Fasten your Seatbelt :: oder fasten vor Ostern

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Aschermittwoch (im Februar) hat die Fastenzeit begonnen. Batti fastet seitdem Surfen – bis auf den Wetterbericht. (Da weiß er jetzt ziemlich gut – und genauer als der Regenradar – Bescheid über die Veränderungen im Laufe eines Tages. Ich ziehe ihn gern ein bisschen damit auf, ich glaube nämlich nicht an den Wetterbericht. Ihr wisst ja, der Hundertjährige Kalender ist mir lieber.) Meine Dienstagabend-Strickladies fasten auch eisern fast alle Süßigkeiten. Sonst naschen wir meistens naschen wir sehr fleißig, Sweets und Wolle passen sind eben ein Dreamteam. Ich kann euch sagen, der Kaffeetisch sieht plötzlich sehr … wild … aus. Tortillia Chips mit Salsa, getrocknete und frische Früchte, geröstete Nüsse – Uli hat letztens sogar Backwerk mit Bohnen im Teig mitgebracht. Überraschend lecker!! (Leftovers zum Frühstück mit einem kräftigen Kaffee und dick Butter drauf für mich unschlagbar.)

Wer nicht oder etwas anderes als Süßes fastet, (ich!) hat in den ersten Wochen noch die Schoki in der Tasche gelassen und unauffällig mal ein Stück in den Mund wandern lassen. Aber inzwischen lassen wir uns zusammen die ungesüssten Alternativen schmecken. Ich mache dieses Jahr nicht die gesamte Fastenzeit mit, aber die letzten drei Wochen vor Ostern (also seit anderthalb Wochen) faste ich Milchprodukte. So gut es geht. Sonntags werde ich meistens mal kurz schwach. Frischer Rhabarberkuchen mit Streuseln? Da war vermutlich Butter drin. Ein lange geplantes Geburtstagsessen im Haus Sanssouci, in der gerade eröffneten Spargelsaison – Sauce Hollandaise! Und nachdem ich alle, aber wirklich alle Milchalternativen im Kaffee ausprobiert habe – Soja-Reismilch, Hafermilch, Soja-Vanillemilch, Mandelmilch, Kokosmilch … gibts den Morgenkaffee als einzigen am Tag mit einem Milchschluck. Den restlichen Tag trink ich den Kaffee dann doch lieber schwarz.

Es ist echt interessant, wie erfinderisch mein Appetit wird, wenn so essentielle Zutaten Butter, Sahne, Käse, Milch wegfallen. Ich glaube, ich bin nach Julia Child der größte Butterfan auf Erden, ohne Butter schmeckt auf einmal alles … anders … und ich habe auf einmal drei Mal am Tag Lust auf eine warme Mahlzeit. Gebratenes Sauerkraut schmeckt schon zum Frühstück genial. Und an alles könnt ich plötzlich Sweet Chilli Sauce und dieses scharfe, verdammt leckere Zeug, das sich Pixian Doubanjiang nennt und das ich für Luisas Rezept gejagt habe, ranknallen.

Ab und zu versüße ich mir diesen Wahnsinn mit Marzipankartoffeln, die ich aus dem letzten Weihnachtsmarzipan gemacht habe. Oder mit diesen Schaumerdbeeren, die ganz gemeines Suchtpotential haben, quietschungesund sind und die ich seit Kindheitstagen nicht mehr gekauft hatte. Vor vielen Jahren habe ich mal gesundheitsbedingt bestimmt ein, zwei Jahre lang vegane Ernährung durchgezogen. Das könnte ich heute einfach nicht mehr. Ich liebe Butter und Käse viel zu sehr. Aber so einen kurzen, abgesteckten Zeitraum mal die Gewohnheiten umkrempeln, das ist spannend. Ich hatte damit geliebäugelt, den 30 Day Vegan Kurs mitzumachen, aber der beginnt schon im Mai, und da stehen einfach zu viele Tortengeburtstage im Kalender. Vielleicht im Herbst.  Hehe.

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!