Maitanzen

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Peng! Der Mohn ist aufgegangen. Eigentlich wartet er immer bis zu Battis Geburtstag. Dieses Jahr werde ich daran denken, die Saat aus den Kapseln zu verstreuen.
Mitte, Ende Mai. Nicht mehr Frühling, noch nicht Sommer. Frümmer? Sommling? Umbruch, gerne. Der Himmel ist wolkenverhangen (ein Lieblingswort), es ist kühl (Lieblingswitterung). Ich mache mir einen zweiten Kaffi und hab dank Batti zwei Stunden das Haus für mich. Die Maigeburtstagsfeste haben schön gerauscht. Es ist gut, in Sommerkleider zu schlüpfen. Wie in eine zweite Haut.

Es gibt zum ersten Mal ein Eigenes Zimmer in diesem Haus. (Stimmt nicht ganz, bevor Gelbe Wolke geboren war, hat Mini Blondie in diesem Zimmer schon mal ihr Reich gehabt.) Wir haben wieder umgeräumt, neue Betten bekommen. Das Küstenfichte Hausbett ist vorerst zum Schulhäuschen umgemodelt worden. Das Frollein Lehrerin hat aber auch drei Hausschweine und eine Vorliebe für Sushi; und damit meine ich gar nicht mich!
Mini Blondie ist nicht mehr immer an der Schaukel zu finden, oder beim Hasen, oder in der Sofaecke. Jetzt steckt sie in ihrem Zimmer, am liebsten mit Tür zu. Ich will sie anlehnen, ich mag ihre Geräusche im Hintergrund hören, aber das macht einen Unterschied, ich kann mich gut erinnern.

Ich schneide Haare, („und du tanzt immer noch genau wie früher“) ich schneide Gras. Ich schneide Stoff und nur selten Papier.
Die Amseln stürmen schwerstbeschäftigt durch unseren Garten. Sind die Kinder bald da? Ich weiß nur vage, wo ihre Nester stecken. Ich lasse sie lieber in Ruhe. Vom oberen Stockwerk sehe ich grüne Kirschen, so groß wie später dann ihre Steine. Und viele Boskops, das wird ein gutes Apfeljahr.
Batti ist den Mammutmarsch mitgelaufen. 100 Kilometer in 24 Stunden war die Challenge. Nachmittags gings los. 60 Kilometer ist er gelaufen, dann ging es nicht mehr, die Füße waren voller Blasen. So ungefähr war auch seine Prognose. Den Rucksack, mit dem man angeblich auch gut die Alpen durchqueren kann, hatte er dabei. An der Marschverpflegung arbeiten wir mal noch. Er plant schon den nächsten Lauf. Gummibär hat im Babybjörn auf dem Rücken ein bisschen mittrainiert. Hier wird jetzt viel gefachsimpelt: Welche Schuhe, die Socken am besten nicht frisch gewaschen. Das Essen nicht nur im Rucksack tragen, sondern auch tatsächlich verspeisen … Ich gehe so schnell nicht mit – an den Zwischenstationen gibt es keinen Kaffee.
Kaffee gab es aber bei der Bummelfee. Für ein Familienfest mit der ganzen buckligen Verwandtschaft (das meine ich liebevoll) haben wir uns in den drei Appartments über der Kostümwerkstatt von Stefanie Ludwig einquartiert. Ganz viel Licht, Holz und Blauweiß. Und in jeder Küche ein großzügiger Kaffeevorrat. Das beste war aber das Kellergeschoss – eingerichtet als Feenhöhle und Tobeparadies für die Kinder. Wenn ihr mal in der Gegend von Osnabrück seid …

Jetzt schwanken wir zwischen Urlaubsfernweh und Zuhauselust. Hier gibts auch viel zu tun. Schwalben habe ich noch keine gesehen. Wir haben keine Reisepläne für den Sommer. Ich denke viel an letztes Jahr, an den Wohnwagen … Das war easy, Gummibär hat ja noch nicht Tische und Schränke und alles erklommen. Sie läuft noch nicht, warum sollte sie, fragt sie sich, glaub ich. Sie schlingt die Arme um mich und hält mich ganz fest. Sie hat tausend Löckchen. Sie isst nur gut und gerne, wenn die ganze Familie mit am Tisch sitzt. Sie schläft partout nicht durch, ich hab aufgegeben, das mit ihr zu üben. Sie mag ihr eigenes Bettchen nicht, selbst wenn es neben mir steht. Wer von den Dritten mag das schon.
Und meine Gelbe Wolke war eine Woche alleine auf OmaOpa-Urlaub und hatte the time of her life. Ich kann das Wort gar nicht finden, wie es hier war, ohne sie. Stiller, nicht unbedingt. Die Lauteste ist im Moment der Gummibär. Aber bewegungslos war es. Das Mädel Sausewind, das durchs Haus peest, in Wirbelkleidern, und turnt und springt, das hat gefehlt. Oh ja, die Reiselust ist da. Und die Nähwut für Reisetaschen. Der Sommerhitze entfliehen. Vergessen, was auf der langen Bank liegt.

Was macht ihr diesen Sommer? Habt ihr ein Geheimversteck? Pssst, ich sags auch nicht weiter.

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Ein Kommentar

  1. Am 27. Mai 2016 um 10:23 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Hach, so wie dir die Worte aus der Feder flossen, so klingt der Mai. Wunderschön frisch, sommerlich, grün!
    Einen Mammutmarsch! Das klingt toll. Das wäre genau etwas für mich. Ich liebe es zu laufen und dann der Ergeiz es zu schaffen. Hoffentlich gibt es beim nächsten Mal keine Blasen =)
    Wir haben Reisepläne, wissen nur noch nciht wohin =) Der Sommer ist mir bei uns auch meist zu warm. Wenn wir wenigstens am Meer wohnen würden. So ist die Hitze völlig umsonst da, weil man sich nicht abkühlen kann. Letzte Woche war es kühler und ich roch ein Lagerfeuer. Sofort war meine Urlaubsstimmung da =) Wir fahren meist nach Skandinavien und leben im Zelt und kochen draußen.
    Die Löckchen sind süß!
    Viel Spaß mit den Nähplänen!
    Liebe Grüße!
    Kathrin

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!