Im Frühjahr konnte er sein Glück kaum fassen, Tomaten, hier in seinem Revier. Seitdem grub und buddelte und ackerte er jeden Tag, bis ihm die Schaufeln schmerzten. Er hatte sich solche Mühe gegeben, komplizierte Gänge mit Abrollmechanismen vorbereitet, extra tiefe, kühle Lagerkuhlen angelegt und alles für diesen großen Tag vorbereitet. Bevor er einschlief, lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Tomaten! Er hatte das erste Rot blinzeln sehen. Jetzt ging es los. Saftiger Lohn für all die Arbeit. Aber dann ging alles schief. War es die Gier, oder hielt er es in der hitzigen Erde nicht mehr aus? Wie von Sinnen lief er, über der Erde, im Schatten des Hauses hin und her. Das war das Aus! Erwischt, geschnappt und weit aufs Feld verlagert. Der gute Maulwurf muss wohl auf Rübenacker umsatteln … die Tomaten essen wir. Seine Wutwolke sehe ich noch bis zum Abend rauchen.
Category: Sommerleben
Meer
Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlierenund den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes einatmen
und ausatmen
und wieder einatmenWenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nichts mehr wollen wollen nur Meer
Nur MeerErich Fried
Eins meiner Lieblingsgedichte von Erich Fried.
Für einen Tag sind wir ausgebüchst – und haben so getan, als hätten wir eine Woche lang Strandarrest. Oh Lieblingsbrise, Kutterflanken, Muschelkalk, Fischköppe, Nordic Yards, dänisches Eis und immer wieder das Wort denken: Dünen.
Batti schwärmt gerade mit Schätzings “Schwarm” aus, während ich lieber nur die Danksagung lese. Einfach schön. Mini Blondie total beeindruckt vom endlosen Blau, Sand und Nass, Rauschen und Burgen kleckern, sagt ab und an: Aber ich kenn das noch nicht, das Meer.
Das soll sich ändern, Kleines, versprochen!
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blue eyes, blue candy
Blaubeeralarm! Wie schnell könnt ihr ein Kilo Blaubeeren aufessen?
Diese Woche haben wir den Hofladen im Nachbarort erkundet und konnten uns gar nicht wieder losreißen. Die Hitze war am Morgen noch gnädig hinter Wolken versteckt, perfektes Pflückwetter. Blaubeeren pflücken macht fast genauso glücklich wie Erdbeeren ernten und Mini Blondie hat zielsicher die richtig blauen Beeren geerntet – in Mund und Körbchen.
1600 Hühner haben wir auch noch bestaunt, Esel und Ziegen gegrüßt, frisches Gemüse im Hofladen gekauft und uns dann zu Hause ans Blaubeeren essen gemacht. Zu zweit haben wir das ratzfatz geschafft. (Batti rümpft bei diesen Kulturheidelbeeren die Nase und will lieber welche aus dem Wald.) Wir haben das Buch Im Blaubeerwald genau gelesen und uns dann auch ans Kuchen backen gemacht. Es musste gleich nochmal Alicia Paulsons Deep Dark Chocolate Rezept sein – im Überschwang haben wir das Wolkenfrosting ein bisschen blau gefärbt, kann man das sehen?
Wieviele Kilo braucht man wohl, um genügend Marmelade für einen langen Waffelwinter zu kochen?
Ok, nur noch ein Bild mehr. Aber ich kann es nicht verschweigen, dieser Kuchen hat eingeschlagen – auch wenn er mit dem Dalarna obendrauf ein bisschen wie Patchwork aussieht. Ich muss dringend eine zweite Springform kaufen, denn diesen Kuchen gibts ab jetzt immer.
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Ach ja,
der Kaffiknopf-Markt … am heißesten Tag des Jahres …
nach spätabendlicher Belagerung von Mucklas Küche, um noch etwas fertig zu nähen …
um dann früh um 5 Uhr! aufzuwachen, Mini Blondie und Batti auch gleich mit … halb 7 waren wir auf der Straße … nicht mal um die Zeit war es irgendwo kühl …
… miss autumn berlins kekse waren lecker, (die beiden letzten Fotos sind von ihr) … Eislatte-Mann, Orangensaftpresser und Melonenaufschneider haben an diesem Tag das ganze Geld eingenommen … aber die Kaffiknopfstücke wurden allenfalls von den asiatischen Berlinbesuchern beäugt … größter Erfolg des Tages: Unser Stand wurde von eben jenen Touristen fotografiert … ansonsten: nüscht. Hmpf.
Jetzt bin ich um eine Erfahrung reicher … immerhin. Flohmarkt ist nicht die richtige Adresse für Genähtes. Ein deutscher Craft Fair müsste mal her.
Genug gejammert … Battis heiß ersehntes Stück Apfel ist im Haus … dafür brauchen wir jetzt erstmal eine schicke Tasche.
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Auf dem Lande ist es gar nicht so einfach, neue Kaffeegesellen zu finden … die meisten wohnen hier schon jahrelang und sind kontaktesatt. Aber mit unseren Nachbarn haben wir es gut, die sind immer zu einer gemütlichen Runde auf der Terrasse aufgelegt. Diese Woche hat meine Nachbarin ihren Geburtstag gefeiert – die perfekte Gelegenheit, endlich Alicia Paulsons (Posie gets cozy) Deep Dark Chocolate Cake auszuprobieren. Ein bisschen unter Zeitdruck, habe ich ihn nicht doppelstöckig gemacht, was ich im Nachhinein bedauert habe. Das ganze Frosting in einer Schicht ist schon ziemlich mächtig – aber himmlisch lecker! Mehr als die paar Früchte gab es an dem Tag nicht im Garten, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Kuchen mit einer richtigen Himbeerschicht auch super wäre. Ich backe ihn bald wieder – mir fehlt nur noch der Anlass …
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Ein Dressing, ein Trinkpäckchen und ein Swap
Kann das zusammenpassen? Nun, es könnte alles in eine Umzugskiste gehen … und noch mehr. Aber das soll es gar nicht, denn das wäre ein ganz anderes Thema: Packe ich die Kisten so, dass sie möglichst gut zu tragen sind und kein Platz verschenkt wird – aber dann so ungefähr aus jedem Raum ein Gegenstand drin landet und ich für eine Kiste ein- und wieder auspacken Kilometergeld beantragen könnte … Oder packe ich die Sachen, die zusammengehören, in eine Kiste. Dann gibt es federleichte und sehr schwere Kisten … aber Bücher, Stoffe, Gläser sind schön beieinander. Ich kann euch sagen, Kisten packen ist kein Spaß. Aber genug davon am heißesten Tag des Jahres (37 Grad!). Deswegen haben wir auch für den Abend ein Abschiedsstricken und den Film Noveccento geplant. Jippie.

