playing around

Wenn die Twixriegel alle sind, schreibe ich wieder, hab ich mir gesagt.
Meine karamelläugigen Seelenretter. Inzwischen sind sie alle, restlos, auch die, die ich beim Kinderzimmeraufräumen in Mini Blondies Versteck noch gefunden habe. Und mir fehlen immer noch genügend Zusammenhänge zwischen den einzelnen Worten, die so aus dem Meer auftauchen, eine Welle schwappen und wieder untergehen. Ich vermisse den Ort hier, mein Kaffiknopfzuhause … Es ist auch so herum wahr: Allem Anfang wohnt ein Ende inne.

Die Landschaft so saftig und fliederschwer die Luft; wir sind mitten im Mai und tanzen wieder. Die Erdbeeren blühen, ich möchte mir ganze Sträuße davon pflücken, aber das wäre Frevel; üppige Wolken wechseln des Himmels Kleider alle paar Stunden. So eine ausgestellte Garderobe braucht es schon für einen Himmel von Welt.
Ich hab mich anstecken lassen, auch wenn ich sonst nicht gern Klamotten shoppe, und mal einen ganzen Schwung neue Sachen gekauft. Wie fröhlich neue Stoffe, auch auf der Haut machen, ist nie zu unterschätzen.
Die letzten zehn Wochen, und die Wochen und Monate davor waren keine Spazierfahrt. So viele Tränen wie in den letzten Wochen gab es in den ganzen Jahren zusammen nicht. So ist das eben. Manche Zeiten lassen sich ganz und gar nicht aus dem Ärmel schütteln. Ich will mich nicht beklagen, nicht hier. Ich bin heilfroh dass ich meine Schwestern und Freunde um die Ecke habe. Dass ich dem kleinen Chaos entfliehen kann, wenn es mal weder zu ändern noch zu ertragen ist. Dass auf ihren Herdplatten Töpfe stehen aus denen ich naschen darf. Dass es von hier aus nur noch leichter werden kann. Dass Batti eine granatenspitze Spargelsuppe kochen kann. Dass ich dem Sonnenuntergang hinterher sehen kann.
Ich will gnädiger auf die Berge liegengebliebener Sachen blicken, mit mir selbst versöhnlicher umgehen. Batti hat in einem Vortrag gehört, dass Unternehmen, die sich 3 Ziele setzen, sie auch umsetzen. Nehmen sie sich 5 Ziele vor, schaffen sie 2 davon. Wenn sie sich 10 setzen, wird kein einziges erreicht. Ich glaube das passt für den Alltag auch ziemlich gut. Ich jedenfalls nehme mir immer zu viel vor und dann nimmt das innere Lamentieren kein Ende.

Mein Baby ist süße zehn Wochen alt … Wir haben jedes Recht, noch ein bisschen neben der Spur zu laufen … ich vergesse es nur zu leicht und täglich.

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Sechs Eier mit Zucker aufschlagen. Küchenmagie. Ich kann tagelang an einem Wort festkleben. Herz und Nieren ausreißen, wiederbeleben. Kontur.
Kirschen wachsen an diesen Linden.

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_DSC4495_DSC4647_DSC4538_DSC4466_DSC4470* Mini Blondie hat keine Nachthemden mehr und ich habe auch nichts Schönes bei meinen drei Lieblingsquellen gefunden. Ich habe aber noch diesen schönen Jerseystoff und bevor ich das alte Nachthemd, das nun wirklich nicht mehr geht, aussortiere, könnte ich davon noch den Schnitt abnehmen und zwei, drei Nachthemden durch die Nähmaschine jagen —

* Jedesmal wenn ich meine Geschirrtücher aus der Frischwäsche hole und mich über die Flecken ärgere die nicht mehr rausgehen, denk ich, ich hab soviel Leinen, das sieht bestimmt schön aus als Geschirrtuch, davon mach ich mal schnell zehn Stück mit roten Nähten und am Rand sticke ich mit den hübschen Zierstichen entlang, die ich schon so lange nicht mehr benutzt habe —

* Mini Blondie braucht einen Quilt – ob sie ihn benutzt ist eine ganz andere Frage, aber ich möchte so gern das Flying Geese Pattern ausprobieren und nicht gleich in Kingsize aber so dazwischen … Allerdings mahnt mich der angefangene Quilt aus Battis alten Hemden, den ich, ich weiß es noch ganz genau, an einem 1. Mai vor drei, wenn nicht vier Jahren angefangen habe und bei dem ich noch weit entfernt von einem fertigen Top bin. Den könnte ich ja schnell noch … Aber ich habe für mein Baby noch keine Decke genäht und die beiden großen Schwestern haben eine Decke bekommen —

* Und zuallererst müsste ich ein Schnuffeltuch für sie nähen, dafür liegen die Stoffe schon lange bereit, aber so ist das mit den Dingen die besonders schnell gehen, die bleiben am längsten liegen —

Aber ich bin auch erst halb angezogen und irgendwo im Haus stehen mindestens drei Körbe Wäsche herum die wegzulegen wären – und jetzt bestelle ich schnell die Gemüsekiste und esse ein Frühstücksbrot – und dann wird sie schon wieder wach sein, wenn nicht noch eher. Das ist nicht schlimm.
Aber träumen ist auch schön, hehe. Vermiss das Maschinengeratter ein bissel. Und euch hier. Und schließlich hab ich versprochen dass es hier um Nähwut geht.

Coming soon: Was ich noch alles schnell mal nähen wollte, als Baby wieder mal kurz schlief.

