Magic

Elephanten

4. November 2005

Glück gehabt, der 3. November, mein Tag des Jahres, war ein langer Tag. Nach einem Abschiedsessen im XION unter Spiegeln durchgeschlafen bis 5 Uhr. Halb sechs auf der Straße, linke Seite, ich treffe jeden Morgen dieselbe Frau. Immer erst wach, wenn ich ankomme, und die Bäckerfrauen auf halber Strecke merken nie, wie ich sie beobachte. Noch dunkel, die Stadt, nicht warm, nicht kalt. Mein Café hat nicht geschlafen, wie immer. Mittags herum stehen wir zu dritt an der Espressomaschine, jemand sagt: Da laufen Elephanten! Zwei Sekunden, in denen zwei Augen sehen und nicht kombinieren: Schönhauser Allee, Fußgänger, Autos weg, hintereinander schlendern drei Elephanten. (Nicht Rüssel am Schwanz, nicht mit Zucker gelockt.)
Freudenschreie. Da laufen Elephanten! Die Passanten vergessen, Moment, ihr Leben, es rauscht durch Falltüren, adieu, adieu.
Nur zwei, drei Augenblicke, dann entzaubert sich´s wieder. Aha, da steht einer mit Kamera und filmt, neben den Tieren laufen Treiber, und die Gäste wollen immernoch nur to go – tall – Café Latte. Nur die Elephanten leuchten noch so, wie damals, als wir Kinder waren.
Nach dem Nachmittag kommt der Abend, eine Tram fährt in meine Richtung, ich sehe was, was du nicht siehst. Die Stadt macht Feierabend, ich will niemanden – und halte Ausschau nach Riesen.

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