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Im Mai, an einem langen Nähwochenende mit Uli, habe ich Gelbe Wolke eine Puppe gemacht, ein Eskimokind. Ich hab sie noch nicht fotografiert, weil sie noch keine gescheite Garderobe hat. Zwei Shirts in Reihe waren eine ziemliche Fummelei und am Ende zu groß. Zum Glück gibt es genug Puppenkinder im Haus, dass die Shirts trotzdem Besitzer gefunden haben. Der Schnitt ist aus Growing up Sew Liberated, für ein Kindershirt, das ich für Gelbe Wolke schon mal ausprobiert habe. Der Halsausschnitt ist für Kinder super, aber verkleinert für Püppchen habe ich einfach nicht die richtigen Proportionen hinbekommen.
Damit war erstmal mein Geduldsfaden gerissen, und ich bin mit der Schere durchgegangen. Ein zu klein gewordenes Kleid von Gelbe Wolke wurde zu einem luftigen Sommerkleid für ihre Puppe. Und ich konnte endlich einen von den Knöpfen annähen. Jaja, die kleinen Freuden … Gelbe Wolke kann sich nicht mehr daran erinnern, dass sie in diesem Kleid durch zwei Sommer gehüpft ist – aber ich.

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Meermädchen

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Sie und ich und ein bisschen Meer. Von oben und unten. Und innen. Und eine Zugfahrt mit Büchern, und Wurstbroten, und Chips. Ach das war schön. Auch schön. Auch anders als es vorher gewesen wär’. Die Nacht durch das Meer rollen hören entschädigt alles.
Eigentlich wollten wir das vor dem Schulanfang machen. Eine kleine Reise, nur Mini Blondie und ich. Mama-Tochter Prime Time. Dann hats nicht mehr geklappt und dann war es eben Mitte September. Konnte ja keiner ahnen dass der Sommer bis zum Oktober bleibt. Früh vor Achte mit Nachtzeug unter den Sachen runter zum Strand laufen, das wollte ich schon immer mal machen. Was ist das Meer schön, frisch aufgewacht. Wir haben Zackarinas Sandwolf gebaut, sind mit dem Mollidampfzug gefahren und haben Softeis genascht. Nach dem Frühstück. Im warmen Regen.

Ich war so gespannt auf dieses Wochenende. Wir waren es beide nicht mehr gewohnt, so lange am Stück nur zu zweit zu sein. Vielleicht hab ich sie ein wenig überfordert. Auf schnieke Essengehen pfeift sie definitiv. Gut dass ich den blauen Nagellack eingesteckt hatte. Sie ist am Tag genauso schweigsam wie ich. Dabei hätte ich viele Pennies für ihre Gedanken hingeblättert. Mit ihr abends im Bett erzählen bis einer weg dämmert ist groß.
Zu viert – das ist wirklich gut.

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Alltagsbacken

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Schöner gelber Oktober. Wann immer ich jetzt mit dem Auto unterwegs bin, wehen Blätter vom Himmel. Ich mag das Schratt-Schratt der Scheibenwischer, viel lieber als das Autoradioprogramm. Gelbe Wolke findet jeden zweiten Tag versteckte letzte krumpelige Himbeeren und hat Glück übers ganze Gesicht geschrieben.
Wir backen wieder mehr, die Ofenhitze ist willkommen. Den Gugelhupf mit Kürbiskernöl musste ich sofort ausprobieren. (Das Rezept hab ich bei Land und Berge entdeckt.) Schmeckt nach dem Backen sehr nussig, genauso habe ich mir Borstels Nusskuchen für den kranken Onkel Uhu vorgestellt. Ich hab ihn frisch aus dem Ofen mit zur Mucklaschwester genommen, da hat er beinahe Hausverbot bekommen. Er riecht beim Abkühlen wirklich ein bisschen streng nach dem Öl, aber schmeckt (mir) sehr gut. Und jetzt ist das Kürbiskernöl endlich mal aufgebraucht.
Unsere sechs Apfelriesen haben dieses Jahr nur eine magere Ernte abgeworfen. Drei Bäume hatte Batti letzten Herbst radikal zurückgeschnitten. Die Boskops hatten wir nicht mehr geschafft, dabei waren sie auch schon überfällig. Die stehen auf dem Ferienprogramm, mal sehen ob man danach gut drin klettern kann.
Umso kostbarer ist dieses Jahr jeder einzelne Apfel. Wir machen Apfelmus, Marmelade und Alicias Sour Cream Apple Pie, den noch und nöcher. Ich mache ihn aber meistens ohne die Streuselkruste.
Die Kinder stromern durch den Garten und rupfen Gras und Blätter, Salbei und Hasenohren. Damit bauen sie Geheimnisse, am nächsten Tag vertrocknet, aber für den Moment voller Lebenssaft. Ich freu mich so auf kühlere Luft, die uns bald ein schönes Rot in die Backen zwackt.
Oktober, Okvember, Dezember singt Gelbe Wolke.

