Nordgold

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Mein lieber Herbst ist da. Seit gestern. Wir haben die vier ersten Schulwochen super brave gemeistert. Das gefürchtete Sechsuhraufstehen ist nicht so schlimm, aber mein Kaffee wird regelmäßig kalt. In Eile schmeckt er mir nicht. Dass mir das mal passiert! Jetzt greife ich zu Hildegard hol dir Schwung! Tee, und den Kaffee gibt es in Ruhe, wenn ich wieder von der Schule zurück bin. Das ist gegen Acht. Ahhh!
Schwer zu glauben, dass ich zwölf Stunden später schon wieder zwei schlafende Kinder im Haus habe und unser „Feierabend“ anbricht. Da ist es längst dunkel und die Abendluft kommt kalt durch die Fenster spaziert.
Wenn ich Mini Blondie früh wecke, schläft sie so fest wie ein Bär im Winterschlaf. Der Morgen ist zu schnell. Müde und empört, dass sie jetzt nicht machen kann was sie will, und vor allem, nicht lesen wann sie will, bringe ich sie in ihre Klasse. Fröhlich und noch im Auto mit der Nase im Buch verschwunden, hole ich sie wieder ab.
Wir tanzen noch nicht mit dem neuen Rhythmus, aber wir hopsen schon immer mal.
In vier Wochen sind die ersten Ferien. Ich gebe es zu, ich freu mich riesig drauf. Vor allem, weil wir dieses Jahr einfach noch zu wenig weg gewesen sind. Mein Nordweh sitzt mir fett wie ein Hefekloss im Bauch. Mit jedem Mal, das wir in Skandinavien waren, zieht es in den Jahren darauf an meiner Nase, in den Haaren. Im August ruft Dänemark und verspricht mir wieder Zehnzentimeter-Himbeeren und Schweinswale, im September wedelt Schweden mir mit Wanås Schaukeln zu und im Oktober dröhnt Norwegen von den Bergen: Kom igjen! Kom igjen!
Was für ein Glück dass so viele meiner Lieben diesen Sommer irgendwo dort oben waren und mir kleine Nordstückchen zum Festhalten mitgebracht haben. Die Apfelsinenknöpfe hat Antje für mich auf Bornholm geschnappt und ich habe sie die ganze Zeit schon in meinem Nähzimmerchen zu liegen, um etwas damit zu machen. Die Eltern waren auch gerade erst auf ihrer liebsten Insel, mit dem Vorwand, Urlaub zu machen. Eigentlich wollten sie nur ins Pilzparadies, wo die Steinpilze ihnen bis an die Hütte heran wachsen. Damit kamen sie auch wieder heim, getrocknet, gefrostet oder im Bauch die Steinpilze, und mit dem guten Trolde Tee, den ich mir jedes Jahr wünsche, und der Hagebuttenmarmelade, die es zwar hier auch gibt, aber da steht nun mal nicht der dänische Name drauf.
Linda war von Kopenhagen aus in Malmö und hat mir die schöne Starbuckstasse mit Dalarna Pferd mitgebracht. So schön und ein bisschen Starbucksgefühl für Zuhause, nachdem der Laden im Bahnhof gerade frech geschlossen hat.
Und meine liebe Uli konnte endlich, nach Jahren mal wieder nach Schweden reisen. Ihre Familie hat in Värmland die Blaubeerregionen unsicher gemacht und Uli hat mir den neuen, schwedischen IKEA Katalog ergattert. Ich hatte mir von ihr Irgendetwas vom zauberhaften Rörstrand Porzellan, aus der Reihe Swedish Grace gewünscht. Farbe: Is. Oh ja! In das Weizenährenmuster (im Handel seit 1930), zart und dabei so bestimmt, hab ich mich verguckt. Ich bin noch nie ein Fan von zusammengehörigen Services gewesen, aber bei diesem Geschirr kann ich mir vorstellen, über die Jahre alles zusammen zu sammeln.
Wenn meine Lieben wüssten wie dringend notwendig das war, mich in Gedanken ein bisschen auf ihre Nordreisen mitzunehmen.
Uli plant übrigens etwas Tolles. Ich verrate es hier schon mal. Sie bloggt leider nicht, aber eröffnet bald einen Etsy Shop, in dem es ihre schönen Quilts zu kaufen gibt. Stay tuned!

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Ein Kommentar

  1. Am 2. Oktober 2014 um 05:50 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ich fahre dieses Jahe zum ersten Mal nach Sweden, nach Stockholm, und ich mich schon sehr.

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!