Rosi sieht die Post auf dem Stubentisch durch. Heinrich ist in seinem Ohrensessel eingenickt. Die Arme vor der Brust verschränkt, das Kinn, immer noch jeden Morgen frisch rasiert, auf die Brust gesunken. Sie tritt leise ans Fenster, kleine Flocken fallen aus dem Himmel. Sie hat es gar nicht gleich gesehen. Die Augen waren auch mal besser. Sie hört aber noch sehr gut. Den großen, aneinander geklammerten Lärm der Stadt, Fahrzeuge, Stimmen, Maschinen. Heinrichs tiefen Schlafatem. Was er wohl träumt? Sie will ihn wecken und mit ihm tanzen. Er schaut sie immer so schön an, wenn sie ihn aufweckt. Sie legt eine Schallplatte mit Weihnachtswalzern auf, die haben die Kinder ihr letztes Jahr geschenkt. Nachdem sie den CD Spieler, den sie ihr das Jahr zuvor geschenkt hatten, immer noch original verpackt im Karton gefunden hatten. Rosi grinst. So eine schöne Platte. Jetzt weckt sie Heinrich. “Darf ich bitten?”
Er schaut sie groß an. “Was, schon wieder Damenwahl?” Langsam steht er auf. Schnell geht bei ihnen schon lange gar nichts mehr. Wann war es vorbei, das Beeilen, das Rennen? Gab es einen letzten Tag? Sie kann sich nicht erinnern. Aber so lange sie mit Heinrich hier in der Stube tanzen kann…
Er stutzt. “Hör mal. Was ist das?”
Sie lauscht. “Kommt aus dem Treppenhaus.”
Sie gehen in den Flur, horchen hinter der Wohnungstür, die Ohren dicht am Holz. Eine Mädchenstimme, aber eine fremde Sprache.
“Da singt jemand ein Weihnachtslied. Soll ich die Tür aufmachen?” Heinrich hat die Hand schon am Türgriff.
“Ach nein, dann hört sie auf. Welche Sprache ist das?”
“Ich kann es nicht erkennen. Müssen die neuen Nachbarn sein.”
Rosi nickt. “Und die Dachwohnung ist wohl auch wieder bewohnt. Da kam schon ein Paket für die.”

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“Och nein, wer hat denn jetzt die Milch leer gemacht?” Niklas Mutter knallt die Kühlschranktür zu.
“Hee, Niklas! Das warst du doch oder was?”
Niklas lugt vorsichtig in die Küche. “Aaaaalso, wir hatten alle Durst. Bei mir war die Packung dann alle. Wolltest du auch welche trinken?”
“Nein, ich wollte jetzt die Zimtschnecken machen. Menno. Was mach ich denn jetzt …” Sie kratzt mit dem Fingernagel die festgetrockneten Haferflocken vom Esstisch. “Ich geh schnell bei den Nachbarn fragen. Du passt auf die kleine Lovis auf, klar?”
Niklas Mutter klingelt gegenüber bei den neuen Nachbarn. Sie müssen zum 1. dort eingezogen sein, aber sie hat noch gar niemanden getroffen. Oder soll sie doch lieber unten fragen? Ach ein bisschen Milch wird doch nicht schlimm sein. Die Tür geht auf und eine blonde Frau mit müden blauen Augen sieht sie überrascht an.
“Hej?”
“Hallo, ich bin die Nachbarin, ähm, Bins mein Name, also, steht ja auf dem Türschild, hier, von gegenüber.” Niklas Mutter bemerkt noch rechtzeitig, wie sie sich verhaspelt. Sie fragt nach der Milch.
Es ist kein Problem. Die Nachbarin spricht kein Deutsch, aber mit Englisch können sie sich verständigen. Sie müssen bald mal einen Kaffee zusammen trinken. Im Flur stehen noch viele Kisten. Die Nachbarin kann bestimmt ein bisschen Tapetenwechsel gebrauchen.

