Weihnachtstraditionen :: Kleines Erzgebirge

tradition - with poppyseed

„Stuppelhah is vorüber, de Kirmes verbei, kaa Beer meh drah’n Straichel, de Aardäppeln sei rei …
Un zwinkert mol de Sunn nei’s Land, gleich troppt vun Dach de Nos! Dernooch wert schiene Rutschelbah, wie Spackwart glatt de Stroß. Su macht daar Winter Frahd un Lust, dan enn de Frahd, ne annern Hust! Doch uns macht dos nischt aus!“

brilliant doughquite used to it
Stollenfotos von Ju

Schwippbögen, Pyramiden, Nussknacker, Räuchermänner, Engel und Bergmann, handgeschnitzte Weihnachtsbaumanhänger … der schönste deutsche Weihnachtsschmuck kommt aus dem Erzgebirge – und Oma Gabi auch. Wir sind damit, wenn auch im Norden, aufgewachsen, am ersten Advent wurden die vielen Schachteln und Kisten an Weihnachtsschmuck vom Dachboden geholt. Oben ins kleine Flurfenster kam der Weihnachtsstern, Papa hat ihn jedes Jahr zusammengebaut. Im Klavierzimmer hing der kleine Stern, Lichterbogen, Nussknackerparade kamen ins Stubenfenster. Die Kurrende stellte Mama ganz vorsichtig in der Schrankwand auf. Unter die große Pyramide kam Zeitungspapier, wenn die Kerzen brannten. Und die Stollen vom Dorfbäcker, von Oma jedes Jahr verschickt, sind bis heute so lecker, dass ich keine gekauften Supermarktstollen essen kann.
Seit ein paar Jahren probiere ich mich auch im Stollenbacken. Die Dresdner Stollen überlasse ich lieber weiter dem Erzgebirge, die bekomme ich nicht so gut hin. Aber Mohnstollen und Mandelstollen gehören inzwischen fest in die Adventsküche. Dieses Jahr habe ich mit Ju gebacken, vier Stollen, alle schon aufgegessen. Einen muss ich wohl noch nachbacken, es gibt doch nichts besseres als ein Stück Stollen am ersten Weihnachtsfeiertag zum Frühstück.
Spätestens zum ersten Advent krame ich auch meine kleine Schallplattensammlung an erzgebirgischen Weihnachtsliedern raus. Die darf ich nur heimlich hören, Batti nimmt sonst Reißaus. Aber ich habe eine neue Verbündete gefunden: Mini Blondie hört am liebsten die „Nussknacker, Räuchermann & Hirtenmusik“. Allerdings muss ich ab und zu die Schafe mitsingen. Määh.

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This entry was filed under: Kroppzeug
 

9 Kommentare

  1. Sonja
    Am 21. Dezember 2010 um 12:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hihi, die Schallplatten hab ich doch sofort wiedererkannt. Die dürften bei meinen Eltern auch noch irgendwo im Schrank sitzen. Ich hab das alles mittlerweile auf Kassette, mein Mann kann immerhin das Raachermannel singen, mein Kind findet die Musik auch schön… Alles eine Frage der Gewohnheit :-)
    Viel Spass damit und … Kinner guckt naus, draußen liegt SChnee!!!

  2. Am 21. Dezember 2010 um 13:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hach ja … schön! So muss das sein in der Adventszeit :) Und euer Mandelstollen war wirklich lecker – obwohl ich gar keinen Stollen mag! (Der hätte bestimmt sogar Hjortron geschmeckt!)

  3. Am 21. Dezember 2010 um 13:25 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Etwas lokalpatriotisch muss da nun aber doch richtigstellen, dass der Dredner Stollen nicht aus dem Erzgebirge, sondern – wie der Name schon sagt – aus Dresden kommt. Und als Dresdnerin zähle ich mich noch nicht zu den Gebirglern …. Frohe und besinnliche Weihnachten wünscht amberlight

  4. Alex
    Am 21. Dezember 2010 um 14:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    … und ohne hier den Besserwisser raushängen zu lassen: Eine Chorende gibt es nicht, auch wenn es ein Chor ist. Es heisst „Kurrende“ und kommt aus dem lateinischen von currere = laufen, also quasi ein „Laufchor“, die Sänger ziehen ja von Haus zu Haus … Fröhliche Weihnachen wünscht Alex

  5. Kaffiknopf
    Am 21. Dezember 2010 um 20:24 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Raachermannel, hihi. Das muss ich Mini Blondie gleich mal beibringen zu sagen.
    Amberlight, ich weiß ja, Dresdner wollen Dresdner sein und Leipziger Leipziger und die Erzgebirgler lassen sich auch nicht umbenennen ;) Das ist schon in Ordnung. Ich nehme nur mal an, dass die Erzgebirgsbäcker trotzdem das Rezept vom Dresdner Stollen verwenden – aber vielleicht frage ich besser mal nach.

    Und Alex, hups, ich meinte die Kurrende, sehe das Wort aber heute zum ersten Mal geschrieben, hehe. Danke!

  6. Am 21. Dezember 2010 um 22:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich seh’s genau – da steht ein ganzes Glas voller Weihnachtskringel!

  7. Am 21. Dezember 2010 um 23:31 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ist ja eigentlich auch Stolle … bleibt mir noch zu sagen, dass ich mich als Leserin auf deinem blog so wohlfühle, dass ich sicherlich eine ganze Weile bleibe. :-)

  8. Kaffiknopf
    Am 22. Dezember 2010 um 04:22 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Das freut mich sehr, feel very welcome!
    Dresden (wenn ihr auch so viel Schnee habt) ist jetzt bestimmt zauberhaft und der Stollen sicher auch besonders gut geraten. Ich wollte ja immer mal ein Stück auf dem Strietzelmarkt (?) essen … Und dem Kreuzchor bei einer Frühmesse zuhören … oder wars der Thomaner? ;)

  9. Am 22. Dezember 2010 um 20:51 Uhr veröffentlicht | Permalink

    …an weihnachten vermisse ich DD besonders… das wahre weihnachten ist wohl in sachsen zu hause…

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
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