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Jan 14

Jännerräumen

stockings

Mein Weihnachtself-Blondie hatte im Advent die stockings in die Finger bekommen, die mir Hjortron über die Jahre genäht hat. Eines Morgens sah ich sie damit herum laufen. Das war in der Tat die allerbeste Füllung!
Jetzt ist aber wirklich all der Weihnachtsschmuck abgenommen und in Schachteln verpackt. Nur die Lichterbögen dreh ich in der Dämmerung immer noch an (Batti protestiert). Mit dem Wegräumen kribbelt es in den Fingern – Umräumen, Ausmisten. Ein Stoffschrank muss her. Bis jetzt habe ich meine Stoffe in dem grünen Holzschrank und im Weidenkorb darauf verstaut – das ist wenig übersichtlich. Für die kurzen Nähzimmerzeiten, die momentan nur drin sind, will ich etwas weniger Chaos. Mir schwebt ein einfacher Schrank mit Glastüren vor, mal schauen, ob der IK.EA etwas Gutes hat. Das Bücherregal ist vom Nähzimmer in die Stube gewandert und ich habe noch mal gründlich aussortiert. Da hat sich immer noch so viel angesammelt, was überhaupt nicht benutzt wird. Meine uralte Violine-auf-Bratsche-Umschule muss jetzt auch dran glauben. Nur von den Terminplanern, die mehr noch Tagebücher sind, von 1998 an aufgehoben, von denen kann ich mich nicht trennen.

Jemand anderes hat anscheinend auch “aufgeräumt”. Unsere kleine Maus ist nämlich verschwunden. Sie wohnt unter der Terasse und lässt sich sonst mehrmals täglich blicken. Ich hatte ihr extra das Pfefferkuchenhaus zum Einziehen hingestellt, aber das haben die frechen Amseln auf die Wiese verschleppt und die Maus hat sich nur ein paar Krümel geholt. Ich verdächtige die grau getigerte Katze, die auch gern mal durch die Küchentür guckt und wahrscheinlich ein “Katzen-Mäuse-Neujahrsfest” gefeiert hat.

maus wo bist du

Draußen sein ist so anders ohne Schnee. Hat es überhaupt schon Frost gegeben? Ich finde immer noch Gänseblümchen, Rosenblüten und riesige, desorientierte Mücken! Möchte am liebsten nach meinem Knoblauch in der Erde graben und nachsehen, was der so treibt. Wenn das überhaupt etwas wird, ich glaube, alle Zwiebeldinger, die Tulpen auch, brauchen Frost. Unser Nachbar hat sich im Herbst eine Schneeräummaschine gekauft, unsere Gemeinde auch. Vielleicht kommt der Schnee im Februar. Wir hätten Zeit.
Im Mucklagarten sieht es schön aus. Die Vögel lassen es sich im Futterhäuschen gutgehen. Ich kann es nicht erwarten, den Garten zum ersten Mal im Frühling zu sehen. Hinten links darf ich mir ein größeres Gemüsebeet anlegen. Ein paar Sämereien, auch Gänseblümchen und Klatschmohn, habe ich hier bestellt.
Der lange Tisch in der Gartenmitte flüstert mir sommerfeste, kaffeetriefende Tortenmeter-Versprechen in die Hand. Ich glaube, ich schneide schon mal Stoff für neue Kleider zu.

schneeball to gomistelnester
feste aussichten

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Jan 10

Goodbye Christmas

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Die Kirschblüten! Ich muss an ein Lied denken, wenn ich sie sehe, so knackig weiß, zum Anbeißen. Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unser Herz nicht traurig sein. Und so ist es.
Noch steht unser Weihnachtsbaum, lichterfroh. Dieses Jahr hat er nicht geduftet. Nächstes Mal möchte ich gern eine Fichte, keine Tanne. Wir hatten doch früher immer Fichten, war das nicht so?
Ich genieße seinen Zauber im Stillen, für die Kinder ist er längst abgestaunt. Aber heute haben wir uns noch einmal darunter gelegt und in die Lichter geschaut. Morgen schmücke ich ihn ab. Oder – übermorgen.
Der Januar tut uns gut und geht so leicht von der Hand. Jede Menge Besuch hier, und hin und her. Heute war sogar die Sonne da und hat geklatscht, als wir den letzten Pfefferkuchen verkrümelt haben.
Das frische Jahr hat eine Struktur bekommen, eine Richtung zum Ziel und ich staune über mich selbst, Frühaufsteher ich!