Als wir in New Hampshire waren, musste eine Flasche davon immer im Kühlschrank stehen: Drew´s Sesame Orange Dressing. Oh so yummi! Das perfekte Dressing für einen Salat mit viel Avocado, Tomaten und allem, was gerade so im Garten wächst. Ich wünschte, es gäbe eine Rohrpostleitung vom Hannaford bis zu mir. Die Dressingflasche würde genau durchpassen. But someone is a crazy nut and send it to me per airplane. Can you belive it? Uuh, ich könnte die Flasche pur trinken, so lecker ist das.

Auch schön für den Sommer: IKEAs Holunderblütentrinkpäckchen. Da schmeckt ein bisschen Wehmut raus. Im Frühjahr, als die Holunderbüsche blühten … da war das Jahr noch jung. Ich weiß noch gar nicht, ob in unserem Garten Holunder wächst. Oder wie man neue Holunderbüsche anlegen kann. Oder Quitten. Ich liebe den Duft von reifen Quitten.
Sucht ihr noch eine Herausforderung für den Monat? Wolltet ihr schon immer mal bei einem Swap mitmachen? Ich habe schon oft nach welchen gesucht, aber immer nur gefunden, wenn sie schon abgeschlossen waren. Diesmal habe ich einen gefunden, tadaa. Bis Samstag könnt ihr euch noch anmelden.

Magchunk ruft einen Craft Swap aus. Die Idee ist, ein kleines Craftpaket zusammenzustellen aus Sachen, die man vorrätig hat oder kauft und damit Inspiration zu einem neuen Projekt gibt.
Ich bin ziemlich aufgeregt. Ob das klappt? Was könnte ich einpacken? Ich brauche erstmal ein paar Informationen über meinen Swappartner. Hoffentlich darf ich mitmachen, nicht, dass der Swap nur für die USA ist. Ohlala. Abschicktermin ist am 28.8., das bedeutet, meine Nähzimmerkisten muss ich als erste auspacken. Ich brauche erstmal noch einen Kaffi. Ihr auch? Kommt gut durch den Tag. Keine Sorge, der Herbst ist nahe.
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Hello there

Es ist gar nicht so leicht, in zwei entgegengesetzte Richtungen zu leben. Ich packe Kisten und Kisten und kann schwer gleichzeitig Stoffe ausbreiten und planen. Wenn doch, würde ich am liebsten einen Quilt beginnen. Aber das soll warten, bis es ein Nähzimmer für mich gibt! Inzwischen schnipsel ich aus den Resten. Hier ein Nadelkissen in Würfelform. Dieser Erdberstoff (ich glaube von Robert Kaufmann) ist mein liebster Stoff aller Zeiten. Ich habe nur noch einige Inch davon. Einst von Frau Hjorton mir vermacht, habe ich ihn schon in allen möglichen Projekten verarbeitet. Meine Devise ist, jedes kleinste Schnipselchen davon verwenden, denn es gibt den Stoff nicht mehr.

