Sep
03

Na, Mamsell September, wie gehts? Fühlst du dich wohl in meiner Stube? Ich habe dir eine gepunktete Lampe ins Fenster gestellt und ordentlich mit der Zitronenkäse-Tarte gekrümelt. Mit Mini Blondie male ich dir immerfrische Kreidebilder in die Einfahrt zum Gruß und auf den Feldern haben wir nachgesehen, ob die Sonnenblumen alle in deine Richtung blicken. Ich konnte nicht in Erfahrung bringen, wann die Stare ihre Reise nach Süden antreten – ich weiß, du kannst sie nicht besonders leiden.
Viele liebe Grüße, dein Kaffiknopf

Mir ist zu Ohren gekommen, dass Mamsel September schnell frostig wird, wenn sie wenig Post bekommt. Deswegen werde ich ihr ab und an einen Gruß schreiben, damit sie meinen Altweibersommer nicht mit Eisblumen behaucht.
Wisst ihr, was der Spaß am Backen ist? Ein großartiges Rezeptbuch mit Quiches und Tartes durchzublättern und die Macht zu haben, hier und da einfach herumzutauschen. Kein Frischkäse da? Quark geht doch auch! Was, der Boden soll nach Kaltstehen, Blindbacken und nochmal ohne Backbohnen backen nochmal in den Kühlschrank und dann mit Eigelb bepinselt werden, mehrfach? Nachdem schon insgesamt sechs Eigelb im Kuchen sind? Da lasse ich doch einfach die Sache mit dem Kühlschrank und dem Pinsel weg. Und kippe noch ein bisschen Mohn in die Füllung.
Das ist ein erhebendes Gefühl, oder? Wer mag sich schon stur an Rezepte halten?! Und überhaupt, kann man Amerikanern, die französische Tartes backen, wirklich trauen? Hier hab doch ich die Schürze an!
Natürlich sollte ich nicht erwähnen, dass der Boden nicht durch war und die Füllung dröge und “irgendwie losgelöst vom Kuchen” geschmeckt hat … Ich sag es auch nur, naja, es war eben ein lustiger Tag. Und nachdem meine Tarte nochmal im Ofen war, hat der Boden wirklich köstlich geschmeckt. Beinahe hätte ich die Füllung abgekratzt und die Tarte lieber mit dem selbst gemachtem Pesto von miss autumn berlin bestrichen. Ich muss sie unbedingt fragen, ob sie sich dabei ans Rezept gehalten hat. Das Pesto war nämlich hervorragend!
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Aug
25


Still und heimlich hat sich heute unser Landleben gejährt … heute vor einem Jahr sind wir eingezogen. (Da lagen auch schon so viele Äpfel im Gras wie jetzt, und ich dachte, diesen Sommer fallen sie alle vor der Reife ab. Irrtum.) Wir haben mit dem Pie gefeiert, den ich auch schon seit letztem Herbst backe. Er ist mit Aprikosen, schmeckt aber auch herrlich mit sauren Äpfeln oder Pflaumen. Das Rezept geht ganz schnell und jedes Mal vergesse ich, das beim Teig die doppelte Menge angegeben ist. So bleibt immer eine Hälfte für den nächsten Kuchen übrig und hält sich super ein paar Tage im Kühlschrank. Wahrscheinlich würde er auch ohne Obst schmecken, nur mit Limonensaft und Mohn, oder mit Lemon Curd.
Aber! Das gelbe Leuchten da im Glas ist etwas anderes. Julia Child hatte es, Johann Lafer, Lea Linster, Cornelia Poletto können nicht ohne … und ich auch nicht mehr. Butterschmalz! Im Wörterbuch für Synonyme muss es unter Wonne zu finden sein. Die Zubereitung ist ganz einfach, braucht nur ein wenig Geduld.
So wie alle richtig guten Dinge im Leben. Die Wimpelkette für die Küche haben wir heute erst aufgehängt, nach einem Jahr. Eine Reihe Geburtstagsgeschenke liegt halb fertig auf dem Wartetisch … and so on. Gibt es eigentlich irgendjemanden, der ohne lange Bank auskommt?!
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Jul
17

Blaubeeralarm! Wie schnell könnt ihr ein Kilo Blaubeeren aufessen?
Diese Woche haben wir den Hofladen im Nachbarort erkundet und konnten uns gar nicht wieder losreißen. Die Hitze war am Morgen noch gnädig hinter Wolken versteckt, perfektes Pflückwetter. Blaubeeren pflücken macht fast genauso glücklich wie Erdbeeren ernten und Mini Blondie hat zielsicher die richtig blauen Beeren geerntet – in Mund und Körbchen.
1600 Hühner haben wir auch noch bestaunt, Esel und Ziegen gegrüßt, frisches Gemüse im Hofladen gekauft und uns dann zu Hause ans Blaubeeren essen gemacht. Zu zweit haben wir das ratzfatz geschafft. (Batti rümpft bei diesen Kulturheidelbeeren die Nase und will lieber welche aus dem Wald.) Wir haben das Buch Im Blaubeerwald genau gelesen und uns dann auch ans Kuchen backen gemacht. Es musste gleich nochmal Alicia Paulsons Deep Dark Chocolate Rezept sein – im Überschwang haben wir das Wolkenfrosting ein bisschen blau gefärbt, kann man das sehen?
Wieviele Kilo braucht man wohl, um genügend Marmelade für einen langen Waffelwinter zu kochen?