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Jan 09

Geburtstagsschnee

vier kerzen

Der vorletzte Tag im alten Jahr … kam; und ging – und war zauberhaft. Das ganze Jahr über hatte er mir Grübelgrübchen gemacht und Fragezeichen hinter die Ohren gesteckt. Jetzt ist der Kreis wieder rund und viele Jahre mit Doppelgeburtstag können heran rauschen. Happy Birthday my loves!

gelbe wolke
Gelbe Wolke zwei Tage alt

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Gelbe Wolke ein Jahr alt

Gelbe Wolke und ich waren die Frühaufsteher und haben unterm Weihnachtsbaum noch mal dem echten Geburtstag nachgefühlt und diesen irgendwie heiligen ersten Stunden. So viel Schnee lag und die Stadt im Benommensein zwischen den Jahren … plötzlich wieder einzeln auf den Beinen stehen, das Kind im Arm und nicht mehr im Bauch … Mini Blondie rennt, uns die Tür aufzumachen … Die Schwestern sehen Gelbe Wolke gleich am ersten Tag … Nebel, Nebel und Pippi Langstrumpf Plätzchen.
Auf dem Geburtstagstisch stehen zwei Pound Cakes, vier und eine Kerze zünde ich schnell an, als es auf der Treppe trappst. Die Langschläfer kommen herunter, Mini Blondie hat ein Geschenk für ihre Schwester unter den Arm geklemmt. Es gibt Kakao mit Sahne, heftiges Geburtstagsleuchen in den Augen und zum Geschenke auspacken segeln Schneeflocken so groß wie Wolkenbrötchen vom Himmel. Danke!

Im Kindergeburtstagsfeiern müssen wir noch Übung bekommen. Aber es war ein wunderschöner Tag. Die Geburtstagskrone hat einen Knopf mehr. Mini Blondie hat über Nacht die Verwegenheit der VIER im Gesicht und erzählt immer noch jedem, wie alt sie jetzt ist. Gelbe Wolke durfte den Itty Bitty Birthday Hat aufsetzen, den auch die große Schwester zum 1. getragen hat – gerade lange genug für ein Foto, dann hatte sie die Mütze auch schon vom Kopf gerupft. Jetzt würde sie am liebsten loslaufen in die weite Welt, traut sich aber doch noch nicht ganz. Bringt uns so zum Lachen wenn sie die Lippen zu einem Oooo formt und versucht, Tiere nachzuahmen.
Wir sind noch immer ganz doll in Feierlaune, der Onkel hatte am Wochenende Geburtstag und übermorgen wird das Mucklababy eins. EINS.

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Jan 05

Gebratenes Sauerkraut und Kichererbsenmus

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Ich mag unsere große Familie. Sie ist nicht riesig, Batti und ich haben jeder nur zwei Geschwister und nur meine Schwestern leben dicht bei. Ich koche gern den großen Schmaus und habe geduldige Mäuler, die meine zeitweilige Probierwut (Teriyaki an alles!) aushalten. Unsere Küche wird gerade zu klein für die große Runde, und aus dem Wohnzimmer haben wir den großen Tisch ausgeräumt. Also muss eine Eckbank her – oder es wird schnell so warm dass wir im Garten tafeln können.
Bei dem Aprilwetter heute teile ich schnell zwei Rezepte, die wir gerade andauernd essen. So lecker! Gebratenes Sauerkraut – davon hat mir vor Weihnachten eine Freundin erzählt und seitdem ging mir der Gedanke daran gar nicht mehr aus dem Kopf. Am ersten und zweiten Weihnachtstag hab ich das gebrutzelt.