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Nordgold

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Mein lieber Herbst ist da. Seit gestern. Wir haben die vier ersten Schulwochen super brave gemeistert. Das gefürchtete Sechsuhraufstehen ist nicht so schlimm, aber mein Kaffee wird regelmäßig kalt. In Eile schmeckt er mir nicht. Dass mir das mal passiert! Jetzt greife ich zu Hildegard hol dir Schwung! Tee, und den Kaffee gibt es in Ruhe, wenn ich wieder von der Schule zurück bin. Das ist gegen Acht. Ahhh!
Schwer zu glauben, dass ich zwölf Stunden später schon wieder zwei schlafende Kinder im Haus habe und unser “Feierabend” anbricht. Da ist es längst dunkel und die Abendluft kommt kalt durch die Fenster spaziert.
Wenn ich Mini Blondie früh wecke, schläft sie so fest wie ein Bär im Winterschlaf. Der Morgen ist zu schnell. Müde und empört, dass sie jetzt nicht machen kann was sie will, und vor allem, nicht lesen wann sie will, bringe ich sie in ihre Klasse. Fröhlich und noch im Auto mit der Nase im Buch verschwunden, hole ich sie wieder ab.
Wir tanzen noch nicht mit dem neuen Rhythmus, aber wir hopsen schon immer mal.
In vier Wochen sind die ersten Ferien. Ich gebe es zu, ich freu mich riesig drauf. Vor allem, weil wir dieses Jahr einfach noch zu wenig weg gewesen sind. Mein Nordweh sitzt mir fett wie ein Hefekloss im Bauch. Mit jedem Mal, das wir in Skandinavien waren, zieht es in den Jahren darauf an meiner Nase, in den Haaren. Im August ruft Dänemark und verspricht mir wieder Zehnzentimeter-Himbeeren und Schweinswale, im September wedelt Schweden mir mit Wanås Schaukeln zu und im Oktober dröhnt Norwegen von den Bergen: Kom igjen! Kom igjen!
Was für ein Glück dass so viele meiner Lieben diesen Sommer irgendwo dort oben waren und mir kleine Nordstückchen zum Festhalten mitgebracht haben. Die Apfelsinenknöpfe hat Antje für mich auf Bornholm geschnappt und ich habe sie die ganze Zeit schon in meinem Nähzimmerchen zu liegen, um etwas damit zu machen. Die Eltern waren auch gerade erst auf ihrer liebsten Insel, mit dem Vorwand, Urlaub zu machen. Eigentlich wollten sie nur ins Pilzparadies, wo die Steinpilze ihnen bis an die Hütte heran wachsen. Damit kamen sie auch wieder heim, getrocknet, gefrostet oder im Bauch die Steinpilze, und mit dem guten Trolde Tee, den ich mir jedes Jahr wünsche, und der Hagebuttenmarmelade, die es zwar hier auch gibt, aber da steht nun mal nicht der dänische Name drauf.
Linda war von Kopenhagen aus in Malmö und hat mir die schöne Starbuckstasse mit Dalarna Pferd mitgebracht. So schön und ein bisschen Starbucksgefühl für Zuhause, nachdem der Laden im Bahnhof gerade frech geschlossen hat.
Und meine liebe Uli konnte endlich, nach Jahren mal wieder nach Schweden reisen. Ihre Familie hat in Värmland die Blaubeerregionen unsicher gemacht und Uli hat mir den neuen, schwedischen IKEA Katalog ergattert. Ich hatte mir von ihr Irgendetwas vom zauberhaften Rörstrand Porzellan, aus der Reihe Swedish Grace gewünscht. Farbe: Is. Oh ja! In das Weizenährenmuster (im Handel seit 1930), zart und dabei so bestimmt, hab ich mich verguckt. Ich bin noch nie ein Fan von zusammengehörigen Services gewesen, aber bei diesem Geschirr kann ich mir vorstellen, über die Jahre alles zusammen zu sammeln.
Wenn meine Lieben wüssten wie dringend notwendig das war, mich in Gedanken ein bisschen auf ihre Nordreisen mitzunehmen.
Uli plant übrigens etwas Tolles. Ich verrate es hier schon mal. Sie bloggt leider nicht, aber eröffnet bald einen Etsy Shop, in dem es ihre schönen Quilts zu kaufen gibt. Stay tuned!

