Gar nicht weit weg von meinen Eltern wohnen die Ivenacker Eichen, auch die Tausendjährigen genannt. Im September haben wir sie besucht. Endlich! Ich wollte schon seit Jahren dorthin fahren. Mit im Herzen hatte ich die blaugelbe Sehnsucht nach Wanås.
Aber Ivenack war ganz anders. Sieben um die tausend Jahre alte Eichen – großzügig eingegrenzt, damit keiner direkt an die Bäume kommt. Viele “junge” Eichen in einem großen Park, Damwild lugt um die Ecke. Alles auch schön (nur nicht Wanås). Mini Blondie haben die vielen meterlangen Baumstämme gefallen, auf denen sie entlang balancieren konnte. Und die Turopolje-Ferkel, sieben oder neun Stück, wir konnten sie nicht genau zählen. Seit Anfang des Monats leben die samt Mutter im Hudewald und ernähren sich nur von Eicheln und was sie sonst auf dem Waldboden finden.
Fritz Reuter, der niederdeutsche Dichter, war oft in Ivenack. Schon um 1850 hießen sie die Tausendjährigen Eichen.
Ich habe noch nie daran gedacht, wie alt die Bäume am täglichen Wegrand schon sein müssen. Hundertjährige Eichen sind gar nicht sooo dick und haben trotzdem so viel Weltgeschichte durch ihre Astlöcher gesehen. Generationen von Spechten, Eichelhähern, Kohlmeisen wurden beherbergt. Spaziergänger im Schnee, Spaziergänger im Abendrot, Streitende, Lachende, Liebende, Tanzende kamen an den Baumstämmen vorbei. Ritzten Namen ein und die Bäume haben noch jede Liebe überdauert.






