Gleich Ostern

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Ich liebe die Ostervorbereitungen. Den Hefezopf backen und immer wieder nachbacken, weil einer für uns viele nicht lange reicht. Lemon Curd kochen. Früh genug weiße Schokolämmchen zum Verstecken erstehen, die am Ostersonntag von allen wie verrückt gejagt werden weil jeder die meisten finden will. Vorfreude auf den Carrot Cake und auf Mucklas Hefehasen. Irre viele Hühnereier kaufen, es können nie genug sein. Und dieses Jahr gibt es, hurra, keinen Schnee und dafür Spargel in großen Mengen.
Mein kleines Battalion Osterglocken blüht wohl noch bis zum Osterfest, die Apfelbäume auch. Nachbars hohe Kirschblüte ist so gut wie vorbei, schade. Auf unsere Wiese schneit es weiße Blüten. Ich könnte den ganzen Tag in den Garten gucken. Wir haben noch kein einziges Samenkorn im Gemüsebeet, aber wagemutig ein Dutzend Salatsetzlinge in die Erde gesteckt. Hoffentlich lassen die Schnecken uns was übrig.
Die Kinder zappeln ungeduldig, übermorgen kommen Oma, Opa, Juju und Baschineur. Wir haben uns fest vorgenommen diesmal nicht soviel Zirkus ums Kochen zu machen (ha!) und viel zu spielen. Mal sehen, wie wir das schaffen. Nach der langen Fastenzeit freue ich mich riesig auf den einen oder anderen Kinderschokoladenhasen. Das sind die Besten. Ich werde eine ordentliche Mannschaft davon verstecken. Mini Blondie hat sich die letzten Jahre jedesmal darüber empört, dass allemann Geschenke für sie versteckt haben, sie möchte nur Eier und Hasen suchen und nichts anderes. Aber ich konnte wieder nicht an den Büchern vorbei gehen und hab für sie dieses fantastische Landkartenbuch Alle Welt gekauft. Ich denke, damit habe ich gute Chancen, keinen Ärger auf mich zu ziehen.

Was sind denn eure schönen Ostertraditionen?

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Filed under: Familie

 

Ich hab Lust auf Rosa mit Grün

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Meine Freundin hat ein Frühlingsbaby bekommen und das gibt mir guten Grund, mich mal wieder ein wenig in Log Cabin Quadraten zu verlieren. Die habe ich lange nicht genäht. Immer noch finde ich diese Näherei zum Süchtig werden. (Aber welche Näherei ist das nicht!?) Ich hatte Lust auf knallbunt und habe alle rosa und grünen Stoffe herausgesucht. Ich denke ich werde neun Quadrate machen, vier mit einem rosa “Kern” und fünf mit einem grünen. Oder umgekehrt.
Zum Glück kam meine Stoffbestellung von Hancocks, die diesmal über zwei Monate gebraucht hat, endlich an. Ich brauchte nämlich schon Nachschub, sooo viel Grün und Rosa habe ich gar nicht in meinem Stash. Ein Fat Quater Bündel von Heather Baileys herrlicher Serie mit den Fröschen, Erdbeeren und Bienenwaben (ich finde die Reihe gerade nicht wieder, ist vielleicht schon eine Weile älter.) bringt Rettung. Einen Stoff für die Rückseite muss ich noch entscheiden.

In der Stoffbestellung waren auch meine ersten Meter Anna Maria Horner. (Und ein bisschen Kaffe Fassett!) Ich liebe Anna Marias Blog und die Energie, die sie ausstrahlt. Ihre farbenprächtigen Stoffe haben mich erst vor kurzem ins Auge gezwickt – ich kann gar nicht erwarten, damit zu nähen. Aber nach so viel aufregendem Bunt musste ich erstmal meine Blau & Rot Scraptüte ausschütten und schnell für unsere Küche (endlich!) einen Topflappen zur Beruhigung nähen.

Ach liebes Blau & Rot – du hilfst immer!

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Filed under: Nähwut

 

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Aschermittwoch (im Februar) hat die Fastenzeit begonnen. Batti fastet seitdem Surfen – bis auf den Wetterbericht. (Da weiß er jetzt ziemlich gut – und genauer als der Regenradar – Bescheid über die Veränderungen im Laufe eines Tages. Ich ziehe ihn gern ein bisschen damit auf, ich glaube nämlich nicht an den Wetterbericht. Ihr wisst ja, der Hundertjährige Kalender ist mir lieber.) Meine Dienstagabend-Strickladies fasten auch eisern fast alle Süßigkeiten. Sonst naschen wir meistens naschen wir sehr fleißig, Sweets und Wolle passen sind eben ein Dreamteam. Ich kann euch sagen, der Kaffeetisch sieht plötzlich sehr … wild … aus. Tortillia Chips mit Salsa, getrocknete und frische Früchte, geröstete Nüsse – Uli hat letztens sogar Backwerk mit Bohnen im Teig mitgebracht. Überraschend lecker!! (Leftovers zum Frühstück mit einem kräftigen Kaffee und dick Butter drauf für mich unschlagbar.)