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Lykka ist mit Are und Nisse auf den kleinen Weihnachtsmarkt gegangen. In der Drogerie waren sie auch noch. Are wollte ihr unbedingt zeigen, was er schon auf deutsch sagen konnte. Er hatte es aus einer Fernsehsendung aufgeschnappt. Mama hatte ihnen versprochen, dass sie in der Zeit die Wohnung endlich weihnachtlich schmücken und sogar noch die Lussekatter backen würde. Heute war Luciatag. Nisse wollte so gern Lucia sein und in einem weißen Nachthemd von Mama mit dem Lichterkranz durch die Wohnung gehen. Aber Mama hat die Kiste mit den Kerzen immer noch nicht gefunden und Papa musste gestern Abend nach Frankfurt fliegen. Er kommt erst in ein paar Tagen wieder. Diese Mistarbeit. Lykka verstand einfach nicht, wieso er diesen Job angenommen hatte. Zuhause in Norwegen waren alle viel fröhlicher gewesen.
Lykka schließt die Haustür auf, Are und Nisse stürmen die Treppe hoch. Hoffentlich hat Mama es schön gemacht.
Nisse verliert seine Zimtschnecke aus der Jackentasche und merkt es gar nicht. Lykka hat aber beide Hände voll mit Tüten, sie wird sie später aufsammeln gehen.
Sie denkt an das Weihnachtslied, das sie auf der Orgel immer geübt hatte. Es fängt so sachte an und wird so gewaltig. Leise singt sie ein paar Töne. Macht hoch die Tür … Oh, wie das hier im Treppenhaus hallt. Sie singt lauter. Richtig laut. Die Wut kneift nicht mehr so sehr.
Auf den letzten Stufen zu ihrer Wohnungstür riecht es nach Safran. Ein Glück.

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Niklas knallt den Ranzen in den Flur. Jacke und Mütze lässt er vor der Badtür einfach fallen. Erstmal aufs Klo.
Papa steht am Herd und presst Knoblauch in die Sauce. Er kann schon von den Geräuschen ablesen, wer der vier Schulkinder gerade nach Hause gekommen ist. Und er hört auch, dass alles da liegen bleibt, wo es gerade hingeknallt wurde.
Niklas steht am Klavier und spielt Töne. Das tiefe A, eine Achtel nach der Anderen. Mit der rechten Hand sucht er die Noten die dazu passen. Das klingt schön, mal sehen, passen auch drei gleichzeitig dazu …
“Niiiiklas! Flur! Sofort!”
Niklas stöhnt. GGGGGFFFFFEEEEE. “Jaja.” Er weiß dass er jetzt keinen Spielraum hat. Als nächstes wird Papa sauer, und dass muss heute nicht sein. Niklas will es doch weihnachtlich haben. Er räumt seinen Kram weg und sieht das Päckchen, dass da immer noch im Flur steht.
“Papa, ich bringe schnell das Päckchen hoch zu den Nachbarn. Habs Mama versprochen.”
Papa kostet die Sauce und verzieht das Gesicht. Heiß! “Ja, aber mach schnell. Essen ist fertig.”
Niklas nimmt zwei Stufen auf einmal. Wohnt oben wirklich schon jemand? Er hat die ganze Zeit keinen Mucks gehört, dabei liegt die Wohnung ja über ihnen.
An der Klingel steht kein Name, aber die Tür steht offen. Seltsam. Ach egal. Niklas geht einfach hinein und stellt das Päckchen in den Flur. Soll er Hallo rufen? Ach nein, er soll sich ja beeilen. Aber einen Blick um die Ecke riskiert er noch. Aha, alles leer, nur ein paar Pakete. Und eine riesige Tüte Erdnüsse in der Schale. Komisch. Die neuen Nachbarn sind wohl noch nicht angekommen. Vielleicht wollen sie erst noch renovieren?
Niklas beeilt sich. Papas Tomatensauce ist immer ganz schnell alle.

