Eine Flaschenpost für mich, eine Herde Einhörner für dich

Ich möchte mal eine Flaschenpost finden und da steht drin, worauf ich schon immer gewartet habe. Mini Blondie hat eine Brieffreundin in Norwegen – gefunden. Sie hat auf dem Campingplatz im Sommer mit einem Mädel die Mailadressen ausgetauscht und als sie ihr geschrieben hat, hat sie sich vertippt. Die Mail ging an ein Mädchen mit demselben Namen – aber in Norwegen. Und dieses Mädchen hat in der Schule Deutschunterricht und macht sich die Mühe, immer mal zu antworten.
Ich liebe solche Zu-Fälle. Wie in dem Film, wo eine Frau ihre Nummer auf eine Dollarnote draufschreibt und dann damit bezahlt und glaubt, wenn der Mann, der in sie verguckt ist, diesen Dollar irgendwann wiederbekommt sind sie für einander bestimmt. Oder so. Natürlich ist das kitschig. Aber auch herzerwärmend.

Gelbe Wolke hat ein Spiel begonnen. Sie hat sich zwei große Herden Einhörner zugelegt, und vier Hunde. Alle unsichtbar. Die Einhörner werden dressiert und es gibt Ausritte, die Hunde müssen Platz im Auto bekommen. Natürlich hat die Große auch einen Schwung Tiere. Ein Glück dass Einhörner nur Sternenstaub, Sonnenstrahlen und manchmal ein paar Schmetterlingsnester fressen. Sonst wären wir jetzt bettelarm. Ich habe schon herum gescherzt, dass ich ja alles Spielzeug weggeben kann, weil sie es gar nicht brauchen. Unsichtbare Einhörner sind viel besser. Und was die für Namen haben! Gutschein, Shilly, Charakta, Kürbisblüte… Ich liebe es, wenn sie ihre Welt vergrößern und verzaubern. Alles ist möglich.
Trotzdem war Mini Blondie heute früh enttäuscht, weil es „nur“ ein paar Naschereien im Nikolausschuh gab. Sie hatte andere Erwartungen – sicher von uns in den Vorjahren geschürt. Und dabei waren es so schöne Sachen. Vor 100 Jahren hätte sich das vielleicht kaum jemand leisten können.
Wie sich der Wert der Dinge doch so schnell verschieben kann.
Mama was ist wertvoller als Gold? Ach, selbst das verschiebt sich immer wieder. Salz ist es nicht mehr, jetzt sind es Zahlen, was kommt als nächstes.

Ich weiß jetzt warum die Wartezimmer voll sind und die Menschen so gerne zum Arzt gehen. Es ist einfach verdammt schön, wenn sich einer für dich uneingeschränkt interessiert. Selbst wenn er dafür bezahlt wird. Gerade die Alten, denen die Freunde wegsterben, die nicht mehr wissen wohin mit sich.
Liebe ist knapp geworden in der Welt.
In einem meiner schönen Adventskalender habe ich heute die allerbeste Adventsidee gefunden: Café Sospeso
Bitte, lasst uns das diesen Advent ganz oft machen – wer einen Kaffee kauft, oder beim Bäcker ein Brot – oder einen Blumenstrauß, oder, oder … bezahlt einfach mal den Kaffee im Voraus für den Nächsten, der in den Laden kommt. Als heimlicher Nikolaus. Als stilles Zeichen. Als Zipfel der himmlischen Herrlichkeit. Die Liebe ist noch da.

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Ein Kommentar

  1. Muckla
    Am 7. Dezember 2016 um 17:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Was für schöne Worte zum Nikolaus! Lustig, den Film Serendipity
    (oder so ähnlich?) hab ich erst letztes
    Jahr als Weihnachtsfilm geschaut :) Mit John Cusack!!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!