Fünf Klitscher für ’ne Mark!

Frische Klitscher

Fünf Klitscher für ’ne Mark, mit Eiern und Quark …
Ich höre Opa noch rufen, in meiner Erinnerung, hinter der dünnen Küchentür, die wahrscheinlich zubleiben musste, damit der Bratdunst sich nicht in der Wohnung verteilte, der Schlingel.
Ich liiiebe Klitscher (erzgebirgisch für Kartoffelpuffer). Könnte sie jede Woche essen. Zu selten mache ich sie frisch, dabei geht nach dem Kartoffeln schälen alles ganz schnell. Früher, zu Hause hat mein Vater die Klitscher gebraten, (ist anscheinend Hausvatersache) so macht er es auch heute noch. Auf zwei Pfannen gleichzeitig, und im Tellerschrank stand der Teller mit den übrigen Klitschern. Bis zum Abend wurde der Berg immer kleiner, die Reste gab es kalt auf Butterbrot. Mhmmm. Eine Köstlichkeit.
Für das Rezept hat man eigentlich immer alles im Haus:
Viele Kartoffeln schälen und in der Küchenmaschine fein raspeln. Das austretende Wasser abgießen, damit der Teig nicht zu nass wird. 2 Eier, Quark, 2 Zwiebeln (Mein Schneidwerk nimmt die Zwiebeln nicht, aber mit dem Messer feingeschnitten schmeckt ganz besonders lecker) und ein paar Haferflocken dazu – Mengen einfach Pi mal Daumen. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und wer mag: Kümmel würzen. In reichlich Rapsöl goldbraun braten und auf Küchenpapier das Fett abtropfen lassen. Wir essen Klitscher gern mit Apfelmus oder mit Frischkäse + Dill + Räucherlachs oder ganz einfach: mit etwas Zucker. Ich denke dabei immer an meine Uroma, die in allem sehr sparsam war, aber auf ihre Klitscher immer eine dicke Schicht Zucker gestreut hat. Das hat mich als Kind echt beeindruckt. Vielleicht hab ich gespürt, dass sie genießen konnte – das stand zu ihrer Zeit ja längst nicht so im Mittelpunkt wie heute.

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2 Kommentare

  1. Am 21. Juni 2012 um 10:09 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Ohja, Klitscher – oder in anderen Teilen des Erzgebirges auch grüne Latschen genannt – sind super lecker! Allerdings habe ich sie noch nie selber gemacht :( Irgendwie warte ich immer auf den ersten Advent, den ich in Seiffen verbringe, wo ich dann auch frische Latschen bekomme. Meist werden dann so viele gemacht, dass ich auch noch ein paar mitnehmen kann :-)))

    Liebe Grüße
    Anke

  2. silentio
    Am 21. Juni 2012 um 11:08 Uhr veröffentlicht | Permalink

    Und schon wieder lecker Essen im Internet und nicht hier, hach

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    Hier schreibt Mirjam Nietz. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern auf dem Brandenburger Land - einen Fuß breit in Berlin, ständigem Nordweh im Bauch und einer Hand an der heißen Kaffitasse.
    Schön dass du dir Zeit nimmst!