Tiefherbst

wiele wielewildgänsewildgänse
wildgänse

Ich mag so gern ihre Gänse. Wie sie so wenig still halten wie das Licht. Sie herrschaften jetzt durch Oma Elfriedes ehemaligen Garten. Ob ihr das gefallen würde? Und warum nehme ich erst nach mehr als einem Jahrzehnt die köstlichsten, rosaroten Äpfel dort wahr?
Wir haben Tiefherbst. Auch die letzten, kleinen Boskops habe ich sorgfältig geerntet. Das Kirschlaub geht so schnell nieder wie ich in Missgeschicken rot werden kann. Das Dorf sieht aus wie mit gelben Farbeimern übergossen. Heute Morgen sah ich unser Dach im Eispelz die Morgensonne küssen. Heizungen wummern. Hallo Winterjacken. Wir hatten alle vergessen, wie die Kälte den Mund verschließt.
Ich höre Miss Michaelson rauf und runter. Danke Ju. Nummer Zehn. Zwischen den Tasten kann ich die Glocken von Metz hören. Und Töne, die gar nicht gespielt werden, treffen tief. Ende Oktober fühlt sich die Stadt, die immer zu voll ist, leer an. Die Fenster der Freunde, die davon gezogen sind, gucken mit schwarzen Augen. Hinterher. Ich will mit euch Musik hören. Kommt wieder, alle.

This entry was filed under: Herbstklopfen
 

3 Kommentare

  1. Am 29. Oktober 2012 um 18:46 Uhr veröffentlicht | Permalink

    ach. herbst ist immer auch traurig, ein bisschen. schön traurig. bei mir hat es am samstag geschneit. von drinnen war das toll! draußen auf dem rad wars dann schneeregen und nicht mehr ganz soo toll. aber die ersten schneeflocken sind trotzdem was ganz besonderes!

  2. Am 29. Oktober 2012 um 21:03 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Herrlich, einfach herrlich die Gänsefotos und deine Herbstgedanken…….mir fehlen die Worte.

  3. Heidi Alburg
    Am 2. November 2012 um 16:32 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hach ,wie schöööön!!!!