April Pictures

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April. Der Mond hat aufgeblendet.
Ein Fuchs kommt regelmäßig in den Garten. Gestern hat er durchs Terassenfenster geguckt. Ich vermute, ihn treibt Hasenhunger.
Die Linden strecken sich im hellsten Grün. Der Raps ist aufgegangen. Wenn ich spät nach Hause komme, riecht es nach kaltem Mist von den Feldern. Liebes Land.
Die letzte Straße aus der Stadt hat ein Haus, da leuchten noch Abend für Abend ein Stern, eine Lichterkette. Da muss eine besondere Geschichte stecken.

Batti hat mit der Gelben Wolke Radieschen und noch ein bisschen was gesäht. Was sind die Pflänzchen am Anfang zerbrechlich. Man will nicht glauben, dass daraus was kräftiges werden kann. Aber es wird.
Irgendwann möchte ich mal einen Acker haben. Ich weiß genau, was ich säen und pflanzen will: Rhabarber, Quitten, Kürbisse. Erdbeeren, Blaubeeren, Stachel- und Johannisbeeren auch. Rote Beete, Bohnen, Erbsen. Kartoffeln! Eine ordentlich angebundene Reihe Himbeeren. Die Stockrosen kommen rundum ein bornholmrotes Gartenhäuschen. Und so ein Gewächshaus aus alten Glasfenstern, für Tomaten oder Gurken.
Ob es mal so wird? Wenn – dann passt aber auch noch ein Esel mit rauf.

Herzenswünsche muss man haben, nicht unbedingt deren Erfüllung. Die sind wie die Stangen und Schnüre an den Erbsen, an denen man sich entlang hangeln kann, empor wachsen. Ich könnte noch viel mehr Zeit damit verbringen, dankbar zu sein. Los gehts.

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Ich muss mal nach Jämtland. Und solange (das wird lange dauern) koch ich mir immer wieder die Suppe. (Und wie könnte es anders sein – Uli war schonmal da, vor zehn Jahren, aber da gab es Magnus Nilssons Restaurant noch nicht.)
Ich sehe gerade auf Netflix die Reihe Chef’s Table und bin hingerissen. Ah, allein die Landschaft da, die bringt mich zu Ende. Und diese verrückten wunderbaren Chefs, die ihr Herzblut und alles in ihre Töpfe und Pfannen stecken …
Da im Fäviken möchte ich einmal sitzen. Und stundenlang in der Landschaft spazieren gehen.

Eine Suppe die mit Sehnsucht gekocht wird, schmeckt anders, als eine Suppe, in die nur greifbare Zutaten kommen. In 19 Stunden wär ich da.

Nach Jämtland Suppe

1 große Zwiebel
3 Zehen Knoblauch
6 EL oder mehr Birnenmarmelade (oder Apfel, Aprikose, Pfirsich, Hagebutte … was eben grad offen ist)
Butter und Olivenöl
1 Tasse rote Linsen
1 Glas Geflügelbrühe
1-2 Liter heißes Wasser
1 Handvoll Rosinen
6 getrocknete Softtomaten
1 Packung portionierter TK Spinat oder frischer Spinat
4 große Möhren
Tomatensaucenrest vom Vortag oder 1 Dose Tomaten und Tomatenmark
Zimt
Kreuzkümmel
Ingwer
Salz
Pfeffer
Old Amsterdam oder Kleebauerngouda

Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln und in reichlich Butter und Olivenöl glasig dünsten. Die Marmelade dazu geben und kurz köcheln lassen. Mit Brühe angießen und das heiße Wasser und die Tomatensauce dazu geben. Abschmecken, ob Salz fehlt. (Ich mag es schön kräftig.) Die Suppe soll jetzt simmern. Die roten Linsen reingeben, Deckel drauf, nach 5 Minuten den Spinat mitköcheln. Die vorher eingeweichten Rosinen und die geschnittenen Softtomaten dazu geben. Die Möhren waschen und schälen und dann rundherum weiterschälen. Die Möhrenspagetti dazu geben und 5 Minuten mitköcheln lassen. Mit den Gewürzen abschmecken. Probieren, ob noch Süße fehlt, dann noch etwas von der Marmelade dazu geben.
Schön heiß auf die Teller und etwas Käse drüber reiben. (Parmesan geht auch, aber der kräftige Käse ist besonders lecker.)

