Mamas Tisch

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Mamas Esstisch ist fast drei Meter lang. Acht oder zehn Leute können da gut dran essen. Aber wenn ich da bin, brauche ich nur einen Vormittag, um den gesamten Tisch zu belagern. Ans Fensterende kommt das Mac Book, dann Bücher und Schreibkram, in die Mitte Nähzeug und der Kaffikram nach vorn. Mama hat am liebsten nur einen Tischläufer und einen Strauß Blumen auf diesem Tisch – aber ich kann nicht anders, als mich hier auszubreiten. Ich mache den Tisch ungern frei fürs Essen und wenn Post oder Papierkram auf dem Tisch landen, räume ich sie automatisch wieder runter. Hier sitze ich so viel es geht, während die anderen ihre Lieblingsecken auf Sofa, Sessel oder Teppich haben. Unter Mamas Protest krame ich das schöne, alte Porzellan raus und überrede Mama zum Kaffeetrinken.
Vor dem Fenster teilt sich das Dorf in vier Straßen auf. Zum See und den wilden Pflaumen und Birnen, zur Kirche, zum Bauernhof und zu dem blauen Norwegerhäuschen, in das ich zu gern mal zum Kaffee eingeladen werden würde. Je nach Gemütslage lässt es sich auf den Wegen spazieren … aber es kostet Überwindung, von meinem Tisch aufzustehen und rauszugehen.
Ich bin sicher, wenn ich wieder weg bin, atmet Mama erstmal durch, bringt die Sammeltassen in Sicherheit und genießt den aufgeräumten, leeren Tisch.
(Aber mir ist auch schon zu Ohren gekommen, dass jemand anderes ihn ähnlich gene zukramt.)

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This entry was filed under: Familie, Kroppzeug
 

4 Kommentare

  1. Am 21. Juli 2010 um 14:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    So so, wer denn?

  2. Am 21. Juli 2010 um 15:21 Uhr veröffentlicht | Permalink

    muss schön sein dort zu sitzen und zu geniessen…
    Winkewinke aus Berlin

  3. Am 23. Juli 2010 um 23:17 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hihi, bei meiner Mama gibt es einen ähnlichen Tisch, der meistens stark belagert wird. Die Nähmaschine wohnt da schon dauerhaft und zum Essen wurde der Tisch seit laaaanger Zeit nicht mehr genutzt ;)

    Liebe Grüße aus dem Norden!

  4. Am 24. Juli 2010 um 16:30 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja,genauso so ist das mit uns beiden und dem großen Tisch und es ist schön so! Wenn ich dich dort sitzen seh, tief versunken in Gedanken oder deiner „Geschichtenwelt“ und du ganz weit wegbist, dann bin ich schon gespannt, wozu dich der gemütliche Platz im Erker diesmal inspiriern wird. Übrigens außer dem frischen Blumenstrauß steht jetzt noch eine alte Suppenterrine mit Äpfeln dort. Ich räume gern bald wieder alles weg!!

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!