Sommertracht

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Na, September. (32 Grad, are you kidding me?!)
Mittagsglocken. Keine Brise. Das Gummibärle schläft. Ich wünsch mich in ein kühles Bettzeug ans Meer, mit weit geöffnetem Fenster und so viel Wind, dass Salz in der Luft liegt. Wenn ich die Zunge rausstreck, der Zeit zum Beißspiel, schmecke ich es körnig.

Unser Sommer war üppig und Wonne; ein schneller Hund. Nach dem zweiten Schuljahr sind wir immer noch Ferienanfänger.
Mit den Mädels und Nähmaschine eine Woche bei Mama & Papa, im geliebten kleinen Dorf. Nach Jahren wieder mal bei den Tausendjährigen Eichen in Ivenack. Ein paar Mal im See hinterm Schloss abgetaucht; wie konnte ich das vergessen, diese Perspektive, nur mit den Augen über der Oberfläche, stilles Wasser, meilenweit, dann der Waldsaum. Doppelter Horizont. Ein Seeadler zeigt sich. Nichts bringt seinen Herzschlag je aus der Ruhe.
Die beiden Großen im Zelt, mit Walkie Talkies, mitternachtshungrig. Einmal verstecke ich ihnen Brot und Wurst in kleinen Päckchen. Klar, wer sie ganz schnell findet.
Da waren die Pflaumen schon reif, die Bohnen und Oma Ingrids abgefahrene Erdbeerhimbeeren. Ich kaufe Honig für den Winter und wir holen unser Schneckenhaus ab. Irre.
Das 1. Mal bepacken und los. Geschirr und Töpfe aussortiert, das bleibt jetzt immer drin. Der Stauraum ist unglaublich, wir könnten vier, sechs Wochen damit weg.
Es itcht mir so in den Fingern, die wirklich nicht schönen Gardinen schnell noch durch frisch genähte zu ersetzen – aber das ist einfach nicht drin.
Ich mag das Wetter diesen Sommer, so gnädig wechselhaft.
Eine Woche daheim, Uli in Schweden. Nächstes Jahr ziehen wir zusammen los – endlich mal. Jetzt wohnen wir so dicht und doch gibts lange Abende, Sweets ohne die Kinder, Quatschen ins Dunkel rein nur kaum. Wenn wir jetzt zusammen sind, den Tisch decken, heißt es für Zehn.
Uli bringt mir eine neue schwedische Waffelmischung mit. Die Packung, die ich mir letztes Jahr bei Landön gekauft habe, stand ein Jahr auf der Arbeitsplatte, zum täglichen Gruß. Ahoi, wir sehen uns wieder.
Ich packe sie mit ins Schneckenhaus. Und das Waffeleisen. An einem Regennachmittag rühren wir den Teig an. Milch und Eier pi mal Daumen. Die Nachbarscampingkinder werden eingeladen. Unterm Vordach krümeln wir dicht zusammen. Die Schweden hauen ganz schön viel Salz in ihre Waffelmischungen. Batti saust los und holt Puderzucker aus dem Laden.
Vom schönen See in der Uckermark muss ich noch extra mal schreiben.
Die letzten zwei Ferienwochen trudeln wir zu Hause aus. Es wird früher dunkel. Ich mag noch nicht das Licht anmachen, abends.
Die kleine Gelbe Wolke startet mit dem Kindergarten. Natürlich braucht sie einen Rucksack, weil sie es liebt, wenns irgendwo hin geht, ganz viel einzupacken. Ich nähe den Penguin Backpack von Oliver+S. Der Mantelstoff, den ich dafür nehme, ist nicht die beste Wahl, aber es muss schnell gehen. Gelbe Wolke radelt stolz damit durchs Dorf. Eigentlich ist er ihr schon allein mit der Pausenbox zu schwer. Sie ist es noch nicht gewohnt, ihre Sachen selbst zu tragen.
Zum zweiten Mal geht die gemütliche „Trödelära“ zu Ende. Ich bekomme Übung. Leicht fällt es mir nicht. Wir machen ein Fest, wie bei Mini Blondie auch. Das Lockenmädchen kommt auch in den Kindergarten, leider nicht in den gleichen. Einen Tag vorher rufen sich die beiden an, bereden alles mögliche, spielen Verstecken übers Telefon und sind in ihrer Welt. Ich bin da auch gerne noch dabei, völlig fasziniert, wie die Welt durch ihre Augen aussieht. Fünfdreiviertel ist so ein special Alter. Man ist sich sicher; und viel mehr weltbewegende Dinge als Eiskugeln, volle Keksdosen und die Gutenachtgeschichte gibt es nicht.

