Leuchtfeuer

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Das ist unser Emil Nolde Sommer gewesen; noch ehe wir davon wussten. Sattere Farben gab es selten. Hitze und Wüste sind längst vergessen, die Felder wieder grün, das Gras knuspert nicht mehr unter unseren Füßen. Heute fällt Regen. Ernsthafter, anhaltender Regen. Was noch an Laub an den Bäumen hängt, leuchtet auf. Die Dorfalten harken synkron gigantisch gelbe Blätterhaufen.

Die Ferien waren unsere H E R B S T Z E I T L O S E N. Noch einmal aus der Zeit fallen, für alles Zeit haben, jede Stunde dehnen und strecken, die Minuten ausrollen wie samtigen Hefeteig. Da geht noch was, und da.

Wir haben die Herzen voll Himmel und Seebüll und mischen neue Farben. Gelbe Wolke bekommt das schönste Lila hin. Im hintersten Gaumenwinkel hängt noch der Geschmack der Noldeschnitte, bunter Obstkuchen mit einem raffinierten Teig.

Die Nachbarn haben die ersten Lichterketten in den Bäumen. Im Blau der Dämmerung flattert eine festliche Ahnung. Fürchtet euch nicht, immer noch nicht. Ich verhaspel mich inside out und finde ihn noch, den Sichelmond. Hinterm letzten Haus steht er zuversichtlich, hat sich ’nen Stern dichter heran gezogen und verspricht noch ein paar mehr Novembernebeltage.

Das blaulohe Hasenmädchen muckt mir zu. Vor zwei Monaten ist sie hier eingezogen und wirbelt uns den Garten auf. Wenn sich am Haus was regt, gehen neuerdings zwei paar Löffelohren in die Höhe. Am meisten freut sich aber Althase Benni über die neue Gefährtin.

Wenn wir die Feuerschale anfackeln und sitzen bleiben, bis der letzte Stern aufgegangen ist, das Gummibärle auf Mini Blondies Schoß liegt und dem Schneeweißchenmärchen lauscht, Gelbe Wolke und Batti Marshmallows rösten, dann staunen die zwei Hasentiere über die späte Gesellschaft. Und ich bin so froh.

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