Schlusslicht

Mit dem letzten Oktobertag in diesem Jahr fühle ich mich besonders verbunden. Er geht still dahin. Mit bestimmter Miene, zielstrebig irgendwie. Und schleicht trotzdem leise, wie eine Katze, mir noch ein paar Mal um die Beine. Höre ich ein Schnurren? Kommt das von ihm, dem Monat der so gelb und tiefherbstelig ist, oder von mir? Mit dem Jahr im Reinen, mit dem neuen Lebensabschnitt, mit der Winterzeit. Noch nie habe ich die Zeitumstellung so willkommen in die Arme geschlossen. Für uns fällt sie in die Mitte der Ferien und auch noch in den Urlaub. Weg von zu Hause. Das frühe Aufstehen in der Fremde hat sich gut angefühlt, und die frühe Dämmerung, gerade wenn wir den Hofkatzen noch einmal Adieu für Heute gesagt und unsere Brötchenbestellung eingetragen haben.
Der Himmel bleibt den Tag lang verhangen. Niesgrau. Es sieht kälter aus als es ist. Auf dem Hof brennt ein Feuer. Die Pferde haben weiße Wölkchen vor den Nüstern.
Zwei schneiden Hängervoll verblühtes und welkes Gesträuch aus dem Garten. Die Traktoren sind noch geschäftig unterwegs. Hin und her zwischen den Feldern.
Die Landschaft aber atmet auf. Letztes Laub lässt sich Zeit mit dem Fallen. Heute noch nicht. Morgen nicht. Im November, irgendwann.

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