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Heute habe ich die Fotos vom Wollfest durchgesehen – und so schlimm sind sie doch nicht geworden. All die schöne Wolle; mir scheint, ich entdecke auf den Bildern noch viel mehr als vor einem Monat, im großen Gewusel. Die YarnoverBerlin Mädels haben zum zweiten Mal ein Wollfest auf die Beine gestellt. Mein 1. Festival; und jetzt will ich natürlich zu ihnen allen: Edingburgh, Oslo, Bergen, Fanö

Uli und ich stromerten an diesem schön-nassen Herbsttag durch die heiligen Hallen, fest entschlossen, nicht wirklich viel Geld auszugeben. Well you know, festivals are for inspiration, right. Aaaber, dann haben die Bücher und die filigranen, wunderschönen Maschenmarker am Mylys-Stand den Bann gebrochen. Und schließlich konnte ich auch bei Treliz mit ihren blitzenden Augen und einem Strang Sockenwolle, zu dem es eine Kartoffelgeschichte gab, nicht vorbei gehen. Auch nicht bei den Mini Skeins von Snail Yarn. Und mein Herz im Sturm gekapert hat das norwegische Norne Yarn Kit für den Gokstad Shawl. Ich habe die ersten Reihen gestrickt; ein Traumprojekt, aber eins, was meine volle Aufmerksamkeit braucht. Das wird dauern. Aber ich bin motiviert. Ich habe am Norne Stand den Shawl anprobiert und er hat Gewicht, er kleidet regelrecht an und verrutscht nicht. Die Wolle ist zum Schwärmen, mit Kaschmiranteil.

Eine besondere Freude war mir, Mimi von liebwedd und Jule von Hey Mama Wolf über den Weg zu laufen.
So viele schön eingestrickte Menschen auf einen Haufen habe ich noch nicht gesehen. Alle stricken sich gerade Pullover mit diesen abgefahren aufwendigen Yokes und haben den Brioche Stitch wiederentdeckt. Lustig, wie in der Strickerwelt auch die Trends rüber und nüber schwappen. Kein Wunder, dass ich im Project Bag Nähfieber bin!
Dieses Jahr hab ich allerdings so unverschämt viel schöne Wolle erbeutet, die gehörten ausgestellt hinter Glas, hehe.

Außerdem:
* Herrliche Geburtstagswolle zeige ich bald.
* QuiltLIEBE Update kommt bald, MUSS kommen. Ich habe einige so liebe Zusendungen bekommen! Mich riesig gefreut! Es geht langsam voran, aber es geht voran. Liebe ist eben langsam. Wundert euch nicht, im Hintergrund, leise, geht die Nadel mit dem Faden durch die Stoffe. Immer noch könnt ihr gerne mitmachen. Klick

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Welthase Wolle
Berlin Knits Yarnfestival

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Kastanien im Bett

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Die Lichter mischen sich wie dein Bild mit den zwei Sonnen. Sommerabend, Herbstmorgen. Immer noch laue Nächte. Schneckenhaus, wir könnten nochmal los. Aber. Am Zaun steht dieses Aber, guckt zu mir rüber. Schüttelt unmerklich den Kopf.
Ich war wie on hold, mein Herz im Ärmel mit eingekrempelt. Irgendwo auf Standbild gestellt. So große Schritte machen das mit mir. Jetzt greifen die inneren Zahnräder wieder. Ich fühle den Motor sich vorwärmen. Be-wegung ist wieder möglich. Gelbe Wolke winkt grinsend.

Die Kastanienernte war kurz dieses Jahr, die Apfelernte fällt ganz aus. Kein einziger Goldklumpen in der Baumkrone. Gut dass ich im Frühsommer schon Kastanien im Kopf hatte. Ich durfte wieder die neue Anleitung von Frau Rosenrot probenähen und hatte soviel Freude dabei! Wer noch Kastaniensehnsucht hat, näht sich einfach ein Kastanienkind selber! Oder ein Eichelbaby im Blätterschlafsack.