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Trudi ist froh, dass sie es jetzt hinter sich hat. Leise schließt sie die Wohnungstür. Golda wird ihr Nickerchen halten. Trudi mag die Stadt nicht, wenn es Winter ist. Alle Türen sind zu. Die Gesichter verkniffen. Blanke Zweige spießen den Himmel auf. Es blutet grau. Im Winter fragt Trudi sich, wie lange noch? Und sie denkt an die Heimat, jeden Tag. Der Hof, das Feld, dahinter der Buchenwald. Als sie klein war, hat sie versucht den Vater zu überreden, eine Reihe Weihnachtsbäume anzupflanzen. Er hat immer nur gelacht und ihr auf die Nasenspitze getippt. Wie hochgewachsen diese Tannen jetzt wohl wären.
Trudi legt acht Tafeln Milkaschokolade auf den Küchentisch. Da steht ein kleines Paket, aber es ist nicht an sie adressiert. Die Straße stimmt, aber kein Name, nur 3. Etage.
Später sitzen beide Schwestern am Küchentisch. Golda hat alle Tafeln ausgewickelt und in eine Blechdose gelegt. Trudi hat eine halbe Tafel wieder herausgenommen. Sie zerschneiden das Silberpapier und falten Sterne. Golda hat Weihnachtsmusik angestellt und summt mit, ohne dass sie es bemerkt. Im Winter wird es so plötzlich dunkel, anders als im Sommer, wo es Stunden dauert. Trudi mag diese Winterdunkelheit überhaupt nicht. Aber sie mag zusammen schweigen mit Golda.

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“Lili”, ruft Fips. Er steht mit Thessi vor dem Mauseloch und schnuppert in die Luft. “Da riecht es ehrlich nach Pfefferkuchen. Oder es sind Zimtsterne.” Thessi klatscht in die Hände. Sie ist noch klein, aber Zimtsterne liebt sie wie ihre Puppe. Lili huscht aus dem Loch und hält ebenfalls das Näschen in die Höhe. “Eindeutig”, sagt sie und schleckt sich die Lippen ab.
“Sag ich doch!”, ruft Fips und will schon loshuschen, aber da kommt der Mausevater ihnen entgegen. Er rollt eine große runde Zimtschnecke vor sich her. Thessi lispelt entzückt: “Simdsnecke! Simdsnecke!”
Der Vater schwitzt ganz schön unter dieser schweren Last und schubst die Schnecke mit einem letzten Ruck durch die Wohnungstür. Lili kratzt ein bisschen Zimt ab und steckt den Finger in den Mund. Uromi springt flink zur Seite, trotz des hohen Alters. Sie schnauft. Dann aber machen sich alle an die große zimtige Schleckerei.
Uromi schafft am meisten. Frau Mäusefuß wischt Thessi den Mund ab. Lili gähnt.
“So eine große Zimtschnecke hab ich echt noch nie gesehen”, meint sie schläfrig und gähnt nochmal. Uromi dreht den alten Plattenspieler auf. Und dann singen sie alle “O du Fröhliche”. Außer Thessi. Die hockt vor dem Mauseloch und untersucht ein kleines Paket, das komischerweise dort liegt.

