Mein Nähkörbchen platzt fast, ich bekomme die “Wörks in progress” definitiv nicht mehr übersichtlich darin unter. Aber ich hab sie einfach gern alle beisammen, Stickzeug, Strickzeug, Nähkram … Und jetzt, wo die Draußentage wieder da sind, trage ich den Korb mir selber hinterher. Auf die Terasse, in den Schatten, wieder in die Küche. Ein paar Stiche am Tag werden es immer, auch wenn der Garten erstmal laut ruft: Putz mich und rupf mich. Die Kinder sind so erleichtert, endlich wieder durchs Draußen jagen zu können. Mini Blondie bemerkt jede neu aufgeblühte Blume und hält sich eine Schnecke im Gras. Die Kirschblüten sind aufgesprungen wie Riesenpopcorn! Ich höre es krachen, wiedermal. Ich bin schon so gespannt, wie unsere Apfelbäume bald blühen werden, das tun sie jedes Jahr anders. Mal nur an ein paar Zweigen, ein Jahr auch gar nicht. Dieses Jahr wünsch ich mir ein Apfelblütendach.
Das neue (! wir haben im Winter die Zimmer getauscht) Kinderzimmer hat eine große Wimpelkette bekommen. Im Puppenhaus gibt es täglich Torte und ich habe am Wochenende das erste Stückchen selbstgemachte Erdbeertorte gegessen. Mhmmm! Ein guter Auftakt für die zweite Staffel Geburtstagsfeste. Der eine Teil unserer Familie hat ja kurz nach Weihnachten Geburtstag, und der zweite Teil fängt jetzt an. Wir feiern durch bis Mitte Juni.
Tagged with Feste
Klara Himmel, kirschblütenvoll
a friend to knit with
A friend to knit with – das ist zum einen ein blog, den ich sehr mag und zum anderen eines der weltschönsten Dinge. Einer davon reicht schon, viele sind noch besser. Zusammen sitzen, egal wo, in der Küche, im Garten, im Café, im Zug, auf dem Spielplatz, und Maschen reihen. Ein bisschen reden, ein bisschen nicht. Und zusammen lachen. Kaffee ein Muss, Kuchen optional. Ich liebe das! Und das entwirrt mir alles, was sich im Alltagskopftopf manchmal so verstrickt.
Ein paar Mal habe ich ja schon von meiner Berliner Strickrunde, alle zwei Wochen montags, erzählt. Meistens schaffe ich es nur für einen Abend nicht so weit in die Stadt rein, aber wenn, dann ist es ein Fest. Und eigentlich ist meine mittlere Schwester, aka Muckla, Mitbegründerin. Deswegen war ein Landstricken mit eben dieser Gruppe die perfekte Tarnung für eine überraschende Babyshower für meine Schwester. Bald werde ich nämlich wieder Tante, hurra. Wir haben bei der Baby Shower auch gestrickt, aber nicht nur. Weil meine Schwester Pettersson und Findus so mag und in ihrem Haus bestimmt einige Mucklas wohnen, war das unser Motto. Unsere Freundinnen haben Leckereien aus dem Finduskochbuch gekocht, selbstverständlich gab es eine Pfannkuchentorte. Meine kleine Schwester, Juju, hat sich eine Anleitung für eine Findushose ausgedacht, an der alle Gäste ein paar Reihen mitgestrickt haben. Fertig geworden sind wir nicht, Muckla kann jetzt zu Hause weiterstricken. Ich habe bei ravelry kein Pattern gefunden, was einer Findushose ähnlich ist, und schmale Längsstreifen stricken sich gar nicht so einfach, weil man die ganze Zeit die andere Wolle mitnehmen muss. Die Hose wird ziemlich warm, glaube ich.
Aber möglicherweise kommt ja nach diesem Bombenfrühling, der unseren Garten mit narrischen Nestbauern füllt, und nach einem heißen Sommer und mildem Herbst dann doch wieder ein (pssssst) Winter?!
Party weiß
Für die Party in der weißen Wohnung brauchen die Mädchen ihre Kleider von Heidi. Jemand hat sie vor langer Zeit genäht und konnte nicht ahnen, wie mich die liebevoll gemachten Nähte heute berühren. Feste in Ein-Zimmer-Wohnungen haben einen ganz besonderen Charme. Salutis italienische Kekse dürfen nicht fehlen. Unter der weißen Creme versteckt sich ein köstlicher Zuccinikuchen. Mandelkaffee und wir wickeln Wolle. Es wird jetzt früher dunkel. Sommerlieder.
* *
Auf dem Tisch
Ich decke gerne den Tisch. Nicht so gerne fürs Frühstück, aber gern fürs Mittag und Abendbrot. Am liebsten für Feste. Mein Lieblingsmoment bei einem Fest: Die Tafel ist geschmückt und gedeckt, die Teller sind zurecht gerückt, Blumen und Essen duften, Kerzen brennen – und alles ist, ganz kurz, unberührt. Dann steht für dreißig Sekunden die Zeit still.
