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Es schneiselt! Der letzte Schultag unseres ersten Schulhalbjahrs endet schon nach der dritten Stunde. Ich gratuliere dem Schulkind und der tapferen Schulkindschwester mit einer dicken Kugel Himbeereis und mir selber mit – ich weiß noch nicht, vielleicht mit der Paloma Pink Grapefruit Limo und einem Stündchen an der Nähmaschine. Die Kinder spielen kreuz und quer durchs Haus, so released. Ferien, HURRA!
Wir bleiben zu Hause und legen uns auf die faule Haut. Das große Aufräumen steht auch noch an. Staub wischen, leer räumen, am liebsten etwas frisch anstreichen. Unsere Weihnachtsbücher sind schon wieder verstaut, bis zum nächsten Advent. Vier neu hinzugekommene habe ich noch aufgehoben. Zufällig entdeckt und ganz sehr ins Herz geschlossen habe ich von Klaus Kordon Am 4. Advent morgens um vier. Bei so einem Titel muss ich zugreifen, das geht gar nicht anders. Das Buch ist besonders schön illustriert und die Geschichte toll geschrieben.
Von Jostein Gaarder hat uns Das Weihnachtsgeheimnis durch den Advent begleitet. Ich hab es vor Jahren mal als Hörbuch-Adventskalender gehört und hatte tatsächlich alles wieder vergessen. Wir haben es jeden Tag zusammen gelesen und oft an die sich schnell verbreitende himmlische Herrlichkeit gedacht. Komm her mein Lämmchen! Dixi! Tebasile! Ein paar Wortfetzen haben sich in unseren Alltag geschlichen.
Julebuk, der Weihnachtsmann der vom Himmel viel von Cornelia Funke, ist schon ein liebgewonnener Altbekannter in unserem Advent. Als Hörbuch hört Mini Blondie es wieder und wieder. Ich finde es auch besonders schön vorgelesen. Dieses Jahr habe ich das Buch gekauft, weil ich daraus in der Schule vorgelesen hatte.
Und eine goldene Perle habe ich auch noch ausgegraben. Der Löwe, das Einhorn und ich. Die Buchvorstellung hatte ich vor ein, zwei Jahren mal im Radio aufgeschnappt und wieder vergessen. Mini Blondie hatte ich es jetzt zum Geburtstag geschenkt und es ist so schön geschrieben, dass einem bald die Tränen kommen. Das Buch kommt aus der Hand Jeanette Wintersons, bisher leider komplett an mir vorübergegangen. Hat jemand schon einen ihrer Romane gelesen? Ich glaube, mein nächstes Lesefutter ist gesichert.

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Wenn die mich in New England schon nicht mitmachen lassen, dann ist mir jetzt nach sonnendurchfluteten Bildern. Ich hab noch ein wenig Nachlese im Gepäck. Im September haben Batti und ich unsere Kristallhochzeit gefeiert – gar nicht weit weg, im Schloss Ziethen, nur wir zwei und so feines Essen – davon könnte ich seitenweise schwärmen. Am Herd steht Carsten Obermayr, seine wechselnden Speisekarten lese ich wie schöne Gedichte.
Die Kristallhochzeit wird auch Flaschen- oder Lumpenhochzeit genannt. Es gibt den Brauch – auch wenn ich das noch nie irgendwo erlebt habe – dass die Freunde dem Festpaar den Hof voller leerer Flaschen stellen. Und Lumpen heißt es wohl deshalb, weil es zum 15. Hochzeitstag früher Zeit wurde, die Aussteuerwäsche in die Lumpen zu sortieren und neue Wäsche anzuschaffen.
Also das hätten wir nicht geschafft; eine Aussteuer gab es für uns nicht, bis auf ungewöhnlich viele (wirklich viele) schweinchenrosa Handtücher – und die sind ziemlich bald aussortiert worden.
In Ziethen gibt es nicht viel mehr als das Schloss und Stille und Brandenburger Kopfsteinpflaster. Genau richtig, wenn man mal wieder das Nichtstun verlernt hat.
An dem Wochenende war es warm, vollmundiger Altweibersommer. Unten im Schlossgarten tummelte sich eine Hochzeitsgesellschaft um die Torte, ich habe sie vom Fenster beobachtet und gerätselt, wie ihre nächsten 15 Jahre wohl werden. Und gemerkt, man kann es schaffen, in all den Jahren noch nie den “Hauptmann von Köpenick” zusammen gesehen zu haben. Der Film hatte uns irgendwie sehr berührt. “Nüscht is wirklich wichtig. Dazu is de Welt viel zu jroß …”
Auf die nächsten 15 Jahre – mit vielen Festen, auch dazu sind wir hier.