Gebratenes Sauerkraut
:: 1 Dose oder Glas Sauerkraut
:: etwas Knoblauch, Butter oder Butterschmalz, Orangensaft, Kalbsfond, Sojasauce, Salz, Pfeffer, Zucker
:: etwas Sahne
Knoblauch anschwitzen, Sauerkraut dazu geben (das Wasser weggießen) und kräftig braten. Immer mal einen Schuss Fond und Orangensaft dazu geben, damit es saftig bleibt, aber nicht kocht. Ich brate es ca. 15 Minuten. Mit Sojasauce, Salz, Pfeffer, Zucker abschmecken und zum Schluss etwas Sahne dazu geben, dann wird es richtig schön cremig.
Wer mag, kann auch Chili und geriebenen Ingwer oder ein paar Körner Kümmel dazugeben.

Kichererbsen sind auch so eine tolle Sache. Ich kaufe sie viel zu wenig, jetzt hatte ich sie im Haus, weil Gelbe Wolke sie schon gut essen kann und alles in dieser Größe liebt. Batti hat bei d.m. die vegetarischen Aufstriche entdeckt, die sind sehr lecker aber in so einer Dose ist nicht viel drin. Also hab ich mal zusammen gemixt, was so auf der Zutatenliste stand … und was mir noch dazu einfiel. Hehe.

Kichererbsenmus
:: 1/2 Dose Kichererbsen (die andere Hälfte zum Naschen für die Kinder)
:: 2 Handvoll Cashewkerne
:: 1 Bund Schluppen, 2 Knoblauchzehen glasig gedünstet und mit Agavendicksaft karamelisiert
:: 1/2 reife Avocado
:: Zitronenabrieb und etwas Saft
:: 1/2 Becher Frischkäse
:: Salz, Pfeffer, Chili
:: frische Kräuter

Alles gut mixen und wenn die Konsistenz zu dick ist, etwas Wasser dazu geben. Sehr lecker auch mit etwas mit den Zwiebeln mitgedünstetem Apfel.
Dazu die Rote Bete aus dem Ofen oder Gemüsesticks oder Tortillas … Yummmm.

Essen mit der Familie ist sowieso das Schönste. Jeder weiß, was der Andere am meisten liebt – und hebt das extra auf, oder nascht es selbst schnell weg.
Im Moment ist die Hälfte der großen Familie richtig doll vergrippt und nichts schmeckt. Ich freu mich schon, wenn es allen wieder gut geht und wir das nächste Fest zusammen feiern.

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Jan 04

Immer der Reihe nach

das glitzertknabberanhänger

Es stürmt durch die Stadt, die Dämmerung erscheint schon eine gute halbe Stunde nach Vier. Gelb hängt der Himmel auf die Häuser runter – und kein Schnee. Winter, dieses Kleid steht dir eher schlecht als recht. Du bist wohl in deinem eigenen Packeis steckengeblieben.
Und Weihnachten; soll wirklich schon vergangen sein? Ich halte noch ein paar Tage daran fest. Früh drehe ich die Kerzen am Weihnachtsbaum an und zur Nacht erst wieder aus. Batti weckt mich aus meinem Winterschlaf, der Kaffee steht auf meinem Schreibtisch. Oooh. Allein sein. So wird der Tag gut, so beruhigen sich die Gedankenwogen und endlich – klare Sicht. Land. Lass es Festland sein und keine Insel. Zwischen den Aufgaben, die sich den langen Tag aufdrängen und den Dingen, auf die es wirklich ankommt, liegen Welten.
Snow Patrol hilft: You are my joy.