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Dann am Abend

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Diese Tage, auf die diese Abende folgen, an denen im Kopf ’s nur noch rieselt. Und meine Wände zerbröseln. Allem aber Niemandem gerecht geworden. Sie hätte mich noch Stunden zum Reden gebraucht, sie redet erst wenns dunkel wird. Wenn wir in der Stille liegen, falten sich ihre Flügel auf, die den Tag lang ihre Zunge lähmen.
Und sie, zu allen Seiten muss sie warten, anstehen, sich passend machen. Sie möchte auch mal allen Raum einnehmen. Ich hätte ihr gern den Bücherstapel vorgelesen, jedes einzelne Buch. Und mit ihr Gefundenes Reh gespielt, und so.
Und sie, quirliger Blitz, winkend, blickt nicht zurück auf dem Weg davon. Will mehr, will alles, Hat so selten: Uneingeschränkt. Oder uns beide gleichzeitig.
Und die Welt gerettet habe ich heute schon gar nicht, niemanden nach Hause gefahren oder eine Mahlzeit gekocht.

Aber der Captain sagt Wenn dein Herz dich verdammt, ich verdamme dich nicht –
Dieser Tag ein Leben, das gilt mir immer noch, morgen auch.

Da schwimmt ein Mann. Da steht eine Frau. Und dann am Abend sind wir müde. Wir sagen nicht mehr: Eine junge Frau macht dies. Der junge Mann gewinnt dort.
Wir sind jetzt in der müden Mitte –
Komm sing noch mal das Lied.

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Zinien und Ringelblumen säumen den Weg entlang an den Gärten, den wir nach dem Frühstück und nach dem Abendbrot gehen. Die Gärten gehören den Alten. Ich pflücke eine Handvoll, mit viel Scharfgarbe und anderm Wildwuchs fällt es nicht so auf.
Wir schlagen zum ersten Mal unser Lager mit dem Wohnwagen auf. Irre.
Tage vorher hat Mini Blondie eine Packliste geschrieben, haben wir Bücher für die Wohnwagenbibliothek ausgesucht. Papa das Scrabble Spiel abgebettelt.
In der Woche vorher bei meinen Eltern war die Nähmaschine dabei und ein Projekt, dass ich (true story) in 2011 angefangen habe. Battis viele abgetragene Hemden, die alle am linken Ärmel eingerissen, noch wunderbarer Stoff waren. Ich wollte ursprünglich nur schmale Streifen, kein Wunder dass ich unterwegs die Puste verloren habe. So manches Jahr sollte das dann eine Weihnachtsdecke für Batti werden und jedes verstrich und diesen Sommer war es glasklar: Das wird der Wohnwagenquilt. Und vielleicht reichts auch noch für mehr.
Ich bin nicht fertig geworden. Jetzt reiße ich breite Stücke, das macht Gundel auch, und die muss es wissen. Ihrer Mamas Nachthemd Stoff, 20 Zentimeter breit, ist jetzt mit in der Decke. Und ich muss Gundel noch fragen, wie die Mama hieß. Die Zeit hält ja nicht an.

Am schönsten ist es, wenn wir alle in den Betten liegen, in unserem Schneckenhaus, und warten, bis den Himmel die Nacht überkommt. Nichts zu tun haben. Auf die bunten Lampions der Nachbarn gucken, die noch auf dem Camp-Marktplatz sind. Es ist still. Der Kaffee morgen früh vor der Tür wird so gut sein …
Wir fahren bald nochmal los.

