden als ihre Bewohner und von ihnen Fürsorge und Zuwendung brauchen, eine andauernde Aufmerksamkeit. Bedrohlich wird es, wenn die Schwachzeiten von beiden zusammenfallen.

Jetzt schon? dachte Ellen. Wieso jetzt. Da wollte irgend etwas sich bestätigen. Für irgend etwas war das die Quittung. Wofür, wußte jeder bei sich. Ob wir dir helfen können, Haus. Wir tun unser Möglichstes.

Und noch was: Wenn mal was ist, ich meine, wenn wirklich mal was
sein sollte, dann gibst du Laut, und ich komme dich
beschwestern, ja?

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Sep 02

Verliebt in Laura und Jane

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Wir sind verliebt! Vor allem Mini Blondie. In Laura. Samt Pa, Ma, Schwester Mary und Babyschwester Carrie. Unser Junibesuch bei meiner Busenfreundin Uli und ihrer Familie hat die Lauraliebe angefackelt. Ihr großer Sohn J. hat zwei von den My first little house books (die er auch innig liebt). Während des Besuchs wollte Mini Blondie die Bücher wieder und wieder vorgelesen bekommen. Wieder Zuhause hat sie die Geschichten mit Playmobil nachgespielt. Oder auch mit uns, wobei das Mucklababy dann als Geschwisterchen herhalten muss.
Ich musste für Mini Blondie einfach ein paar Bücher von Laura kaufen. Uli hatte sie bei Goodwill in New Hampshire bekommen. Ich habe das Internet durchgewühlt um die Bücher zu finden, die sind gut versteckt weder unter Autorennamen noch unter little house zu finden. Nur unter den Einzeltiteln oder unter My first little house books. Also sowas. (In unsere Lieblingsbücherliste sind sie verlinkt.)
Hier in Deutschland sind die Bücher unter “Unsere kleine Farm” bekannt … aber es gibt sie nicht in diesen wunderschön illustrierten Ausgaben für die ganz Kleinen. Bekannter sind wahrscheinlich die Fernsehserien davon – die haben mich nie begeistert. Aber diese kleinen Büchlein und mein Mini Blondie, ganz vernarrt in Laura und ihre Haare, ihre Puppe und die amerikanischen Rrrrrrrrs in den Namen – zum Verlieben.
Manchmal will Mini Blondie auch den englischen Text hören – manchmal muss dann sogar Opa Erwin ran.

gentle art of domesticity

The Gentle Art of Domesticity
Das liegt bei mir neben dem Bett. Wenn ich Gelbe Wolke ins Bett bringe und noch im Zimmer bleibe bis sie einschläft, oder morgens beim Kaffi lese ich ein bisschen darin herum. Es ist das erste Buch von Jane Brocket, Autorin des Blogs yarnstorm. Domesticity kann man kaum schön übersetzen (Oder, Herr Müller?). Häuslichkeit. Das klingt wie staubige, selbstgebackene, nicht gelungene Vollkornbrötchen. Genau ums Gegenteil gehts. Mein Lieblingswort im ganzen Buch: haberdashery. Das muss man ganz oft hinter einander sagen. Und nicht fragen, wie es übersetzt ist (Kurzwaren, huaa).

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Feb 23

Franticek! Franticek!

wenn franticek niest

Wenn Gelbe Wolke niest, und das macht sie jeden Tag einige Male, gucken Mini Blondie und ich uns an, Spannung … und dann rufen wir gleichzeitig: Franticek!! Warum? Selber lesen.
Dieses Buch ist ein Muss für Mini Blondie, schon allein wegen der Zeichnungen, die Gerhard Schönes Sohn Jona gemalt hat. Gerhard Schöne hat ja nicht nur schöne Kinderlieder gemacht, liebe Leut, die Lieder für die Großen gefallen mir noch viel besser. Einfach hören. Oder aufs Konzert gehen.
Wenn Franticek niest gibt es auch als Hörbuch, Gerhard Schöne liest zusammen mit Nora Tschirner. Wunderbar! Aber Vorsicht, wenn dann zu Hause jemand niest …