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Dass meine Kinder dem Wellensittichsängermann – der schon in meinen Kindertagen Wunderkerzen abgefackelt hat – auch noch begegnen können; rührt mich. Gewiss wird’s nochmal so schön …

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Ich könnte eine kleine Papierfabrik gebrauchen. Ach, und dazu bitte ein Birkenwäldchen. Mini Blondie malt immer noch wann, wo und worauf es nur geht. Die Geschichten jagen sich in ihrem Kopf. Am liebsten nimmt sie sich einen dicken Blätterstapel, einen Kuli und dann kommt erstmal auf die Rückseite eine Übersicht, welche “Buchtitel” es noch in dieser Reihe gibt. Oft soll ich ihr Blätterstapel zusammennähen, das mach ich gern, weil es immer Spaß macht, mit Papier zu nähen. Aber meistens beginnt sie eine Geschichte nach der anderen und fängt im nächsten Moment eine neue an. Ich würd gern mal in ihren Kopf gucken können. Wenn ich nicht aufpasse, ist nach ein paar Tagen alles unter Blätterbergen begraben. Ich kann nur einen Bruchteil aufheben, und Kuli und Bleistift vergilbt mit der Zeit sowieso. Ein paar Bilder hebe ich einfach hier auf.
She is my maker. Sogar wenn sie krank ist, braucht sie irgendwas zum basteln in die Finger. Wenn sie eine Idee hat, will sie die sofort umsetzen und auf keinen Fall von mir gezeigt bekommen, wie es gehen könnte. Dabei würde ich es so gerne. Ha. Und kann so gut verstehen, wie sie fühlt. Ich bin so gespannt, was daraus mal wird, ob sich das in ein paar Jahren völlig verliert oder ob das ihrs bleiben wird; Stift und Papier.
Selten hat sie Wünsche und zappelt uns damit in den Ohren, aber wenn mal einer kommt, dann mit so viel Beharrlichkeit dass ich staune. Langsam bekommt sie einen Sinn für ihre eigenen Dinge. Manches soll unantastbar sein. Sie möchte eine Truhe, eine Geheimschatulle, kleine Verstecke. Jetzt hätte sie gern einen Schrank für ihre selbst gemachten Bücher. So ein kleines Regal aus Mandarinenkisten wie bei re:BLOG könnten wir schnell zusammen bauen. Oder auch gleich drei davon. Gelbe Wolke will garantiert mitmachen und beide streichen so gern Möbel an (nur meistens lasse ich sie nicht). Die Regalfächer haben eine gute Größe für Kinderkrams und werden vielleicht öfter mal aufgeräumt als große Schubladen. Mandarinen werden hier schnell alle, noch schneller, wenn ich noch ein paar Gläser von Berits Orangenmarmelade koche. Davon bekommen wir hier gerade alle nicht genug. Nur im Holzkaufen bin ich nicht geübt. Aber das kann ja nicht so schwer sein. Ich nehme einfach Onkel Basti mit in den Baumarkt. Gar nicht mehr lange, dann wohnen Juju und er und noch jemand, jahaa, auch dicht um die Ecke.

