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Gerade habe ich mir den dritten Kaffee gebrüht – Montag Vormittag; es geht nicht anders. Die Kinder sind under the weather. Die Großen mit Glitzer und Geschrei in den Faschingstag gezogen. Das Gummibär hats seit Tagen erwischt und alles ist verkehrt. Die Nächte sind unruhig, die Tage viel.
Wir räumten gestern den ganzen Tag, durchs ganze Haus, unser ganzes Zeug. Es fühlte sich jedenfalls so an. Alles kommt in Bewegung, wenn man nur einen neuen Kleiderschrank für die Gelbe Wolke aufbauen will.
Plötzlich sehe ich wieder überall das Zeug. (Zeug = Dinge, die überflüssig sind, hehe.) Ich will es lossein, abwerfen, im Galopp verlieren. Warum ist das so schwer. Ich komme mir so herzlos vor, wenn ich Dinge nicht behalten will, die in viel Liebe gewickelt waren. Die Freude hatte den Moment, und jetzt kommt der Staub.
Wir verbünden uns, Batti muss helfen, er ist nicht so attached wie ich. Allein was die Kinder inzwischen angesammelt haben an Zeug Schätzen – in ihren Augen. Es ist schwer ihnen zu erklären, dass man auch zu viel haben kann. Und wir sind in dieser Zeit, alle haben zuviel, keiner braucht wirklich noch ein schon leicht angeschlagenes Buch, noch ein Kuscheltier mehr.
Ich schiebe die Schuld der Massenproduktion in die Schuhe, was für ein Irrsinn da mit Maschinen produziert wird, bald müssen wir Zeug ins Weltall schießen, so kommt mir das vor. Weltraumschrott verfinstert die Sterne.
Besitz macht nicht glücklich, vielleicht hat er das mal, als alles rar war, als sich das Leben goldgräberisch angefühlt hat, weil einmal alles verloren war.
Die Kinder können immer noch staunen über einen Haufen frisches Moos und Birkenstöcker. Ich glaube, sie belastet das auch, die Überfülle, und das ist erstmal nur im Offline.

Ich habe drei Gläser ausgekippt mit Erinnerungsstückchen von 2012 und den Jahren danach. Ein Schwung Goldlöckchen, bei einem Frühstück im Februar abgeschnitten, Muscheln, Hühnergötter, mein alter Ring. Kusmi Teeverpackungen aus Dänemark und getrocknete Blüten.
Warum ist das Aussortieren so unbehaglich. Ich mache das fortlaufend und doch wird es nicht weniger Zeug.
Etwas Neues kaufen macht glücklich, in dem einen kurzen Moment, das ist mir klar, wahrscheinlich falle ich zu oft darauf rein. In einer Studie stand, unser Gehirn ist darauf geeicht, Dinge zu suchen und zu finden. Wenn wir etwas Tolles finden, belohnt es uns mit Glückshormonen. Das gilt genauso für schöne Fotos auf Instagram oder tolle Artikel.
Die Achtsamkeit mir selber gegenüber wird immer wichtiger.

Ich nehme die Leitsätze nochmal neu mit, die im letzten Jahr aus diversen Entrümpelungsbüchern ihre Kreise zogen: Macht mich dieses Stück Zeug glücklich? Lieb ich es wirklich total, oder ist es eigentlich nur geduldet? Nein? Dann weg! (Mini Blondie schimpft, wenn ich das so herzhaft sage. Sie liebt die Dinge alle ehrlich und schon lange.)
Ich wünsche mir dass in ein paar Wochen hier fühlbar mehr Luft ist im Haus. Dass wir nicht ständig Zeit mit aufräumen vertrödeln, weil es gar nicht viel aufzuräumen gibt.
Und Glücksgefühle funkeln noch besser, wenn ich an der Nähmaschine sitze und Nadelstiche mache. In Gelb, in Blau, in Rot. Und bei einer heißen Tasse Kaffi.
Selbsterziehung hört aber auch nie auf.

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Hochzeit im Herbst

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Februar könnte auch gut Grauruar heißen. Das ist der eine Monat, der mir stets nicht gut passen will. Der Winter ist vorbei, der Frühling kommt erst im März. Da ist eine Menge Erfindungsreichtum gefragt, und deswegen hat er auch seine Berechtigung, der Februar. Nach einer neuen Erfindung ist es immer gut. Solange wir nicht krank liegen, bin ich zufrieden. Und ich freu mich, wenn etwas vom Himmel kommt, Regen, Wind, irgendein Wetter. Die ganze Woche soll es regnen, also stelle ich heute den Kaffiknopfschnee ab und spritze mit Farben.
Wir waren im Herbst auf einer knallig bunten Hochzeit von unserer Freundin Anja (und ihrem Mann natürlich, aber ihn kennen wir noch nicht so lange.)
Der goldene Herbst hatte sich Anfang Oktober frechlich verzogen und wir brauchten viele Regenschirme, aber wir saßen zur Feier in einem wunderschönen Glashaus. Brautpaar und Helfer haben, glaube ich, tagelang geschmückt. Jeder Tisch hatte andere Details und ich konnte mich nicht satt sehen an den Dingen und den Kuchen.
Die Hochzeit war eine laaange Autofahrt weit weg, in Darmstadt. Die großen Kinder sind zu Hause geblieben, aber die Muckla hatten wir mit dabei. Unser Gummibär hat prima mitgefeiert und mit ihren Gummistiefeln allen schnieken Hochzeitsleuten fast die Show gestohlen.
Wir haben in einer alten, brüchigen, süßen Villa übernachtet und waren schon lange nicht mehr so müde. Aber in Darmstadt kann man lecker Sushi essen, das haben wir noch am Abend vorher ausprobiert.
Ach das ist schon wieder so lange her, das Marmeladengeschenk schon dreimal aufgegessen – ich hätte sofort Lust auf eine Frühlingshochzeit! Leider steht dieses Jahr keine einzige an … (Oder? Gibt es Kurzentschlossene?!?)

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!