Bei uns gelingt das nur selten, ungeduldige, hungrige Mäulchen wollen naschen und irgendetwas fehlt immer noch auf dem Tisch. Aber manche, weiß ich, decken den Tisch als Allererstes, schon einen Tag vorher, bevor überhaupt das Kochen losgeht. Ganz in Ruhe. Vielleicht läuft dazu eine besondere Tischdeckmusik. Das gefällt mir.
Gebratenes Sauerkraut und Kichererbsenmus
Ich mag unsere große Familie. Sie ist nicht riesig, Batti und ich haben jeder nur zwei Geschwister und nur meine Schwestern leben dicht bei. Ich koche gern den großen Schmaus und habe geduldige Mäuler, die meine zeitweilige Probierwut (Teriyaki an alles!) aushalten. Unsere Küche wird gerade zu klein für die große Runde, und aus dem Wohnzimmer haben wir den großen Tisch ausgeräumt. Also muss eine Eckbank her – oder es wird schnell so warm dass wir im Garten tafeln können.
Bei dem Aprilwetter heute teile ich schnell zwei Rezepte, die wir gerade andauernd essen. So lecker! Gebratenes Sauerkraut – davon hat mir vor Weihnachten eine Freundin erzählt und seitdem ging mir der Gedanke daran gar nicht mehr aus dem Kopf. Am ersten und zweiten Weihnachtstag hab ich das gebrutzelt.
Gebratenes Sauerkraut
:: 1 Dose oder Glas Sauerkraut
:: etwas Knoblauch, Butter oder Butterschmalz, Orangensaft, Kalbsfond, Sojasauce, Salz, Pfeffer, Zucker
:: etwas Sahne
Knoblauch anschwitzen, Sauerkraut dazu geben (das Wasser weggießen) und kräftig braten. Immer mal einen Schuss Fond und Orangensaft dazu geben, damit es saftig bleibt, aber nicht kocht. Ich brate es ca. 15 Minuten. Mit Sojasauce, Salz, Pfeffer, Zucker abschmecken und zum Schluss etwas Sahne dazu geben, dann wird es richtig schön cremig.
Wer mag, kann auch Chili und geriebenen Ingwer oder ein paar Körner Kümmel dazugeben.
Kichererbsen sind auch so eine tolle Sache. Ich kaufe sie viel zu wenig, jetzt hatte ich sie im Haus, weil Gelbe Wolke sie schon gut essen kann und alles in dieser Größe liebt. Batti hat bei d.m. die vegetarischen Aufstriche entdeckt, die sind sehr lecker aber in so einer Dose ist nicht viel drin. Also hab ich mal zusammen gemixt, was so auf der Zutatenliste stand … und was mir noch dazu einfiel. Hehe.
Kichererbsenmus
:: 1/2 Dose Kichererbsen (die andere Hälfte zum Naschen für die Kinder)
:: 2 Handvoll Cashewkerne
:: 1 Bund Schluppen, 2 Knoblauchzehen glasig gedünstet und mit Agavendicksaft karamelisiert
:: 1/2 reife Avocado
:: Zitronenabrieb und etwas Saft
:: 1/2 Becher Frischkäse
:: Salz, Pfeffer, Chili
:: frische Kräuter
Alles gut mixen und wenn die Konsistenz zu dick ist, etwas Wasser dazu geben. Sehr lecker auch mit etwas mit den Zwiebeln mitgedünstetem Apfel.
Dazu die Rote Bete aus dem Ofen oder Gemüsesticks oder Tortillas … Yummmm.
Essen mit der Familie ist sowieso das Schönste. Jeder weiß, was der Andere am meisten liebt – und hebt das extra auf, oder nascht es selbst schnell weg.
Im Moment ist die Hälfte der großen Familie richtig doll vergrippt und nichts schmeckt. Ich freu mich schon, wenn es allen wieder gut geht und wir das nächste Fest zusammen feiern.
Thanksgiving Dinner
Die Pflaumen vom Sommer hatten eine kurze Liason mit dem Frost und haben sich für einen Sour Cream Pie erweichen lassen.
Ich habe die dreifache Menge Pie Teig gemacht und schön ausgerollt, und irgendwie nur die zweifache Menge verbraucht. Der Teig hält sich eine Weile im Kühlschrank (eingefroren noch länger), also gibt es diese Woche noch einmal Pie.
Oh ja, das ist er. (Eigentlich ist es eine Sie.) Früh um Neun ging es in den Ofen, alle halbe Stunde mit einer Butter-Weißweinmischung eingepinselt, bei 120°. Um 17 Uhr habe ich die Temperatur runtergedreht. Wir hatten kein Bratenthermometer, er hätte auch schon eine halbe Stunde eher rausgekonnt, aber es war gerade noch ok.
