Dort, wo dich jemand am allerliebsten hat

Ich fress dich auf!

Kennst du den Ort, wo dich jemand am allerliebsten hat? Weißt du, wie du dorthin findest? Bist du spätestens heute Abend dort?
Kinder müssen unbedingt wissen, wo sie am allerliebsten gehabt sind. Und uns Großen geht es doch auch erst gut, wenn wir diese Frage geklärt haben, oder?! Irgendwo auf einem Blog (ich weiß leider nicht mehr, welcher das war) habe ich vor ein oder zwei Jahren von dem Buch „Wo die wilden Kerle wohnen“ (Where the wild things are) gelesen. Und das Buch gleich bestellt. In den letzten Monaten ist es eins von Mini Blondies allerliebsten Büchern. Täglich erzählt sie von Max und den wilden Kerlen und „frisst jemanden auf“. Maurice Sendak hat es 1963 veröffentlicht – und bis heute ist es einfach ein richtig gutes Buch – und das Rezept dafür ist ganz simpel und gelingt doch nur selten: Es hinterlässt dem Leser ein aufgewärmtes Herz.

Inchmark, der wunderbare Blog von Brooke Hellewell Reynolds, hat ein schönes Ritual this week´s library book , das ich heute mal entlehnen möchte, für alle, die die „wilden Kerle“ noch nicht kennen. Oder ihren eigenen Wolfspelz zu lange nicht angezogen haben.

wohnen

„An dem Abend, als Max seinen Wolfspelz trug und nur Unfug im Kopf hatte …“ nennt seine Mama ihn wilder Kerl. „Ich fress dich auf“ sagt Max und schwupp muss er ohne Essen ins Bett. (Das kenne ich auch noch, nur leider kann ich mich nicht mehr erinnern, aus welchen Gründen wir ohne Essen ins Bett mussten.)

Wo

Plötzlich wächst in Max Zimmer ein Wald, der immer dichter wird. Und dann ist da ein Meer mit einem kleinen Segelboot. Mit dem segelt er an den Ort, wo die wilden Kerle wohnen. Er wird ihr König.

wilden

Und dann wird Krach gemacht!

Kerle

Solange, bis er die wilden Kerle ohne Essen ins Bett schickt. Max wird ein bisschen einsam, er sehnt sich dahin, wo ihn jemand am allerliebsten hat. Deswegen verlässt er seine wilden Kerle und segelt den weiten Weg zurück bis in sein Kinderzimmer.

die

Da steht ein Essen für ihn auf dem Tisch – und es ist noch warm.
(Mutterherzen eben. Genauso warm wie eine heimliche Mahlzeit spät abends im Bett, wenn Papa es nicht gemerkt hat.)

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3 Kommentare

  1. Am 8. Oktober 2010 um 19:55 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Oder ein leckeres Brötchen mit Eiersalat :)
    So süß, deine Fotoreihe! Ihr müsst unbedingt bald mal den Film zum Buch gucken! Ich finde, der ist sehr toll gemacht.

  2. Am 8. Oktober 2010 um 20:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    „this weeks book“ – coole idee!

  3. Am 21. Oktober 2010 um 20:59 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das ist doch wirklich das allerwichtigste im Leben: ein Platz, wo dich jemand am allerliebsten hat und wo du jemanden am allerliebsten hast! Hach, Kinderbücher müsste man öfter mal lesen…

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!