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Category: Winterleben

Dez 12

Vom Anschlagen bis zum Abstricken

gentleman shooting socks

Diese Gentleman´s Shooting Stockings von Nancy Bush (aus dem Buch Knitting Vintage Socks – Originalanleitung von 1887) habe ich letztes Jahr im Spätsommer angeschlagen. Als ein Weihnachtsgeschenk für einen Freund – letztes Weihnachten! Zugegeben, er hat große Füße. Und es waren 2,25er Nadeln. Aber irgendwie hat es länger gedauert. Ewig. Ein paar Maschen hier, ein paar dort … und plötzlich hat so ein Paar Socken ein Jahr mitgelebt und Geschichten zu erzählen. Von Reisen, vom Warten, von der Angst vorm Zahnarzt … hat in diesen und jenen Handtaschen gehockt, einen Jahrhundertwinter mitgemacht und als die letzte Masche gestrickt war, in Schweden, war ich beinahe traurig, mein treues Wollknäul zu verlieren.
Time for Gentlemen … finally. More knitting stuff i.s. c.o.m.i.n.g. u.p.!

DSC_0984
Auf dem Foto lässt es sich nur ahnen – in Wirklichkeit ist es schlimmer! Der erste Socken ist wesentlich fester gestrickt als der zweite – autsch! Ich bin so eine faule Strickerin, ich habe noch nie etwas nach dem Stricken gespannt – vielleicht hätte ich es damit korrigieren können?!

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Dez 03

Erste Liebe, erster Schnee

und schaufeln

Mittwoch hat der bitterböse Ostwind noch die letzten Blätter zwischen den Stiefeln durch ins Haus gekehrt, gestern Morgen lagen Garten, Bäume, Straße und Welt weiß verzuckert hinterm zweiten Adventskalendertürchen. HURRAAA!
Es schneite bis nach Mittag, fleißige, kleine Flocken, später die großen, die so seltsam durch die Zeit fallen, bei denen ich immer stehenbleiben muss und mich nicht satt sehen kann.

schaufeln

Und plötzlich habe ich ein Schneekind, kein Vergleich zum letzten Jahr! Mini Blondie war mindestens so aufgeregt wie ich. Wir haben geschaufelt und geschippt, den Schlitten warm gefahren, die Vögel gefüttert und unsere Mützen einzuckern lassen. Mini Blondie hat sich immer wieder in den tiefen Schnee fallen lassen zum Schneetorten backen.

snow cake

Oh Winter, bleibe viele Tage, alle paar Morgen im neuen Kleid und reinen Herzens hier bei uns. Wir haben dich so gern.

weißglück

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Mrz 15

Fährten lesen

wer macht diese Spuren

Besser Fährten lesen müsste ich … die Spuren vor mit auf dem Weg, von wem sind die? Pferdehufe und Katzenpfoten kann ich erkennen, Hühner, oh ja! Aber Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen, Luchse, Bären oder Tiger kann ich nicht. Bin doch nur ein Großstadtindianer. Der Schnee ist verräterisch und doch nicht, zeigt alle Spuren, aber von wem sind sie? War das ein großer Mann, eine breite Frau, warens schnelle Kinder … oder erkenne ich meine eigenen Spuren nicht?
Das ist für mich ein kleines Lebensbild geworden. Der Ohrring mit der Perle, beim Schlittenfahren im Tiefschnee verloren, hat sich im Sofa meiner Schwester wieder angefunden. (Mein einziger Schmuck der mal etwas Geld gekostet hat, den ich auf keinen Fall verlieren durfte.)
So ist das vielleicht immer … alles, woran mein Herz hängt, verliere ich einmal. Manches kommt zu mir zurück. Anderes bleibt im Rätsel verborgen. Da wo ich es suche, ist es nicht ich finde es an ganz anderer Stelle. Der Mensch denkt und Gott lenkt. So einfach darf es sein.
Ich frage mich, was die Ameisen, von denen ich schon fünf getroffen habe, hier im Haus finden wollen … was sie eigentlich anderswo suchen sollten?! Oh oh. Schaurige Kindheitserinnerungen an meinen Nachttisch mit angeklebten Kaugummis und der Ameisenstraße zur Süßigkeitenschublade rumoren da auf.

Es schneit wieder! Die Pflanzerde, die ich bereit gelegt habe, muss noch weiter warten. Der März möchte bitteschön ernst genommen werden in seinem Hinein wie ein Löwe, hinaus wie ein Lamm Ruf. Ist ja gut. Kommt schnell und wärmt euch auf, das Licht ist hier drinnen und der Tisch schon gedeckt.

lichtertafel
orangenlicht

Bis Samstag ist noch Zeit, beim KAFFIKNOPF Giveaway mitzuspielen! Please be my lemon pie!