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Es klingelt. Schon wieder. Rosi merkt auch daran dass Dezember ist. Wird wohl die Post sein. Wahrscheinlich mit einem Paket für die Nachbarn. Dass sie mal ein Päckchen geschickt bekommen hat, ist lange her. Heute ist es aber nicht ihr Lieblingspostmann, schade. Sie muss Heinrich erinnern, rechtzeitig die schöne Flasche Sekt vom Einkauf mitzubringen, die der Postmann jedes Jahr zu Weihnachten bekommt.
Ein Paket für ganz oben. Wohnt da wieder jemand? Rosi stellt es auf das Flurschränkchen, neben das rote Telefon. Ach, sie wollte Heinrich noch fragen. Er sitzt mit der Zeitung neben dem Radio. Eins für die Ohren, eins für die Augen sagt er immer, wenn sie den Kopf darüber schüttelt.
“Na Herzblatt.” Er bemerkt sie immer.
“Was hältst du davon – … Die Nachbarin hat angerufen, das war seltsam. Sie wollte nur fragen, was ich zum Mittag koche. Wollen wir sie nicht mal einladen, zum Kaffee?”
“Was, die beiden alten Schachteln? Die habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Können die denn noch laufen?”
“Also Heinrich.” Rosi schnalzt mit der Zunge.
“Ich glaube, das wäre nett. Vielleicht am nächsten Advent, mhm. Ich werde noch ein paar Pfefferkuchen ausstechen.”
Rosi sieht nach dem Teig. Ihre Küche hat noch einen Wandschrank unter der breiten Fensterbank, da ist es jetzt im Winter fast so kalt wie im Kühlschrank. Sie hat den Teig schon Ende November gemacht, damit er gut durchziehen kann. Natürlich weiß sie, dass Heinrich jeden Tag ein kleines Bällchen davon nascht. Gleich früh, wenn er in der Küche rumort, die Butter raus stellt, den Kaffee kocht. Er macht vier Kniebeuge und zupft sich ein Stückchen rohen Teig. Klopft den Teig wieder zurecht, dass man nicht sieht, wo etwas fehlt.
Eine Sache mehr, die ihr fehlen würde, wenn er mal nicht mehr ist. Ach Advent ist auch so viel Wehmut. Seit Jahren macht sie mehr Teig, als sie verbacken kann. Aber wehe, sie spricht ihn aufs Naschen an. Dann kommt die Zornfalte über seiner Nase, die selten auftaucht und doch mit den Jahren auch Spuren in sein Gesicht gezeichnet hat.
“Stichst du Pfefferkuchen aus?” Heinrichs Filzpantoffeln schlurfen über die Dielen.
Rosi rollt schon den Teig auf dem Tisch aus, das geht noch flink.
“Soll ich dir helfen? Was willst du, Sterne, Herzen? Oder die hier, was sind das, Füße? Also wirklich …”

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Filed under: Advent

 

Are stöhnt laut und norwegisch auf. Der vierjährige Nisse macht ihn sofort nach. Und noch einmal. Kein Wald zum Stöcke suchen. Kein Fluss zum aus Versehen reinfallen. Kein großer Himmel. Es war so unglaublich langweilig im neuen Haus, das nichtmal ein Haus war, also, jedenfalls nicht eins was ihnen allein gehörte. Are und Nisse, Lykkas kleine Brüder, hielten es beide nicht mehr aus. Lykka war in der Schule, Papa bei der neuen Arbeit und Mama hinter Kistenbergen verschwunden.
“Mama, wir gehen den Müll runterbringen, ok?” Are und Nisse warteten gar nicht die Antwort ab, es war schon ok. Und außerdem ein Vorwand, das Treppenhaus zu erkunden. Sie liefen erst runter bis zum Kellereingang. Dann klopften sie gegen die Briefkästen um zu hören, ob Post darin war.
“Komm wir gehen mal nach ganz oben.” Are zählt die Stufen. Zwölf die erste Treppe, die nächste auch. Dann eine Treppe mit elf, aber da hatte er die achte doppelt gezählt. Nisse war erst vier, er zählte drei, vier, fünf in einem Fort.
Oben angekommen untersuchen sie die Tür.
“Ey Nisse, guck mal. Die Tür ist auf.”
“Ob hier jemand wohnt? Sieht irgendwie nicht so aus.” Are späht durch den Schlitz. “Komm wir gehen mal rein.”
“Nein, ich trau mich nicht.”
“Na los, wir sind doch zu zweit.”
Da hören sie Lykka im Treppenhaus. Sie ruft nach ihnen und ist schon auf dem Weg nach oben.
“Mist. Gehen wir später nochmal?.”
Nisse zwinkert so verschwörerisch wie er nur kann, und kneift dabei beide Augen zu.

