Dezember, 24 Tage

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Heute ist er da, der Tag mit dem ersten Türchen. Von zwei Mäusen hier im Haus schon seit Wochen sehnlichst erwünscht. Ich habe eine freie Stunde bekommen und höre laut das Weihnachtsoratorium. „Brich an du schönes Morgenlicht…“ Langsam wird es draußen hell. Meine Sehnsucht nach den 24 Worten ist wieder da, aber ich glaube, dieses Jahr schaffe ich es nicht, täglich hier ein Türchen zu schreiben. Aber wer mag, kann ja nochmal bei den beiden letzten Jahren nachkramen.

24 Tage::24 Worte 2014
24 Tage::24 Worte 2015

Heute wird die Kaffeemaschine laufen, mehrmals. Frollein Anna kommt zu Besuch, tagsüber, ohne Kinder, schenkt mir einen wunderschönen Adventskalender mit einer kleinen Kerze für jeden Tag. Am Küchentisch könnte ich jetzt den restlichen Tag mit ihr sitzen, eine Tasse nach der anderen. Das vergangene Jahr nochmal auseinander falten. Zeit haben.
Heute Abend bringt Batti eine Torte mit und wir feiern mit den Strickladies meinen Geburtstag nach. Immerwieder verschoben, und auch heute ist nicht der allerbeste Zeitpunkt. Die Großen sind erkältet und wir übermüdet und das Haus wackelt vor Chaos … aber mit 36 weiß ich immerhin schon dass es für die meisten Dinge nie den perfekten Zeitpunkt gibt. Also sitzen wir heute Abend zusammen, im nicht perfekten Zustand; aber Dieser Tag ein Leben.
Jetzt ist Dezember, jetzt ist Advent. Ich will warten; das geht nicht, wenn ich durch den Tag hetze, ich will zur Ruhe finden, ich will bei mir selber ankommen, mir nicht mehr hinterher jagen. Meinen Ansprüchen und Messlatten.
Wir haben zum ersten Mal eine Krippe aufgestellt, das habe ich mir lange gewünscht. Das Kind liegt schon drin und doch warten wir auf den Heiligen Abend, leben diesen Monat intensiv mit der Geschichte vom Kind, die von ihrem Zauber in 2000 Jahren keinen Funken eingebüßt hat. Es kann auch nicht oft genug geschehen, dass Jesus unter uns geboren wird.
Morgen zeige ich euch mal meine Adventskalender. Oder übermorgen. Einen langsamen Dezember wünsche ich euch, ihr Lieben.

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Mandarinen & Apfelsinen schälen ✔
Weihnachtsoratorium hören, in der Morgendämmerung, in der Abenddämmerung ✔
Kerzengeflacker zusehen, die Augen im Licht verhaken ✔
Weihnachtsbücher vorlesen ✔
Krippenspielproben mitmachen ✔
Tannenzweige & Kränze aufhängen ✔
Pfefferkuchen backen ✔
Geschenke einwickeln, lange vor Heilig Abend ✔
Das Knacken der Türchen 1, 2, viele
Schneetreiben
Die Lichterketten in den Bäumen ✔
Nussknacker ✔
Schneeschiebegeräusche, wenn ich noch im Bett liege
Zuckeräpfel, Grünkohlduft & Punsch ✔
Schneegeruch
Oh du Fröhliche singen und alle anderen Lieder ✔
Stollen mit Carokaffee & unverhoffte Kaffeestündchen
mit Freunden ✔
Sterne basteln ✔
Geheimnisse haben ✔
Den Weihnachtsbaum aussuchen, zusammen schmücken
Dem Schneefall draußen zusehen, große Flocken, kleine Flocken
Selbstgemachte Plätzchen bekommen
Weihnachtskarten schreiben, Pakete packen
Die Kinder auf dem Schlitten ziehen
Stundenlang Bücher lesen ✔
Auf dem Sofa sitzen und stricken, am Küchentisch, früh im Bett ✔
Schlittschuh laufen

Eigentlich ist doch alles da, was auf der Liste steht – oder es steht noch an. Eigentlich fehlt quasi nur der Schnee … Woher kommt dann die Ruhelosigkeit, das getriebene Sein, die inneren Anklagen der Unzulänglichkeit. Fratzen die nicht schweigen wollen.
Vielleicht fehlt auch nur Schlaf, ein, zwei Jahre Schlaf.
Das adventliche Festgefühl bleibt aus – aber es ist ja gerade mal Ende November. Mir schwant immer klarer: aus diesem Holz bin ich nicht gemacht, dass in dem Überfluss, dem Uferlosen, dem unendlichen Angebot noch stehen bleiben kann. Auch nicht für Wlan bis in jedes Klo und MobileDatenSocialMediajedeSekundeerreichbarWahnsinn – das zerfasert mich, ich setze neue Grenzen. Mein Holz ist für die kleine Einöde gemacht, für Entbehrung, für Aus nichts etwas zaubern. Und für Schneemassen. It´s making all the difference.

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3Kommentare

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du vorbei schaust!
    Wir haben ein Baby bekommen - deswegen passiert hier im Blog gerade nur selten etwas. Offline´s wild.