Der Januar ist ganz schön flink uff de Füße. Langsam muss ich sehen, wie ich um die Fichte komme. Nestchen bauen. Ob nochmal Schnee kommt? Draußen ist es so mild, ich bin versucht, Wäsche rauszuhängen. Bald wieder in Größe 56. Oh my. Ich denke viel an Oma Emmi … das neue Baby wird von ihr nur noch aus Geschichten erfahren. Überall Leben und Sterben, untrennbar in die Welt gewebt wie Kettfaden und Schussfaden.
Jetzt fahr ich früh wieder am Sonnenaufgang vorbei. Der Himmel kann auch nicht anders als verschwenderisch mit Farben und Blättern. Im Radio, unverhofft Nobodys Empire ich bleibe dran hängen, ohne sie gleich zu erkennen. Aha, Belle and Sebastian – ich habe alle letzten Alben verpasst. Die Stimme, der Sound verbreiten immer noch sofort dieses Gute-Laune-Zucken à la “Alle Prüfungen geschrieben, heute erst um 11 Uhr frühstücken” in den Schultern.

Liebes Leben. Wir alle zusammen, jetzt und hier. Es ist so schön, so flüchtig, so momentan wie Mini Blondies Bilder. Glück, kannst du noch bleiben?

“Now look at you / you´re a mother of two / you´re a quiet revolution”
Nobodys Empire – Belle and Sebastian

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Ich war nochmal ein Wochenende weg … in Meckelbörg, weit draußen auf dem Land, nur ich und meine Nähmaschine – und noch ein Dutzend Mädels und Damen, die genauso nähwütig sind wie ich. Die Nacht durchnähen, für einige von ihnen gar keine Frage. Yes please!
Wir waren mit Mashal (Nähschule Swing and Sew) im Gutshaus Pohnsdorf, kurz hinter Teterow. Ein Wochenende, das novemberiger nicht sein könnte – und am Ende verschlungener Straßen und schmaler Wege, die durch Gehöfte führen, da steht das herrliche Gutshaus mit seinen Ferienwohnungen, so ganz nach meinem Geschmack. Im unteren Geschoss Kronleuchter über unserem Schlemmertisch, Sofas und Nähplätze und Zuschnitttische so viel das Herz begehrt.
Als ich Freitag früh am Sachen packen war, war ich eigentlich so erkältet dass ich noch nicht sicher war, ob ich die Fahrt überhaupt meistern könnte. Also kam mein Strickzeug ganz nach oben und ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich das Wochenende lang mit Tee auf einem Sofa sitzen, stricken und den andern beim Nähen und Wirbeln einfach nur zuschauen würde. Und früh ins Bett wandern! Aber kaum war ich angekommen, mit meinem leichten Gepäck, 18 Uhr und es hieß “Jetzt machen wir erstmal Kaffee und da steht frischer Kuchen” – da war die Erkältung wohl irgendwo zwischen den Wäldern und Äckern auf der Strecke geblieben.
Es ist so schön, Stunden- und tagelang an einer Sache nähen zu können, ohne auf die Uhr sehen zu müssen, ohne irgendwas anderes zu müssen; einmal im Jahr ist das mein Urlaub von allem und allen anderen, fast auch von mir selbst.
Während wir uns in den Salons mit Stoffen, Schnittpapier und Stecknadeln austobten, wehten aus der Küche von früh bis spät verführerische Düfte, süß, würzig, Zimt, Thymian, Rosmarin und noch viel mehr. Manja, eigentlich Inhaberin des Pfarrhofs Stuer, hat für uns Köstlichkeiten ohne Unterlass gezaubert. Und trotzdem musste dreimal zum Essen gerufen werden, weil wir einfach nicht den Fuß vom Pedal kriegen konnten.
Viele schöne Kleider und Kleidungsstücke sind in den Räumen entstanden, einige haben sogar kleine Familienkollektionen auf die Stange gebracht. Ich hatte mich vor die Wahl zwischen etwas Neuem – Mäntelchen aus einem Oliver+S Schnitt – oder angefangenen Projekten gestellt.
Mein Frühschlafenplan ging nicht ganz auf. Ich hatte mir das Paperbag Dress und das Hemd, beides seit bestimmt anderthalb Jahren nicht mehr angerührt, vorgeknöpft und zum ersten Mal Rocktaschen, Nahtreisser und jede Menge Kellerfalten gemacht. Und genäht und gelacht bis ich mich nicht mehr bewegen und nur noch ins große, breite Bett fallen konnte.