Wer nicht oder etwas anderes als Süßes fastet, (ich!) hat in den ersten Wochen noch die Schoki in der Tasche gelassen und unauffällig mal ein Stück in den Mund wandern lassen. Aber inzwischen lassen wir uns zusammen die ungesüssten Alternativen schmecken. Ich mache dieses Jahr nicht die gesamte Fastenzeit mit, aber die letzten drei Wochen vor Ostern (also seit anderthalb Wochen) faste ich Milchprodukte. So gut es geht. Sonntags werde ich meistens mal kurz schwach. Frischer Rhabarberkuchen mit Streuseln? Da war vermutlich Butter drin. Ein lange geplantes Geburtstagsessen im Haus Sanssouci, in der gerade eröffneten Spargelsaison – Sauce Hollandaise! Und nachdem ich alle, aber wirklich alle Milchalternativen im Kaffee ausprobiert habe – Soja-Reismilch, Hafermilch, Soja-Vanillemilch, Mandelmilch, Kokosmilch … gibts den Morgenkaffee als einzigen am Tag mit einem Milchschluck. Den restlichen Tag trink ich den Kaffee dann doch lieber schwarz.

Es ist echt interessant, wie erfinderisch mein Appetit wird, wenn so essentielle Zutaten Butter, Sahne, Käse, Milch wegfallen. Ich glaube, ich bin nach Julia Child der größte Butterfan auf Erden, ohne Butter schmeckt auf einmal alles … anders … und ich habe auf einmal drei Mal am Tag Lust auf eine warme Mahlzeit. Gebratenes Sauerkraut schmeckt schon zum Frühstück genial. Und an alles könnt ich plötzlich Sweet Chilli Sauce und dieses scharfe, verdammt leckere Zeug, das sich Pixian Doubanjiang nennt und das ich für Luisas Rezept gejagt habe, ranknallen.

Ab und zu versüße ich mir diesen Wahnsinn mit Marzipankartoffeln, die ich aus dem letzten Weihnachtsmarzipan gemacht habe. Oder mit diesen Schaumerdbeeren, die ganz gemeines Suchtpotential haben, quietschungesund sind und die ich seit Kindheitstagen nicht mehr gekauft hatte. Vor vielen Jahren habe ich mal gesundheitsbedingt bestimmt ein, zwei Jahre lang vegane Ernährung durchgezogen. Das könnte ich heute einfach nicht mehr. Ich liebe Butter und Käse viel zu sehr. Aber so einen kurzen, abgesteckten Zeitraum mal die Gewohnheiten umkrempeln, das ist spannend. Ich hatte damit geliebäugelt, den 30 Day Vegan Kurs mitzumachen, aber der beginnt schon im Mai, und da stehen einfach zu viele Tortengeburtstage im Kalender. Vielleicht im Herbst.  Hehe.

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Filed under: Tageskarte

 

Märzbechertage im Garten

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Der Regen ist da. In den Nächten habe ich ihn gehört. Manchmal prasselt er hier über meinem Kopf aufs Dachfenster. Die dunkle, frische Märzerde bechert das Nass nur so weg. Und ich bechere auch, solange es kühl genug dazu ist, schwarzen Tee. Mir sind die Marshmallows, die ich gerne dazu nasche, ausgegangen. Vielleicht versuche ich endlich mal, welche selbst herzustellen. Die hier mit Pfefferminz sehen so gut aus. Jetzt wo Uli mich in die Kunst der Macarons eingeweiht hat, trau ich mich auch an Marshmallows. Wenn wir dann die Feuerschale einweihen, die Batti gerade besorgt hat, grillen wir ein paar davon. Unser kleiner Holzunterstand hat nämlich nur noch unförmige Wurzeln und Strünke, nichts davon passt in den Stubenofen. Mag sein das wird ein frühes Gartenfest, warum nicht.

Am Freitag waren wir draußen bis zum Regen. Haben Unkraut gezogen, Blumen gepflanzt, ein bisschen am Gras gemäht und in unseren Köpfen haben sich die Pläne überschlagen. Viel Gärntersonne kommt auf unsere Nordseite nicht herum, aber ein wenig mehr als Erdbeeren kann es dieses Jahr ruhig sein. Wo bringen wir das junge Gemüse unter? Die Auswahl ist ja schon relativ groß. Sollen wir ein Frühbeet bauen, bekommen wir nicht doch irgendwo ein Tomatenzelt hin? Am liebsten hätte ich das tropische Pflanzenzelt. Ich wette, da würden sich die Kinder zu gern drin verstecken. Wenn wir über Land fahren, sehe ich in den Dörfern sehnsüchtig den alten Gewächshäusern aus Glas hinterher. So schön! Manchmal werden sogar welche zum selbst abbauen günstig angeboten – aber den Platz dazu, den muss man ja auch erstmal haben. Ich habe irgendwie eine Schwäche für Gewächshäuser – der schwere Duft wenn gegossen wird, die Wärme, und wenn Tomaten an Sommerabenden rot darin prangen … Das ist mein Ding.