Die unzähligen Sicherheitsnadeln aus der Wohnwagendecke sind längst entfernt. Einen Abend vor unserem Sommerurlaubsstart (das war Juli) saß ich in so einem Licht und habe Bahnen gesteppt. Ich wollte mein Glück fassen. Das Deckentop ist schon linienreich genug, ich habe einen schlichten Quiltstich meiner Maschine verwendet und große Abstände, schnelles Augenmaß, hehe.
Das Binding habe ich diesmal nicht separat angesetzt sondern die Rückseite weit überstehen lassen, damit ich sie umklappen und mit Matratzenstich annähen kann. Mein Zeitmaß ist längst nicht so zuverlässig wie mein Augenmaß; nach drei Wochen Dänemark habe ich die allerletzten Stiche auf der Rückfahrt kurz hinter der Grenze genadelt. Typisch. Aber wir haben die Decke trotzdem den ganzen Urlaub verwendet und sie hatte Kulibemalungen vom Gummibär und ärgerliche Kakaoflecken von Angry Blondie noch bevor sie überhaupt fertig war.
Mit dieser Decke saß ich vielmals im Auto, vor dem Wohnwagen, neben Uli, am Hang vorm Meer … habe ein bisschen geflucht, über die schiefe Ecke, wo Stoff gefehlt hat, über die vierte Seite, an der der Stoff nicht gereicht hat zum Umklappen. Irgendwann kommt der Punkt des „Nicht mehr so genau Nehmens“ – und dann wirds fertig und gut.
Ich glaube, das ist das Schönste, was ich je genäht habe. Jetzt liegt sie auf dem Bett in ihrem lustigen, fast quadratischen Format und träumt von Dänemark. Ich habe vorerst einen Fimmel damit.
Wenn es jetzt im tiefen Oktober mal trocken genug wird draußen, mach ich noch ein paar Bilder. Und ein paar mehr Apple Pies. (Barcomis Rezept, mit Holsteiner Cox.)

Wir haben die erste Erkältungsrunde gedreht und Herbstferien in Aussicht. Ein paar Stapel an Krams sind abgetragen und machen mich froh. Ich drücke auch auf die Hupe. „Honk if you are happy.“
Ich renke Bärenbeine ein und trage den Sand von drinnen wieder nach draußen. Ich wasche die Tassen und Töpfe tausend Mal, wische Tusche und Klecker und Tränen ab, falte unakkurat die Wäsche und lese ihre Laune am Gang.

Bald, hoffentlich: ;) Ein paar Glimpes vom Berlin Knits Wollfest (Das war so schön!) und ein sehr sehr schönes Giveaway! Come back, please.

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Heute Herbst

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Hm. Wenn man einmal den Faden verloren hat … Vielleicht wird mir das Internet auch langsam zu voll. Zu wenige weiße Seiten. Letzten September war es noch so versommert. Ich freu mich dass es immer anders ist. Jetzt war es ein paar Mal schon kühl genug für den Ofen. Das und nichts anderes könnte ich diese Tage nur machen: Dem Holz zusehen, auf dem Flammen tanzen. Und es knackt und zischt.

Drei Wochen neues Schuljahr haben wir gemeistert. 5.55 Uhr tönt mein Wecker los. Ab jetzt werden zwei Kinder geweckt. Gelbe Wolke geht in die Schule. Der Ranzen steht ihr wirklich gut. Mit Bommeln an den Stiefeln erobert sie sich eine neue Welt und ahnt nicht, dass sie gerade das Fliegen lernt. Noch nicht.

Und ich passe täglich die Stare ab, die noch hier sind. Es werden immer mehr. Sie rauschen in schwarzen Wolken über meinen Himmel und üben verrückte Manöver.

Happy Herbstanfang liebe Leute! Pumpkin Spice Latte mit einem Berg Sahne, Apple Pie à la Cynthia, Kartoffelfeuer, große Töppe Suppen. Der Herbst wird in jedem Fall köstlich.

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!