Bei den Erdbeeren

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Juni – Juli. Erst kommen die Kirschen, dann kommen die Erdbeeren. So war es bei mir, so war es bei Batti, unser Leben lang. Genauso wie bei den Müttern, bei den Großmüttern. Wir sind zwei Erdbeerenfamilien.

Den Erdbeeren haben meine Schwestern und ich lange Im-Bett-bleiben-und-lesen-Sonntage zu verdanken – weil Mama und ihre Brüder das nie hatten, jedenfalls nicht, wenns am herrlichsten ist; an einem warmen Sommermorgen. Wenn der Wind die Gardine bewegt, es aus der Küche nach Brötchen duftet und das ganze Leben sich so leicht anfühlt, als trägt es sich mit einer Hand. Bei Mama hieß es stattdessen “Kinner, naus ausn Bettn, es geht inne Erdbeern.!”  Für sie gab es Erdbeeren nur als Feld. Meine Großeltern hatten im Erzgebirge einen gigantisch großen Garten, wer hatte das nicht, früher. Die Erdbeeren wurden an die Bäckerei verkauft – ach, ich hätte zu gern mal so ein Stückl Kuchen gesehen, aus der Bäckerei, mit Omas Erdbeeren.
Bei uns gehörte Erdbeerenpflücken auch zu den Aufgaben, irgendwann, als wir alt genug waren. Die Reihen durchhacken, abernten, auch die kleinen Beeren, nicht nur die dicken, die den Korb schnell voll machen. Auf der Terrasse saßen wir dann und haben sie abgepult. Bei uns gab es sommers oft Erdbeerknietsch, zerdrückte Erdbeeren mit Milch und Zwieback. Bei Batti wurden die Erdbeeren eingezuckert.

Oma Ingrid hat im letzten Jahr wieder das große Erdbeerfieber gepackt. Sie hat unzählige Sorten an Pflanzen vorbereitet. Neulich, vor der großen Hitzewelle, haben wir den Erdbeergarten bestaunt und uns den Mund rot genascht. So schmecken die Früchtchen immer noch am Besten; das kleine Knack beim Pflücken und schnell in den Mund. Noch warm von der Sonne.
Aber als wir da waren, haben wir im Regen gepflückt, etliche Kilo. Den Tag lang hat es immer mal wieder geschauert und wir haben die Sonnenpausen dazwischen vertrödelt und dann wurde es Zeit zu fahren und wir haben mit Regenjacken und Gummistiefeln und Lachen gepflückt. Das war meine lustigste Erdbeerernte.

Diesen Sommer esse ich sie am liebsten so: In Scheiben geschnitten und ein paar Stunden im Kühlschrank gewesen, mit ordentlich Vanilleeis. Und dann frieren die Erdbeeren von dem Eis ganz kurz an. (Aber ich glaube, das habe ich schonmal geschrieben, nech.)

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Vier Monate

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Unser Gummibär ist heute vier Monate alt. Wir hatten zwar keinen Kuchen, aber den ganzen Tag Lieblingswetter. (Den Kuchen backen wir morgen nach. Alle Babys wieder – in der Stillzeit brauch ich Kuchen.)
Die wunderschöne Decke hat Uli für unser Baby genäht. Ich muss sie noch mal richtig fotografieren. Immerhin habe ich es nicht verpasst, die Kleine immer am Monatsgeburtstag damit zu knipsen.
Vier Monate – das fühlt sich kurz und lang zugleich an. Die Ungeduld der letzten Wochen vor der Geburt sind beinahe vergessen. Die Startschwierigkeiten auch. Sommerfrische liegt in der Luft. Batti nimmt Elternzeit und wir sind gespannt, wie unsere Pläne so aufgehen.
Baby hat ihren Spitznamen weg: Sie ist ein Gummibär, na klar.

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Boxenstop

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Wir sind bei Windelgröße 3 angelangt und ich habe auf der Strecke bis hierhin meinen inneren Frieden verloren und wiedergefunden. Es geht wohl auch nicht anders als so.
Geholfen hat mir die Kinfolk-Ausgabe, die ich vorletzten November in Amsterdam gekauft, und noch gar nicht gelesen hatte! Das Heftthema ist Wochenende, Ausruhen, Nichtstun.
Ich hatte es vergessen, das Nichtstun. War an der zuckrigen Endlosspirale von Alles-muss-produktiv-sein, und effektiv auch festgeklebt. Ich bin nicht mehr spazieren gegangen. Ich hatte die kleinen, verrückten Flugmanöver der Schwalben (vielleicht sind es auch Stieglitze, ich bin nicht sicher) am Himmel vor dem Fenster nicht bemerkt. Wenn ich mich mit meinem Babyli zum Stillen hinlege, kann ich sie die ganze Zeit beobachten.