Jetzt aber! Im Flur schachteln sich immer noch mehr leere Päckchen und Pakete, als in ein Postauto passen. Unterm Weihnachtsbaum liegen die Geschenke. Oh, so viele Geschenke. Das große Auspacken wurde am 20. Dezember mit dem Öffnen der Wichtelpakete eingeläutet. Wir waren so gespannt, wer uns denn gezogen hat.
Das Paket für Gelbe Wolke kam passender Weise von Gedankenwölkchen, mit vielen bunten Schätzen, auch für die große Schwester war eine Überraschung dabei. Und selbst bedruckter Stoff für mich, juchu.
Für Mini Blondie kam ein Päckchen vom Nebeleben, unter Anderem mit einem Strickstern, den finde ich toll. Er funktioniert so ähnlich wie ein Strickliesel und Mini Blondie kann damit tatsächlich schon stricken. (Mit dem Liesel war es immer noch zu schwierig.) Ganz besonders lecker und wirklich wie Samt war das Glas Marmelade aus Kiwi, Mango und gebrannten Mandeln.
Mitten im Advent bin ich ins Grübeln gekommen über die viele Schenkerei und wie das Ganze sich am Ende als Zeitdieb entpuppt … und von allen Seiten bekommen die Kinder schon Geschenke, wunderschöne Dinge, aber so viel. Auf einmal dachte ich mir, dass ich noch viel lieber für Kinder Geschenke gemacht hätte, die sonst nichts bekommen, so etwas wie Weihnachten im Schuhkarton, da gibt es viele ähnliche Aktionen. Nächstes Jahr. Ähem, dieses Jahr.
Für 2011 war alles gut so und ich habe mich sehr über die neuen Bekanntschaften gefreut, die so entstanden sind. Von Menschen, die wir gar nicht kannten, liebevolle Post zu bekommen, ist herzerwärmend. 1000 Dank!

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Dez 29

Heilig Abend Sterne

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Merry Merry Christmas. Immer noch. Langsam erst … Schon Breslau und Leipzig zerschnitten und Sterne daraus gefaltet. Das ist fast noch schöner als Stricken. Und raschelt so gut, als wäre irgendwo im Haus eine Katze.
Ich hatte mir ein ruhigeres Weihnachten gewünscht, aber dafür müssten wir eingeschneit werden. Nächstes Jahr. Von Schnee ist hier wirklich nicht ein Spürchen, aber meine Kirschzweige blühen! Ein paar Blüten haben sich gerade herausgeputzt, dick und fett wie Popcorn.
Jetzt rufen die halb verpackten Geburtstagsgeschenke und die kalt gestellten Cookie Teige nach Nachtschicht, es ist nicht viel zu wollen hier bei Kaffiknopf diese Tage. Ich will wenigstens den Gewinner von Rosmarin verkünden, aber ich bin zu b.l.oe.d um den Random Number Generator hier einzubetten. Hmpf. Ihr müsst mir also blind vertrauen.

PEDI hat gewonnen. Bitte schick mir deine Adresse und im neuen Jahr schlittert der Fisch dann flink zu dir!
Vielen Dank all ihr Lieben fürs Mitspielen.

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Dez 20

* ** Merry Merry Giveaway

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Viermal werden wir noch wach … heißa! Ich muss zugeben, ich bin aufgeregt. Es ist noch äußert wackelig, ob der Weihnachtsmann zu uns kommt. (Die Onkelschwager sträuben sich, hoho.) Jeden Tag schleppt unser Briefträger Briefe, Päckchen, Pakete heran, der Gute. Im Flur stapeln wir sie, ich mache meine sofort auf, Batti wartet ein paar Tage. (Und das hab ich nun davon, hab eine Rechnung herumliegen lassen und er hat sein Geschenk herausgefunden. Schnüff.) Dafür ist er immer noch krank, aber den Mädchen geht es endlich viel viel besser. Mit Mini Blondie wollte ich ins ein Nussknacker-Kinderballet gehen, das verschieben wir aufs nächste Jahr. Aber auf den Weihnachtsmarkt müssen wir nochmal, unbedingt Zuckerwatte schlecken und Grünkohlduft riechen.

Ich war in diesem Jahr meiner KAFFIKNOPF-Seite nicht sonderlich treu, habe aber trotzdem wunderbare neue Bekanntschaften gemacht, Freundlichkeit und Mitgefühl erlebt – das ist, selbst wenn es nur über die Onlinewelt ist, ganz schön stark und Gold wert. Ja, es hat hier sogar blaue Sterne geregnet! Yeah und ein Merry Krah Krah für Frau Pilli.
Zum Dank und aus Freude gibt es endlich mal wieder ein Giveaway. Ein Schlittschuhfahrerfisch.