Ok, nur noch ein Bild mehr. Aber ich kann es nicht verschweigen, dieser Kuchen hat eingeschlagen – auch wenn er mit dem Dalarna obendrauf ein bisschen wie Patchwork aussieht. Ich muss dringend eine zweite Springform kaufen, denn diesen Kuchen gibts ab jetzt immer.

Posted in Küchenkram, Sommerleben
Jul
08

Auf dem Lande ist es gar nicht so einfach, neue Kaffeegesellen zu finden … die meisten wohnen hier schon jahrelang und sind kontaktesatt. Aber mit unseren Nachbarn haben wir es gut, die sind immer zu einer gemütlichen Runde auf der Terrasse aufgelegt. Diese Woche hat meine Nachbarin ihren Geburtstag gefeiert – die perfekte Gelegenheit, endlich Alicia Paulsons (Posie gets cozy) Deep Dark Chocolate Cake auszuprobieren. Ein bisschen unter Zeitdruck, habe ich ihn nicht doppelstöckig gemacht, was ich im Nachhinein bedauert habe. Das ganze Frosting in einer Schicht ist schon ziemlich mächtig – aber himmlisch lecker! Mehr als die paar Früchte gab es an dem Tag nicht im Garten, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Kuchen mit einer richtigen Himbeerschicht auch super wäre. Ich backe ihn bald wieder – mir fehlt nur noch der Anlass …
Posted in Küchenkram, Sommerleben
Jul
06
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(Grrrr! Flickr hat es doch tatsächlich geschafft, das Bilder bloggen noch umständlicher zu machen. Pfff. Trotzdem gibts heute reichlich Punkte, überall.) Rote Punkte aufs Baumhaus, weiße Pünktchen von Frollein Anna, und viele grüne Erbsenpunkte, frisch gepflückt. Mhmm, frische Erbsenschoten, geerntet, bevor sie so mehlig schmecken, und die Schoten sind auch so lecker. Das muss doch mindestens 20 Jahre her sein, dass ich Erbsen gepflückt habe. Glück in der Schote!
Und weil das Bebildern hier so lange gedauert hat, der Wind eh den Kopf leer weht, in dieser “Mittagspause” noch ein Kuchen für den Nachmittag und Apfeltaschen für den kleinen Kaffiknopfmarkt am Wochenende fertig werden müssen und ihr gar nicht so viel Zeit am Computer vertrödeln solltet ;) sag ich schnell: Bis bald!


Posted in Gartentag, Küchenkram
Mai
19

Verrückt sind die Tage, an denen Mini Blondie nachts drei Uhr wach wird. Vom Regen oder vom Mond oder von den schraubenden Mucklas. Noch zwei Stunden in unserem Bett turnt, bis es taghell ist, trotz fünf Uhr! (Da hat jemand eindeutig zu viel Petterson und Findus gelesen. Das ist genau die Zeit, zu der Findus seinen alten Mann immer weckt.) Dann zwischen Kinderzimmer und Schlafzimmer hin und her flitzt, Batti, bringst du Büüücher? und der Gutenmorgenmensch erbarmt sich, lässt Mami noch eine Runde schlafen und startet mit Mini Blondie in den Tag und backt tatsächlich eine Pfannkuchentorte, mit der ich zu einer christlichen Zeit dann geweckt werde. Mhhhhm, lecker. Da kann es doch noch so lange regnen, wir machen es uns gemütlich. (Der kleine Findusliebhaber hat sich halb zehn ganz allein aufs Sofa gekuschelt, Kinderradio gehört und – drei Stunden geschlafen. Es gibt Gerechtigkeit.)

Solche verrückten Tage sind immer eine Überraschung … da brauchen wir Humor, Extra-Geduld und Soul Food. (Neben Fast Food und Slow Food anscheinend der neue fancy Begriff, aber stimmt.) Sowas wie Spaghetti mit Ketchup, Griesbrei, all die Sachen, die wir seit Kindertagen kennen und die uns auf ihre Art trösten. Dazu gehört bei uns auch: Sauerkraut mit Würstchen und Kartoffeln. Da wollen sogar die Playmobilmenschen mal kosten.
Und was ist euer Soul Food?
:: Noch mehr Essen … auf der Tageskarte, vor kurzem aktualisiert. Das Rezept hat meine kleine Schwester eingeführt, jetzt wird es von uns allen ständig gekocht. Bon Appetit!
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Apr
27