Ich hatte auch vergessen, warum ich hierher kommen und schreiben soll.
Neulich Abend waren oh Wunder alle Kinder vor Acht asleep. Ich habe die Küche aufgeräumt, die Wäsche aufgehängt auf die Leinen geschmissen, den Hasenstall zugemacht und hatte noch Zeit, den Abend lang im Sessel zu sitzen. Ich habe auf die Dämmerung gewartet, mit Tee und Schokolade; habe zugesehen, wie das Licht sich aus den Ecken zurückzieht, alles die Farbe ändert. Wie die Zimmerecken weich werden, bis bald nichts mehr zu sehen ist, das unaufgeräumte Überbleibsel vom Tag nur noch schön aussieht.
Ich habe mit dem Ipad auf dem Schoß das Kaffiknopfarchiv von 2011 und 2012 gelesen und war mir selber dankbar. Das muss man auch üben. Dankbar dass ich das festgehalten habe, und dass es so viel Gutes zum Festhalten gab.
Als meine Schwestern beide in den letzten Monaten erzählt haben, dass sie mein Archiv nochmal ganz durchlesen, da hab ich gelacht. Und jetzt hab ich es selber nochmal gelesen.

Wenn der Abendstern in meinem Fenster zu sehen ist, ist Schlafenszeit.
Dem inneren Anspruch, diesem ungnädigen Kerl, stell ich ein Stoppschild auf. Mal sehen, ob es was hilft.
Ich gehe wieder spazieren. Ich hab so eine Ahnung, dass das, was mich mein drittes Baby lehren will, das Wichtigste sein wird.

Gespräche mit Freunden machen mir klar, dass es nicht nur mir so geht. Dieses Getriebensein, das sitzt so vielen im Nacken. Da wird auf einmal aus allem ein MUSS. Aber ich. muss. nicht.

Und so wird es Sommer. Unauffällig, ohne großen Knall. Die Babies wachsen wie die Kohlköpfe. Sie quieken und juchzen und nichts, einfach nichts kann den Tag schöner machen als dieses erste Lächeln des Tages. Wenn sie aufwacht und vor sich hin erzählt und mich entdeckt, dieses Strahlen. Für sie ist noch jeden Morgen Welturaufführung!

Als Juju und Basti mir vor einem knappen Jahr verraten haben, dass sie Eltern werden und es in meinem Kopf gerattert hat weil ich so schnell gerechnet habe und dazwischen die Das gibts doch nicht! purzelten, da hab ich mir ein anderes Timing gewünscht. Wir waren nur eine SW auseinander. Es war schon wieder passiert! Vier Jahre vorher waren Ela und ich gleichzeitig schwanger. Aber jetzt ist es total schön. Die beiden Babys sind nur zwei Tage auseinander und fangen auch gerade an, durch die Gegend zu purzeln. Mal sehen ob die zwei auch so herzige Spielgefährten werden wie Gelbe Wolke und das Lockenköpfchen. Jetzt haben wir eine richtige Rasselbande, wir drei Schwestern. Ich freu mich dass die Kinder so miteinander aufwachsen. Ich hab sie alle ganz schön dolle lieb.

 

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Ich wollte einen Strauß pflücken aus den Pflaumenzweigen, Mirabellen und Äpfeln; aber alles war am rechten Fleck gewachsen. Am Jasmin konnte ich nicht vorbei.

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Hej Sommer fang an!

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oh my! ... 100kg paket LIEBE gerade vor meiner tür gefunden ... schnief

Harry hat uns miteinander bekannt gemacht. Ich glaube, irgendwann letzten Herbst. Seitdem gehen immermal Mails hin und her. Ich mag das – neue Brieffreunde machen. Gemeinsamkeiten entdecken, voneinander lernen, manchmal merken, wir leben gar nicht weit auseinander. Claudia aus Pelles Puppenstube macht nicht nur schöne Puppen, sie kann die allerschönsten Päckchen packen.
Im Januar hat sie uns Fanny Freudentanz geschickt. Als ob sie geahnt hätte, wie sehr die süße Häkelpüppi hier reinpasst. Mini Blondie hat sie sofort adoptiert und mit den anderen Kinderzimmerbewohnern bekannt gemacht. Aber Fanny ist auch noch eine Spieluhr und singt meinen Babyglückskäfer in den Schlaf … also wandert Fanny immer hin und her. Wir tanzen Freudentänze.
Eine Puppe komplett gehäkelt, das Kleid kann man ausziehen. Wow! Ich hoffe, meine Kinder zerrupfen die delikaten Zimtschneckenzöfchen nicht zu schnell. Und – ich hoffe, unsere Wege führen uns irgendwann mal an einen gemeinsamen Kaffitisch, voll mit Garnbergen, Tassengeklapper und Geschichten. Ich weiß schon, was ich dafür backen will.

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  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du vorbei schaust!
    Wir haben ein Baby bekommen - deswegen passiert hier im Blog gerade nur selten etwas. Offline´s wild.