Vor Ostern

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Die Kirschen blühen, ein paar Tage früher als letztes Jahr. Ach könnte ich mir von diesem Himmelblau-Blütenweiß sofort ein paar Meter Stoff herzaubern! Vor jedem denkbaren Himmel sehen sie schön aus, am allerschönsten, wenn die Abendsonne sie anleuchtet. Selbst im Dunkeln sind sie zu sehen. Ihr Anblick macht nimmersatt.
Wir backen drei Tage hinter einander Scones. Das Wetter, der Ostwind. Wie kann bloß so viel Wäsche zusammen kommen. Mein Trockner spinnt. (Nicht mehr. Batti hat herausgefunden, dass es ein geheimes Reinigungsprogramm gibt. Crazy!)
Wir haben Osterferien und genießen den gelockerten Griff der Uhrzeit. Es kommt nicht auf die Stunde an.
Ich denke an unseren Großfamilienurlaub letztes Ostern in Lexow. Der ellenlange Tisch, meine Nähmaschine. Biedermeierkaffee. (Mit Eierlikör und Schlagobers.)
Für dieses Jahr haben wir noch kein einziges Ei bemalt, auch die schönen Wildenteneier sind nicht aufgehängt. Ich habe noch keine Lämmchen gekauft und ob ich den geliebten Osterzopf backe; ich weiß es nicht. Ich mag mich nicht zwingen, nur weil wir es sonst tun. Aber meine Nähmaschine, die spielt wieder mit rein und darauf freue ich mich sehr.
Mein halbes Nähzimmer ist gepackt und über Ostern machen eine Freundin und ich einen Nähworkshop. Juchuu.
Da kann der Wind seine Regenpeitschen über die Fenster ziehen wie er will – wir sitzen im Warmen, mit Kaffee und Tee versorgt. Wir werden zusammen::nähen. It´s magic. Always.

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Filed under: Familie, Nähwut Getaggt ,

 

Ein Mädchen ging durch den Tannenwald und es schneite sehr. Sie hatte ein Körbchen dabei mit einem Messer drin, aber es war nicht Herbst und es wuchsen keine Pilze. Sie hatte einen Blumenkranz auf den schwarzen Locken aber es war nicht Frühling. Unter dem Fellmantel trug sie ein Kleid aus hellem Leinenstoff aber es war nicht Sommer. Das Mädchen pfiff eine wunderschöne Melodie und die Schneeflocken tanzten dazu. Tief im Wald kam sie zu einer Lichtung. In der Mitte stand ein Baumstumpf, ordentlich blank poliert, und darauf dampfte eine silberne Kanne mit heißem Kaffee. Es waren vier Tellerchen gedeckt, vier Tässchen und vier Messerchen. Das kleine Mädchen schaute sich verwundert um. Nanu, nanu.
Da entdeckte sie den großen Schwarzbären, der vor ihr stand und sich tief verbeugte. Ein Hase kam eilig dazu und legte dem Mädchen ein goldenes Kissen hin. Ein Fuchs kam und schenkte Kaffee ein.
Das Mädchen setzte sich. Da kamen fünf Rotkehlchen geflogen, jedes mit einem Körnchen Zucker im Schnabel, die ließen sie in des Mädchens Tasse fallen. Ein Igelmütterchen brachte Sahne und einen Nusskuchen, den sie kaum tragen konnte. Das Mädchen aß und trank und mit ihr Hase, Fuchs und Igelin. Der große schwarze Bär fegte den Schnee um sie herum, ohne eine Pause. Wusch, wusch, wusch.
Als das Mädchen satt war, rollte es sich in den Armen des Schwarzbären zusammen und schlief bis zum nächsten Morgen. Es küsste und herzte die Vier zum Abschied. Der Schwarzbär flüsterte dem Mädchen ins Ohr, der Hase strich ihm die Haare glatt, der Fuchs klopfte den Schnee aus dem Korb und das Igelmütterchen legte ein großes Stück Nusskuchen hinein.
Tausend Dank, bis zum nächsten Jahr, sagte das Mädchen, warf einen Schneeball in die Luft und war verschwunden.

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Filed under: Geschichte Getaggt

 
  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!