Dein einziges Tagesglück und Ziel: in alles und auf alles klettern, was nur geht. Mein Tagesziel und Glück: Dir zusehen, soviel es nur geht, dich machen lassen, mich unterbrechen, dich abpflücken und bewahren. Mehr lächeln.
Wenn es mir ins Bewusstsein knallt, dass eure Welt noch so seifenblasenheil ist – und ich euch begleiten muss, wenn ihr die schlimmen Schlechtigkeiten zum ersten Mal begreift, dann habe ich ein großes Bedürfnis, noch zehn Zentimeter dafür zu wachsen.
Category: So ein Tag
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Wie Piepske wach im Wald
Du bist ein Waldläufer. Nadelwälder haben es dir angetan, du willst dich in Kiefern und Tannen hängen, auf Baumstümpfen weiterwachsen, Zapfen sind deine Beute. Das Waldmusikinstrument baust du dir zum Telefon um – hast du Herrn Fuchs in der Leitung?
Wir haben zu viel Little House in Big Woods gelesen, du willst die Wildschweine jagen oder wenigstens mit deinem Stock erschrecken. Gut, dass sie sich, von dir unbeeindruckt, weiter an den Bäumen ihre Buckel kratzen.
Von den Gummischaukeln und Kletterwaldstationen kannst du dich gar nicht wieder losreißen, wie die großen Kinder darin surren. Ich rieche nur frischen Heidelbeerkuchen und Kaffee.
Wir kommen wieder – und dann mit Talern, Körbchen zum Pflücken und Batti.
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Rettungspost für Frau L.
Wenn das Wasser bis zu den Knien steht, kann ich auf das Klavier klettern und von da oben die Beine baumeln lassen. Oder mit den Fußzehen Klavier spielen. Das klingt nicht schöner aber anders – und die Dinge anders sehen, ist die richtige Medizin.

Dann kann ein Apfel Geschichten erzählen …

Ein Haufen frisch gespitzte Buntstifte wie der schönste Blumenstrauß leuchten …

Eine Rotte Pinguine herbei kegeln und der eine, der Dicke, der allen immer das Frühstück wegisst, hat als rettender Riese plötzlich seine Sternstunde.
Alles ist etwas gut.
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Lieblingstag
O Herr, du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter werde – und eines Tages alt. Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen. Lehre mich, nachdenklich – aber nicht grüblerisch, hilfreich – aber nicht diktatorisch zu sein. (…)
Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte kein Heiliger sein – mit ihnen lebt es sich so schwer – , aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels. Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken – und verleihe mir, o Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Theresa von Avila
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Meer
Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlierenund den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmenWenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur MeerErich Fried
Eins meiner Lieblingsgedichte von Erich Fried.
Für einen Tag sind wir ausgebüchst – und haben so getan, als hätten wir eine Woche lang Strandarrest. Oh Lieblingsbrise, Kutterflanken, Muschelkalk, Fischköppe, Nordic Yards, dänisches Eis und immer wieder das Wort denken: Dünen.
Batti schwärmt gerade mit Schätzings “Schwarm” aus, während ich lieber nur die Danksagung lese. Einfach schön. Mini Blondie total beeindruckt vom endlosen Blau, Sand und Nass, Rauschen und Burgen kleckern, sagt ab und an: Aber ich kenn das noch nicht, das Meer.
Das soll sich ändern, Kleines, versprochen!
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Zahltag

Heute habe ich 28 kleine Erdbeeren geerntet (nicht die auf dem Bild, die hat Opa aus seinem Garten mitgebracht) ::: 8 Dekokisten in den Keller verfrachtet ::: 1 Brötchen mit ganz frisch geschleudertem Honig gefrühstückt ::: 0 Körbe Wäsche gewaschen ::: 3 Stunden Siesta gehalten ::: 50 Mal geniest ::: 2 Liter Mango Lassi gemixt ::: mindestens 30 Mal aufgeatmet – Sommer ist am Besten, wenn keine großen Termine anstehen!
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Crazy Days

Crazy Days sind das gerade im Hause KAFFIKNOPF und so. Mitte des Jahres, Aprilwetter, kein Urlaub in Sicht. Und Weltmeisterschaft. Und Heuschnupfen zum Zerplatzen. Batti arbeitet wortwörtlich von früh bis spät und an den Keksbergen im Schrank kann ich ablesen, wie lange wir noch durchhalten müssen. Morgen gehts auf zum vorletzten Akt: mit den Mädels fahren wir ins Jotwede, eine Hochzeit schmücken. Mini Blondie hat einen einen Opatag – ich bin gespannt, was die beiden anstellen werden. Hoffentlich trampen sie nicht mit den Traktoren durchs Dorf.
Ich hätte große Lust, ein Crazy Days Giveaway auszurufen … aber die Tage werden schließlich schon wieder kürzer und somit klappt das nicht. Zum Trost dürft ihr mal einen Schluck von meiner Dark Chocolate Sensation Swiss Miss probieren, mit der eine Freundin mir neulich den Tag versüßt hat.
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vertauschte Rollen



