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Ich liebe deine weit geöffneten Arme.
Stellst Nikolaus einfach vier Stiefel hin.
Bekommst eine Handvoll Pilze rein –
immerhin. Keine Kohlen.
Kleine Seele. Niemals aufgeben!

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Hier steh ich gut.
Wohin sonst sollte ich gehn?
Fass an deinen Flügel
so oft ich kann.
Lehn im Schatten
knapp neben deinem Herz.

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Wenn die Lichter leuchten draußen in den Apfelbäumen –
der Garten sein Weihnachtsbäumchen bekommen hat –
kommt das eine große Ausatmen, Seufzen
und dann
bald
Jauchzen.

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Als du heimkommst, geht die Sonne golden unter.
Entrüstet tauchst du in deinen Decken ab.
Ich weiß.
Schäle vier Apfelsinen und dich wieder heraus.

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Erster Advent.
Ankunft.
Ich bin noch nicht da.
Du putzt das schwarze Pferdchen
als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.
Recht hast du!

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Und plötzlich Dezember.
In der großen Stadt.
Hinterm alten Wald.
Was wir brauchen finden wir.
Kränze, Schleifen, Fichtenduft.
Alles was rot ist und glitzert.

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UPDATE
So lieben Dank für eure Antworten! Sie haben mich berührt. Ich wünschte, ihr könntet alle die Briefe erhalten, nach denen ihr euch sehnt.
Die Gewinnerin wurde inzwischen benachrichtigt und die Stille Post ist (hoffentlich noch rechtzeitig) aus dem Haus geflattert.
So gern hätte ich für jeden einen geschickt.
Zum kleinen Trost vielleicht, ich nehme dieses Jahr eine weitere lieb gewordene Gewohnheit auf und schreibe wieder jeden Tag 24 Worte.
Gegrüßt seid ihr, und du, König Dezember.

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Es ist längst liebgewordene Gewohnheit, dass es bei Kaffiknopf einen Kalender zu gewinnen gibt. (Wenn auch sonst gerade nicht so viel im Blog passiert.) Dieses Jahr habe ich Gold gegraben. Der Adventskalender von Freudenwort (Susanne Niemeyer in Zusammenarbeit mit Matthias Lemme) hat mich so berührt, das kann ich euch nicht vorenthalten. Er ist beim Verlag schon vergriffen, aber noch bei ein paar Versandhändlern zu bekommen. Und Susanne Niemeyer war so lieb und stellt mir dieses Exemplar zur Verfügung. Juchu! Viel Glück!

Teilnehmen könnt ihr, in dem ihr bis Donnerstag den 29.11. hier einen Kommentar hinterlasst und mir schreibt, von wem ihr am liebsten mal wieder einen langen Brief bekommen würdet.
Und wer dieses Mal kein Glück hat kann mal auf Freudenwort schauen, da gibt es noch etwas ganz schönes – Ein Adventskalender-Schreibexperiment.
Oder ihr schaut am Nikolaustag noch einmal hier herein – da gibt es noch eine kleine norwegische Überraschung.

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Ach Anna Ancher!
Ich bin durch dein Haus gelaufen, habe auf den Dielen geknarzt, die dich an deinen baren Füßen erkannt haben, habe Hipp Hipp Hurra an deinem Tisch gesagt – ich weiß nun alles ein bisschen und du weißt nichts mehr von dir. Auf meiner Kaffeedose steht dein Name und ich habe mit meinen Augen jeden Zentimeter abgetastet, deine Küche! Deine Pinsel. Deinen Garten, dein Zimmer.
Deine Bilder sind schön, doch es ist dein Haus, was sie mir nahe bringt. In diesem Lichtspiegel zweier Meere geboren zu werden, als Hoteltochter auch noch.
Bist du gerne am Morgen von diesem Licht aufgewacht? Hast du junifrühs im Garten deine Rhododendren gewässert und für Helgas Frühstücksgrütze Walderdbeeren gepflückt? Dich über die unverschämten Schnecken ereifert?
Marie und Peter, Lauritz, Holger, dein Michael; wen hast du am liebsten bei dir gehabt und auf die Leinwand gebannt?
Ich habe mehr als ein Jahr gebraucht um mir ans Herz zu fassen und von dir zu schreiben. Solange habe ich dich bei mir behalten, manchmal in meiner Küche „Ach, Anna Ancher“ gedacht und in Gedanken in deiner Küche gestanden. Hab Tee gebrüht oder den Perlwein entkorkt, und allmählich euer Hipp Hipp Hurra eingebürgert.
Jetzt sitz ich hier mit der Ebeltoftdecke über den Schultern, die meerwasserblaue, die es in dem Sommer überall gab. Und will dein Haus auch mal im Herbst sehen, und im Winter, ach was, am besten mal Skagenschreiber sein und jeden Tag an deinem Gartenzaun vorbei laufen, mit den Augen über die weiß gerahmten Dachziegel fahren und nicht satt werden von diesem Licht.
– Wir sind mal wieder ins Blaue hinein gefahren, Sommer 2017. Zusammen mit den Schneckenhäusern in den Norden kriechen, das war die Idee. Uli brauchte nur Skagen sagen und dieses Licht und Künstlergemeinschaft – und ich war AN.
Ach Anna Ancher, er sagt, ich sähe dir ähnlich, ich sage: I wo. Wenn ich länger hinsehe, entdecke ich in deinem Gesicht Züge meiner Tante, die, die ich nie kennen lernte. Und für einen Schlag stoppt mirs Herz, das Postkartenportait deiner Tochter; das könnte Mini Blondie sein.
Und es ist ja alles richtig, du und ich, wir sind Erdenschwestern auf dieser Welt; in verschiedenen Zeiten. Dass ich durch dein Haus gehen darf ist kostbar, auch wenn ich mich wie ein Eindringling fühl‘. Du hast nicht vorgehabt, unsterblich zu werden.
Du hast dein Leben geliebt, Skagenlichttochter, das haben wir gemeinsam, ich kann es nur nicht mit Pinseln malen. (Aber Worte malen auch.)

