Silvestertag

Am Silvestertag muss ich Nudeln kochen und was noch im Kühlschrank ist, zu einer Soße zusammen simmern. Einige beachtlich große Löcher in die Luft gucken. Aufseufzen.
Tannennadeln an den Staubsauger füttern, den alten Nimmersatt.
Muss die Wehmut rausschmeißen denn da steht schon die Neugier füßetrippelnd und fönfrisiert vor der Tür und will mit mir aufs Neue anstoßen.
Am Silvestertag muss ich schreiben, all die Worte, die noch in mir drin sind und zur Ader gelassen werden wollen, weil sie ins alte Jahr gehören, und nur dahin.
Muss ich Rückschau halten und mit ernster Miene erste Spuren in die neuen Kalender ziehen. Gänsefüßchen. Fragezeichen. Herzen und Sternchen. Ein schmales Kreuz.
Am Silvestertag muss ich Purzelbäume machen, mich aus den Ecken wieder zusammen flicken, durchs Feuer gehen. In den Himmel gucken. So oft es geht, in den Himmel gucken.
Tanzschrittchen mit dir finden, zu all dem Peng und Puff.
Loslassen, all das Wollte noch, Hätt ich nur, Das ist nicht fertig und das auch nicht.
Vordergründig den Staub wegwischen. Tabularasa mit dem süßen Zeug. Konfetti versprühen. Aus blanker Freude, am Leben zu sein.
Am Silvestertag muss ich Bowle machen, Berliner essen, Appetit auf Kartoffelsalat und Würstchen haben. Muss an euch denken mit heißem Herzen, Freunde, die ich euch alle zu selten gesehen habe, zu wenig mit Zeit bedacht oder mit Apfelkuchen.
Gott sei Dank bekommen wir ein neues Jahr. Sei, Gott, sei hier mitten unter uns. DANKE.

Meine Guten, wer auch immer sich heute Abend hier her verirrt und auf Empfang geht, ich sende euch: Frohes Neues Jahr! Friede mit euch. Bis bald.

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Du wirfst eine Handvoll Schnee
Liebesbeweis
vom Himmel
stellst Engel rundum
arme Ritter und Hasen
lahm und blind –
Weil Gott in tiefster Nacht erschienen!

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Kartoffeln schälen, Straßen bauen
Baum schmücken, Gezeter schlichten
Geschenke zählen, Eilige Maschen
Die Ruhe bewahren – almost
Mehr Glück Andreas
Loslassen
Raum schaffen
Immanuel
kommt.

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*

Die Zeit bleibt stehen
mit Geächze.
Noch zwei Türchen
– und bärtige Listen.
Verteilen uns aufs Haus
und finden am Ende wieder
zusammen
unterm Stern.

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Wenn wir
werden wie die Kinder
In der allerlängsten Nacht
Fürchten wir uns nicht –
Begnadigte –
Erwählte –
Am Fuße deines Berges
will ich immer sein.

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*

Ich setz mich unter den Lebensbaum
in Ithaka.
Noch ist alles im Nebel verborgen.
Da
ein Flügelschimmern.
Sie kommt mit Rollkoffer
und wehendem Stern.

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Und dann reißt du alle Himmel auf
– als fielen Feuer
tünchst die Erde in Frost
– wie feinster Zucker.
Friede-Fürst
Ewig-Vater
KÖNIG.
Abide with me.

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*

Als wir es am eiligsten hatten
warfen wir doch kurze Blicke
an die Fenster
– wie nasse Schneebälle.

Hundert Tanzpaare drehten sich
lautlos
zerfurcht
selig.

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Liebes Meckelborg.
Die Wölfe sind zurück.
In der alten Heimat
noch immer
Wurzeln aufgefunden.
Und braune Soße, Buttererbsen.
Festtagsbraten.
Fässer mit Wehrmut
wurden rangerollt.

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Ich steh an deiner Krippe hier
Mein Wunschzettel
Schnee
Ein Pfarrhaus
Ein brauner Hund
Alles was Herz hat
Dass du mal verlässlich
fröhlich bist

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