Dann am Abend

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Diese Tage, auf die diese Abende folgen, an denen im Kopf ’s nur noch rieselt. Und meine Wände zerbröseln. Allem aber Niemandem gerecht geworden. Sie hätte mich noch Stunden zum Reden gebraucht, sie redet erst wenns dunkel wird. Wenn wir in der Stille liegen, falten sich ihre Flügel auf, die den Tag lang ihre Zunge lähmen.
Und sie, zu allen Seiten muss sie warten, anstehen, sich passend machen. Sie möchte auch mal allen Raum einnehmen. Ich hätte ihr gern den Bücherstapel vorgelesen, jedes einzelne Buch. Und mit ihr Gefundenes Reh gespielt, und so.
Und sie, quirliger Blitz, winkend, blickt nicht zurück auf dem Weg davon. Will mehr, will alles, Hat so selten: Uneingeschränkt. Oder uns beide gleichzeitig.
Und die Welt gerettet habe ich heute schon gar nicht, niemanden nach Hause gefahren oder eine Mahlzeit gekocht.

Aber der Captain sagt Wenn dein Herz dich verdammt, ich verdamme dich nicht –
Dieser Tag ein Leben, das gilt mir immer noch, morgen auch.

Da schwimmt ein Mann. Da steht eine Frau. Und dann am Abend sind wir müde. Wir sagen nicht mehr: Eine junge Frau macht dies. Der junge Mann gewinnt dort.
Wir sind jetzt in der müden Mitte –
Komm sing noch mal das Lied.

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2 Kommentare

  1. Am 30. August 2016 um 20:43 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Oh, du liebe Mirjam, du bist so melancholisch. Aber selbst in der Melancholie bewahrst du deine Poesie! Dafür bin ich dir sooo dankbar.

  2. Uli
    Am 1. September 2016 um 20:42 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Kann ich so gut nachvollziehen. Könnt ich aber nie so wunderbar in Worte fassen! Bravo!

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