Durchs Fenster gelinst … die Gäste können kommen. (Danke Sara fürs Kameraschnappen!)
Sechzehn Plätze für die “Großen”, vier Kinder am Katzentisch, für die es Pommes & Würstchen gab, zwei Babies schlafend. Von Lorelai und Rory weiß ich ja, dass die Brötchen manchmal das Beste beim Thanksgiving sind … auf jedem Platz lag ein Dampfbrötchen mit Konfetti. Das fand zuerst nicht viel Beachtung, aber später, zum Bratensauce auftunken, heißbegehrt!
Die Pies! Sour Cream Plum Pie und Sour Cream Apple Pie (mit Zitronenabrieb), das Rezept hat Muckla mal bei Alicia Paulson gefunden. Der Pumpkin Pie ist der Klassiker in den USA, aber ich weiß gar nicht, ob er da auch so ungeliebt am Ende übrig bleibt? Das Rezept war toll, von Andreas C. Studer, und ich fand ihn köstlich und freu mich, dass ich noch die ganze Woche davon essen kann.
Der Hausherr muss anschneiden … hat er super gemacht, auch ohne elektrisches Messer. Der Hausherr hat sowieso das Fest gerockt. Ohne ihn hätte es gar keinen Turkey gegeben, auch keinen Vormittag lang Ruhe im Haus für mich zum Kochen, ganz allein, yeah. Für den nächsten Morgen hat er noch ein Küchenwunder gezaubert und alles, restlos alles aufgeräumt, weggestellt, abgewaschen, geputzt … whew. Als ich mit Gelbe Wolke in die Küche kam, stand mein Kaffeefilter bereit und ich dachte, ich habe mich im Haus geirrt.
Der Turkey hat mehr als gereicht, ich hatte noch nie einen gesehen, so im Ganzen und hatte keine Ahnung ob da so für jeden ein Appetithäppchen rauskommt oder mehr. Am Ende war noch so viel Fleisch übrig, dass daraus Mittagsschmaus und leckere Sandwiches wurden.
Happy Thanksgiving!!! Danke liebste Freunde für ein wunderschönes Fest! Ich lache so gerne mit euch. Ich bin so dankbar dass ihr mit uns in dieser Gegend lebt, schmaust und und und.
Die weiße Bank ist, wie im letzten Jahr auch, wieder einegbrochen. Ha! Wir werden sie rechtzeitig für das nächste Thanksgiving reparieren.
Die Rezepte würde ich gerne noch verlinken oder posten. Meine Leckerfavoriten waren die Cranberry Sauce und das Stuffing. Und die Bratensauce!
Es ist auch fast nichts schief gegangen, nur die Pekannüsse für die Sweet Potatoes sind mir verbrannt, als ich die kleine Maus vor unserer Terasse beobachtet habe, wie sie versucht hat, an der Blumenvase hochzuspringen.
Die Preiselbeersauce ist fertig!
Happy Thanksgiving!
Letztes Jahr habe ich mir etwas versprochen. Ein bisschen verrückt … und mal sehen, was am Ende genießbar sein wird und was, hm, so ähnlich schmeckt wie Bridget Jones blauer Spargel …
Am Samstag gibt es bei uns ein Thanksgiving Dinner. Mit allem Drum & Dran: Turkey! So groß wie in unseren Ofen passt, in einer Martha Stewart Würzlake. Stuffing (Das ist mein Wackelkandidat. Ich will keine “giblets” verwenden, das klingt wie Glibber. Es gibt so viele verschiedene Rezepte, ich wünschte, ich hätte mir schon Cynthia Barcomis Kochbuch für Feste besorgt, da wäre ich auf der sicheren Seite.), Mashed Potatoes & Sweet Potatoes, Glazed Carrots, Baked Beans (hat Batti sich gewünscht), Preiselbeersauce, dunkle Sauce zum Turkey. Zum Dessert: Apple Pie, Plum Pie, Pumpkin Pie. (Hjortron hat gesagt, zum Dessert essen alle ganz viele Pies.)
Ich bin so aufgeregt! Die Preiselbeersauce ist fertig, die Mürbeteige für die Pies chillen im Kühlschrank. Morgen werden sie gebacken und ich bereite die dunkle Sauce vor. Der Turkey kommt in die Würzlake und weil er nicht in den Kühlschrank passt, kommt er über Nacht in den pssst Kofferraum.
Bis jetzt hat noch niemand die Nerven verloren – bestimmt liegt das an den leckeren Variations von Nespresso, und dieses Jahr habe ich es nicht verpasst, welche zu ergattern. Vanille und dunkle Schokolade – beide ganz ganz lecker.
Macht noch irgendwer ein Thanksgiving Dinner? Oder hat schon mal eins gegessen? Erzählt mal!







































