Kuchen aus Kolding, Stoff aus Esbjerg, Wolle aus Aarhus

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Als Kinder haben wir Stöcke, Krebse, Federn und Weinbergschnecken gesammelt. Ich bin noch immer auf Schatzsuche, besonders in der Fremde. Und am Wundern, was es für die Ortsansässigen zur Heimat macht. Manchmal merke ich gar nicht gleich, dass ich, wenn wir durch die Straßen laufen, mir vorstelle, was es dazu bräuchte, damit ich hier leben könnte. Wie ich in der Feierabendstimmung schnell noch ein Stück Butter holte …
Die Stoff- und Wollquellen sind reizvoll. (Na klar! Dänemark, hello?) Und die Teilchen in den Bäckereien sehen fremd und deswegen so gut aus. Ich kann selten dran vorbei gehen, ohne ein Stückchen zu testen. Vieles ist mir zu süß, aber die Dänen drinken ihren Kaffee anscheinend immer schwarz, dann passt es. Die Medaljer waren phänomenal.
Mein Strickvermögen scheint mich hier allerdings verlassen zu haben. Ständig verzähle ich mich, stricke Reihen doppelt, verliere die Nadeln, begehe schwere Denkfehler undsoweiter. Vielleicht, weil ich die Tage so viel in Kronen umrechnen muss („und doch in Mathe nur Deko war“ Haha.) Zum Glück rettet Juju mir meine Projekte fortlaufend. Natürlich hat sie ihren Wollwickler dabei. Mini Blondie rollt mir die frischen Alpaka Knäule zu leckeren cakes. Ich trauere ein bisschen darum, dass ich meiner Oma Emmi nie beim Wolle spinnen zusehen oder beim Hutzenabend im Erzgebirge durch die Stube pusten konnte, wenn Gänsefedern geschlissen wurden.

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2 Kommentare

  1. Am 5. September 2013 um 18:34 Uhr veröffentlicht | Permalink

    manchmal habe ich angst, dass die zeit schnelleR läuft als ich sie nutzen kann. nutzen, um alte techniken von alten zu leRnen. deR moment so oft so flüchtig. auf gutes stRicken und danke. füR die wundeRbaRen tRäume eRmöglichenden woRte.

  2. Am 10. September 2013 um 13:41 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Looks delicious! Sowohl der Kuchen als auch die Wolle ;)

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!