Love in the afternoon – Wanås

Ich sehne mich nach einem Buchenwald. Seit ich in Wanås war. Ich hatte vergessen, wie hoch die Kronen stehen, wie viel Licht ihr Laub bündelt. Und der immerwährende Teppich aus Bucheckern – knack, knack. Als Kind war ich in einem Buchenwald, und dann noch ein Jahr mit Ite-ska-wih.
Solche Wälder müssen steinalt sein. Wahrscheinlich lebte Robin Hood in einem Buchenwald. Elbenspuren könnten noch tief drin verborgen sein. Und kein Wunder, dass die Snapphanar sich in solchen Wäldern versteckten, wie gemacht dafür.
Wanås haben wir zweimal durchwandert. Seit 1987 installieren internationale Künstler für ein Jahr ihre Arbeiten auf dem Gelände rund um das kleine weiße Schloss. (Das ist heute in Privatbesitz. Meine Neugierde blieb ungestillt, ich konnte nicht herausfinden, wer da lebt und seinen Kaffee trinkt.)
Ein paar Arbeiten bleiben jedes Jahr in Wanås zurück. In der Nachsaison war es besonders schön, durch den Wald zu gehen, fast ganz allein. Als liefen wir durch eine Geschichte, die sich mit jedem Weg anders weiter erzählt.
Die Installation von Ann Hamilton in der riesigen Scheune hat mich am meisten fasziniert. Ich wünschte, sie käme mal nach Berlin!
Der Buchenwald von Wanås lässt sich genauso wenig zusammenfassen wie ein Roman – den man ja nie nur liest, immer auch durchlebt. Aber ein paar Bilder will ich doch zeigen. Wer bald nach Schweden fährt, sollte das unbedingt auf die Reiseroute setzen.

WanasWanasschaukelnschaukelnSilberbaumdie Zeit kann sich spiegelndinner is readyjemand zu Hause?Licht

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This entry was filed under: Herbstklopfen, Reisekunde
 

4 Kommentare

  1. Am 6. Oktober 2010 um 19:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich hab ja schon Deine letzten Bilder heimlich bewundert, aber DA, DA möchte ich auch mal hin! Und Deine Fotos machen richtig Lust darauf, durch den Wald zu streifen.

    Klasse!

    Schade nur, dass es sowas nicht hier um die Ecke gibt. Das wäre fein.

  2. Am 7. Oktober 2010 um 17:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Wow, so schöne Bilder!! Besonders das, auf dem Ihr beide schaukelt.

    Ach, und ich brauch ganz bald deine Liste für Jo-Ann’s …

  3. Am 8. Oktober 2010 um 17:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    In den letzten drei Jahren waren wir ständig in Wanås, statt der umgerechnet 8.50€ für den Eintritt zahlt man nur 12€ für die Jahreskarte. Aber in diesem Jahr waren wir noch gar nicht da – und dabei sind es von uns aus ja nur 40 Minuten mit dem Auto. Bis Ende Oktober haben wir ja noch Zeit, dann ist der Park wieder geschlossen bis zum Frühjahr… Seid allerliebst gegrüßt von uns – und bis ganz bald in Berlin!

  4. Am 12. Oktober 2010 um 01:12 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Nunja, ich will ja nicht unromantisch sein, aber Buchewälder gibts ja hier auch. Wenn die Sehnsucht mal groß ist und Wanaas gerade zu weit, dann schaut euch doch mal Schloss Dammsmühle an, das liegt in einem wunderschönen, alten Buchenwald.
    Ja ok, Elche gibt es da nicht. Aber die sind ja eh eine Erfindung des schwedischen Tourismus-Ministeriums. Glaube ich zumindest. Stimmt doch, oder?

2 Trackbacks

  • Von Dankbar « Kaffiknopf am 1. Dezember 2010 um 08:49 Uhr veröffentlicht

    […] zusammengesurrt hat die guten alten deutschen Dichter Sonne im Kaffee und Regen im Haar, Wanas Schaukeln und grau-weiß gepunktete Gummistiefel die Zeit mit Batti und Mini Blondie und den Segen, […]

  • Von Tausend Jahre « Kaffiknopf am 11. Oktober 2011 um 08:00 Uhr veröffentlicht

    […] Ich wollte schon seit Jahren dorthin fahren. Mit im Herzen hatte ich die blaugelbe Sehnsucht nach Wanås. Aber Ivenack war ganz anders. Sieben um die tausend Jahre alte Eichen – großzügig […]

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!