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Sein Name ist Rosmarin. Die Kufen sind frisch geschärft, die Wangen in rosiger Erwartung auf den kühlen Hauch unter der Eisdecke. Am liebsten reiste er an einen Ort, wo die Seen schon zugefroren sind und er gleich ins schwarze Wasser eintauchen kann. Krrrsch krrrsch hört man ihn dann kopfüber unter der Eisdecke seine Bahnen ziehen. Im Rückwärtslaufen ist er noch etwas ungeschickt, das will er unbedingt weiter üben.
Wer ihn gewinnen möchte, kann bis zum 23. Dezember einen Kommentar hier hinterlassen. Der Gewinner wird Heilig Abend ausgelost.

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Dez 19

Fünf mal werden wir noch wach … heißa!

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Meine Kirschzweige zeigen nicht das leiseste Knistern … muss man daran glauben, damit sie Heilig Abend wirklich aufblühen?
Ich finde sie auch kahl wunderschön, sie bringen eine neue Lebendigkeit ins Wohnzimmer. An einem (der vielen) Grippenullpunkte letzte Woche haben wir den Baumschmuck aus dem Keller geholt und Mini Blondie hat erst sich als Baum geschmückt, und als nichts mehr ranging, durfte sie die Zweige vollhängen schmücken. Inzwischen wartet der Tannenbaum eingeschnürt auf der Terrasse. Letztes Jahr um diese Zeit stand er schon aufgeputzt und hat jede Nacht geleuchtet. Diese Grippewelle mit Schnupfensturzbächen, Miesepetern und durchwachten Nächten haben es ganz gut geschafft, uns den Advent zu rauben. Was noch nicht auf meiner Weihnachtsliste gestrichen war, ist letzte Woche unter den Tisch gefallen. Zack. (Aber ich falle nicht drunter. Der ANDERE Adventskalender nährt und rettet mich jeden Tag.)
Wenn so gar keine Pause in Sicht ist, frage ich mich, was ich eigentlich gemacht habe, “damals”, als wir noch nicht Eltern waren. Was habe ich mit der vielen Zeit angefangen?! In einem Tagebuch-Pfennigheft à la Erwin Strittmatter von 2003 habe ich Einträge gefunden, dass ich mit meiner kleinen Schwester in Rostock auf dem Weihnachtsmarkt war und beim Heiße Schokolade trinken das Entengespräch zwei alter Damen belauscht habe.
>>Am Nebentisch wartet eine Dame. Sie fragt die Bedienung, “Wo se denn bleibt?” Da kommt “se” auch schon, mit einer Plastiktüte. “Die Ente ist schon aufgetaut, musst du heute Abend schon machen. Ich hab mir den ganzen Saft über die Bluse gekippt, musste erstmal ein neues Hemd anziehen. Die Kühltruhe ist wohl abgetaut.”
Die alte Dame überreicht Weihnachtskleinigkeiten und wird dafür gerügt. Verabschiedung und “Komm gut ins neue Jahr.”
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Weiter lese ich, dass wir Heilig Abend 2003 bis nachts halb drei Filme geschaut haben. Pah! Es gab bis nach Neujahr keinen Schnee. Der Hundertjährige Kalender sagt dasselbe für dieses Jahr.

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Ich brauche aus tiefstem Herzen Schnee.
Mini Blondie schneit mit meiner Füllwatte durch die Stube. Und backt Wolkenbrötchen. Ich habe vor einer Woche Mecklenburger Pfefferkuchenteig gemacht, davon werde ich heute Abend ein paar Bleche abbacken. Laut Rezept sollen die Teigkugeln jeden Tag einmal durchgeknetet werden – davor habe ich mich gedrückt. Der Teig war auch viel zu fest. Dann noch den Mohnstollen backen. Aufs Brandteigmachen freue ich mich. Soft Trees zunähen. Für die nächsten drei Abende sind wir mit Freunden verabredet. Darauf freue ich mich sehr.

Was sind eure Weihnachtstraditionen? Hat bei euch Knecht Ruprecht an einem Nachmittag Nüsse in den Hausflur geworfen, und einzelne waren vergoldet? Gibt es Heilig Abend Kartoffelsalat und Würstchen? Welche Weihnachtslieder singt ihr? Ich lade euch herzlich ein, davon zu berichten.

