Skagens Licht, Lachs in der Pfanne

Dänemark 2017
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Camper sind – gleich nach Strickern – die nettesten Menschen auf der Welt. Wir waren im Djursland hängen geblieben. Mols Bjerge. Meiner Lieblingsgegend von Dänemark – gleich neben der Region um Odense herum, und Fünen überhaupt. Und Aarhus. Aber auch Ribe. Und der Strand beim Himbeerhaus hinter Haderslev.
In meiner Lieblingsgegend Gesamtdänemark also:
Auf Helgenaes fanden wir unverhofft den schönsten Campingplatz am Meer. Es war schon Saisonende und behaglich ruhig, hoch oben terassiert, der Strand übersät mit Hühnergöttern, im Wasser die rotblaue Rutsche, früh und abends zeigte sich das kleine Grüppchen Schweinswale. Die Kinder badeten unterm Regenbogen.
Jon, der in sich gekehrte Platzbesitzer mähte mit seinem Traktor die leer gewordenen Stellflächen. In ein paar Tagen würde er von Platz zu Platz gehen und alle Männer bitten, die Rutsche aus dem Meer zu hieven.
Wir saßen gewissermaßen fest. Nicht nur, dass der Boden vom häufigen Regen aufgeweicht war und wir das Schneckenhaus nicht ohne weiteres von der Anhöhe herunter bekommen würden. Nach zwei gemeinsamen Wochen mit den Mielkis blieb uns noch eine Woche nur zu fünft.
Nach Skagen hatten wir es nicht geschafft.
Gestartet waren wir gemeinsam; wieder bei den Hökholzkaninchen. Eis in Ribe und ein langer Nachmittag im Wikingerdorf. Aufgewühlte Nordsee nahe Ringkøbing und der Leuchtturm, der uns nicht mehr loslassen wollte. Aber der Wind wehte, wo er wollte. Sand übers Essen, Sand zwischen aller zehn Zähne und Zehen.

Unschlüssig verstrichen zwei, drei Tage.
Batti floh vor meiner Verdrusslaune und unterhielt sich lange mit dem sympathisch-holländischen Nachbarn. Es war einer mehr dieser verboten schönen, späten Sonnenuntergänge, Kitsch galore, und der Vollmond stand überm lilablauen Meer.
Irgendwann kam ich dazu, unsere Sommerkinder waren spätendlich eingeschlafen. Kock der Holländer erzählte Geschichten aus über 30 Jahren dänischer Camperei, und legte uns sanft ans Herz, zwei Orte weiter beim Fischer den leckersten Lachs überhaupt zu kaufen. Wir breiteten ihm unsere Weiterreisepläne aus, Sandager Naes nämlich, der Platz, der uns 2015 so froh gemacht hat. Aber Skagen!
Als er Skagen hörte, leuchteten seine Augen heller auf. Und uns war wieder klar.

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Am nächsten Morgen war es gar nicht so weit.
Skagen. Mehr dänischer Norden ging nicht. DAS Licht hatte uns mit Wucht empfangen. Regengrau, die ganze Fahrt über, und kaum waren wir dort, kam das große, bunte Leuchten.
Und den spektakulären Lachs hatten wir noch ergattert und jetzt im Gepäck.
Schmeckt aber bestimmt auch andernorts gut. Et Voilà:

Skagenlicht Lachspfanne
mit Blumenkohl und Pasta

Zutaten:
3 EL Sahnemeerettich Bio
1 Blumenkohl
2 EL Tomatenmark
300ml Becher Sahne
fangfrischen Lachs nach Belieben, in Stücke geschnitten
1 große rote Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
500g Pasta – Linguine oder Penne
Butter, Olivenöl, Salz, Sojasauce Pfeffer, Zucker, geräuchertes Paprikapulver, frische Petersilie

Am liebsten im Wohnwagen den Gasherd anschmeißen, den Lachs häuten und entgräten und schneiden. Nudelwasser aufsetzen und den Blumenkohl von den anderen putzen und zertrennen lassen. In einer Pfanne in Butter und Olivenöl den Knoblauch und die Zwiebel in Würfeln anschwitzen. Mit Tomatenmark ablöschen. Blumenkohl mit anbraten, bei mittlerer Hitze. Mit Salz oder Sojasauce würzen und dann einen Schuß Wasser dazu geben und mit unter geschlossenem Deckel 5 Minuten bei kleiner Flamme garen. Ist der Blumenkohl schön gegart, aber nicht verkocht, alles mit der Sahne aufgießen, den Meerettich unterrühren und die Lachsstücke dazu geben. Bei ganz geringer Hitze bleiben, bis der Lachs nach kurzer Zeit gegart, aber noch schön weich ist.
Würzen nach Belieben.
Rechtzeitig vorher die Pasta kochen und dann mit der Sauce vermengen. Parmesan kann auch nicht schaden. Alles vor dem Wohnwagen auftischen und zusammen im Skagenlicht sitzen. Weiter weg, hinter den Dünen das Meergesäusel hören und nichts weiter tun.

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