Draußen und drinnen gehts bei uns gerade drunter und drüber. (Wann eigentlich nicht?) Die Blumen im Beet sind aus Wolle, das Obst auf dem Kindertisch auch. Dafür steckt Mini Blondie ihre Gummistiefel (die heißgeliebten, die sie morgens noch im Schlafanzug schon anzieht) in den Backofen. Was soll da am Ende rauskommen. Stiefelgratin? Oder sind die Stiefel nur die Form und heimlich mit Modderpampe gefüllt?
Neben den Mützenblumen wachsen meine ersten eigenen Tulpen, sie sind so knackig, ich könnte reinbeißen. Die Saat im Gemüsebeet ist schon so groß, dass ich sie aus dem Küchenfenster sehen kann, die kleinen grünen Reihen. Aufregend! Mindestens genauso aufregend wie die sehr nahen Geburtstagsfeste, für die noch ach so viel zu tun ist … Schwupp, bin ich wieder off. Den wolkigen Tag muss ich im studio nutzen.
Posted in Küchenkram, So ein Tag
Mrz
16

Wollmer Muffins backen? Unbedingt! Wenn draußen spielen immer noch nicht geht, machen wir weiter in der Küche Bambule. Der Teig geht herrlich schnell und schwupp haben wir warme Blaubeermuffins zum zweiten Frühstück auf den Tellern. Diese sind besonders lecker. Wir haben sie in Mini Blondies Ofen gebacken.



Das Rezept ist eigentlich Mucklas Grundrezept für Cupcakes, ein bisschen abgewandelt:
225g Butter
225g Mehl
2 TL Backpulver
125g Zucker
1 Prise Salz
Mark von einer Vanilleschote
gefrorene Blaubeeren nach Wunsch
bei 180° C ca. 20 Minuten backen
Man könnte den “falschen” Muffins jetzt auch noch ein Cupcake Icing verpassen, aber dazu hatten wir keine Zeit … wir mussten sie gleich so probieren. Mhmmm.
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Feb
04



Premiere! Gestern Mittag hat es die Sonne das erste Mal in diesem Jahr ums Haus herum bis ins Küchenfenster geschafft. Alles wird schön, wenn es in etwas Sonnenlicht (oder Schokolade) getaucht wird.
Mit dem blauen Himmel und den eilenden Wolkenfetzen fliegt uns eine Leichtigkeit zu, die der Winterträgheit Beine machen will.
Mini Blondie guckt nach oben und wundert sich über die schnellen Wolken: Der Himmel geht weg. Kann sein. Da wird schonmal ein wenig vorgeputzt für das Frühjahr. Räumungsverkauf. Aller Schnee muss raus. Platz schaffen für Frühlingsregen, warme Brisen und Narzissenduft. Auch wenn es noch viele Wochen bis dahin ist … es ist jedes Jahr wieder neu just thrilling.
Benutzt noch irgendjemand diese alten kleinen Abreíßkalender, die nur ein großes Datum auf dem Blatt haben und jeden Tag abgerissen werden? So einen hätte ich jetzt gerne! Das Abreißen würde es lautstark unterstreichen: Nordwind, Eis, Matsch und Grau – eure Zeit ist gekommen!
Oh, und wenn es erst wieder frischen Kopfsalat gibt … bis dahin essen wir Topf für Topf Rotkohl, Staudensellerie, Schwarzwurzeln … und immer schön Butter und Nudeln dabei.
Posted in Küchenkram
Jan
28


Ganz lecker, besonders, wenn vor den Scheiben ein Schneesturm tanzt: Maishähnchen im Ofen mit Kartoffelspalten gleich dazu und Fenchel-Kokosgemüse. Yummy. Julia Child wäre (bei wärmerem Wetter) ganz aus dem Häuschen gewesen. Wir haben eine Woche Zuhauseurlaub, (fast) nur wir drei, und viele Bücher, Stoffe, Küchenkram und Kroppzeug. Das ist eine wunderbare Methode, um das neue Jahr auszubalancieren, Pläne zu schmieden und so richtig Schwung zu nehmen, für alles, was so kommen wird. Nicht nur abwarten, an den entscheidenden Punkten aktiv beeinflussen, das ist eine Taktik, die sich gut anfühlt.
Auch gut fühlen sich die Stoffe für die vielen kleinen Schuppen von meinem Schlittschuhfahrerfisch an. Ich muss mich mit dem Zusammennähen beeilen, es taut schon wieder, aber die Fische fahren nur im Winter Schlittschuh.


Wahrscheinlich müssen die meisten heute arbeiten, können nicht ausschlafen und haben keine Zeit, einen neuen Roman zu beginnen. Ich wünsche euch aber etwas: einen Marshmallow im Kakao, ein Grünfinkzwinkern und etwas, das glitzert im Staub. * * *
Posted in Küchenkram