Malabrigo – sag es noch einmal

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Wir sind immer noch bei Uli in der Sommerfrische. (So froh, dass es mehr frisch als Sommer ist. Ich bin eben ein Kaltblut. Die Hitze kommt im August, versprochen.) So langsam vermissen wir Batti sehr, aber bald kommt er und wann haben wir sonst schon die Gelegenheit, uns Päckchen hin und her zu schicken!
Päckchen kommen hier viele an. Uli und ich holen Sammelbestellungen für die letzten Jahre nach. (Keine Angst, Batti!) Mein Wollstash ist fast komplett in der großen Decke gelandet, nur Sockenwollreste sind noch übrig. Zeit für Windschief und Damson. Zeit für Malabrigo! Ich hätte es wahrscheinlich auch für eine Eissorte gehalten, aber meine Busenfreundin kennt einfach alles. Egal welche Wolle, welche Nähtechnik es auch sein mag, Uli kann es mir erklären. Es ist so schön, mal für alles Zeit zu haben. Wir haben uns ein paar Stränge Malabrigo (Sag es nochmal!) bestellt und gleich Yarnswift und Ballwinder angeschmissen. Hui, das Wollkarussel hat schöne cakes gewickelt und die Kinder wären am Liebsten aufgesprungen.
Das geht nun wirklich nicht, aber über Betten, Sessel, Hocker und Stühle wird gehüpft. Nicht den Fußboden berühren. Wenn sie eine Pause brauchen, lesen oder hören wir alle zusammen Winnie the Pooh – fast neunzig Jahre alt, lassen die Geschichten auch mein Kinderherz hochhüpfen.

„Und die Tür öffnete sich und Oile sah heraus.
„Hallo, Pu“, sagte sie. „Wie geht’sss, wie steht’sss?“
„Schrecklich und traurig“, sagte Pu, “ weil I-Ah, der ein Freund von mir ist, seinen Schwanz verloren hat. Und jetzt bläst er Trübsal. Könntest du mir also überaus freundlicherweise sagen, wo ich ihn, den Schwanz, für ihn, I-Ah, finden kann?“
„Nun“, sagte Oile, „in solchen Fällen issst die übliche Verfahrensssweise wie folgt:…“
„Was bedeutet >übrige Sahnespeise?< ", sagte Pu. "Denn ich bin ein Bär von sehr wenig Verstand und lange Wörter jagen mir Angst ein." PU DER BÄR von A. A. Milne (Großartig übersetzt von Harry Rowohlt)

Ach Pu, du bist die beste Sorte Bär!
Bald heißt es für uns Maschen einpacken und nach Hause fahren. Schnüff. Dabei sind wir längst allemann nicht müdegespielt und könnten locker eine Woche dranhängen. Ich beantrage einen Umzug für Uli, sofort! Ab in den Norden, wieder schräg gegenüber und die Kinder können sich durch einen Geheimtunnel in der Hecke besuchen. Ich helfe auch beim Kisten packen. Das haben wir ja schon einmal zusammen gemacht, 2008. Aber das war schweren Herzens und ein Umzug nach Neu England. Vier Koffer zum Mitnehmen, fünf Riesenkisten mit Inhaltslisten und streng abgewogen, die noch eine Zeit bei uns in der Wohnung standen, bis es eine Adresse in New Hampshire gab. (Und wieder hatte Uli mir eine neue Welt geöffnet.) Ihr Sofa stand die Jahre bei uns als Versprechen, sie kommen wieder. Ich hab es kaum geglaubt. Sie kamen wieder, vom Atlantik an den Bodensee. Keine Welt, nur noch eine Tagesreise entfernt. Aber irgendwie – hoff ich auf noch mehr. Wer einmal einen Freund zum Nachbarn hatte, der gibt ihn nicht mehr her. Es gibt kein schöneres Zuhausegefühl, als wenn man sagen kann: Ich komm nachher nochmal rüber.
Garden Gate!

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Ein Kommentar

  1. Am 19. Juli 2012 um 23:05 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Die Wolle sieht toll aus! Und wer hat für wen das süße Schaf gestrickt?

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!