Landpartie im Gutshaus Linstow

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Der Himmel strahlt hellblau, Batti hat mit den Mädchen weiter am Iglu gebaut und im Kühlschrank mariniert mein erstes Boeuf Bourguignon! (Mir fehlt nur ein richtiger Schmortopf.) Ein schönes Wochenende haben wir hier … auch wenn ich in Gedanken noch ziemlich beim Letzten bin. Ich war nämlich weg, zum ersten Mal seit über fünf Jahren mal ganz alleine. Miniurlaub, very needed. Und das Zusammenspiel hätte nicht schöner sein können. Ein Nähwochenende, in einem mecklenburger Gutshaus, mit richtig feinem Essen – und einer netten Gruppe nähwütiger Mädels. Ulrike, die Inhaberin von der Ladenwerkstatt Nähgern aus Potsdam, fährt vier Mal im Jahr auf Landpartie ins Gutshaus Linstow. Kurzfristig habe ich das Angebot gefunden, es war noch ein Platz frei und mit der Schüssel Stoffstücke und meiner Nähmaschine ging es los. Unsere Mädchen hatten ihr eigenes Abenteuer bei Oma und Opa. Die wohnen nämlich nicht weit entfernt von Linstow und haben sich gefreut, die Enkel mal ganz für sich genießen zu können. Für Gelbe Wolke war es das erste sleep over alleine, ich war ziemlich aufgeregt, aber da sie ihre große Schwester dabei hatte, hab ich ihr das zugetraut. Batti hatte so gleichzeitig ein freies Wochenende und wollte eigentlich Motorrad fahren unsere Apfelbäume ausschneiden. Das haben wir im Herbst nicht mehr geschafft. Aber bei so viel Schnee ging beides nicht und er konnte ausspannen. Urlaub für alle, hurra!
Ich habe genäht bis zum Umfallen, buchstäblich. Am Freitag Abend, nach einem köstlichen Dinner, haben wir unsere Pläne besprochen und Schnitte übertragen. Einige wollten Kleider nähen, einen Sommermantel und Kinderkleidung. Ich wollte etwas ganz einfaches machen, was ich ohne große Vorbereitung oder Zwischenschritte machen kann; ein Quilt für Mama, unter den sie sich abends auf dem Sofa kuscheln kann. (Schon im letzten September zum Geburtstag versprochen.) Die Farben waren in meinem Kopf klar, zugeschnitten habe ich zwei verschieden breite Rechtecke, einen ganzen Stapel. Den Samstag lang habe ich daraus Streifen genäht, zwischendrin gab es wieder feines Essen, Sonnenflut im Saal, ratternde Maschinen, geniale Musik von COLD SPECKS und immer mehr Lachen. Der gute Geist des Hauses, Jörg, hat das Feuer im Kamin in Gang gehalten, alle Getränkewünsche erfüllt, das Essen für uns serviert und lustige Musik aufgelegt. Thorsten, der Besitzer des Gutshauses, Ulrike und Jörg sind alte Freunde und haben vor Jahren mit ganz viel Handarbeit das Gutshaus wieder hergerichtet. Wir haben uns richtig Zuhause gefühlt.
Samstag Abend war mein Quilttop fertig. Sonntag hatte ich noch ein bisschen Zeit, einen schnellen Rock für mich zu nähen. (Ich muss noch ein Foto machen, aber es ist bissel kalt für Röcke) Die anderen Mädels haben ihre Kleider und einen Stapel Kindersachen fertig bekommen und ich habe gestaunt, wieviel man schafft, wenn man mal stundenlang drüberbleiben kann. Und so toll bekocht wird, hehe. Jetzt muss ich Stoff für die Quiltrückseite bestellen. Mir gefällt dieser Kona Oyster sehr gut – und der Quilt von house on hillroad ist sowieso STUNNING. Out of my comfort zone … das war meine Landpartie auch ein ganzes Stück.
Ich nehme viel mehr mit als neue Kontakte, Hüftgold und Genähtes. Ich habe etwas von mir wiedergefunden, von mir alleine.
Den Weg von Linstow zurück bin ich fast in Lichtgeschwindigkeit gefahren. Ich hab mich so gefreut, mal lange alleine zu sein und hab sie gleichzeitig so vermisst, meine zwei Stöpsel. Sie waren quietschvergnügt bei den Großeltern und wir haben noch vier Tage Urlaub dort rangehängt. Es kam eine ganze Truckladung Neuschnee und wir sind alle, bis auf die Uroma, den Gartenhang runter Schlitten gefahren. Bahne! Bahne!
Ich habe erfahren, dass meine Uroma Elsa (eine Schneiderin, aber ach, als sie noch gelebt hat, hatte ich ja keine Ahnung, dass mich das mal so faszinieren kann) so gern Schlittschuh lief. Das hätte ich so gern mal gesehen. Well, let´s meet in heaven.

ofen aus
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mamas sofa quilt

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2 Kommentare

  1. Am 25. März 2013 um 10:19 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Sieht das großartig aus … vielleicht wäre das ein geschenk an mich selbst, wenn das im Sommer beginnende Elternzeitjahr sich dem Ende nähert …

  2. Gaby Zücker
    Am 26. März 2013 um 21:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ja, das war eine herrlich turbulente Woche mit den zwei Süßen. Gelbe Wolke hat uns so schön zum Lachen gebracht und Mini Blondie hat gemalt wie ein Weltmeister. Unglaublich, was sie da so aufs Papier zaubert. „Apotheke“ spielen, Bilder kleben, die Puppen zum Kindergarten fahren und jeden Tag unseren eignen Berg runterrodeln, Vögel in Scharen beobachten und Gelbe Wolke lernt: „Kommt ein Vogel geflogen“, lecker essen und Bücher vorlesen- prall gefüllte, glückliche Tage

Ein Trackback

  • Von Nebel in Amsterdam « Kaffiknopf am 24. November 2013 um 18:38 Uhr veröffentlicht

    […] am Wochenende. Ich war weg. Oh boy! Viel weiter weg als Linstow im Februar. Ich brauchte ein Flugzeug – und my dear little sister, die mich da hineinschiebt […]

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!