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Filed under: Advent

 

“Hast du sie doch noch gefunden?” Trudi reibt sich die Hände.
Golda nickt. Die Lockenwickler, die sie noch in den Haaren hat, wippen auf und ab.
Sie suchen schon seit Tagen die Kiste mit den Weihnachtsfiguren. Sie stand eigentlich immer ganz oben in Goldas großem Kleiderschrank. Aber in diesem Jahr ist sie nicht aufzufinden gewesen.
“Wo war sie denn nun?” Trudi will es wissen.
“Das glaubst du selber nicht. Sie war in der Kammer, zwischen den Sommerschuhen und dem Schuhputzzeug. Unter einem Stapel alter Zeitungen. Wir müssen wirklich mal aufräumen, Trudi.”
Räuchermänner, Engel, ein roter Nussknacker, eine kleine Kurrende. Und das Schönste: Die Pyramide, die ihr Großvater noch selbst gemacht hat. Auf einer länglichen Holzscheibe, nur drei Tannen, eine Krippe mit Heu und Rehe. Vorsichtig packen sie alles aus und stellen es an ihre gewohnten Plätze, in der Küche, im Wohnzimmer. Alle Jahre wieder.
“Hast du schon Hunger?” Trudi räumt die Einwickelpapiere in die Kiste zurück.
Golda schüttelt den Kopf. “Nein, noch gar nicht. Aber das kann sich nachher ändern.” Sie zwinkert. “Was kochst du schönes heute?”
Trudi zuckt die Schultern. “Keinen Schimmer! Wir haben noch Heringe. Aber schon wieder Fisch, ich weiß nicht. Ich frag mal Frau Schmitt, was sie zum Mittag macht. Hier irgendwo hing doch ihre Telefonnummer, dann muss ich nicht laufen.”

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Filed under: Advent Getaggt

 

Niklas stiefelt die Treppe herunter und überlegt, ob das Plätzchen für den Nikolaus noch da ist. Er hat es gestern hingelegt, weil der Nikolaus ja auch mal Hunger hat und nicht einfach die Sachen aus seinem Sack essen darf. “Wann kommen endlich die anderen?”, murmelt Niklas. Soll er Marja und Mary und Jörg vielleicht wecken?
“Hey, du!”, ruft Jörg leise. Mary und Marja stehen hinter ihm und poltern die Treppe runter. Als sie vor den Stiefeln stehen, entdecken sie Schoko-Weihnachtsmänner, Bonbons, Zuckerstangen, Zimtsterne und Pfefferkuchen.
Und das Plätzchen für den Nikolaus ist nicht mehr da.
Mama kommt im Schlafanzug dazu. “Na sagt mal, ist in meinen Stiefeln etwa gar nichts?”
Niklas steckt blitzschnell einen Zimtstern in Mamas Schuh, aber das hat sie wohl gesehen.
“Komisch Mama, hast du sie denn nicht geputzt? In Papas Schuhen ist was. Er gibt dir bestimmt etwas ab!”
“Schläft er noch?” fragt Jörg. “Ich werde ihn gleich mal fragen.” Er stürmt ins Schlafzimmer.
Mary hält Mama einen Schokoladenweihnachtsmann hin. Das Gesicht und die Füße sind schon abgebissen. “Hier Mama, beiß zu.” nuschelt sie.
“Naa, oder ich nehme einen echten super Marykuss” lacht Mama. Sie spitzt ihre Lippen und bekommt einen nassen, schokoladigen Kuss aufgedrückt.
“Was ist denn das für ein Paket?” fragt Mama. “Vielleicht ist das für mich?”
“Nee, das steht da schon paar Tage.” sagt Marja.
Mama sieht nach. “Seltsam, das ist unsere Straße, aber ohne Namen, nur das Stockwerk steht drauf. Aber da wohnt doch gar niemand. Das ist oben, für die Dachwohnung.”
Niklas hebt es hoch. Es ist gar nicht schwer. “Mama, darf ich es einfach hochbringen? Ist vielleicht zum 1. Dezember jemand eingezogen?!”
“Na gut, aber zieh dir deine Strickjacke über. Ich bin froh wenn es hier im Flur nicht herumsteht. Ein Wunder dass die ganz kleine Lovis es noch nicht demoliert hat.”

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Filed under: Advent Getaggt

 
  • Willkommen!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!