Vor ein paar Wochen waren wir in dem Garten, in dem ich meine ersten 18 Jahre verbracht habe. Wir hatten damals ein – jedenfalls fand ich das als Kind – außergewöhnliches Gewächshaus. Und in den Garten ging es so: Links vom Hof führte ein schmaler Torbogen, vorbei am kleinen Gemeindehaus, das neben unserem Haus stand, zum Garten. Vier, fünf Steinstufen runter, aus denen wir im Schnee die besten Schanzen gebaut haben. Zuerst kam mein sehr geliebter Haselnussbaum und eine Holzhackstelle. Dann der Rhabarber. Dann wurde der Garten weit und breit. Links, auf dem Platz der alten Scheune, stand einige Zentimeter über dem Boden ein Gartenhaus. In dem haben wir zu gern gespielt. Es ließ sich abschließen und wir haben immer vorgehabt, es als Gästehaus schick zu machen. Unter einer Plane hockte dahinter eine Wartburgkarosse, unser Kinderauto, untrennbar mit dem Geruch von DDRKetchup verbunden. Eine ganze Menge zum Essen zu alt gewordene Gläser davon war, ich weiß nicht wie, in diesem alten Autowrack gelandet. Super Spielessen.
Links und rechts vom Weg die Obstbäume. Pflaumen, Eierpflaumen, Apfel. Dann der schwarze Brunnen und dahinter Kräuter und das Gewächshaus. Halb in die Erde eingelassen, ziemlich lang, das Dach ein Halbrund und eine Schiebetür. Wir mussten reinklettern. Gewächshaus gießen, das war eine typische Aufgabe für Ela und mich. Ich weiß gar nicht mehr genau, was da drin gewachsen ist, ich glaube, diese weißgelben Paprika gingen gut. Gurken und Kopfsalat wahrscheinlich auch. An Tomaten kann ich mich nicht erinnern.
Als wir eben neulich durch den alten Garten liefen, der sich heute kaum noch mit dem Bild meiner Erinnerungen deckt, und ich den Kindern mein grünes Paradies zeigen wollte, habe ich gedacht, wie groß doch der Garten immer noch ist. Die meisten Dinge, die wir als Kinder groß fanden, sind heute, in Wirklichkeit so klein. Die Zimmer, die Fenster im alten Haus. Die Obsttorten. Aber der Garten, ach, so ein besonderes Fleckchen Erde.
Gegenüber vom Gewächshaus Mamas geliebter Wäscheplatz, dahinter der große Apfelbaum, der das Wort knorrig nur zu genau nahm und an dessen Apfelgeschmack ich mich nicht mehr erinnern kann. Dahinter unser kleines von Papa gebautes Spielhaus, das leider nicht mehr steht. Vor dem kleinen Gärtchen von Sister Sealand der Holunderbusch, der Augustapfelbaum und das hellblaue Wasserfass.
Links die riesigen Johannisbeersträucher, die Beete für Gemüse, das kleine Erdbeerfeld und die Stelle für die Kartoffeln. Noch mehr Erdbeeren und am Wasser – unser Garten ging runter bis zur Elde – der Kompost. Wir konnten als Kinder runter zum Fluss, der Wasserstand war niedrig, wir haben uns einen provisorischen Steg gebaut und gehofft, mal einen Fisch zu fangen. Für mich war dieses kleine Flüsschen immer irgendwie so etwas wie “Weltanbindung”. Für Mama war das, wie sie mir jetzt als Erwachsene erzählt hat, ihr Ort für eilige Stoßgebete.
Ich wünschte, jedes Kind hätte so einen Garten zum Großwerden. Zum Erdbeeren naschen, vorher den Sand abpusten und im Mund die Sonne schmecken, die noch in den den Früchten glüht. Und zum Kartoffelkäfer absammeln, Bohnen ernten und im Gewächshaus stehen.
Süße, sorglose Jahre in denen man sich nie fragt, wie alt eigentlich die Erwachsenen sind … Wie meine Kinder wohl später mal auf ihren Garten zurückschauen werden? Das ist noch lange hin. Ich hoffe mit ganzer Herzkraft dass wir es schaffen ihnen beizubringen, irgendwie, das Kindsein auszukosten. Sich darin breitzumachen wie im größten Kletterbaum, verschwenderisch fröhlich und laut im Lebens-ja.

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Filed under: Kraut und Rüben

 
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