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Leuchtfeuer

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Das ist unser Emil Nolde Sommer gewesen; noch ehe wir davon wussten. Sattere Farben gab es selten. Hitze und Wüste sind längst vergessen, die Felder wieder grün, das Gras knuspert nicht mehr unter unseren Füßen. Heute fällt Regen. Ernsthafter, anhaltender Regen. Was noch an Laub an den Bäumen hängt, leuchtet auf. Die Dorfalten harken synkron gigantisch gelbe Blätterhaufen.

Die Ferien waren unsere H E R B S T Z E I T L O S E N. Noch einmal aus der Zeit fallen, für alles Zeit haben, jede Stunde dehnen und strecken, die Minuten ausrollen wie samtigen Hefeteig. Da geht noch was, und da.

Wir haben die Herzen voll Himmel und Seebüll und mischen neue Farben. Gelbe Wolke bekommt das schönste Lila hin. Im hintersten Gaumenwinkel hängt noch der Geschmack der Noldeschnitte, bunter Obstkuchen mit einem raffinierten Teig.

Die Nachbarn haben die ersten Lichterketten in den Bäumen. Im Blau der Dämmerung flattert eine festliche Ahnung. Fürchtet euch nicht, immer noch nicht. Ich verhaspel mich inside out und finde ihn noch, den Sichelmond. Hinterm letzten Haus steht er zuversichtlich, hat sich ’nen Stern dichter heran gezogen und verspricht noch ein paar mehr Novembernebeltage.

Das blaulohe Hasenmädchen muckt mir zu. Vor zwei Monaten ist sie hier eingezogen und wirbelt uns den Garten auf. Wenn sich am Haus was regt, gehen neuerdings zwei paar Löffelohren in die Höhe. Am meisten freut sich aber Althase Benni über die neue Gefährtin.

Wenn wir die Feuerschale anfackeln und sitzen bleiben, bis der letzte Stern aufgegangen ist, das Gummibärle auf Mini Blondies Schoß liegt und dem Schneeweißchenmärchen lauscht, Gelbe Wolke und Batti Marshmallows rösten, dann staunen die zwei Hasentiere über die späte Gesellschaft. Und ich bin so froh.

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Fotos: Judith Frindt

August and everything after …
Alle drei Schwestern waren wir auf die Hochzeit unserer langjährigen Freundin eingeladen. Küchenbuffet, Rosensofa und Eierkocher brachte sie schon genug mit in den Ehebund, selbst eine Sammlung Connibücher.
Also kam gleich mit der Einladung auch die Idee für das perfekte Geschenk von uns Dreien für das Ostseemädchen. Ein Log Cabin Quilt in allen Blautönen, die unsere Stoffvorräte so hergaben. Für viele zweisame Stunden am Strand, oder eben zum Drunterkuscheln, wenn die Meersehnsucht mal riesig würde.
Wir haben uns einen Tag im Mai gemeinsam warm genäht, alle Stoffe durcheinander geworfen und dann über die Wochen zu Hause weiter gestichelt. Jede hat ein paar Quadrate gemacht und ich war getrost, die 12 Teile puzzeln sich am Ende schon zusammen.
Der Stoff für die Rückseite musste rosig sein, dass war schnell klar. Mit eben diesen Rosen bezogen steht ein Sofa im Haushalt der Vermählten und sorgt zuverlässig für Diskussionen mit Augenzwinkern.
Das Quilttop ist bunt und wild geworden, eine ziemlich laute Welle.
Wie kleine Muschelschalen klickern die einzelnen Stoffstückchen jetzt mit ihren Geschichten; und bleiben Geheimnis.

Die Hochzeit war m ä r c h e n h a f t schön und für uns Fünf etwas ganz besonderes. Sie stand als Leuchtpunkt und Abschluss für unsere Schneckenhaussommerreise. Aus dem Urlaub heimkehren ist nicht ganz so schwer, wenns da eine Hochzeit an der Ostsee zu feiern gibt.
Also stand unser Schneckenhaus, voll mit holländischem Käse, Steinchen, Muscheln und Lakritze neben dem Feuerwehrhäuschen. Und wir tauschten am Vorabend Käseravioli gegen Fischbrötchen mit der Braut. Saßen noch ein letztes Mal in den Campingstühlen unterm Sternenhimmel. Abschied in leise. Die Mädchen reihten sich ins Fingernägellackieren ein und ließen sich dann an DEM TAG keinen Schritt der Vorbereitungen entgehen. Das Gummibärle weiß jetzt, zum Heiraten braucht eine Braut viele Locken vom Friseur, eine Candy Bar ist the place to be und Ponyreiten im Leopardenkostüm? Das geht, keine Frage.

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