Heute Vormittag hatte ich den reizendsten Frühstücksbesuch den ich mir nur ausmalen kann – von der wundervollen Fröken Skicklig. Oh, was für ein wunderbarer Start ins Wochenende! Mit Kaffi, Blaubeerpfannkuchen und jede Menge frischem Obst. Ich hoffe, das können wir noch viele Morgen wiederholen.
Vielen Dank an alle für die leckeren Rote Bete Rezepte. Ich habe den Salat mit Schmand probiert, und auch wenn ich die neun Knollen so gut wie allein zu essen hatte, kam ich nicht dazu, ein Foto zu machen. Ich hatte reingemixt, was im Haus war: Zwiebeln, Creme Fraiche, Wasabi (kein Meerettich da), Apfelessig, Salz, Zucker, Pfeffer. Yummi!
Am Morgen kam wieder meine Gemüsekiste an. Ist das nicht eine Pracht! Hm, ich kann das Wochenende kaum erwarten und hoffe auf gegrillte Maiskolben und Zuccinisalat … und ein bisschen Nähen.
Und für euch: einen Kiwieisbecher und einen Möwenruf. Bon voyage.

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changing living rooms





Ich habe den Verdacht, hier draußen fehlen mir die Worte … Alles, was ich zu sagen habe, ist ein Seufzen. Die frische Luft trägt hier die Gedanken fort und löst alle Stirnrunzeln auf. Ahhh. Wetter. Licht. Fallende Äpfel.
Ich gehe wieder raus, atmen. Ein andermal gibt es mehr zu berichten. Vielleicht morgen, ein erster Sneak Peak vom Studio. Vielleicht packe ich dann schon die Stoffe aus. Es gibt ein Päckchen nach Schottland zu verschicken!
Happy Weekend!
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Die Leute sind so schön, wenn sie lächeln
Nou hat für alle Passanten ein paar hoffnungsvolle “Hallos” übrig. Nur manche sagen auch Hallo. Ich mag die, die uns dann zulächeln. Mit Abschiedsaugen gehe ich schon durch die täglichen Straßen. Es ist eine Frage von Wahrscheinlichkeiten. Auf zwei Wochen kommen nur noch: Vielleicht 1x Sushi bestellen, 4x zum Humannplatz, 1x zum Rockbäcker, 1x zu Misses & Marbles, ach und ins Glaube und Wahrheit, aber nur Gucken, nichts kaufen. Einen Großeinkauf beim Asialaden, die Stempelkarte vom Saluti noch vollmachen, bei Balzac noch reinschauen. Ein Abschiedsessen im Fellas? 1x zu Frau Tulpe, aber höchstens Ribbons kaufen, über den Wochenmarkt vor der Zionskirche laufen – gibt´s schon Maronis? Ashley im Cupcakes Farewell sagen, die Kastanienallee langsam abschreiten, ein paar Passbilder s/w knipsen. Zur Kulturbrauerei kommen wir zum schwedischen Weihnachtsmarkt wieder – dieses Jahr wird Nou den Zauber schon entdecken.
Jetzt gehen wir – weg von hier. Vor Jahren hat es angefangen, das Ausfliegen. Viele, fast alle unserer Freunde sind ausgeflogen, aus diesem Stadtnest, weit fort, ins Fremde. Nach München, nach Hannover, nach Göttingen, nach Darmstadt, nach Hartfort, nach Schwerin, nach Erlangen-Tokio, nach Australien, nach Brasilien, nach Laos, nach New Hampshire ans andere Ende der Welt. No one knows how much struggeling that was for me. Daily. Ich brauche sie nicht sehr viel. Nicht unbedingt zum Reden, nicht oft ihre Zeit. Aber ihre Nähe, ab und zu, um mich zu vergewissern dass sie noch vertraut riechen. Ihr Lächeln brauche ich, mit einem milden Blick aus den Augen: you are ok.
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