Draußen im Wintergarten

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Ein Bild geht mir nicht aus dem Kopf … wir waren auf dem Rückweg aus St. Gallen. Haben für ein paar Stunden im Kopf ein anderes, abwegiges Leben durchgespult. Der ganze Tag juniheiß. Gelbe Wolke war fünf Monate alt und ich brauchte noch ein Kleid für eine Hochzeit. – Das ist definitiv kein Erfolgsrezept; unter Zeitdruck, in der (teuren) Fremde, ein paar Monate nach einer Geburt ein Kleid suchen.
Die Autofahrt vom Bodensee, wir waren zwei Wochen bei Uli, nach St. Gallen war so schön. Auf dem Hinweg war mir ein Blumenpflückfeld mit einer Laube aufgefallen. Am frühen Abend war das Land in Spätgold getaucht. Die Kinder schliefen und wir hielten bei diesem Feld an. Unter dem Dach dieser Laube standen einige außergewöhnlich schöne Blumensträuße. Aber kein Mensch weit und breit. Ich wollte, ich musste unbedingt einen der Sträuße haben. Der Akku für die Kamera war leer, of course. (Ich kann es nicht fassen, ich habe immer noch keinen Ersatzakku dabei.)
Ich hab einfach einen Strauß mitgenommen und Geld dagelassen und hoffentlich niemanden verärgert. So! ein! schöner! Strauß!
Ich bin so froh in einer Gegend zu leben, die Jahreszeiten hat. Ich liebe den Wechsel der VIER und alle Eigenheiten, die dazu gehören. Wie die Luft jetzt schon ganz anders riecht als noch im Januar. So würzig und frisch und lebenssüß.
Vor Kurzem bin ich durch Mamas Garten gelaufen und hab ihn mir ganz genau angeguckt. Im Winter machen wir das eher nicht. Zu allen anderen Jahreszeiten liebt Mama es, den Besuch der kommt, durch den Garten zu führen und zu zeigen, was alles so blüht. Meine Schwestern und ich, wir versuchen uns meist davor zu drücken, aber wir sind ja auch lausige Gärtnerinnen.
Den Winter lang war ich froh, gartenfaul sein zu dürfen. Einziger Handschlag: die getrocknete Stockrosensaat abgestaubt. Aber jetzt langsam kommt der Gartenhunger und ich will die trockenen Stängel abschneiden und irgendwas pflanzen und in der Erde wühlen. Und einmal mehr wünschte ich, ich hätte im Herbst ein Meer neuer Krokusse gesteckt.

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Ein Kommentar

  1. Tulipan
    Am 13. März 2014 um 21:13 Uhr veröffentlicht | Permalink

    So schöne winterschlafbilder, klasse! Hat meine Gedanken einmal mehr nach Mv getragen.

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!