Und wenn mein Wochenende auch schon eine Weile her ist; es schillert immer noch gründlich dem alten Jahr hinterher. Nicht nur mit den offen gebliebenen Nähten, auf die ich mich schon so freue, und erst wenn ich das nächste Mal ganz viel Ruhe habe, näh ich da weiter. Ein paar rote Fäden von so schönen Nähten, dass die nicht verriegelt werden können, sondern von Hand und auf links vernäht. Ha! So ordentlich hab ich das noch nie gemacht. Wenn ich an Manjas Kartoffelbrot und Kürbisrisotto mit Amarettinikeksen und an die Aprikosentartes mit frischem Thymian denke, läuft mir sofort wieder das Wasser im Mund zusammen … Bis zur nächsten Alleinereise wird es erstmal wieder dauern. Deswegen schwelge und bade ich in den Erinnerungen an Pohnsdorf.
Als Sonntag alle Maschinen wieder abgebaut, alle Fäden und Stoffschnipsel zusammengefegt und die Sachen einpackt waren, lag vor dem Gutshaus auf der Treppe ein großes rot verpacktes, breitschleifiges Geschenk, das sah so schön aus und war das beste Sinnbild für die Zeit, die wir dort hatten. (Ich konnte leider kein Foto mehr davon schnappen.)

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Wie jedes Jahr endet für uns Weihnachten mit dem 11. Januar. Da lassen wir das Lieblingslockenmädchen hochleben und natürlich soll sie auch dieses Jahr ein Geburtstags-Garment bekommen. Mein Zeitplan war ganz bisschen zu optimistisch, ahem, und deswegen liegt die Solveig Bluse von Citronille noch auf meinem Arbeitstisch. Aber fast fertig. Der Stoff ist ein Druck von Anela Hoey und darauf passiert ganz schön viel. Alles was eine stolze Vierjährige gerne mag. Das Nähen damit macht so fröhlich, ich bin zufrieden, diesmal nichts Zartgemustertes angeschnitten zu haben.
Vom Arbeitstisch runter sind Wollsocken für Mini Blondie. Endlich auch alle Fäden vernäht. Man denkt gar nicht wie lange Socken schon vorher getragen werden können, ha. Die Wolle (Winter Sorbet, remember?!) hab ich eigentlich für Battis Weihnachtssocken gekauft und wollte sie mal vorher antesten. Dafür sind seine leider nicht mehr rechtzeitig fertig geworden. Das Farrow Rib Muster geht mir nur langsam von der Hand.
Pailletten funkeln so schön auf dem Teller, aber bevor sie zu staubig werden, räum ich sie mal lieber wieder weg. Viele Christmas Ornaments sind es nicht mehr geworden im letzten Jahr; aber mein Riesenvorrat Filz lacht mich an – ich habe nichts dagegen, im Winter noch ein bisschen still zu sitzen und damit weiterzumachen.
Jetzt wo wir Joel im Haus haben – hehe. Ich meine den Stuhl! Den wünsch ich mir schon seit Jahren, konnte ihn meiner Busenfreundin leider nie aus dem Kreuz leiern … und bei IKEA gibt es ihn lange nicht mehr. Aber Batti hat mir einen gejagt und zu Weihnachten schön gestrichen. Jetzt habe ich den bequemsten Nähstuhl der Welt. Und Karussell fahren geht damit ohne Fahrschein.

Mal sehen ob ich in mein kleines Kaffiknopfheim hier im neuen Jahr etwas Struktur reinbekomme. Oder auch nicht. Ich versuche es mal mit regelmäßigen Bestandsaufnahmen vom Arbeitstisch. Mein Mottowort aus dem letzten Jahr (oder waren es sogar zwei) FINISH hat ausgedient. Auch wenn ich hoffe, mit dieser Reihe mehr zu Ende zu bringen als anzufangen.
Zeit für ein neues Wort. Das kleine Menschlein im Bauch klemmt zu gern die Füße unter meine Rippen. Es zwingt mich zum Zurücklehnen. Ich hatte mich eigentlich schon für ein Mottowort für das neue Jahr entschieden – aber vielleicht passt das noch mehr. Zurücklehnen, Mama.

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