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Sommerferien. What a difference.

Habt Dank für die lieben Kommentare zu unserem Schneckenhaus. Ich werde hinterher berichten. Ich hoffe, ihr habt auch den besten Sommer!

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Schwupp war die letzte Woche um.
Kocht ihr auch manchmal Maissuppe? Diese Suppe kocht am besten Ela, bei niemandem sonst schmeckt sie so gut. Wenn wir krank sind, bringt sie uns immer einen großen Topf vorbei, und wenn wir uns was wünschen dürfen, dann immer Maissuppe. Sooo lecker. Ab und zu koche ich sie auch, die Kinder würden sie jeden Tag essen.

2 Dosen Mais
1 rote Spitzpaprika
1 kleine Zwiebel
2 EL Mehl
500 ml Milch
Gemüsebrühe
Pfeffer, Salz, Prise Zucker
optional: Knoblauch, frische Kräuter
Butter und Olivenöl

Zwiebel, (Knoblauch), Paprika würfeln und in Butter und Öl anschwitzen bis die Zwiebeln glasig sind. Den Mais dazu geben und kurz mitrösten. Mit dem Mehl bestäuben, Milch und Brühe angießen. (Wenn ich nichts anderes da habe, nehme ich auch manchmal die Geflügelbrühwürfel von d.m.) Simmern lassen, bis die Paprika gar ist. Alles pürieren und abschmecken. (Die Suppe schmeckt besser, wenn sie nicht zu fein gemixt ist.) Frische Kräuter dazu sind auch sehr lecker.

Dazu gab es Annas Beetsalat, mit wachsweich gekochten Eiern und Rapunzeln.
Neulich bei Anna zum Abendbrot hat sie diesen leckeren Salat hervor gezaubert und ich mache ihn jetzt oft für mich.

1 Packung gegarte Rote Beete – noch besser schmecken frische, selbst gekocht, aber das dauert!
1 Feta
1 Zwiebel
Weißweinessig, Olivenöl, Zucker, Salz, Pfeffer
Zitronensaft

Alles würfeln und nach Geschmack würzen. Durchziehen lassen. Auf einer Platte anrichten und Eier und Rapunzeln dazu – fertig. Easy!

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„Das ist der BESTE SOMMER …“

singt der Trommler (3), das Lockenköpfchen (5), singt Mini Blondie (8) mit Gießkannentülle als Mikrofon und Uli (35) erwischt sich auch dabei, aber ohne Mikrofon. Ich glaub sie haben rundherum Recht.
In einer Woche gibt es Sommerferien. Die Kinder müssen nicht bei der Ernte helfen; (Schön wärs! Wenn ich schon wieder höre, was für ein Mist überall drin ist, nagt es weiter an mir, kein Fertigzeugs – ja, das wäre Schokolade und Ketchup und Pesto und und und – mehr zu kaufen. Viel mehr selber machen. Blöde Massenproduktion.) die Kinder dürfen rumbummeln. Wir alle. Wir haben was total Verrücktes gemacht. Wir wollten wieder einen Wohnwagen mieten und waren wieder zu spät dran. Jetzt haben wir einen gekauft. Zufällig steht in der alten Heimat einer der größten Caravanhändler und da sind wir aufgekreuzt und haben uns ein einen Fendt verguckt. Neu! Supercool. Verrückt.
Jetzt haben wir unser Schneckenhaus Nr. 15 und reisen durch die Welt, wie wir lustig sind. Das hätte ich nie von uns gedacht. Ich liebe Ferienwohnungen, und zwar die dänisch Großen. Aber die nächsten vielen Jahre werden wir auf die Sommerferien angewiesen sein, und da ist Hauptwuchersaison.
Seit Montag kann ich nicht schlafen, weil ich in Gedanken Decken und Wimpelketten und Kissen nähe. Das ist der beste Sommer!

Wenn ihr schöne Campingplätze kennt, freu ich mich sehr über einen Kommentar.

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du vorbei schaust!
    Wir haben ein Baby bekommen - deswegen passiert hier im Blog gerade nur selten etwas. Offline´s wild.