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Ich habe diesen Advent mit Mini Blondie zum Einschlafen meinen Stapel Weihnachtsschallplatten gehört und eine singlist für Heilig Abend aufgestellt. Wie findet ihr sie?

Sind die Lichter angezündet
Es ist für uns eine Zeit angekommen
Tausend Sterne sind ein Dom
Oh Tannenbaum du trägst ein grünes Kleid
Maria durch den Dornwald ging
Guten Abend, schön Abend
Leise rieselt der Schnee
O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit
Bald nun ist Weihnachtszeit
Vorfreude, schönste Freude
Schneelied
Macht hoch die Tür
In dulci Jubilo
Herbei o ihr Gläubigen
Freu dich Erd und Sternenzelt
Kommet ihr Hirten
Stille Nacht

Hm, etwas lang geworden. Ich hoffe meine Schwestern spielen da mit. Ansonsten müssen wir parallel verschiedene Lieder singen. Hihi.
Kommt morgen noch mal wieder. Es gibt ein Kaffiknopf Christmas Giveaway zu erhaschen.

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Dez 15

Die Alten warn hungrig und wir sind so satt, so satt dass wir manchmal fast friern.

Lebkuchen

Diese Liedzeile von Gerhard Schöne geht mir gerade nicht mehr aus dem Sinn. Ich bin so satt. Alle so übervoll. Pappsatt. Es fängt bei den Weihnachtsmännern an. Ich habe mich nicht darauf gefreut. Ich kann auch gar keinen essen. Es gab das ganze Jahr schon Schokolade im Überfluss. Das ist traurig. Weihnachten mit seinem Zuckerzeug – ist nichts Besonderes mehr für uns Erwachsene. Es liegt nicht nur an den vollen Regalen der Supermärkte, wir können uns nicht beherrschen. Für die Kinder ist es noch Zauberland, der Advent mit Plätzchen, Schokokringeln, Krokant, Lebkuchen, Zimtstern, Weihnachtsmann. Und, und, und! Am liebsten würde ich den ganzen Koloss an Weihnachtssüßigkeiten wegzaubern können. Ganz ehrlich. Da steckt keine Liebe drin, in den Billigregalen, nur Geldgier. Vielleicht sogar auf beiden Seiten.
Wahrscheinlich trügt meine Idylle, aber ich stelle mir vor, dass es früher anders war. Als die Großeltern und Eltern Kind waren – es muss einfach anders gewesen sein. Da haben sie übers Jahr davon geträumt, die Mandeln für das Marzipan zu schälen. Wo hatte Mutter das Rosenwasser versteckt? Einen Schokoladenmann für jeden, einen Einzigen nur. Davon ging nicht ein Krümel verloren. Die Maschinen hatten andere Dinge zu tun. Plätzchen und Stollen wurden nur in den Küchen gebacken, ohne Hast verziert und als Schätze an die Nachbarn und Freunde geschenkt.
War es so? Mit Glitzerschnee? Es muss einfach so gewesen sein.
Ich steuere gegen den Advent von heute. Es kann was werden. Der Pfefferkuchenteig liegt im Kühlschrank, da muss er nun für eine Woche ruhen. Solange singen wir Weihnachtslieder, alle Strophen. Sortieren den Christbaumschmuck, lesen Geschichten und lachen. Pottasche! Pottasche!
(So gut das alles geht – Mini Blondie und Gelbe Wolke hat es mit einer dicken Erkältung erwischt, schon die ganze Woche kämpfen sie mit Schnupfnase und Husten. Und wachen Nächten. Gelbe Wolke stillt sich nebenbei selbst ab, maunz! Sie kann nicht trinken weil sie keine Luft dabei bekommt.)
Ich streiche weiter aus meiner Wanna do Liste. Und setze mich unter den Stern, setze mich endlich unter den Stern.