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Hallo neues Leben

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Pssst … sie ist da! Am 8. März hat sie unser Drei-Mädel-Haus komplett gemacht. Mit ihr und für uns hat ein ganz neues Leben begonnen. Immer so ein unfassbares Wunder. Ein Wesen, so klein, eher ein Winzling, aber sowas von DA. Bis jetzt nur dem Vater im Himmel bekannt, nun in unserer Mitte. Ich will aus dem Staunen nicht herauskommen – auch wenn das gar nicht so leicht ist; der Drang, dass alles schnell wieder funktionieren soll, ist manchmal ein tückischer Sog. Smooth Operator.
Ich bin so dankbar dass sie gesund ist. In ihr Zuckerpuppengesicht sind wir alle vier knallverliebt.
So blurry wie die Bilder sind unsere Tage. Und Nächte.
Ein Glück sind wir irgendwo mitten in den Osterferien. Ich komm wieder. :)

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Eine letzte Nachlese – ein bisschen liegengebliebenes Reisegepäck – habe ich noch übrig. Die Herbstferien Ende Oktober waren Mini Blondies erste Ferien und haben einen besonderen Platz in unserem Herzen. Eine Woche Ausruhen zu Hause, eine Woche wegfahren. Perfekt. Aber wohin? Wir waren ewig unschlüssig, haben hier und da geschaut und die ganze Zeit hatte ich im Hinterkopf: da war doch was bei der Frischen Brise, guck doch noch mal.
Gut Oestergaard – in der richtigen Himmelsrichtung, der große Hof von Familie Lempelius mit Feuerstelle, Pferden, Katzen und noch mehr Vierbeinern, das Meer um die Ecke und Dänemark dicht bei. Und es war noch Platz für uns.
Ankunft im Dunkeln. Ein Nashorn und sein doppelt großer Schatten haben uns begrüßt. Friesenblau Geschirr, drei Sofas, Regale voll mit alten, wunderbaren Büchern und ein Glas Himbeergelee zum Willkommen auf dem Tisch. In der Stube das Nähschränkchen, drei Generationen alt, mit Zeitzeugen und Wäschebändern – als wär es extra für mich dorthin gestellt worden.
Ich bin so dankbar für diese Woche. Es war für uns kleiner Abschied vom Zuviertsein und von der alten Freiheit, jederzeit verreisen zu können. Die nächsten Jahre geben Ferienzeiten die Spielregeln vor.
Wir haben früh den Pferden im Stall Guten Morgen gesagt und unsere Brötchentüte abgeholt. Mini Blondie hat ständig Ausschau nach den beiden Hofkatzen gehalten; an die war ihr Herz sofort verloren. Wir haben uns durch die Gegend treiben lassen, dem Herbstklopfen ausgeliefert und uns vorweihnachtlich glückselig gefühlt. Beim großen Wildessen, zu dem alle Ferienhofgäste eingeladen waren. Festlich gedeckte Tische, Kerzenschein und ein Schmaus aus verschiedenen Wildfleischbraten, Kartoffeln, Rotkraut, Preiselbeerbirnen und Bratensauce, soviel das Herz begehrt. Schon den Tag lang zuvor hat es aus der Herrenhausküche geduftet wie irre.
Kaum kann ich glauben dass inzwischen mehr als vier Monate vergangen sind. Diese Woche ist noch so warm in meinem Herzen. Wir sind jetzt nach Weihnachts- und Winterferien quasi Ferienexperten, haha, und der Frühling, noch mit Schlamm an den Stiefeln trampelt vor der Tür.
Ich habe die Bastelmaterialien aus dem ganzen Haus in Kisten sortiert und ausgemistet, Bilder ausgetauscht und neu aufgehängt, die Kleiderschränke aufgeräumt und die Kramfächer. Jetzt wäre noch der Keller … aber nö. Das Baby lässt auf sich warten und testet schon mal meine Geduld.
Ich hör durchs geschlossene Fenster die Wildgänse rufen. Mein Hasenherz sucht die mal gut gekannte Löwenkraft. Irgendwo zwischen den Wintermänteln muss sie doch hängen.

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wanna dress in wirsingcan't stop making stuff ..: tzzyes yes yessorry folks ...all kinds of things roll up like cinnamon buns

Ich bin mir nicht sicher ob es alljährlich wiederkehrt – im Februar, wenn die Wintergemüse schrumpelig werden und die Äpfel langsam nicht mehr schmecken – oder ob es an dem kleinen Extra im Bauch liegt, dass da so zwischen dem Herd und mir steht. Jedenfalls kann ich nichts Gescheites mehr für mich kochen. Meine Kochmojo hat sich in Luft aufgelöst, ich kann mir nicht einmal etwas Leckeres ausdenken, bei dem mir das Wasser im Mund zusammenlaufen könnte.
Da kommt dann nur so Ein-Komponenten-Food heraus, was den Bauch satt macht, aber die Seele will noch was beißen.
Um auf die guten Takeouts in Berlin zurückzugreifen wohnen wir doch ein Stückel zu weit draußen. Aber die Küchentische meiner Freunde sind in Reichweite! Und manche kommen sogar auf Rädern zu uns nach Hause. Ein Glück dass meine Lieben hier dichtbei dann einen sonnigen Platz an ihrem Esstisch für mich, für uns haben und mich von Herzen bekochen. Und wie gut das schmeckt!
Asleys Post von Not without Salt hat das so schön in Worte gefasst.
Ich muss das auch noch üben, dass es okay ist, nicht immer die Kochlöffel zu wirbeln. Manchmal ist es einfach nur dran, sich woanders an den Tisch zu setzen. DANKE ihr Guten!!

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und zwei (bald drei) Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du vorbei schaust!