Familie

Papa Fuchs und der schnelle Mai

29. Mai 2014

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Ohhh how I miss my happy place here …
Der schnelle Mai hat mich entführt; ein wenig ins Chaos, auf viele Feste und auch kurz ans Meer. Zwischendurch schreibt mein Kopf automatisch einen Text los … aber dann bin ich abends platt vom fülligen Tag und sitze lieber noch eine Weile in Bluebell, Alabama herum. Der Kaffee ist da nichts, aber in Lavons Hayes Küche wird man nie enttäuscht. Ich bin am Anfang der 2. Staffel und, es ist zum Lachen, aber mir macht es diebischen Spaß, mit Rhabarberschorle den Abend lang in der Alabamahitze (oder in den Stürmen) zu sitzen und dann wieder in mein vertrautes norddeutsches Wetter zurückzukommen.
Ich wollte schreiben, dass ich die Tüten so mag, die meine Schwestern und ich bei jedem Zusammentreffen austauschen. Sammelsurien aus Spielen, Büchern, Tellern von Left over Cake, gewaschenen Wechselpullovern von den Kindern, die für kurze Zeit nach unvertrautem Waschpulver riechen, und manchmal eine Überraschung. Ein süßes Privileg dass wir drei so dicht zusammen wohnen können, wir leben bei jedem ein Stückchen mit.
Ich wollte schreiben, dass ich es nicht glauben kann, dass meine Busenfreundin nächste Woche schon ein Jahr um die Ecke wohnt! Trotzdem haben wir es erst vor kurzem geschafft, die – wirklich, ich schwöre – weltbeste Pizza von Ulis Mann zu essen. Aber wir haben jetzt ja alle Zeit der Welt. Die Kinder genießen es, sich so oft zu treffen und spielen bei uns besser im Garten, verkleidet und jeder hat ein paar Räder unter dem Hintern; bei Uli lieber im Haus, im Legodachgeschossparadies. Wenn ich gegen das fiese Irrgefühl Symptom der Alltagstrottkrankheit (nämlich: „Gaahhh, ich habe nichts geschafft!“) fast nicht mehr ankomme, tauche ich für Übernacht bei Uli´s unter. Wickle frische Wolle, sitze nur auf dem Sofa und hänge den vergangenen langen Wochen Sommer hinterher, die wir sie besucht haben. Blitzurlaub ist das.
Ich wollte fragen, wo um Himmels Willen bekomm ich Cronuts in Berlin? Eine himmlisch gefüllte Mischung aus Croissants und Donuts, natürlich aus New York. Die Leute stehen tagelang Schlange, true story! Ein Bäcker aus unserer Gang hat mir den Floh ins Ohr gesetzt, aber er backt uns keine.
Ich wollte schreiben, dass mein Nachbarschaftsglück perfekt ist, denn Frollein Anna samt Familie ist letzten Monat ganz dicht bei gezogen. Ich war so neugierig auf das erste Kennenlernen ihres Großen und Ulis und was sie zu dritt mit Mini Blondie wohl für ein Gespann abgeben. I love it! Frollein Anna kann jetzt zu meinem Dienstagstrick kommen und ich liebe es wenn sie sagt „Was gehts uns Gold.“
Ich wollte schreiben, dass es höchste Eisenbahn war, dass wir vier neulich für ein Wochenende ans Meer gerutscht sind, nach Usedom, lange nicht mehr da gewesen. Drei Stunden zügige Fahrt, leere Straßen, in der Abendsonne los und im großen Landregen zurück. Drei Stunden im Auto sind wie maßgeschneidert für längst überfällige Gespräche, Gelbe Wolkes Lieddichtungen, zum lauten Mitsingen, ein Pauseneis. Und mich umfängt wieder ein rätselhaftes Gefühl, diese Weltsehnsucht, ich muss hier überall auch mal wohnen, muss ich?, wenn wir durch unbekannte Ortschaften brausen, an nie mir bekannt werdenden Leben; dass ich denke, wie ist das hier? Was tun die Leute, um hier glücklich zu sein? Vielleicht macht das das große Meer mit mir, sein Rauschen, das mich an den Haaren herbei ziehen will, seine ständig neugeborenen Wellen aus uralten Wassern.

Aber Mai, du, wo willst du so schnell hin? Ich komme gar nicht zum – höchstens zum Listen – schreiben. Der Flieder hat so kurz geblüht, Pfingstrosen und Klatschmohn knallen die Blüten auf … es wird nicht mehr lange dauern und ich höre wieder die Äpfel im Garten runter fallen. Ich glaube, dieses Jahr brauche ich ein Sommermanifest.
Bevor die Schule losgeht – soll dieser Sommer ewig dauern.

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  1. Du schreibst so wunderbarschön…. das ist wie ein kleiner Urlaub, kurz auf Deinem Blog zu lesen….
    und sind das da short breads auf dem Foto? und wenn ja, hättest Du da ein Rezept dazu?? das sieht so himmlisch lecker aus.
    liebe Grüße,
    Elisabeth

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