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GIVEAWAY für euch

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Ist schon jemand in Teatime-Laune? Oder hat Lust auf frisch gebrühten Kaffee, in Omas guter, alter Porzellankanne? Dann hab ich was für euch, also, für einen von euch.
Diesen hübschen Wasserkessel samt Tässchen von Wayfair darf ich verlosen. Und weil es hier so unglaublich lange kein Giveaway mehr gab, läuft dieses ein bisschen länger.
Wer mitspielen möchte, braucht nur einen Kommentar unter diesem Post hinterlassen. Der Gewinner wird am Sonntag, 28. September per Random Number Generator ausgelost. Und bis dahin – abwarten und Tee trinken.

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Update: Die Kommentare sind geschlossen und der Random Number Generator hat ausgelost. Gewonnen hat Kommentar 5. Herzlichen Glückwunsch Isabel! Du bekommst eine Mail von mir. Danke fürs Mitspielen, ihr Lieben!!

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Der Dachboden zum Trocknen für Lindenblütenbüschel, so dick, dass sie nicht in meine Arme passten. Ringelblumen, meterlang auf Papier ausgelegt. Duft und Staub. Kammern aus Holzlatten für jede Mietpartei, die kleinen Schlösser davor, nur der lieben Ordnung halber. Wir kundschaften die Geheimnisse und Schätze der Nachbarn zwischen den Latten aus.
Im Keller genauso, Lattengitter sind die Türen, breit genug für Kinderaugen. Die Schlüssel im Versteck angehängt. Eingemachtes, zwei (!) Gefriertruhen, Krempel und nie versiegender Vorrat von dicken Kokosmakronen aus der Bäckerei.
Ich bin am Sortieren.
Krame in Kindheitserinnerungen an Besuche bei unseren Großeltern, puste ein bisschen gründlicher den Staub weg.
Deswegen gab es in den letzten Wochen ständig Backs, oder Rauchermad, wie es im Erzgebirge auch heißt. Ich sehe meine hochgewachsene Oma mit ihrem großen Dutt noch an ihrem Herd stehen, über der gusseisernen Pfanne, Backs braten. Ich weiß gar nicht wie sie es angestellt hat, für mehrere Personen Backs zu machen. Es dauert lange bis Einer fertig ist, es passt auch nur ein Backs in die Pfanne.
Gekochte Kartoffeln, am Besten vom Vortag, werden von Hand gerieben und in eine kalte Pfanne mit etwas Öl gedrückt. Vier, fünf Kartoffeln dürfen es locker sein. Der Backs wird ganz langsam nur auf der einen Seite gebraten, bis er braun und knusprig ist, ungefähr eine halbe Stunde. Er muss locker in der Pfanne hin und her rutschen. Dann wird er auf einen Teller gestürzt, mit Salz bestreut und ein dickes Stück Butter gehört drauf. Der glückliche Esser darf es mit der Gabel auf dem ganzen Backs verteilen und bekommt eine Tasse heißen Kakao dazu gestellt. Das beste Abendbrot überhaupt!
Wer es schafft, kann einen Backs natürlich auch in vier Stücke teilen und mit der Familie verspeisen.
Lustigerweise hatte ich bestimmt zwanzig Jahre keinen Backs mehr gegessen. Den hat eben immer Oma gemacht, als wir noch klein waren. Da ist nämlich noch eine Eigenheit des Rezepts: so einen Backs muss man gemacht bekommen. Dann schmeckt er unvergleichlich, dann nährt er einem das Herz.
Gut möglich dass es früher einmal die Herz- und Magenspeise vieler war. Von Opa wurde mir erzählt, dass er, als er noch regelmäßig vom Krieg auf Heimaturlaub kommen konnte, und seine Mutter ihn dann fragte, was sie ihm kochen soll, immer geantwortet hat: “Mach mir ä Pfannl Rauchermad.”
Ich konnte Batti schon zu einigen Pfannen Backs für mich überreden, auch wenn er manchmal Freestyle einlegt und die Kartoffelpresse benutzt oder den Backs von beiden Seiten brät.
Und noch so ein wiederentdecktes Schmankerl zum Sommerabendbrot: Radieselsalat.
Ein paar Radieschen reiben, mit Zitrone, Öl, Salz, Zucker, Pfeffer abschmecken. Schmeckt köstlich zu allen Broten. Und ein wenig nach guter, alter Zeit.
Es kann ja nicht immer Sushi sein. ;)

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