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Es muss an dieser Form liegen – Hexagons, wie die Wachswaben der Bienen, reihen sich aneinander, pausenlos. Ich kann gar nicht wieder aufhören. Na klar, mit der Maschine würde es schneller gehen, so ein neuer Quilt. Aber mein Herz zetert und bettelt nach Entschleunigung; jeden Tag. Ich habe vor 5 Jahren in unserem dänischen Mai den Hexagonquilt mit den Blüten begonnen … das wird noch dauern. Und vor zwei Jahren die noch etwas kleineren Schablonen aus Esbjerg zerschnitten, bewundert, mit Stoff umheftet. Das wird noch sehr lange dauern.

Aber da sind zwei Kinder aus Syrien angekommen, mit ihren Eltern, Gott sei Dank, aber sonst mit gar nichts. Inzwischen haben viele Hände die karge Wohnung schon ein wenig bestückt und bunt gemacht. Und die Hexagons riefen. Wesentlich größere Schablonen, damit es nicht wieder fünf Jahre dauert (wie es das ja sonst gerne bei mir tut). Inzwischen habe ich auch herausgefunden, wieviele wunderbare Nähwütige es in meinem Umfeld gibt – hurra! Zwei Hexagonquilts werden ganz bald fertig sein.
Für ein Kind, das seine Heimat verlassen musste, die Wurzeln, die Freunde, die vertraute Melodie der Sprache auf den Straßen, vor den Fenstern verloren hat, wünsche ich mir eine Decke. Eine Decke zum drin verkriechen, Wärme spüren, Nähe erleben, Liebe finden. Eine zweite Heimat.
Wenn wir in den Urlaub fahren, nehmen wir unsere liebsten Kuscheldecken mit. Auch wenn das begehrten Kofferraumplatz verschwendet – ein Ferienhaus oder Hotelzimmer, der Wohnwagen sowieso – fühlt sich sofort heimelig an.

Ach es sind ja noch soviel mehr Kinder in unserem Land gestrandet. Ich träume davon, dass noch ganz ganz viele Hexagonquilts entstehen. Genäht von unzähligen Händen, den verschiedensten Stoffen aus unserem Zuhause. Ihr werdet es bemerken, wenn ihr darüber sitzt: Wie sich mit den Fadenstichen Liebe zwischen die Nähte legt. Sie wird in guten Händen sein.

DIE IDEE:

Wer mitnähen möchte, läd sich die Schablonen PDF herunter – es gibt zwei verschiedene Größen – und näht entweder:
– 4 bis 6 Hexagons aneinander (dann passt es noch gut in einen Briefumschlag)
– oder umheftet einzelne Hexagons mit Stoff (beliebig viele)
– Dann schickt ihr mir eine Mail und ich schicke euch die Anschrift und weitere Infos.

Wir vernähen dann die einzelnen Teile zu schönen Hexagonquilts für Flüchtlingskinder. Wer aus dem Raum Berlin kommt, kann aber auch zu meinem Projekt NADELWALD kommen, da nähen wir gemeinsam an den Quilts.
Ich habe Kontakt mit dem wunderbaren Verein Flüchtlingspaten Syrien e.V. und möchte darüber die Quilts vermitteln.

WICHTIG:

– Die Stoffe, die ihr verwendet, müssen gewaschen sein, sonst laufen sie ein, wenn der Quilt das erste Mal gewaschen wird.
– Battings und Rückseitenstoff kann gern gespendet werden.
– Für Stoffläden: Wir freuen uns über Stoffreste, die ihr spenden könnt.
– Bitte teilt diese Idee, wenn es euch gefällt.

– Auf der Menüseite QuiltLIEBE stehen weitere Infos und die Schablonen zum Download. Eine kleine Anleitung, wie es gemacht wird, auch. :)

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Madame Sommer ist verfrüht eingetroffen und hat die Erdbeeren zum Erröten gebracht. Es ist heiß und drückend. So drückend, dass ich mich ins kühle Haus verkrieche und alles Müssen absage. Die Betriebsamkeit kann gestohlen bleiben. Ich lese ein Buch zu Ende und bin von der ersten bis zur letzten Seite damit glücklich gewesen. Den vita stenen – Der weiße Stein, Gunnel Linde, 1964, ein Kinderbuch; eigentlich.
Ich sortiere bemalte Blätter und Erinnerungen. Das Gummibärle klettert um mich herum und ich kann mich im Detail so verlieren. Diese feinen Härchen über der Schnute. Diese perfekte kleine Nase. Die Korkenzieherlocken, die Stimme, die mir lustige Sätze sagt. Du darfst Nudeln kochen, oda?
Wir bekommen ein Mittagsschläfchen auf dem Sofa hin – himmlisch und selten – und ich kann es kaum erwarten, bald so im Schneckenhaus in den Tag hinein zu leben.
(Die Gardinen sind immer noch nicht fertig, ich habe Breite und Höhe verwechselt; der Quilt wartet darauf, sandwiched zu werden und strahlt mich gebügelt an.) You are ahead by a century.