holländischer WeihnachtsmarktLicht Licht

Am dritten Advent war ich auf dem holländischen Weihnachtsmarkt in Potsdam und habe Sinteklaas und seine schwarzen Peter getroffen. Was hat es damit auf sich? Habe es nicht herausgefunden. Aber das war mal ein echter Weihnachtsmarkt. Mit echten Holländern! Schöne Marktstände, Männer und Frauen in Trachten, Sinteklaas und bunte Mohren ziehen über den Markt. Köstliche Düfte nach Waffeln, Knoblauch, Adventssteine, heißen Maronis. Licht. Kinder, die auf einer kleinen Bühne ein Lied oder Gedicht vortragen und dafür eine Überraschung bekommen.
Gleich am Anfang war der Akku meiner Kamera leer, natürlich. Aber ich habe endlich den Laden VON KITTEL gefunden, den ich seit einem Jahr suchte und nicht finden konnte, weil er immer nur die vier Wochen im Advent geöffnet hat. Ha! Und als ich mich durch die kalte Innenstadt auf den Heimweg machte, ganz allein, heiße Maronis in der Jackentasche, war mein Akku wieder voll.

Stern auf den ich schauedas neue Jahr ist dicht

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Dez 13

Es war einmal ein Sommerstück

Am 1. Dezember ist Christa Wolf gestorben. Heute wird sie in Berlin beerdigt. Meine Dichterinnen gehen aus dem Leben, erst Eva Strittmatter im Januar, jetzt Christa Wolf. Das ist so traurig, gerade jetzt im Advent.
Die Leseliebe begann mit dem Sommerstück. Muckla hatte das Buch in der Bibliothek ausgegraben. Wir haben es beide verschlungen, später auf den :: Jahreszeitenlesungen oft daraus vorgelesen.
In dem Buch geht es nur um einen einzigen Sommer – in Mecklenburg, meiner Heimat. Trotzdem hat die Geschichte in mir eine Ursehnsucht angelegt, in den Sommermonaten dorthin zu wollen.
Als ich eine zeitlang in Kleinmachnow gearbeitet habe und mit dem Fahrrad durch die Straßen fuhr, habe ich mir vorgestellt wie das wohl damals war, als Christa Wolf hier wohnte. Nach Pankow habe ich ihr zwei, drei Postkarten geschrieben, einfach so. Ich habe nicht bedacht dass Post von Lesern für Schriftsteller wahrscheinlich vor allem lästig ist und ein Zeitdieb. Aber es waren nur kleine Postkarten zur Freude. Ich weiß nicht mehr, was ich geschrieben habe.
Mit am meisten fasziniert hat mich ihr Buch Ein Tag im Jahr, in dem sie von 1960 bis 2000 immer den 27. September beschreibt. Vierzig Jahre lang.
Irgendwie war Christa Wolf für mich wie ein Fels in der Brandung. Jetzt ist der Fels gesunken. Ihre Bücher bleiben. Wir kramen sie in diesen Tagen wieder heraus. Batti liest Der geteilte Himmel. Ich sammele Schnipsel aus dem Sommerstück auf.

Auszüge aus dem Sommerstück von Christa Wolf

Damals, so reden wir heute, haben wir gelebt. Wenn wir uns fragen, warum der Sommer in der Erinnerung einmalig erscheint und endlos, fällt es uns schwer, den nüchternen Ton zu treffen, der allein den seltenen Erscheinungen angemessen ist, denen das Leben uns aussetzt. Meist, wenn der Sommer zwischen uns zur Sprache kommt, tun wir so, als hätten wir ihn in der Hand gehabt. Die Wahrheit ist, er hatte uns in der Hand und verfuhr mit uns nach Belieben.

Heute, da die Endlichkeit der Wunder feststeht, der Zauber sich verflüchtigt hat, der uns beieinander und am Leben hielt – ein Satz, eine Formel, ein Glauben die uns banden, deren Schwinden uns in vereinzelte Wesen verwandelte, denen es freisteht, zu bleiben oder zu gehen.

Heute scheinen wir keine stärkere, schmerzlichere Sehnsucht zu kennen als die, die Tage und Nächte jenes Sommers in uns lebendig zu erhalten.

Was sehen wir denn, wenn wir die Augen schließen? Ein paar Figuren, hingeworfen auf einen in leuchtenden Farben gehaltenen Grund, darüber ein Himmel, hochgewölbt, tiefblau, wolkenlos, gegen Abend goldgetönt, schließlich nachtschwarz, bestückt mit einer Unzahl von Sternen. Jetzt! schrie alles uns an.

