Die Schwermut des 28. Dezembers * und ein Giveaway *

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Meine Bibel. Meine Geige. Mein Telefon. Herzsatt sitze ich im stillen Haus auf dem Sofa. Der Baum leuchtet, der Stern auch, der Lichterbogen und die Erinnerungen.
Es kam noch kein Schnee. Und trotzdem wurde Weihnachten in unserer Stube. Festtage mit allem Glanz und Schmaus. Im Kreis unserer Großfamilie, über drei Dörfer verteilt, am Abend kraucht jeder in sein Bett; ich kenne es nicht anders.

Und ich dachte, mir wird gar nicht mehr weihnachtlich dieses Jahr. So sehr angestrengt die Hektik zu vermeiden und dann war es doch eine Eilzugfahrt durch den Dezember – mit süßen Ausnahmen, immerhin. Do less but better.  Der Weg dahin ist noch ein Stück.

Heilig Abend im Gemeindesaal, und es war noch so hell (und so warm, eher Frühlingsbrise.) Aber dann haben mir die Weihnacht gebracht: Sie, an ihrem Cello, die Augen geschlossen und ihr Gesicht, oh! ihr schönes Gesicht! erzählt die Geschichte der Welt von Anfang an. Und sie: mit ihrer Flötenstimme beim Oh du fröhliche, (was man wirklich zu Hunderten zusammen singen muss), dass mir die Tränen aus den Augen schießen wollen. Und die Kinder, die auf der Heimfahrt fast vergehen vor Aufregung: Steht wieder ein Sack Geschenke vor der Tür? War der Weihnachtsmann schon da? Erwischen wir ihn noch? Mama, es kribbelt, ich fühle das Leben in mir. Mama, ich hab einen Stein im Hals.
Und für Millisekunden hab ich es wieder, genau das gleiche, uralte Kindseingefühl.

Und die Tage zwischen den Jahren, wenn mir das Herz endlich wieder an die richtige Stelle sackt und ich ankomme, bei mir. Jetzt muss ich nichts mehr müssen, jetzt ist alles genau so gut. Jetzt steht die Zeit still. Das ist meine liebste Woche im ganzen Jahr.

Am 28. Dezember kehrt Ruhe ein, die kleine Ruhe vor dem großen Jahresschlussknall. Immer mit Schwermut und Lebwohl. Es ist schön wieder nur zu Fünft aber ihr fehlt uns alle schon. Wir zögern die letzte Stunde raus. Noch eine Geschichte. Noch ein Stückel Stollen. Noch eine Runde durchs Dorf. Bleibt doch noch. Kommt bald wieder.

Jetzt noch der Geburtstag der beiden Großen, oh Boy. Ich fühle die Müdigkeit des langen Jahres auf dem Buckel. Fast alles ist von der Liste gestrichen, unter den Tisch gefallen und mit den Krümeln aufgefegt. Das eine will ich noch schaffen, auch wenn ich wohl eher mir als ihnen einen Herzenswunsch erfülle: Wenigstens zwei ihrer Puppenkinder bekommen neue Kleider. Das viele Nähsendung gucken hat wohl geholfen, hehe. Endlich passt mal was. (Ich habe noch die erste Staffel der The Great British Sewing Bee geguckt und ein bisschen geweint, als … gewonnen hat. Ich verrat’s mal hier nicht.)

Und dann bleibt nur noch Silvester übrig. Seit langem feiern wir mal wieder daheim, mit lieben Freunden und noch zwei Kleinen obendrauf. Ich schaffs sogar mal, wachzubleiben bis der Himmel bunt wird. Ich hatte ganz vergessen, wie sehr ich die Raketen mag. Auch wenns eigentlich Irrsinn ist in dem Ausmaß. Schön sind sie. S. und J. bleiben noch den ganzen 1. Januar bei uns. Das ist schön, zusammen schaffen wir es, das alte Jahr noch festzuhalten, nur noch ein klitzekleines bisschen, an einem Bettzipfel, nur diese paar Stunden länger. Weil das Loslassen immer so schwer ist.

Und jetzt am Abend krame ich meine Sachen um mich, meine Bibel, meine Geige, mein Telefon. Letzteres will ich im neuen Jahr ruhig mehr in der Schublade lassen. Und Bibel und Geige viel mehr in die Hand nehmen. Ich blätter im Tagebuch und beginne mit meinem Jahresrückblick. Schreibe in Schönschrift gute Vorsätze auf, klopfe mein neues Jahresmotto fest, das fand sich diesmal kinderleicht:

Dieser Tag ein Leben. (Frei nach Melcher Melcherson*)

Die Schwermut ist verflogen. Die gibt es immer nur am 28. Dezember. Die Kinder sind müdegefeiert. Die Pfefferkuchen alle. (Na fast, einen Klumpen Teig hab ich noch. Dieses Jahr habe ich ein neues Rezept ausprobiert. Ich werd es noch hier teilen.)

