Ribeauvillé und Fernweh, nach noch viel weiter weg

white laundry

Ich muss noch vom Elsassurlaub erzählen. Und den ersten eigenen Kogelhopf backen, in der mitgebrachten Form. Und Madame Marie schreiben, dass der Ort, in dem wir vor zehn Jahren waren, La Roche Saint Secret hieß. Bilder steigen auf, wenn ich die Namen der Nachbarorte wiederlese: Grignan, Valréas, Montélimar … Wochenmarkt in Dieulefit ist immernoch am Freitag. Tout fermé à lundi. Wir waren im September dort, sieben Freunde, ein klappriger VW Bus; und damals war das noch nichtmal Klischee. Als wir ankamen, waren Kürbisse auf den Feldern reif, Straßen durch Regenstürme nicht passierbar und wir hatten erstmal sturmbedingt Stromausfall. Ich glaube, ansonsten geht der Sommer in Frankreich von Mai bis September. Irgendwo auf der Autobahn gibt es eine Stelle, da steht die porte du soleil. Meine Lieblingsstelle auf der ganzen Fahrtstrecke.

Als ich zum ersten Mal Christa Wolfs Sommerstück gelesen hatte, habe ich mir genau so meine Sommer für später gewünscht: In einem eingeschlafenen Dorf in Mecklenburg, acht Wochen, mit Freunden, in alten Landhäusern, einer kann bis dahin griechische Pita backen. (Am Ende des Buches brennt das Dorf aber ab, wenn ich mich richtig erinnere. Und meine Freunde sind längst nicht alle Freiberufler.)

Mein Fernweh zieht gerade aber viel, viel weiter als nach Mecklenburg. White Mountains, Squam Lake, New Hampshire! Und von dort weiter nach Smithers, British Columbia. Ich stelle mir vor wie das wohl wäre, einfach einen Flieger zu buchen, Weite-Reise-Koffer zu packen und ganz alleine (naja, am Besten mit Uli) dorthinzufliegen.

Anfang Juni habe ich wehmütig auf vielen Blogs die Berichte vom Squam 2013 gelesen. Ich hatte mir vorher sogar den Workshop-Zeitplan ausgedruckt und mich für dieses Jahr dorthin gewünscht. Vor vier Jahren, ich kann es fast nicht mehr glauben, bin ich mit Uli über den Squam Art Fair geschlendert, hab ein Stück Ravelry Festpizza geschnappt, most delicate yarn für meine Muckla und mir ein kleines Täschchen gekauft, in dem meine Nähmaschinenfüße sind und das mich an den Markt erinnert …

Im September gibt es am Squam Lake ein Taproot Gathering. Hach … das wäre was. Von dort würde ich noch kurz weiterfliegen bis nach Vancouver. Und dann hoch nach Smithers, mit einer Flasche Muscat für Julie, Kate, Tom und Bruce, die vier Canadier, die wir in Madame Maries Garten getroffen haben. Da fiel ein Fest mit der Abendsonne für uns herunter mit Tischlein deck dich und Lachen, als hätten wir uns vor Jahren für diesen Abend verabredet.

 

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