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Dez 13

Von Anawak, Iglus, Schnee in der Luft und vom Land der Menschen

einzug ins igloschneekönig

Wer kennt Anawak, den Inuitjungen aus dem Land der Eisindianer … wahrscheinlich nur Mini Blondie. Seit Batti Schätzings Roman Der Schwarm gelesen hat, erzählt er ihr oft eine Einschlafgeschichte von Anawak und seinem Freund Robbi die Robbe. Die beiden fischen zusammen Lachs. Mini Blondie liebt die Geschichte und redet oft von Anawak, der Robbe und dem Eisbären, den es da auch noch gibt. Die drei werden hier oft gemalt, manchmal verwechselt sie Robbe und Raupe und malt Raupen, hehe.
Das Land des ewigen Eises scheint auf viele eine unstillbare Faszination auszuüben. Mir geht es auch so – ich weiß gar nicht, warum. Grönland – Land der Menschen nennen es die Inuit. Aus meinem Nikolausstiefel lese ich gerade Juli Zehs Kinderbuch Das Land der Menschen – wunderschön. Es erzählt auch von einem Eisbären, von dem Jungen, der im Schnee schlafen könnte, so wenig friert er drin, und von dem Mädchen, deren Name Schnee in der Luft bedeutet.
Ich muss da mal hin, ins ewige Eis … und nach Sibirien … und einmal über die zugefrorene Wolga reiten.
Vielleicht, weil im Schnee so viel Leidenschaft steckt? Selbstlose Verschwendung um des Frieden willens.
Letzte Woche haben Batti und Mini Blondie ein kleines Iglu in den Garten gebaut. Sie wäre da am liebsten eingezogen. Ich hoffe auf noch viele Winter mit Schneehalbmetern und krame selbst in meinen Kindheitserinnerungen. Wir haben um die Wette die Gesichter in Schneehaufen gesteckt, sechs, sieben Schlitten aneinander gebunden und Papa hat uns mit dem Auto durch den Wald gezogen …
Mein erstes Iglu, ein richtig großes aus Schneequadern, hat Nachbarsdraufgänger Danny für uns kleinere Kinder gebaut. Wir haben darin Brausepulver gegessen und waren schwer verliebt in Danny. Wir wohnten in einer kleinen Hinterstraße. Die ersten drei Häuser hatten Kopfsteinpflaster, danach kam Sandweg. Einen Kindergarten brauchten wir da wirklich nicht, alle Kinder der Straße haben zusammen gespielt. Und alle sind zu Mama zum Saft trinken in den Garten gekommen. So wünsche ich mir das auch mal für Mini Blondie. Die Zeiten ändern sich … und ändern sich manchmal auch wieder zurück.

schaufel mit mir schnee
iglo bauen
komm her mit deiner nase

Ein anderes Buch aus unserer Winterbuchkiste ist The Snowy Day von Ezra Jack Keats. Auch schon ein altes Buch und immer noch wunderbar.
Übers Wochenende ist unser Schnee geschmolzen, es sieht beinahe nach Frühling aus. Der Schneemann ist abgehauen und hat seine Möhre nicht mitgenommen. Vom Iglu steht noch ein Zuckerhut. Aber Neuschnee soll kommen, keine Sorge, dann bauen wir an. Ich will auch ein Igluzimmer haben, wenn ich dieses Jahr schon keine Schnee-Engel machen kann.

the snowy dayspuren machen

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Okt 08

Dort, wo dich jemand am allerliebsten hat

Ich fress dich auf!

Kennst du den Ort, wo dich jemand am allerliebsten hat? Weißt du, wie du dorthin findest? Bist du spätestens heute Abend dort?
Kinder müssen unbedingt wissen, wo sie am allerliebsten gehabt sind. Und uns Großen geht es doch auch erst gut, wenn wir diese Frage geklärt haben, oder?! Irgendwo auf einem Blog (ich weiß leider nicht mehr, welcher das war) habe ich vor ein oder zwei Jahren von dem Buch “Wo die wilden Kerle wohnen” (Where the wild things are) gelesen. Und das Buch gleich bestellt. In den letzten Monaten ist es eins von Mini Blondies allerliebsten Büchern. Täglich erzählt sie von Max und den wilden Kerlen und “frisst jemanden auf”. Maurice Sendak hat es 1963 veröffentlicht – und bis heute ist es einfach ein richtig gutes Buch – und das Rezept dafür ist ganz simpel und gelingt doch nur selten: Es hinterlässt dem Leser ein aufgewärmtes Herz.