Draußen und drinnen gehts bei uns gerade drunter und drüber. (Wann eigentlich nicht?) Die Blumen im Beet sind aus Wolle, das Obst auf dem Kindertisch auch. Dafür steckt Mini Blondie ihre Gummistiefel (die heißgeliebten, die sie morgens noch im Schlafanzug schon anzieht) in den Backofen. Was soll da am Ende rauskommen. Stiefelgratin? Oder sind die Stiefel nur die Form und heimlich mit Modderpampe gefüllt?
Neben den Mützenblumen wachsen meine ersten eigenen Tulpen, sie sind so knackig, ich könnte reinbeißen. Die Saat im Gemüsebeet ist schon so groß, dass ich sie aus dem Küchenfenster sehen kann, die kleinen grünen Reihen. Aufregend! Mindestens genauso aufregend wie die sehr nahen Geburtstagsfeste, für die noch ach so viel zu tun ist … Schwupp, bin ich wieder off. Den wolkigen Tag muss ich im studio nutzen.
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Raus!


* Frische Schnittblumen überall.
* Morgens, mittags, nachmittags, abends draußen sein.
* Rennen, Radfahren, durchs Gras rollen, Unkraut ziehen, Gießen, Klettern.
* Viele kleine Plappermäuler da und kein Kuchen im Haus.
* Nicht viel geschlafen, aber Glück im Blick.


Sieht das nicht wie ein handfestes Versprechen aus? Mit dem Rad sind wir ratzfatz bei der Gärtnerei und es ist bestimmt ratsam, da niemals mit dem Auto hinzufahren, da würde so viel mehr reinpassen an Pflanzenschätzen. Ich liebe Gewächshausgeruch. Ich wünsche mir manchmal ein altes, gläsernes Gewächshaus – für kleine Feste.

Noch ist nicht Sommer, kommen wir nicht aufgeheizt am Abend in ein kühles Haus, schlürfen Zitronenlimonade mit Eiswürfeln und gießen und gießen. Noch ist nicht die Zeit für solche Späße hier … aber dieses Haus, es piekst mich, immer wenn ich daran vorbei komme. Da wedelt es mit Kaffiknopfgirlanden in den Bäumen, mit blanken Fenstern, hinter denen Stoffe und Wollknäule aufgereiht liegen und knarrt mit der Hintertür, aus der Kuchenduft entwischt … Noch ist nicht aller Tage Abend …
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Rhythm and Blues
Rhythmusstörungen!
Manchmal, wenn Tage genauso klappern wie ein Kofferraum voller Altglas, oder wenn sie so eiern wie dein altes Fahrrad, komme ich mittendrin doch noch dahinter: Es liegt gar nicht daran, was am Tag passiert – oder nicht. Auch nicht an Begegnungen die zustande kommen – oder nicht. Es liegt ein bisschen an guten Worten … oder bösen. Aber so eine mittelschwere, typische Tagschieflage, passiert, wenn ich gegen meinen Rhythmus lebe. Oder wenn ich ihn verloren habe. Das kommt von Zeit zu Zeit vor.
Jedes Gemüt hat einen ganz eigenen Rhythmus, der zuverlässig ist, aber auch bescheiden. Er lässt sich leicht übertönen von Dringlichkeiten, Erledigungen, Gedankenstrudeln. Und dann wundere ich mich, warum ich durch einen Tag nur so stolpere, rein gar nichts leicht von der Hand geht und sich vor mir, hinter mir, neben mir Berge auftürmen – und ich steh nur in Gummistiefeln da.
Ich habe mal wieder nicht auf meinen Rhythmus gehört. Ich habe ihn auch noch gar nicht so recht gefunden, hier im neuen Zuhause. Vor dem Umzug war es gar nicht zu merken, wie sehr Mini Blondie und ich darauf eingespielt waren. Andante. Vivace. Sommer im 6/8 Takt.
Hier bellen auch Hunde – und zu Recht. Hier scheint der Mond auch, wann er will. Weht der Wind und franst Wolken aus. Schmeckt Kaffee gemeinsam und allein. Hier sind die Spinnen größer. Hier brauchen wir einen neuen Rhythmus. Mit Auftakt. Und während ich ein bisschen besser hinhören will, spielen wir alle zusammen Marotten ausmotten.

Liebenswerte Spleens, urkomische Angewohheiten. Wer hat welche? Die eigenen fallen einem selbst wahrscheinlich gar nicht auf. Meine Mum geht bei irgendwelchen Plakaten oder Schildern mit Ziffern immer durch, ob alle Zahlen von 1-10 dabei sind. Miss Autumn Berlin will ihr Essen immer schön Seite an Seite auf dem Teller haben, auf keinen Fall darf die Sauce über die Nudeln laufen oder das Gemüse auf dem Reis liegen. Mini Blondie weint bitterlich, wenn ihr jemand eine Banane aufmacht und dann abbricht, in Scheiben schneidet oder sonstwie anders darreicht.
All diese Ticks sind einfach herzerwärmend und dürfen nicht vergessen werden. Welche bringen euch zum Grinsen?
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