Den Abend vor Himmelfahrt fuhr ich zwei Stunden von der einen Heimat in die andere und habe irgendwann angefangen mitzuzählen: Gut 400 Wohnwagen und Caravans sind mir entgegen gekommen. True story!
Und vor zwei Jahren habe ich nie auch nur eins wahrgenommen. Ist das nicht immer so – wir sind blind mit den Augen, solange bis unser Herz für etwas schlägt.

Jetzt ist es drei Stunden lang dunkel geworden, diese Nacht ist geboren. Ich höre das Tippen auf den Notebooktasten wie kleine Geheimnisse. Ich habe auch so einen weißen Stein wie Fideli und der König der Gefahren. Manchmal trag ich ihn den Tag lang in der Hosentasche. Nie eine Mutprobe gemacht.
Die Nachbarn haben dem Kirschbaum die Arme abgesägt.

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Brandenburger Land
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Puppa-Berlin Püppi
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Quilt of Shirts
Gummistiefel
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Purl Soho Overnighter

Jetzt habe ich doch wieder ein Waffeleisen geholt, dass Herzen backen kann. Es ist war bald so kalter Mai wie vor sechs Jahren. Als wir in L’Alsace bei den Störchen geforen und auf Mucklas Baby gewartet haben. Ich habe mich in INK verhört, die Worte sind mir in die Ohrmuscheln geschwärzt und ich hab die Melodie im Schädelknochen. Das Lied lief den ganzen Tag, die Nacht durch; und spielt jetzt weiter, auch wenns aus ist. Funny May.
Mein Herz macht Dinge und sagt mir nicht vorher Bescheid. Es ist noch was anderes, wenn ich Decken nähe. Alles andere geht sicher irgendwann kaputt, zerschleißt sich, bis das Gewebe wieder einzelne Fäden ist. Aber eine Decke wird ein heirloom, ein Erbstück. Überlebt mich vielleicht als Hundedecke, eines Tages.
Soo viele Anläufe habe ich für den Hemdenquilt gebraucht, vor SECHS Jahren begonnen, mit dem alten Lineal und schmalen Streifen, im Kapitänshaus. Es war auch Mai. Man könnte die Augen rollen, aber für mich ist eine Decke immer big deal. Und jetzt sehe ich ein Ende! Ich könnte hüpfen! Dem Quilttop fehlen nur zwei, drei Nähte und die Rückseite ist schnell gemacht. Dann muss ich entscheiden ob ich mit der Maschine steppe (Meine Maschine ist dafür nicht gut geeignet, aber Ulis!) oder ob ich Sashiko von Hand quilte. Vielleicht eine Kombination.
Merkt ihr was an den Bildern? Ich habe seit Jahren mal wieder die Festbrennweite weggelegt und probiere mit dem alten Objektiv, ob wir uns noch vertragen. Es ist ungewohnt. Ich hab mich schon sehr an den Schärfeverlauf gewöhnt, und doch, der Weitwinkel tut gerade gut.

Und wieder haben wir Mitte Mai – gefühlt ist das Jahr halb vergangen. Ich habe der GECKO entgegen gefiebert, weil diesmal eine kleine Geschichte von mir drin ist, und ich freu mich so über die schönen Illustrationen von Julia Dürr.
Davor der Nähworkshop und die Ostertage, die mir immer noch präsent sind. Was für ein Glück, mehrere Maschinen gleichzeitig rattern zu hören, mal richtig Faden zu verbrauchen und zuzusehen, wie das in den anderen Augen klickt.
Und Anfang April war doch auch erst eben … jetzt sind die Kirschen, die Äpfel verblüht und ich habe kaum Bienen hier gesehen. Es war sehr kalt. Hoffentlich reifen ein paar schöne Goldboskops zusammen.
Ich habe mir wieder einen Puppentag gegönnt. Mit Ela und meiner lieben C. waren wir bei Puppa Berlin im Puppenkurs und haben abends jeder ein neues Puppenkind mit nach Hause gebracht. Mein Püppchen wird das Gummibärle zu Weihnachten bekommen, ich halte es noch gut versteckt und habe noch genügend Zeit, es einzukleiden. Ich habe zum ersten Mal Sommersprossen gesetzt. Das sollte es als Beruf geben: Sommersprossenzeichnerin!

Heute haben wir Buschbohnen gesät, Zwiebellauch, Malven und Kamille. Die Erdbeeren blühen. Zwischen den Himbeeren zittern ein paar Vergissmeinnicht. Die Kinder kurieren eine Frühjahrsgrippe. Es läuft nicht richtig rund. Zwei schlafen, die, der es wieder besser geht, umtänzelt mich. Zweiflossige Meerjungfrau ist sie heute, von oben bis unten in Blau. Und Omas Plastegold.
Und wenn ich nur die Augen dafür aufmach, find‘ ich es überall. Ich schreibe meine Liste der 1000 Geschenke und zwinge die Unzufriedenheit mit meinem Dank aus der Tür.

Bilder 1-3 hat Batti gemacht.

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!