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Wir sind bei Windelgröße 3 angelangt und ich habe auf der Strecke bis hierhin meinen inneren Frieden verloren und wiedergefunden. Es geht wohl auch nicht anders als so.
Geholfen hat mir die Kinfolk-Ausgabe, die ich vorletzten November in Amsterdam gekauft, und noch gar nicht gelesen hatte! Das Heftthema ist Wochenende, Ausruhen, Nichtstun.
Ich hatte es vergessen, das Nichtstun. War an der zuckrigen Endlosspirale von Alles-muss-produktiv-sein, und effektiv auch festgeklebt. Ich bin nicht mehr spazieren gegangen. Ich hatte die kleinen, verrückten Flugmanöver der Schwalben (vielleicht sind es auch Stieglitze, ich bin nicht sicher) am Himmel vor dem Fenster nicht bemerkt. Wenn ich mich mit meinem Babyli zum Stillen hinlege, kann ich sie die ganze Zeit beobachten.

Ich hatte auch vergessen, warum ich hierher kommen und schreiben soll.
Neulich Abend waren oh Wunder alle Kinder vor Acht asleep. Ich habe die Küche aufgeräumt, die Wäsche aufgehängt auf die Leinen geschmissen, den Hasenstall zugemacht und hatte noch Zeit, den Abend lang im Sessel zu sitzen. Ich habe auf die Dämmerung gewartet, mit Tee und Schokolade; habe zugesehen, wie das Licht sich aus den Ecken zurückzieht, alles die Farbe ändert. Wie die Zimmerecken weich werden, bis bald nichts mehr zu sehen ist, das unaufgeräumte Überbleibsel vom Tag nur noch schön aussieht.
Ich habe mit dem Ipad auf dem Schoß das Kaffiknopfarchiv von 2011 und 2012 gelesen und war mir selber dankbar. Das muss man auch üben. Dankbar dass ich das festgehalten habe, und dass es so viel Gutes zum Festhalten gab.
Als meine Schwestern beide in den letzten Monaten erzählt haben, dass sie mein Archiv nochmal ganz durchlesen, da hab ich gelacht. Und jetzt hab ich es selber nochmal gelesen.

Wenn der Abendstern in meinem Fenster zu sehen ist, ist Schlafenszeit.
Dem inneren Anspruch, diesem ungnädigen Kerl, stell ich ein Stoppschild auf. Mal sehen, ob es was hilft.
Ich gehe wieder spazieren. Ich hab so eine Ahnung, dass das, was mich mein drittes Baby lehren will, das Wichtigste sein wird.

Gespräche mit Freunden machen mir klar, dass es nicht nur mir so geht. Dieses Getriebensein, das sitzt so vielen im Nacken. Da wird auf einmal aus allem ein MUSS. Aber ich. muss. nicht.

Und so wird es Sommer. Unauffällig, ohne großen Knall. Die Babies wachsen wie die Kohlköpfe. Sie quieken und juchzen und nichts, einfach nichts kann den Tag schöner machen als dieses erste Lächeln des Tages. Wenn sie aufwacht und vor sich hin erzählt und mich entdeckt, dieses Strahlen. Für sie ist noch jeden Morgen Welturaufführung!

Als Juju und Basti mir vor einem knappen Jahr verraten haben, dass sie Eltern werden und es in meinem Kopf gerattert hat weil ich so schnell gerechnet habe und dazwischen die Das gibts doch nicht! purzelten, da hab ich mir ein anderes Timing gewünscht. Wir waren nur eine SW auseinander. Es war schon wieder passiert! Vier Jahre vorher waren Ela und ich gleichzeitig schwanger. Aber jetzt ist es total schön. Die beiden Babys sind nur zwei Tage auseinander und fangen auch gerade an, durch die Gegend zu purzeln. Mal sehen ob die zwei auch so herzige Spielgefährten werden wie Gelbe Wolke und das Lockenköpfchen. Jetzt haben wir eine richtige Rasselbande, wir drei Schwestern. Ich freu mich dass die Kinder so miteinander aufwachsen. Ich hab sie alle ganz schön dolle lieb.

 

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2 Kommentare

  1. The British-Girl ♡
    Am 1. Juli 2015 um 17:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Es ist immer wieder schön, auf deiner Seite zu schnuppern :)
    Ich freu mich sehr für dich, die Welt und damit die Zeit anders, neu und wieder wie schon einmal zu erleben!
    Genießt die Zeit zusammen, so wird sie nie wieder kommen :)
    Fühl dich gedrückt ♡

  2. Am 4. Juli 2015 um 18:33 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Für mich ist es Erholung, wenn ich bei Dir lese… manchmal lese ich Deine Texte zweimal oder öfter, so schön sind die…eine echte Pause in meinem Großfamilienalltag, danke dafür und einen wundervollen Baby- und Kindersommer für Euch.
    Meine Zwillingsbabys sind gerade schon zwei geworden…. wie die Zeit vergeht und mit den beiden habe ich mich auf jeden Fall komplett verloren und sehr sehr langsam wieder gefunden…
    einen lieben Gruß,
    Elisabeth

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!