Inchmark, der wunderbare Blog von Brooke Hellewell Reynolds, hat ein schönes Ritual this week´s library book , das ich heute mal entlehnen möchte, für alle, die die “wilden Kerle” noch nicht kennen. Oder ihren eigenen Wolfspelz zu lange nicht angezogen haben.

wohnen

“An dem Abend, als Max seinen Wolfspelz trug und nur Unfug im Kopf hatte …” nennt seine Mama ihn wilder Kerl. “Ich fress dich auf” sagt Max und schwupp muss er ohne Essen ins Bett. (Das kenne ich auch noch, nur leider kann ich mich nicht mehr erinnern, aus welchen Gründen wir ohne Essen ins Bett mussten.)

Wo

Plötzlich wächst in Max Zimmer ein Wald, der immer dichter wird. Und dann ist da ein Meer mit einem kleinen Segelboot. Mit dem segelt er an den Ort, wo die wilden Kerle wohnen. Er wird ihr König.

wilden

Und dann wird Krach gemacht!

Kerle

Solange, bis er die wilden Kerle ohne Essen ins Bett schickt. Max wird ein bisschen einsam, er sehnt sich dahin, wo ihn jemand am allerliebsten hat. Deswegen verlässt er seine wilden Kerle und segelt den weiten Weg zurück bis in sein Kinderzimmer.

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Da steht ein Essen für ihn auf dem Tisch - und es ist noch warm.
(Mutterherzen eben. Genauso warm wie eine heimliche Mahlzeit spät abends im Bett, wenn Papa es nicht gemerkt hat.)

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Sep 10

girls week!

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Ich hab ein Haus, ein kunterbuntes Haus, ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus … lalalalaaa
Die Pippi Langstrumpf Liebe ist bei Mini Blondie schon lange nicht zu bremsen, dabei kennt sie hauptsächlich die Lieder, die wir im Auto rauf und runter hören.
Diese Woche hatten wir unser kunterbuntes Haus ganz für uns allein, Mädchenwoche sozusagen, denn Batti war auf Reisen. Deswegen war es hier nicht so ganz kunterbunt wie sonst … also haben wir die Villa Kunterbunt besucht. In der Freilichtbühne tanzt und singt Pippi Langstrumpf schon seit Wochen jeden Tag über die Bühne, mit echtem Kleinen Onkel und einem verdächtig nach Monchichi aussehenden Herrn Nilsson. Dank meiner Orientierungsgabe waren wir soviel zu spät, dass wir keinen Eintritt mehr bezahlen sollten. Aber ansonsten hat alles gepasst und Mini Blondie war ganz beeindruckt, dass die Pippi Langstrumpf so groß ist und die Zöpfe gar nicht so lang waren, wie sie dachte.
Seitdem darf die Zopffrisur bei Mini Blondie schon mal einen ganzen Tag drin bleiben und sie spielt Pippi. Ich muss Annika sein!
Was wir sonst noch so in unserer Mädchenwoche angestellt haben, berichte ich ein anderes Mal. Jetzt kribbelt es mich noch in den Fingern und ich muss ein paar Stoffquadrate ausschneiden.

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Jul 16

Die nicht vergessenen Geschichten

neue bank

An dieser Bank konnte ich vor Kurzem nicht vorbei gehen, ohne sie zu schnäppen. Ich hatte sie mir eigentlich für mein studio vorgestellt, aber da passt sie zur Zeit nicht rein – und so ist sie erstmal Mini Blondies neuer Lieblingsleseplatz. Wie gemacht für kleine Leseratten!
Es ist einfach unglaublich, wie viele Bücher so ein kleiner Mensch schon horten kann. Ich könnte kaum eins aussortieren, weil sie jedes davon kennt und in wiederkehrenden Abständen lesen will. Im Frühjahr haben wir mal alle ihre Bücher, die nach unten gehören, fotografiert. Da fehlen noch die Bücher aus dem Kinderzimmer, das sind fast nochmal so viele.

bücher teil 1

Die Vorstellung, dass mein Mädchen sich an diese ersten Jahre später gar nicht groß erinnern wird, macht mich ein bisschen traurig. Für mich sind es die intensivsten Jahre und für sie wahrscheinlich nur ein paar Bilder aus dem Fotoalbum. Aber nicht alles wird im Vergessen begraben sein, all die Lieder, die sie jetzt gesungen bekommt und selbst den Tag lang vor sich hin trällert, die wird sie auch als großer Mensch noch kennen. Und die Bücher, die Bücher wird sie auch sofort wieder erkennen, wenn sie sie später nochmal in die Hand nimmt. Und bestimmt kommen damit auch ein paar Momente aus diesen Kinderjahren wieder mit hoch, vielleicht kaum greifbar, aber als tief verankertes Gefühl von fröhlichen Stunden.

bücherturm

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