Ich hab schon meinen neuen Kalender* in der Hand gehabt. Zuerst trage ich die Geburtstage ein. Dann lese ich die Texte die zu Beginn eines neuen Monats stehen. Dann dies und das. Seit so vielen Jahren habe ich Bianka Bleiers Tagebuchkalender. Ich kann nicht mehr ohne, auch wenn ich immer mal wieder mit den Moleskines liebäugele. Die Tradition dieser Tagebuchkalender ist bei uns bestimmt bald 20 Jahre alt. Jedes Jahr bekommen wir sie von Papa geschenkt. Jedes Jahr, ein paar Stunden vor Heilig Abend wickelt er die Kalender in unterschiedliche Geschenkpapiere ein und wir grinsen schon immer. So eine Überraschung.
Dieses Jahr hat meine kleine Schwester gestreikt, sie schreibt in ein Mehrjähriges. Also dachte ich mir, ich verlose das übrige Kalendertagebuch an euch. Mag es jemand haben? Tadaaa, endlich mal wieder ein

Giveaway!!

Wenn ihr mitspielen möchtet, hinterlasst einen Kommentar unter diesem Post und schreibt welches Adventskalendertürchen von meinen 24 Tagen::24 Worten euch am Besten gefallen hat oder wie euer Weihnachten so war. Oder was ihr euch vom neuen Jahr erträumt.
Ich wünsche euch ein wunderbares, gesegnetes 2016!

Fotos folgen! Ach, das hat gedauert. Immer wenn ich die Weihnachtsbilder hochladen wollte, bin ich in den Bildern aus alten Zeiten hängen geblieben. Jetzt aber.
Das Giveaway hat Jessica gewonnen. Der Kalender müsste auch schon längst bei ihr angekommen sein. Danke euch fürs Mitspielen!!

* Links sind Amazon Partnerlinks.

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7 Kommentare

  1. Am 2. Januar 2016 um 19:26 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Türchen waren alle wundervoll….das mit dem Ostheimer Einhorn mag ich besonders, das hat mich auf die Idee gebracht so eines meiner fast sechsjährigen zu schenken….und sie war überglücklich.
    So wie ich immer, wenn ich bei dir lese, da geht mir das Herz auf…
    Ein gesegnetes Jahr 2016.
    Und den Kalender könnte ich gut gebrauchen.
    Lg. Elisabeth

  2. Am 2. Januar 2016 um 21:02 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Genau, puste die Schwermut weg… Melcher hatte ja so recht!
    Der Kalender scheint wirklich schön zu sein, so einen hatte ich noch nie.
    Einen fröhlichen Start ins Neue Jahr wünsche ich Dir
    Liebe Grüße
    Andrea

  3. Am 2. Januar 2016 um 23:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Was für wunderbares Giveaway – da mache ich gerne mit und liebe deinen Blog ja schon seit Jahren. Am meisten hat mich das 23. Türchen verzaubert …

  4. Am 3. Januar 2016 um 20:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ganz klar die Nummer 19 mit dem Paketknotenfinger! Ich musste ja so sehr und so laut lachen, weil der mir immer immer (nicht nur an Weihnachten) fehlt ;-).

    Ich hab meine (moleskine-) Agenda bereits in Betrieb genommen und genau wie du zuerst die Geburtstage aus der alten übertragen. Ich verzichte drum auf die Teilnahme am Gewinnspiel und lass hier nur einen herzlichen Berggruss da.

    Karin

  5. Jessica
    Am 4. Januar 2016 um 12:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Alle 24 Tage haben mir sehr gut gefallen, besonders hat mir aber die 23 mit den drei blauen Festtagskleidern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert! Vielen Dank für diese schöne Adventskalender- Idee und alles Liebe und Gute für 2016!
    Jessica

  6. Am 5. Januar 2016 um 09:10 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Deine Kalendertürchen haben mich alle wunderbar durch die Adventszeit gebracht
    Weihnachten war einfach nur Herz und Seele füllend Familie – Kinder -Enkelkinder volles Haus pures Leben schön
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein wundervolles reich an schönen Momenten gefülltes Jahr liebe
    Grüße Gabi

  7. Juju
    Am 6. Januar 2016 um 22:00 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Oh so ein schöner Kalender!
    So einen hätte ich auch gerne! <3

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
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