Mitten auf der Wiese der Kirschbaum in seinem unvernünftigen Blütentaumel, das war Ende Mai.

Nie war der Himmel unentrinnbarer in seinem herrischen Blau. Und die Sterne letzte Nacht? Habt ihr das Gefunkel gesehen? Habt ihr gesehen, wie der Abendstern immer größer wurde, je länger man ihn ansah? War dir auch so, als würde er dich in sich hineinreißen? – Solche Fragen stellte Luisa durchs Telefon.

Und hast du keine Angst vor dem Ton, den das Himmelsgewölbe hervorbringen wird, wenn jemand jetzt daran schlägt?Es kann auch sein, daß der Trieb, der uns zusammenführte, stärker war als die Gegenkraft der Zufälle. Dabei waren wir nicht alle verloren wie Steffi, nicht im gleichen Sinn verloren wie sie. Ich war stolz auf mich, schrieb sie an Ellen, daß ich das Ungeheuerliche für mich behalten konnte. Aber man kann eigentlich gar nicht darüber reden, solange man es für möglich hält, denn dann herrscht die große Sprachlosigkeit, und alles geht einen nichts mehr an – oder ganz anders als sonst.

Diesmal wollte sie nichts versäumen. Die Lebenszeit, die Steffi blieb, nahm sie sich vor, wollte sie nicht vergeuden. Ganz dringend will ich dich leben sehen, schrieb sie ihr.

Leben um jeden Preis, … das wollen wir doch alle nicht! Ich lebe, solange ich an Veränderungen glaube.

Ellen schrieb: Es ist doch fast ein Wunder, daß einem immer wieder Kräfte zuwachsen, etwas wie eine Auferstehung zustande kommt. Diesmal hab ichs bei mir nicht hoffen können. Und du bist, im Laufe deiner Auferstehung, schön geworden, glaub es nur.

Die Zeit, sagten wir uns, hat Leuten, die gar nicht dafür gemacht scheinen, Geheimnisse auferlegt.Ein Jahrzehnt, das sagt man so.
Ein Jahrzehnt.
Reden wir noch miteinander? Erreichen unsere Stimmen uns noch? Brauchen wir es
noch, daß sie uns erreichen? Steffis Stimme – haben wir sie
noch im Ohr? Und Bella? Hört sie uns?
Wir haben es nicht halten können.
Man kann es nicht halten. Das ist die Bedingung, man hat sich auf sie eingelassen,
ohne zu wissen, und man vergißt sie, solange es eben
dauert. Was denn. Was dauert. Aber das ist es ja: daß wir nicht danach fragten.
Keinen Namen dafür suchten, das Geschenk annahmen, wie es uns
gereicht wurde, es nicht zerlegen mußten. Daß es uns Lust genug war, früh im Jahr
Weidenstöcke zu schneiden und sie in Eimer zu stellen, bis sie
unter Wasser punktgroße helle Augen zeigten, aus denen sie bleiche fadendünne Wurzeln
trieben…

Der Morgen kam, als sie hinaustraten. War es der Wein, waren es die Tränen – Ellen sah den roten Mond doppelt…

Häuser haben wie Menschen ihre schwachen Zeiten. Häuser können stärker sein als die Menschen, die in ihnen leben und sie halten, jedenfalls für eine gewisse Zeit. Häuser können schwächer werden als ihre Bewohner und von ihnen Fürsorge und Zuwendung brauchen, eine andauernde Aufmerksamkeit. Bedrohlich wird es, wenn die Schwachzeiten von beiden zusammenfallen.

Jetzt schon? dachte Ellen. Wieso jetzt. Da wollte irgend etwas sich bestätigen. Für irgend etwas war das die Quittung. Wofür, wußte jeder bei sich. Ob wir dir helfen können, Haus. Wir tun unser Möglichstes.

Und noch was: Wenn mal was ist, ich meine, wenn wirklich mal was
sein sollte, dann gibst du Laut, und ich komme dich
beschwestern, ja?

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