Das Licht an der Spitze – Hipp Hipp Hurra!

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Ach Anna Ancher!
Ich bin durch dein Haus gelaufen, habe auf den Dielen geknarzt, die dich an deinen baren Füßen erkannt haben, habe Hipp Hipp Hurra an deinem Tisch gesagt – ich weiß nun alles ein bisschen und du weißt nichts mehr von dir. Auf meiner Kaffeedose steht dein Name und ich habe mit meinen Augen jeden Zentimeter abgetastet, deine Küche! Deine Pinsel. Deinen Garten, dein Zimmer.
Deine Bilder sind schön, doch es ist dein Haus, was sie mir nahe bringt. In diesem Lichtspiegel zweier Meere geboren zu werden, als Hoteltochter auch noch.
Bist du gerne am Morgen von diesem Licht aufgewacht? Hast du junifrühs im Garten deine Rhododendren gewässert und für Helgas Frühstücksgrütze Walderdbeeren gepflückt? Dich über die unverschämten Schnecken ereifert?
Marie und Peter, Lauritz, Holger, dein Michael; wen hast du am liebsten bei dir gehabt und auf die Leinwand gebannt?
Ich habe mehr als ein Jahr gebraucht um mir ans Herz zu fassen und von dir zu schreiben. Solange habe ich dich bei mir behalten, manchmal in meiner Küche „Ach, Anna Ancher“ gedacht und in Gedanken in deiner Küche gestanden. Hab Tee gebrüht oder den Perlwein entkorkt, und allmählich euer Hipp Hipp Hurra eingebürgert.
Jetzt sitz ich hier mit der Ebeltoftdecke über den Schultern, die meerwasserblaue, die es in dem Sommer überall gab. Und will dein Haus auch mal im Herbst sehen, und im Winter, ach was, am besten mal Skagenschreiber sein und jeden Tag an deinem Gartenzaun vorbei laufen, mit den Augen über die weiß gerahmten Dachziegel fahren und nicht satt werden von diesem Licht.
– Wir sind mal wieder ins Blaue hinein gefahren, Sommer 2017. Zusammen mit den Schneckenhäusern in den Norden kriechen, das war die Idee. Uli brauchte nur Skagen sagen und dieses Licht und Künstlergemeinschaft – und ich war AN.
Ach Anna Ancher, er sagt, ich sähe dir ähnlich, ich sage: I wo. Wenn ich länger hinsehe, entdecke ich in deinem Gesicht Züge meiner Tante, die, die ich nie kennen lernte. Und für einen Schlag stoppt mirs Herz, das Postkartenportait deiner Tochter; das könnte Mini Blondie sein.
Und es ist ja alles richtig, du und ich, wir sind Erdenschwestern auf dieser Welt; in verschiedenen Zeiten. Dass ich durch dein Haus gehen darf ist kostbar, auch wenn ich mich wie ein Eindringling fühl‘. Du hast nicht vorgehabt, unsterblich zu werden.
Du hast dein Leben geliebt, Skagenlichttochter, das haben wir gemeinsam, ich kann es nur nicht mit Pinseln malen. (Aber Worte malen auch.)

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Ein Kommentar

  1. Pedi
    Am 16. November 2018 um 21:16 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich genieße es sehr, Deine Worte lesen zu dürfen!Hab dank dafür