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Wir sind Vierzehn Viele. Eine (logistische) Herausforderung. Spaziergänger. Immer genügend Hände. Bei einer Hälfte Kaffeedurst. Gepäckberge. Ein lauter Spaß.
Letztes Jahr haben wir unsere Tradition unterbrochen, es gab Babies und keinen gemeinsamen Großurlaub. Wir haben unsere Reiselust und uns aufgeteilt und lange vorher für Ostern 2016 eine Woche zusammen im Gutshaus Lexow gebucht.
So ein schönes Haus! Und sonst nichts, nur schönes meckelbörgsches Dorf. Eine Schaukel im Baum, eine Sandkiste die ihren Namen auch verdient, ein Trampolin und richtig viel Platz. Horizont rundum, alte Birnbäume hinterm Haus, ein Baumhaus, das aussieht als hätte es Mama Muh gebaut. Jeden Abend leuchtet die Sonne zum Abschied genau da hinein.
Ich fühle mich sofort wohl. Küche und Wohnzimmer in einem, fast ein kleiner Saal. Mein bald dreijähriger Neffe rennt von einem Ende zum anderen. Halloooo! Halloooo! Und um die Ecken, den winkeligen Flur lang. Ganz hinten ist das gemeinsame Kinderschlafzimmer. Bauernbett mit Himmelblick. Die ersten Nächte sind noch kalt. Die Holzheizung wummert. Hier gibt es noch einen Heizer, der alle Weile lang nach dem Feuer gucken muss. Wir frühstücken wie es uns gefällt. Frische Brötchen bekommen wir um Acht in die Wohnung. Da sind die Babies schon zwei Stunden über die Dielen gekrabbelt. Haben wir denn genug Eier? (Wir haben 70 Stück!)

Das erste Mal in diesem Jahr draußen in der Sonne sitzen. Wir machen uns Biedermeierkaffee – sehr lecker. (Espresso, Eierlikör, Sahne) Omama bekommt ne Schultüte für den neuen Start. Die Schwestern-Cousinen sind bei Wind und Wetter auf dem Trampolin, aber eigentlich in ihrer eigenen Welt. Sie wollen unbeobachtet sein und nur ausgesuchte Kleinigkeiten erzählen. Abends gibt es Taschenlampenlügengeschichten. (So wie bei uns damals. Mondfangen.) Mini Blondie denkt sich Geschichten von Lisa und Martha aus. Zwillinge.

Mittags 14 am Tisch. Wir kochen in großen Töpfen. Kleine Meltdowns. Alle sind wild auf den guten Käse. Zeitumstellung. Früh schlafen gehen. Mein ganz kleiner Neffe zieht die Polsternägel aus dem Sessel. Bricht beherzt den Spulenhalter meiner Nähmaschine ab. (Ich habe Klebestreifen dabei. In Ferienwohnungen brauchen wir den immer.) Das Osterfeuer brennt im Gutshausgarten. Und große Schwedenfeuer. Die Mädchen bekommen Stockbrot. Mein Gummibär klettet sich Oma auf Schritt und Tritt in die Arme, oder ans Bein: „Aaaaama! Aaaaama!“

Ich mag die große Waldrunde. Im Café unten im Gutshaus duftet es köstlich. Ich mache die Tür einen Spalt auf, täglich, und linse zum Tisch, auf dem der Tageskuchen steht. Nach ein bisschen Hin und Her hat jeder seinen Rhythmus, seinen Rückzugsort gefunden. Meine Nähmaschine darf auf dem langen Tisch stehen bleiben. Sie lassen mich tatsächlich nähen wie eine Irre. Gelbe Wolke muss immer mal zur Anprobe antanzen und für die Püppchen friemeln Muckla und ich Kleidchen.

Äpfel, Gurken, Milch und Kaffi gehen uns aus. Die Osterei-Suche gerät irgendwie ins Nebensächliche. Vielleicht geht Ostern doch nur Zuhause, so als Ostern. Egal. Ich esse nicht ein gekochtes Ei. Vergessen. Und backe seit Jahren mal keinen Osterzopf. Geht auch.

Das Meer fehlt mir. Das hatten wir sonst immer dabei. September 2012 * August 2013 * Juni 2014 * Ich frag mich wielange wir das noch machen. Wir Viele. Die Kinder lieben es, tagelang alle zusammen zu sein. Das Wohnung leer machen, hinterher, fühlt sich falsch an.

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Und dann schon April. Die Bäume halten sich an die Reihenfolge. Weiß – Rosa – Grünchen. Dass der Himmel wieder voll wird ist mir mit jedem Jahr mehr Wunder. Die kahlen Apfeläste und ich, wir hatten uns so aneinander gewöhnt, wir brauchten nicht mal mehr winken. Und aus dem Nichts zaubern sie unverblümt ihre grünen Taschentücher hervor. Amazing. Gummibär-NichtmehrBaby (heute 13 Monate alt) wird bald unterm Blütenregen sitzen. Ich werde noch im Tagebuch nachsehen, wann letztes Jahr die Kirschen geblüht haben. Just because

