Advent

Weihnacht

27. Dezember 2005

Lichterbäumchen unter dünner Schneehaut, Stricknadeln sortieren, Zimtecken backen, und Eierschecke mit Stachelbeeren, Blaubeermarmorkuchen weils Väterchen heute Geburtstag hat. In die zwei von vier möglichen Richtungen spazieren, die cowboyartigen Stiefel nur hier rauskramen und anziehen, eine Kette bekommen und die heißgewünschten Bücher, früh müde werden, Dummheiten machen, Orangen essen, eine Ente mit Äpfeln und Mandarinen stopfen, dann das Rezept lesen und das Obst wieder rausholen, zur Eishalle fahren und vor geschlossenen Türen stehen, das Café Spiegelei aufsuchen, die plattdeutschen Wörter für klein, mittel, groß lernen, ausschlafen, ein Weihnachtsherz essen, den Tannenbaum schmücken, lebendige Kerzen daran befestigen und anzünden, auf den magischen Duft warten, der nie wieder kommt. Einen Geburtstagsbrief schreiben, das Drahtseil blind unter den Füßen suchen, tief Luft holen, wieder fotografieren, von drei Heiligen am Wegrand erschreckt werden, die Katzen versuchen zu zähmen, naschen, Zöpfe flechten, in den neuen Kalender Eintragungen machen, zusehen, wie sie alle Harry-Potter-Bände am Stück durchliest. Eiskristalle kratzen, einen Eiszapfen pflücken, noch nicht ans neue Jahr denken, weil das Alte noch etwas zu sagen hat.

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