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Feb 10

Geh leben, mein Engel

Dieser Winter ist schön – Frühling wäre schöner. Wie der Schneefall die Zeit ausbremst, ist eine Wonne. Aber dieses Packeis in allen Straßen, diese Sonne, nur ein Schatten vom Mond … und diese Mattheit, schon gleich am Morgen … Ein Manifest muss her!

:: Purzelbäume machen – in Gesellschaft
Wann hast du das letzte Mal einen Purzelbaum gemacht? Bei mir war das mindestens (autsch) 13 Jahre her. Heute Morgen habe ich drei hinter einander gemacht.
:: In den Himmel gucken
Trotz der grantigen Wolken. Unter Umständen siehst du Himmelskünstler bei ihren Aufwärmübungen. Ich habe eine Krähe entdeckt, die ihr Brotstück fallen ließ, senkrecht hinterherstürzte, es in der Luft wieder fing, damit steil nach oben flog und dann einen Rückwärtssalto machte. Ungelogen! Da flogen noch ein paar Krähen mit kleinen Schneebällen in den Schnäbeln – die alten Neider gönnen sich nichts.
:: Obsttag
Schlechte Laune kommt von schlechtem Essen. Na klar. Diese Jahreszeit verleitet zu Trost-Riesen-Portionen. Und die machen träge. Die Frühlingsleichtigkeit ist ganz bestimmt im Obst versteckt. Mal einen Tag lang nur Obst/Gemüse essen … und in der Zeit, die durch das Nicht-Kochen frei wird, Postkarten schreiben.
:: Fremde kennenlernen
Es ist ein komisches Gefühl: Die Bäckersfrau, die Apothekerin, der Busfahrer … sie könnten meine Freunde sein, oder zumindest Bekannte, mit denen eine Plauderei den Wintermuff vertreiben würde. Warum nicht einfach den Briefträger zum Kaffee reinbitten. Den Sitznachbarn im Bus fragen, wie es so geht. In der U-Bahn eine Tüte Kekse rumgehen lassen. Mit den Kindern im Buchladen spielen, deren Eltern gestresst etwas nachschlagen müssen.


Foto von hjortron

:: Haustierkauf in Erwägung ziehen
Auch wenn Ixs Gründe dagegen sprechen: Wie flauschig-warm wären die Füße jetzt, wenn eine dicke Hauskatze vor meinem Stuhl schnurren würde! Wie aus dem Häuschen wäre Mini Blondie, wenn sie einen kleinen Hasen hätte, den sie füttern und fangen könnte! Allein das Nachdenken über Haustiere ist herzerfreuend. Welches Haustier würde sich dein Kind aussuchen? Hund, Pferd, Papagei? Und welches dein Partner, deine Partnerin? Und dein Vater, welches würde er sich wünschen?

:: Ein Lächeln extra
Ja, die meisten lächeln selber nicht – egal. Trotzdem lächeln. Extra lächeln! Fast alle anderen nehmen das Grummelgriesgrau noch schwerer als wir, und die meisten haben keine Nähmaschine und auch keinen Mini Blondie.

:: Linksherum
Wenn alles nichts hilft, das bringt ein stilles Grinsen, nicht nur auf dein Gesicht. Einen Tag lang den Pullover oder die Jacke links herum anziehen. Jawohl. Im Büro oder in der Bahn, in der Uni oder im Supermarkt. Einfach so.

Ein wunderbares a winters manifesto für den Computerschreibtisch gibt es von Soulemama hier. Aber vielleicht habt ihr diesen Winter längst selbst für euch handgreiflich gemacht? Wie denn?

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Jan 08

Anderes Licht

Ich wusste es! Mini Blondie mag den Schnee doch. Aber sie macht es auf ihre Art, das Anfreunden und Herantasten. Bis zum Schnee verkosten ist sie schon gekommen, einmal vorsichtig lecken. (Aber das muss nicht unbedingt was heißen, heute hat sie den Scheinwerfer von Hjortrons abfahrbereitem Auto angeleckt. Einfach so.)
Typisch mein Mädchen. Lässt sich gar nicht vorgeben, wie mit Schnee umgegangen wird. Schneebälle werfen, Schlitten fahren – nix da, das ist ihr nichts. Aber As und Bs in den Schnee schreiben, mit den Füßen Nasen in die Schneedecken drücken, auf der verschneiten Straße vorsichtig rennen und über die Hühner lachen, die bis zum Hals eingeschneit sind … das gefällt Mini Blondie so richtig gut.
Ich mag, wie der Schnee so über alle Maßen in die Landschaft eingreift und sie verändert. Alles sieht ganz anders aus. Wenn ich gewohnte Straßen langfahre und kurz mit den Gedanken woanders bin, denke ich plötzlich: Hier war ich noch nie. Und das Licht ist bahnbrechend, wenn die Sonne scheint, trotzdem noch klar, wenn der Himmel eintrübt und in der Nacht schimmert es orange, als hätte die Schneedecke Sonnenlicht eingespeichert, dort oben, wo sie sich zuletzt gesehen haben.

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