Wir waren eine Woche verreist. Danach haben wir das gewachsene Gras gesehen. Alles biedert sich der Sonne an. (Ich lobe mir aber dazu die Wölkchen. Ich bin ein Schattengewächs. Hehe.) Gelbe Wolke (die beste aller Wolken) und ich könnten den Vormittag lang vertun, die schwer beschäftigten Vögel im Garten zu beobachten. „Kommander“ Krähe ist wieder da und schreitet die Meter ab. Die Elstern keckern zu Zweit, etliche Amseln sind im geduckten Rennschritt unterwegs. Die Spatzen hüpfen, streiten, picken und klauen die rote Wolle, die im Winter einer Bommel ausfiel. Dem Specht war zuviel los, er hat nur kurz reingeschaut. Und dann spät im Gras die Stare, die eitlen Gefieder. Was treiben die den Morgen lang? Und bauen sich alle jetzt ein neues Nest?

Ich bin auch in Neunestlaune. Wenn das nur so einfach wäre. Nach einem Urlaub bekomm ich jedes Mal den Umzugsrappel – einfach alles Neu machen. Ruhig Blut. Ich weiß ganz genau, dass keiner von uns gerade die Energie hätte, auch nur die ersten Kisten zu packen. Aber träumen … wir sollten sowieso mehr träumen.

Beim Aufräumen im Kinderzimmer fällt mir das Bild von Mini Blondie in die Hände und erwischt mich voll. Sie hatte es selbst betitelt und datiert – und als ich sie danach frage, schon wieder vergessen. Das heb ich mir auf. Der 13.03. war mein besonderer Tag.

 

 

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Endless Dresses

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Stoffe aus Berlin, Potsdam, Dänemark und – das winzige Stück vom bezogenen Knopf: noch aus Norwegen. (Als ich nichts ahnend 2006 in einen Quiltladen gestolpert bin.) Jedesmal wenn ich am Stoffschrank vorbei gehe, betteln sie mich an, durch die Glastüren: Kleider! Wir wollen Kleider werden!

Wir sind frisch zurück von einer Woche Familientreffen im Gutshaus Lexow, ein Domizil dass wir uns schon vor Jahren mal angelacht haben … dieses Jahr wurde es wahr. Ich habe geschwankt wie eine einsame Pappel im Frühjahrswind, ob ich die Nähmaschine und alles Ach und Krach mitnehmen soll … am Ende komm ich ja doch nicht dazu. Aber doch, der Tisch war ellenlang und als ich mich erstmal an einer Ecke festgenistet hatte, wurde ich liebevoll von der Großfamilie geduldet. Kleider für Gelbe Wolke. Noch nicht ganz fertig und nicht gesäumt – und noch ein paar sind zugeschnitten. Aber was für ein Glück! Und endlich, endlich sind wir auch alle wieder gesund. (Wohlmöglich habe ich mich gesund genäht?!)
Mein Mädchen ist lustig, kommt geduldig zu den Anproben, sagt mir, dass sie die Kleider nicht mag, wenn sie frisch genäht sind, aber nach einem Tag vergisst, dass ich sie genäht habe, und dann zieht sie sie ständig an. Soviel wie ich in den letzten Tagen genäht habe, hab ichs ganze Jahr nicht. Ich bin glücklich.

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Sie ist EINS!

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Unser Baby ist vor zehn Tagen ein Jahr alt geworden. (Darf ich noch Baby sagen? Ach ja, doch.) Wir haben den Tag lang für sie gesungen und sie hat gestrahlt und eine dekadente White Chocolate Marple Buttercream Torte bekommen.
Die Sonne schien, genau wie vor einem Jahr auch, als sie auf die Welt kam – und ich steh ein bisschen fassungslos in der Zeit. Wirklich schon ein Jahr?
Die Tage sind lang, aber die Jahre sind kurz, wie meine Freundin Puppa neulich gesagt hat.
Die Tragweite hat sich nicht groß verändert. Wir FÜNF, das fühlt sich richtig an, ohne Frage auch viel. Drei Kinder gleichzeitig vor die Fotolinse kriegen, das geht gar nicht so einfach. Der Esstisch ist immer voll. Milch, Brot und Äpfel brauchen wir mehr. Frei bestimmte Zeiten sind wieder in Stunden, nicht in Tage getaktet.
Gestern hat der Gummibär zum ersten Mal auf eigenen Vieren den Garten erkundet. Im Affentempo. Ich hab mit ihr auf dem Schoß geschaukelt, sie hatte die Augen voll Himmel.
Wenn ich es von dir nicht lerne, das Jetzt und das Hier; –
Happy Birthdy, Lauri Lisabet!

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du vorbei schaust!
    Wir haben ein Baby bekommen - deswegen passiert hier im Blog gerade nur selten etwas. Offline´s wild.